Kind will nicht - weggehen oder mitnehmen?
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dingsda
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Re: Kind will nicht - weggehen oder mitnehmen?
über diese eindeutigen "geh-signale" hab ich gestern auch nochmal nach gedacht. die sind wirklich wichtig und machen nen unterschied. z.b. folgende situationen wenn ich ihn in der kita abhole:
a) sie sind draußen im großen hof, ich geh schonmal den kinderwagen aus der garage holen, gehe vor zu tor, er greift meine hand und kommt mit ==> klasse
b) sie sind im großen saal, ich schnapp mir seine sachen von der bank in der einen ecke, gehe durch den raum zur tür, halte sie auf und sag: "ich gehe, komm" und zack ist er da
c) sie sind in einem kleineren gruppenraum, am besten noch wie letztens wo er direkt neben der tür gespielt hat. ich kam rein, war direkt neben ihm. es gab kein vorgehen bis zur tür, die war ja schon direkt neben mir. noch weiter weg ginge nicht, weil dann wäre die tür zu und er hätte keine chance mir nachzukommen. das klappt echt viel schlechter. wobei natürlich auch mit rein spielen könnte, dass es meist ein anderer gruppenraum mit für ihn noch fremden und damit interessantem spielzeug ist, aber es ist auch einfach so: er hat hier nicht die chance sich mir aktiv anzuschließen sondern ich muss ihn dort wegtragen.
a) sie sind draußen im großen hof, ich geh schonmal den kinderwagen aus der garage holen, gehe vor zu tor, er greift meine hand und kommt mit ==> klasse
b) sie sind im großen saal, ich schnapp mir seine sachen von der bank in der einen ecke, gehe durch den raum zur tür, halte sie auf und sag: "ich gehe, komm" und zack ist er da
c) sie sind in einem kleineren gruppenraum, am besten noch wie letztens wo er direkt neben der tür gespielt hat. ich kam rein, war direkt neben ihm. es gab kein vorgehen bis zur tür, die war ja schon direkt neben mir. noch weiter weg ginge nicht, weil dann wäre die tür zu und er hätte keine chance mir nachzukommen. das klappt echt viel schlechter. wobei natürlich auch mit rein spielen könnte, dass es meist ein anderer gruppenraum mit für ihn noch fremden und damit interessantem spielzeug ist, aber es ist auch einfach so: er hat hier nicht die chance sich mir aktiv anzuschließen sondern ich muss ihn dort wegtragen.
mit kleinem rabauken seit 2/2016
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Ranas
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Re: Kind will nicht - weggehen oder mitnehmen?
Vielen Dank für eure Antworten. Offensichtlich sehen viele hier das Ganze etwas differenzierter als meine Freundin und ich. Das gibt mir viel "food for thought"
Wir hatten die Situation, dass wir vorm Kinderturnen noch das zweite Auto aus der Werkstatt holen mussten, also Zeitdruck. Wir haben uns den Mund fusselig geredet, wie toll es doch beim Turnen ist. Er wollte auch eigentlich hin, ist aber weggelaufen, wenn wir ihn wickeln wollten, wollte doch lieber mit seinen Autos spielen usw. Am Ende sind mein Mann und mein Schwager halt alleine los, das Auto holen. Hat meinem Sohn nix ausgemacht, dass die beiden weg sind - bis ich meinte, sie seien jetzt ohne uns zum Turnen gefahren. Da gab es dann 30 Minuten Geschrei, weil er auch wollte.
Ein anderes Mal wollte er morgens nicht zur TaMu. Ich habe mir wieder den Mund fusselig geredet, was er da doch alles Tolles machen kann. Nein, wollte er nicht. Da habe ich gesagt, dann könnten ja sein kleiner Bruder und ich mit seinen Freunden spielen, weil die TaMu dann einen Platz frei hat (und habe den Kleinen demonstrativ in den MaxiCosi gesetzt). Da gab es dann auch wieder Geschrei und er wollte plötzlich unbedingt hin.
Jacke erst draußen anziehen hat genau ein Mal funktioniert. Danach fand er es draußen immer warm genug ohne Jacke (während mir selbst MIT Jacke kalt war!). Da kann ich lange (= bis zur Erkältung) auf Einsicht warten, denke ich.
