Empfehlungen von 1980

Was kommt nach dem Vollstillen?

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melusine
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von melusine »

Ich hab vier wochen durchgebrüllt. So arg, dass meine mama mich am liebsten "an die wand geklatscht" hätte(o-ton). Dann hatte ich wohl aufgegeben...
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anirahtaK
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von anirahtaK »

ich hab das jetzt nicht eingestellt um zu sagen: boah Flasche wie doof - ich habe ja selber "geflascht". Allerdings mit einer Pre Milch (die gab es damals vermutlich noch gar nicht?) und nach Bedarf, also die ersten paar Monate alle 2 Stunden. Außer nachts, da haben netterweise alle 4 Std gereicht (das habe aber nicht ich so eingestellt, sondern Kind war halt nur alle 4 Std wach).

mich schockiert zum einen der strikte Zeitplan, die langen Pausen nachts, der Karottensaft schon so früh und dann das Obst/Gemüsebreikrams in die Pulle mit rein. Puh.

Moppetüte *12.12
- eines Tages fällt dir auf, dass du 99% gar nicht brauchst -
Shauni
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von Shauni »

Ich habe nach deinem Eingangspost die dauernden Fragen meiner Oma, ob er denn auch schon mal ein Löffelchen Karottensaft bekommt, endlich einordnen können. Ich finde, mit solchen Tabellen inkl. Grammangaben und wann welcher Brei worein, wirkt Kinderernährung so viel komplexer, als einfach zu stillen oder pre nach Bedarf zu geben. Und geht halt dermaßen am echten Bedarf von Kindern vorbei...
Viele Grüße
Shauni mit dem großen M (01/14) und dem kleinen j (02/17)
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Vivilotta
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von Vivilotta »

Meine Mutter hat mich 1985 2 Monate gestillt, dann nach und nach abgestillt, so dass ich mit 3 Monaten eine ganze Woche bei meiner Oma "Urlaub" machen konnte.
Gestillt hat sie nach Bedarf, auch nachts. Allerdings davor immer Fencheltee gegeben, damit erstmal der Durst gelöscht wird.
Nachts wurde im Stillstuhl im Kinderzimmer gestillt, danach wach ins eigene Bett im eigenen Zimmer gelegt. Ich hab wohl jedes Mal 10 Minuten gebrüllt, meine Mutter hat damals dann immer abgespült, weil sie es sich kaum anhören konnte.
Wie es mit Brei etc weiterging, weiß ich leider nicht. Aber ich wurde wohl bis zum Kindergarten gefüttert, "damit es keine solche Sauerei wie bei meiner Tochter gibt".


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Mutterhenne
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von Mutterhenne »

Vivilotta hat geschrieben:Meine Mutter hat mich 1985 2 Monate gestillt, dann nach und nach abgestillt, so dass ich mit 3 Monaten eine ganze Woche bei meiner Oma "Urlaub" machen konnte.
Gestillt hat sie nach Bedarf, auch nachts. Allerdings davor immer Fencheltee gegeben, damit erstmal der Durst gelöscht wird.
Nachts wurde im Stillstuhl im Kinderzimmer gestillt, danach wach ins eigene Bett im eigenen Zimmer gelegt. Ich hab wohl jedes Mal 10 Minuten gebrüllt, meine Mutter hat damals dann immer abgespült, weil sie es sich kaum anhören konnte.
Wie es mit Brei etc weiterging, weiß ich leider nicht. Aber ich wurde wohl bis zum Kindergarten gefüttert, "damit es keine solche Sauerei wie bei meiner Tochter gibt".


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Ich habe als 32.-Woche-Frühchen 1978 abgepumpte MuMi bekommen - zu Hause hat meine Mutter dann ohne jedes Fachwissen einfach mit dem Stillen begonnen - und es hat geklappt (wenn auch nicht besonder lang)... Nach eigener Aussage hat sie mich und meine Geschwister nie schreien lassen "das hätte ich gar nicht ausgehalten..." Meinen Bruder hat sie 1983 6 Monate voll gestillt. Allerdings hatte sie selbst eine fünffache Stillmama zum Vorbild (nur bei einem ihrer Brüder hat es wohl 'nicht geklappt').
Glück gehabt :-D
"Die meisten Zitate im Internet sind falsch." (Aristoteles)

Grüße von der Henne
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baum
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von baum »

Ich bin auch ein flaschenkind....meine mutter sagt aber sie hätte mich nicht schreien lassen.
So ein füchterliches buch hab ich auch noch...drin stehen auch Anweisungen
wie sie die gute Ehefrau ihrem Mann gegenüber zu verhalten hat....gruselig....

