Diese Angaben wollte ich auch grad zitieren, Danke Serafin.
200ml pro Fläschchen wäre wirklich SEHR viel! (Das sind halt diese typischen "ein Baby braucht 4h Abstand zwischen zwei Mahlzeiten und nachts eine Pause von mind. 6 Stunden" oder so

).
Serafin hat geschrieben: 05.05.2022, 12:06
Dein Kind trinkt also ca 800ml, 10 Mal am Tag macht eine durchschnittliche Portion 80 ml groß. Also mal ganz weit weg von 200ml. Die ist übrigens so berechnet, dass auch auf jeden Fall jedes Kind satt wird und noch was drauf. Also eh eher zu viel.
Zusätzlich gilt:
"4 bis 5 Monate 805 +/- 117" bedeutet: 805 ml mit einer
Standartabweichung von 117 ml.
Gesunde Stillkinder trinken in diesem Alter also
irgendwas zwischen 688 und 922 ml Milch am Tag.
Bei 7-10 Mahlzeiten pro Tag wären das je nach Tagesgesamtmente Portionsgrößen von
durchschnittlich(!)* 69 ml (bei einem "10x Stillen für 688ml Tagesmenge"-Baby) bis
durchschnittlich(!)* 132 ml (bei einem "7x Stillen für 922 ml Tagesmenge"-Baby)
(und alles dazwischen).
[*Außerdem schwankt die Portionsgröße beim selben Baby über den Tag (viele Babys trinken z.B. abends und nachts ausgiebiger) und auch je nach Wetter, körperlicher Belastung, ... Mal ein Snack/schneller Schluck, mal ein ausgiebiges Gelage
und alles dazwischen.
Bei einem Baby, das im Durchschnitt 69 ml trinkt, sind also bestimmt mal 80/90/100 ml eine Portion und auch mal nur 30/40/50 ml. Das levelt sich über den Tag. (Beim durchschnittlich 132 ml trinkenden Baby halt entsprechend größere Portionen, aber auch mit großer Schwankungsbreite...]
Nun wissen wir nicht, ob Dein Baby jetzt beim Stillen eher ein "Vieltrinker" oder eher ein "Wenigtrinker" ist mengenmäßig, es also eher auf 70 oder 130 ml im Schnitt rauslaufen wird.
Aber "jedesmal 200 ml" ist ganz sicher kein erstrebenswertes Ziel!
Annie2017 hat geschrieben: 05.05.2022, 10:44
Baby akzeptiert die Flasche vor dem Stillen in immer mehr Situationen, vorgestern auch zum ersten Mal im Halbschlaf und gestern Abend sogar (ohne Brust danach!) zum Einschlafen im Bett (und danach einfach mal knallhart durchgeschlafen). Es ist jetzt in der Mehrzahl der Fälle so, dass wenn wir bei Hunger die Flasche anbieten, da ohne größeren Protest dran gesaugt wird. Manchmal allerdings nur ein paar Schlucke und dann wird protestiert, manchmal auch bis zu 30-50ml am Stück. Wenn sie danach zufrieden ist, biete ich gar nicht mehr die Brust an, sondern warte ab bis ganz normal wieder Hungerzeichen kommen. Das ist meistens dann schneller als üblich. Denn mehr als 50ml am Stück hat sie noch nie geschafft,
[...

]. ["Trotzdem": Streich das Trotzdem!

] ist das für uns schon ein
RIESEN Erfolg, wenn ich daran denke, dass die letzten Wochen die Flasche fast nur Protest geerntet hat.
SUPER!!

Ich schließe mich da FloppyDisc an!
Annie2017 hat geschrieben: 05.05.2022, 10:44
Meine Milchbildung
Bisher kommt meine Brust mit der Veränderung gut klar. Wenn sie dolle prall war habe ich per Hand etwas ausgestrichen oder gekühlt. Gestern und heute hab ich eher das Gefühl, dass die Milchbildung schon etwas geringer geworden ist, jedenfalls hab ich fühlbar mehr Platz im BH.
Ich freue mich sehr, dass Du das so gut gemanaget bekommst und es so unproblematisch klappt