Generell sehe ich es wie Cecily: Ob ich nun eindeutige Geh-Signale aussende und dem Kind die Schlussfolgerung überlasse, dass es bald alleine ist, oder ich das ausspreche (ich drohe natürlich nicht im eigentlichen Sinne, es ist eher ein: "Ich möchte jetzt los und ich kann dich nur mitnehmen, wenn du angezogen bist. Wenn du dich nicht anziehen lässt, muss ich ohne dich fahren, auch wenn ich das nicht möchte."), ist irgendwie dasselbe in grün
Natürlich ist das unlogisch. Ich denke, ich bediene da auch nicht die Ur-Angst meines Kindes vor dem Verlassenwerden. Es scheint mir eher, dass er einfach nicht versteht, dass die Möglichkeit, zum Turnen, zum Schwimmen, zur TaMu usw. zu fahren, zeitlich begrenzt ist.dingsda hat geschrieben: 24.02.2019, 10:44 also ihr droht ernstaft, dass ihr zum kinderturnen ohne kind fahrt? oder zur tagesmutter? das ist doch schon allein total unlogisch.
Wir hatten die Situation, dass wir vorm Kinderturnen noch das zweite Auto aus der Werkstatt holen mussten, also Zeitdruck. Wir haben uns den Mund fusselig geredet, wie toll es doch beim Turnen ist. Er wollte auch eigentlich hin, ist aber weggelaufen, wenn wir ihn wickeln wollten, wollte doch lieber mit seinen Autos spielen usw. Am Ende sind mein Mann und mein Schwager halt alleine los, das Auto holen. Hat meinem Sohn nix ausgemacht, dass die beiden weg sind - bis ich meinte, sie seien jetzt ohne uns zum Turnen gefahren. Da gab es dann 30 Minuten Geschrei, weil er auch wollte.
Ein anderes Mal wollte er morgens nicht zur TaMu. Ich habe mir wieder den Mund fusselig geredet, was er da doch alles Tolles machen kann. Nein, wollte er nicht. Da habe ich gesagt, dann könnten ja sein kleiner Bruder und ich mit seinen Freunden spielen, weil die TaMu dann einen Platz frei hat (und habe den Kleinen demonstrativ in den MaxiCosi gesetzt). Da gab es dann auch wieder Geschrei und er wollte plötzlich unbedingt hin.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass mein Sohn sich vor Ort anziehen lassen würde. Da sind dann ja seine Freunde. Da dann noch hinlegen und sich wickeln lassen? Neeedingsda hat geschrieben: 24.02.2019, 10:44 Im ersten Kita-winter hatte ich häufig das problem, dass mein sohn sich nicht an- oder umziehen wollte zum losgehen. ich hab ihn auch schon mit windel im warmen wintersack im kinderwagen bis dahin gebracht (wirklich warm, mein kind musste nie frieren!). oder mit schlafsack. dort hat er sich immer problemlos anziehen lassen. jetzt ziehe ich ihn auch oft vor der tür erst die jacke an. an 2 minuten kälte wird er nicht erfrieren.
Generell sehe ich es wie Cecily: Ob ich nun eindeutige Geh-Signale aussende und dem Kind die Schlussfolgerung überlasse, dass es bald alleine ist, oder ich das ausspreche (ich drohe natürlich nicht im eigentlichen Sinne, es ist eher ein: "Ich möchte jetzt los und ich kann dich nur mitnehmen, wenn du angezogen bist. Wenn du dich nicht anziehen lässt, muss ich ohne dich fahren, auch wenn ich das nicht möchte."), ist irgendwie dasselbe in grün
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Ranas
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Re: Kind will nicht - weggehen oder mitnehmen?
Oder vielleicht auch nicht dasselbe in grün, sondern unterschiedliche Strategien für unterschiedliche Situationen? Puuh, wie gesagt, food for thought 
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Seifenblasenfrau
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Re: Kind will nicht - weggehen oder mitnehmen?
Ich sehe gerade zwei Sachen. Dein Kind will nicht zum Turnen - du sagst ihm, Papa und Onkel sind jetzt ohne ihn beim Turnen. Das stimmte doch so nicht, oder? Diese Situation würde hier so ablaufen
“Schatz, wenn du zum Turnen möchtest, müssen wir uns jetzt anziehen und losfahren“
“Nein nein nein“
10 Minuten später:
“Mama, ich will zum Turnen“
“Tut mir leid, Liebling, jetzt ist es zu spät!“
Und dann das Kind angemessen trösten.
Dann würde das Kind lernen: Wenn es sich nicht rechtzeitig anzieht, hat es das Zeitfenster zum Losfahren verpasst.
Diese Lüge (das klingt hart, aber es war nicht die Wahrheit), die du deinem Kind aufgetischt hast, diente ja letztendlich auch nur dazu, dein Kind zum Gehorsam zu erpressen oder manipulieren.
Außerdem darf man den Kindern nicht mehr Verantwortung aufhalsen, als sie tragen können. So ein Zweijähriges hat überhaupt kein Verständnis von Terminen, Zeit und Verpflichtung! Ich denke, diesbezüglich erwartest du vielleicht von deinem Kind mehr, als es leisten kann
“Schatz, wenn du zum Turnen möchtest, müssen wir uns jetzt anziehen und losfahren“
“Nein nein nein“
10 Minuten später:
“Mama, ich will zum Turnen“
“Tut mir leid, Liebling, jetzt ist es zu spät!“
Und dann das Kind angemessen trösten.
Dann würde das Kind lernen: Wenn es sich nicht rechtzeitig anzieht, hat es das Zeitfenster zum Losfahren verpasst.
Diese Lüge (das klingt hart, aber es war nicht die Wahrheit), die du deinem Kind aufgetischt hast, diente ja letztendlich auch nur dazu, dein Kind zum Gehorsam zu erpressen oder manipulieren.
Außerdem darf man den Kindern nicht mehr Verantwortung aufhalsen, als sie tragen können. So ein Zweijähriges hat überhaupt kein Verständnis von Terminen, Zeit und Verpflichtung! Ich denke, diesbezüglich erwartest du vielleicht von deinem Kind mehr, als es leisten kann
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Re: Kind will nicht - weggehen oder mitnehmen?
Hm ... ich versuche zwar dem Kind eindeutige „Geh-Signale“ auszusenden aber ich Ziele nicht auf die schlussforderung „dann bist du bald alleine“ sondern setze auf den Kooperationswillen des Kindes. Kooperiert es nicht im passenden Zeitrahmen, dann trage ich das Kind.(Die Große ist 2,5)
Ehrlich gesagt würden deine beschriebenen Beispiele bei mir viel Inneres Augenrollen auslösen wenn ich das in echt bei bekannten Zb mit bekäme
Ich diskutiere aber auch nicht eeewig aus was es da und dort alles tolles und spannendes gibt. Entweder wir müssen wohin, oder eben nicht
(WIr „müssen“ auch manchmal raus um nicht durch zu drehen
)
Mein persönlich größter „Erziehungs“Anspruch ist der das Kind so gut es geht als „Mensch“ zu behandeln. Würde ich wollen dass mein Mann zu mir sagt „Schatz wenn du jetzt in 2 min nicht fertig bist, fahre ich ohne dich auf die Geburtstagsfeier?“ - nein. Mein Mann darf aber gerne sagen „Schatz ich finde es schon echt blöd dass wir wegen deiner trödelei ständig zu spät kommen, ich würde so gern mal pünktlich zu einer Geburtstagsfeier kommen“. Da wir zwei erwachsene Menschen sind, können wir darüber diskutieren und Lösungen finden. Da Kind muss das erst noch lernen.
Und ich möchte einfach ehrlich zu meinem Kind sein. Wenn es nicht zur TaMu geht dann würde ICH Nicht dahin gehen und dort spielen, also warum sollte ich meinen kind sowas erzählen?
Edit: genau, ich stimme Seifenblasenfrau zu
Ehrlich gesagt würden deine beschriebenen Beispiele bei mir viel Inneres Augenrollen auslösen wenn ich das in echt bei bekannten Zb mit bekäme
Ich diskutiere aber auch nicht eeewig aus was es da und dort alles tolles und spannendes gibt. Entweder wir müssen wohin, oder eben nicht
Mein persönlich größter „Erziehungs“Anspruch ist der das Kind so gut es geht als „Mensch“ zu behandeln. Würde ich wollen dass mein Mann zu mir sagt „Schatz wenn du jetzt in 2 min nicht fertig bist, fahre ich ohne dich auf die Geburtstagsfeier?“ - nein. Mein Mann darf aber gerne sagen „Schatz ich finde es schon echt blöd dass wir wegen deiner trödelei ständig zu spät kommen, ich würde so gern mal pünktlich zu einer Geburtstagsfeier kommen“. Da wir zwei erwachsene Menschen sind, können wir darüber diskutieren und Lösungen finden. Da Kind muss das erst noch lernen.