!
Hast Du es irgendwann zwischendurch nochmal mit einem
Stillhütchen versucht?
Ich überlege, ob das nicht doch helfen könnte, den Übergang zur Flasche zu Beschleunigen, bin aber unschlüssig.
Was denkst Du dazu, z.B. tagsüber bei (einigen/den) Stillzeiten?
Annie2017 hat geschrieben: 05.05.2022, 10:44
Außerdem akzeptiert sie seit 2 Tagen in einigen Situationen den
Schnuller. Das erleichtert mich ziemlich, da ich so zumindest noch eine weitere Option habe, ihrem Saugbedürfnis gerecht zu werden und es auch eine Möglichkeit ist, sie ohne Brust (im satten Zustand) zu beruhigen und zum schlafen zu bringen.
Richtig gut - das spricht dafür, dass für Deine Kleine das Gefühl des Saugers im Mund (egal ob Flasche oder Schnuller) jetzt immer mehr zur Kategorie "vertraut, beruhigend, da kann ich mich entspannen" gehört.
Annie2017 hat geschrieben: 05.05.2022, 10:44
Sollte ich bei der Reduktion weiter so vorgehen oder das Ganze systematischer angehen (es heißt ja immer man soll eine Mahlzeit nach der anderen komplett ersetzen und wir sind ja grad eher dabei bei jeder Mahlzeit die Muttermilchmenge ein Bisschen zu reduzieren)? Ich hab allerdings das Gefühl, dass wir aktuell noch so besser fahren und erstmal schauen müssen, dass sie immer größere Mengen aus der Flasche trinkt.
Babys sind da sehr individuell und "eine Mahlzeit" kann gut auch "die Menge einer Durchschnittsmahlzeit" sein - halt über den Tag vereilt. Wenn Du ein gutes Gefühl dabei hast, dann bleib dabei.
Du kannst (und solltest m.E.) dennoch
ein bisschen Systematik reinbringen - zumindest übergangsweise. Damit die ganze Sache im Interesse Deiner Brust nicht zu sehr auf und ab schwankt und Du ein Gefühl für die Reduktionsgeschwindigkeit bekommst.
Ich würde vorschlagen, dass Du ab jetzt eine Liste führst:
- wie oft am Tag Ihr gestillt habt (nachts ruhig schätzen),
- wie oft es mit effektivem Trinken (i.e. einer nennenswerten Menge) aus der Flasche geklappt hat
- wie groß die Gesamttagesmenge an PRE war, die Euer Baby getrunken hat
.
Mach Dir einfach einen Zettel mit Strichliste/PRE-Mengen (z.B. neben die PRE-Packung oder wo Du sonst automatisch dran denkst), dessen Notizen Du dann
pro 24h zusammenzählst auf:
[Datum], ##x gestillt, #x PRE (### ml)
Poste das gern hier, dann können wir gemeinsam auf Deinen Zeitplan schauen.
Und: Magst Du mir nochmal Deinen
"Stichtag" als Datum nennen, den Du (ungefähr) anpeilst?
------------------------------------------
Bei Umgewöhnung in die andere Richtung als bei Euch, also von der Flasche auf die Brust (wo die Muttermilchmenge ja nicht beliebig schnell erhöhbar ist), würde man das Gedeihen engmaschig im Blick behalten (Stuhl-/Pipiwindeln, regelmäßiges Wiegen).
Da Du reichlich Milch hast,
Dein Baby bisher unauffällig gedeiht (richtig?) und Du im Zweifelsfall auch von heute auf morgen den Gesamttagesbedarf als PRE geben könntest (da sind plötzliche Steigerungen der Menge ja kein Problem, sofern Dein Baby technisch in der Lage ist, die Milch zu sich zu nehmen), glaube ich nicht, dass bei der Umgewöhnung auf die Flasche (was Tausende Mütter in Deutschland in jedem Lebensmonat ihrer Babys täglich tun) gesondertes, über das normale Maß (siehe Link) hinausgehendes Augenmerk auf das Gedeihen gelegt werden muss.
-----------------------------------
Annie2017 hat geschrieben: 05.05.2022, 10:44
Aktuell machen wir ja gute Fortschritte so dass ich die leise Hoffnung habe, vllt gar nicht mehr sooo viel Beratungsbedarf zu haben. Aber ich kann natürlich nicht ausschließen, dass wir wieder Rückschritte machen oder sich neue Probleme auftun.
Es klingt in der Tat nach tollen Fortschritten jetzt in den letzten Tagen

. Ich sehe den
Vor-Ort-Beratungsbedarf vorrangig beim Thema Pumpen, also beim Finden einer für Dich passenden, möglichst schmerzfreien Pumpmöglichkeit, mit der Du - sollte Dein Baby jetzt rapide die PRE-Menge steigern können und Deine Brust nicht ganz so schnell hinterherkommen - im Tempo Deiner Brust die Milchmenge weiterreduzieren könntest.
Das Tamoxifen Rezept bekomm ich von meiner Gyn, alle Fragen diesbezüglich und bzgl Milchpumpe werde ich versuchen bei meinem Termin morgen zu klären.
Von diesem Termin erhoffe ich mir für Dich mehr Klarheit bzgl. der allgemeinen/voraussichtlichen Wirkung des Tamoxifens auf die Milchbildung, und wie leicht (und ggf. wie lange) Du gut an eine Pumpe kommen kannst.
[Ich habe in Hannover leider keine Apotheke gefunden, die mit einer qualifizierten Stillberaterin wirbt (ich dachte, das sei dann vielleicht eine gute Anlaufstelle, um direkt beim Rezepteinlösen Beratung zur Pumpe zu bekommen). Eine Apotheke hat "Stillberatung" im Profil, die Qualifikation der Ansprechpartnerin ist aber "PTA & Heilpraktikerin und selbst Mutter von drei gestillten Kindern" - da steht nichts von Ausbildung bzgl. Stillen.]