Und ich möchte einfach ehrlich zu meinem Kind sein. Wenn es nicht zur TaMu geht dann würde ICH Nicht dahin gehen und dort spielen, also warum sollte ich meinen kind sowas erzählen?
Edit: genau, ich stimme Seifenblasenfrau zu
Idie mit (06/16), (04/18) und (09/20)
- Missy
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Re: Kind will nicht - weggehen oder mitnehmen?
Hier möchte ich unterschreiben.Seifenblasenfrau hat geschrieben: 25.02.2019, 15:16 Ich sehe gerade zwei Sachen. Dein Kind will nicht zum Turnen - du sagst ihm, Papa und Onkel sind jetzt ohne ihn beim Turnen. Das stimmte doch so nicht, oder? Diese Situation würde hier so ablaufen
“Schatz, wenn du zum Turnen möchtest, müssen wir uns jetzt anziehen und losfahren“
“Nein nein nein“
10 Minuten später:
“Mama, ich will zum Turnen“
“Tut mir leid, Liebling, jetzt ist es zu spät!“
Und dann das Kind angemessen trösten.
Dann würde das Kind lernen: Wenn es sich nicht rechtzeitig anzieht, hat es das Zeitfenster zum Losfahren verpasst.
Diese Lüge (das klingt hart, aber es war nicht die Wahrheit), die du deinem Kind aufgetischt hast, diente ja letztendlich auch nur dazu, dein Kind zum Gehorsam zu erpressen oder manipulieren.
Ein weiteres Beispiel:
DU willst, dass er zur Tagesmutter geht. Dann kommuniziere mit genau dieser Haltung: "Ich möchte, dass du zur Tagesmutter gehst." Eindeutig und klar.Ein anderes Mal wollte er morgens nicht zur TaMu. Ich habe mir wieder den Mund fusselig geredet, was er da doch alles Tolles machen kann. Nein, wollte er nicht. Da habe ich gesagt, dann könnten ja sein kleiner Bruder und ich mit seinen Freunden spielen, weil die TaMu dann einen Platz frei hat (und habe den Kleinen demonstrativ in den MaxiCosi gesetzt). Da gab es dann auch wieder Geschrei und er wollte plötzlich unbedingt hin.
Würdest du dich ernsthaft mit deinem Kleinen zur Tagesmutter zum Spielen verkrümeln? Nein.
Möchtest du, dass man mit dir so umgeht?
Missy mit dem kleinen Wuselchen (6/13) und *(10/15)
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Cecily
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Re: Kind will nicht - weggehen oder mitnehmen?
Ich sage auch manchmal Sachen, bei denen ich mich hinterher frage wie ich so einen Schwachsinn erzählen konnte.
Einfach aus der Wut heraus. Vorigen Dienstag z.B. (2 h Zeit eingeplant zum anziehen > Frühstück gibt`s im Kindergarten und trotzdem nicht pünktlich!) nach der erfolgreichen "IchgehschonmalvorundwarteimAuto-Strategie" war ich ja trotzdem sauwütend und habe ihm gesagt, dass ich jetzt zu spät komme, der Richter sauer ist, der Kollege, der Mandant (stimmte alles), aber: Ich jetzt deshalb verliere und alle weinen müssen. (Fehlt noch, dass ich erzählt habe, dass mein Mandant ins Gefängnis kommt
).
Im Nachhinein frage ich mich, warum ich so wütend war? Wäre ich früher gegangen, wäre er früher gekommen, nehme ich an. Früher gegangen bin ich nicht, weil ich dieses alleinelassen vermeiden wollte (wobei ihr das ja als Vertrauen in die Kooperation des Kindes beurteilt).
Werde mich einfach bemühen a) die Wahrheit zu sagen und b) früher zu gehen. b) wird aber schwierig, weil sich das trödeln ja nicht nur aufs Wohnungverlassen, sondern auch auf so Sachen wie Zähneputzen erstreckt, die er aber unbedingt machen will. Ich teste mal.
Einfach aus der Wut heraus. Vorigen Dienstag z.B. (2 h Zeit eingeplant zum anziehen > Frühstück gibt`s im Kindergarten und trotzdem nicht pünktlich!) nach der erfolgreichen "IchgehschonmalvorundwarteimAuto-Strategie" war ich ja trotzdem sauwütend und habe ihm gesagt, dass ich jetzt zu spät komme, der Richter sauer ist, der Kollege, der Mandant (stimmte alles), aber: Ich jetzt deshalb verliere und alle weinen müssen. (Fehlt noch, dass ich erzählt habe, dass mein Mandant ins Gefängnis kommt
Im Nachhinein frage ich mich, warum ich so wütend war? Wäre ich früher gegangen, wäre er früher gekommen, nehme ich an. Früher gegangen bin ich nicht, weil ich dieses alleinelassen vermeiden wollte (wobei ihr das ja als Vertrauen in die Kooperation des Kindes beurteilt).
Werde mich einfach bemühen a) die Wahrheit zu sagen und b) früher zu gehen. b) wird aber schwierig, weil sich das trödeln ja nicht nur aufs Wohnungverlassen, sondern auch auf so Sachen wie Zähneputzen erstreckt, die er aber unbedingt machen will. Ich teste mal.
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08u11
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Re: Kind will nicht - weggehen oder mitnehmen?
Und ein 2- oder 3jähriges weiß das nächste Woche noch??? Und vor allem: hat das eine Woche später die Enttäuschung noch so präsent, dass es sein Verhalten demnach ändert? Also meine eher nichtSeifenblasenfrau hat geschrieben: 25.02.2019, 15:16 Ich sehe gerade zwei Sachen. Dein Kind will nicht zum Turnen - du sagst ihm, Papa und Onkel sind jetzt ohne ihn beim Turnen. Das stimmte doch so nicht, oder? Diese Situation würde hier so ablaufen
“Schatz, wenn du zum Turnen möchtest, müssen wir uns jetzt anziehen und losfahren“
“Nein nein nein“
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“Mama, ich will zum Turnen“
“Tut mir leid, Liebling, jetzt ist es zu spät!“
Und dann das Kind angemessen trösten.
Dann würde das Kind lernen: Wenn es sich nicht rechtzeitig anzieht, hat es das Zeitfenster zum Losfahren verpasst.
Wir hätten dann eine Woche wildes, endtäuschtes Gebrülle und in der nächsten Woche den gleichen Streit
Außerdem funktioniert dass doch nur, wenn es ein unmittelbares Lusterlebnis gibt. Das finde ich ehrlich gesagt mittelfristig auch sehr schwierig. Aber mittelfristige Erfolgserlebnisse leuchten hier selbst dem knapp 8jährigen noch nicht so ganz ein. Da diskutieren wir auch heute noch: Ich: J., du hast gleich Gitarre. Komm, wir müssen los! J.: ich mag nicht!/Noch nicht!/Muss das sein! Ja, er ist gerade erst aus der Schule gekommen und müde. Das verstehe ich. Aber er spielt freiwillig Gitarre und da gehört auch dazu, dass er mal geht, wenn er nicht so unmittelbar Lust darauf hat. Wenn er tatsächlich gar nicht möchte, mehr möchte, können wir eine Frist setzen und ihn dann abmelden. Das ist okay. Aber wir entscheiden nicht jede Woche neu, ob er gerade Lust hat oder nicht.
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
- Missy
- alter SuT-Hase
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Re: Kind will nicht - weggehen oder mitnehmen?
Es ist zumindest die Wahrheit. Und es geht dabei ja weniger ums Verstehen, sondern um den Umgang mit solchen Situationen im Alltag.08u11 hat geschrieben: 25.02.2019, 17:43Und ein 2- oder 3jähriges weiß das nächste Woche noch??? Und vor allem: hat das eine Woche später die Enttäuschung noch so präsent, dass es sein Verhalten demnach ändert? Also meine eher nichtSeifenblasenfrau hat geschrieben: 25.02.2019, 15:16 Ich sehe gerade zwei Sachen. Dein Kind will nicht zum Turnen - du sagst ihm, Papa und Onkel sind jetzt ohne ihn beim Turnen. Das stimmte doch so nicht, oder? Diese Situation würde hier so ablaufen
“Schatz, wenn du zum Turnen möchtest, müssen wir uns jetzt anziehen und losfahren“
“Nein nein nein“
10 Minuten später:
“Mama, ich will zum Turnen“
“Tut mir leid, Liebling, jetzt ist es zu spät!“
Und dann das Kind angemessen trösten.
Dann würde das Kind lernen: Wenn es sich nicht rechtzeitig anzieht, hat es das Zeitfenster zum Losfahren verpasst.
.
Wir hätten dann eine Woche wildes, endtäuschtes Gebrülle und in der nächsten Woche den gleichen Streit![]()
Wenn ICH möchte, dass mein Kind zum turnen geht, dann bring ich mein Kind hin. Wenn ich meinem Kind die Entscheidung überlasse, dann akzeptiere ich auch sein Trödeln und muss dann mit den möglichen Konsequenzen - z.B. Weinen und Traurigkeit, weil es doch gerne gegangen wäre - leben.
Missy mit dem kleinen Wuselchen (6/13) und *(10/15)
- RedsMama
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Re: Kind will nicht - weggehen oder mitnehmen?
Ja. Und ja, der Weltenbummler erinnert sich noch, mit meiner Hilfe. "Weiß du noch, letzte Woche wolltest du die Schuhe nicht anziehen, und dann haben wir es nicht geschafft, und du warst so traurig?" Es ist bestimmt auch kindabhängig.Missy hat geschrieben: 25.02.2019, 18:13Es ist zumindest die Wahrheit. Und es geht dabei ja weniger ums Verstehen, sondern um den Umgang mit solchen Situationen im Alltag.08u11 hat geschrieben: 25.02.2019, 17:43Und ein 2- oder 3jähriges weiß das nächste Woche noch??? Und vor allem: hat das eine Woche später die Enttäuschung noch so präsent, dass es sein Verhalten demnach ändert? Also meine eher nichtSeifenblasenfrau hat geschrieben: 25.02.2019, 15:16 Ich sehe gerade zwei Sachen. Dein Kind will nicht zum Turnen - du sagst ihm, Papa und Onkel sind jetzt ohne ihn beim Turnen. Das stimmte doch so nicht, oder? Diese Situation würde hier so ablaufen
“Schatz, wenn du zum Turnen möchtest, müssen wir uns jetzt anziehen und losfahren“
“Nein nein nein“
10 Minuten später:
“Mama, ich will zum Turnen“
“Tut mir leid, Liebling, jetzt ist es zu spät!“
Und dann das Kind angemessen trösten.
Dann würde das Kind lernen: Wenn es sich nicht rechtzeitig anzieht, hat es das Zeitfenster zum Losfahren verpasst.
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Wir hätten dann eine Woche wildes, endtäuschtes Gebrülle und in der nächsten Woche den gleichen Streit![]()
Wenn ICH möchte, dass mein Kind zum turnen geht, dann bring ich mein Kind hin. Wenn ich meinem Kind die Entscheidung überlasse, dann akzeptiere ich auch sein Trödeln und muss dann mit den möglichen Konsequenzen - z.B. Weinen und Traurigkeit, weil es doch gerne gegangen wäre - leben.
Ich bin bei Seifenblasenfrau und Idie. Ich sehe es als eine Investition in der Zukunft, und nehme mir die Zeit für Ursachenforschung, immer wenn es geht. Und immer die Wahrheit sagen. Ich habe ein persönliches Problem mit allem, was nach Manipulation nur mal riecht (hat mit meiner Geschichte zu tun) und setzte es bewusst sehr sehr ungern ein.
Und noch etwas: zu sagen "komm mit, jetzt gehen wir" und gehen und sagen "ich gehe und du bleibst dann hier, wie du willst" ist NICHT das gleiche in Grün, den der Weltenbummler reagiert komplett unterschiedlich in dieser Situationen. Vergesst nicht, dass Kinder unglaublich geschickt in Körpersprache lesen sind, und das erste geht aus eine "ich vertraue dich, und weiß dass du kooperierst"-haltung und das zweite aus einem genervten "du treibst mich in den Wahnsinn"-haltung. Die sind doch komplett unterschiedlich!
Liebe Grüße
R.
I knew exactly how to raise my kid when I became pregnant. Then he was born...
I know nothing.
I am much wiser now.
Jeder wird perfekt und vollständig geboren. Unsere Job als Eltern ist nicht unsere Kinder zu erziehen, sondern sie davor zu schützen, gebrochen zu werden.
R., K., der großartige Weltenbummler 10/15 und die Strahlende Königin 06/18.
RL calls, wenig hier. Bitte PN oder zitieren wenn es dringend ist!
R.
I knew exactly how to raise my kid when I became pregnant. Then he was born...
I know nothing.
I am much wiser now.
Jeder wird perfekt und vollständig geboren. Unsere Job als Eltern ist nicht unsere Kinder zu erziehen, sondern sie davor zu schützen, gebrochen zu werden.
R., K., der großartige Weltenbummler 10/15 und die Strahlende Königin 06/18.
RL calls, wenig hier. Bitte PN oder zitieren wenn es dringend ist!