Meine Oma hat hingegen noch schön lange gestillt....da gabs extra geld für
davisalo
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von davisalo »

Ich fänd so ne umfassende Studie ja mal total interessant!!! Wenn man alleine hier schaut, wie unterschiedlich das lief - hätte man einfach tolles "Material", um zu schauen: Was ist draus geworden: in Bezug auf heutiges Essverhalten, Gewicht, Gesundheit-Krankheit, psychische Verfassung, Beziehung zu den Eltern ... - ob man wohl irgendwelche Zusammenhänge feststellen würde zu diesen Themen: Stillen, Schreien-Lassen, Tragen etc.? Wäre doch für viele Fachbereiche eine interessante Untersuchung! (Als Diss nur leider nicht von Pharmaindustrie oder irgendeiner anderen Industriesparte finanzierbar .... :wink: )

Es ist grausig, was teilweise oder sehr häufig passiert ist. Aber welche Auswirkungen hat es wirklich - bzw. was wird später mal bei unseren Kindern anders sein? Oder gar nichts?
Also, ich sag mal hier: Meine Schwester ist Ende der 60er als "Frühchen" auf die Welt gekommen: vier Wochen zu früh, kam sofort in die Kinderklinik - Besuche waren nicht erlaubt! Vier Wochen musste sie da bleiben. Mein Vater hat anfangs täglich Milch gebracht und ist schon glücklich, dass da einmal eine Schwester ihn verbotenerweise an die Scheibe zum Kinderzimmer gelassen hat. Ansonsten war sonntags 10 Minuten "Besuchszeit" - hieß: 10 Minuten Kinderbeobachtung durch die Glasscheibe. Vier Wochen musste sie da bleiben; dann kam sie heim. Da ging es mir Anfang der 70er Jahre dann schon "gut": Ich kam nur wie alle Kinder für die 10 Tage Krankenhausaufenthalt ins Babyzimmer und wurde meiner Mutter immerhin alle 4 Stunden zum Füttern gebracht. Gestillt wurde in der Zeit nicht - meine Mutter hat sich da auf Arztmeinung verlassen: Muttermilch ist eher schädlich, alles künstliche besser. Und ja, sowohl der Babyalbum meines Mannes als auch meiner zeugen von frühem Karottenbrei etc., alles, was schon gesagt wurde.
Meine Schwiegermutter hat gestillt, es zumindest versucht, aber nicht lange gekonnt, weil der Arzt ihr verboten hatte, häufiger als alle vier Stunden zu stillen. Das habe ihr das Herz gebrochen, weil die Kinder geweint haben. Aber da habe der Arzt ihr auch gesagt: ins hinterste Zimmer, dass sie es nicht hört ... Ergo haben ihre Kinder dann im Bad gelegen, damit es für sie nicht so schlimm war ... Meine Schwester und ich haben angeblich nicht geschrien ... Meine Mutter konnte bei mir getrost einkaufen gehen und wegfahren - im Nachbarhaus war ja mein Vater (hat dort gearbeitet ...). Ich hätte immer geschlafen, wenn sie wieder kam ... (Hm, keine Ahnung, wie lange ich zwischendurch geschrien habe ...) - Unsere Beziehung zu unseren Eltern ist jeweils gut bis sehr gut, aber jetzt nicht so super eng. Gewichtsmäßig na ja ... nicht sonderlich übergewichtig ... Gesund insgesamt schon. Okay, meine Schwester hatte Schilddrüsenkrebs - kann aber eher ein Tschernobylerbe sein ... oder sonst was ...
Liebe Grüße
davisalo mit zwei Mädels: D (2007) und S (2010)
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rula
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von rula »

Dies war bei meiner Schwester auch so, 2 Monate war sie in der Klinik, durfte Sonntags durchs Glas bestaunt werden... sooo trsurig...
Ich bekam 1978 mit 2.5Mten Mandarinenschaum! Wurde leider nur ganz kurz gestillt...
N. (04/07), Y. (01/09), L. (05/11, 31 SSW), L. (08/14) & mini B. (06/18)
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von davisalo »

rula hat geschrieben:Dies war bei meiner Schwester auch so, 2 Monate war sie in der Klinik, durfte Sonntags durchs Glas bestaunt werden... sooo trsurig...
Ich bekam 1978 mit 2.5Mten Mandarinenschaum! Wurde leider nur ganz kurz gestillt...
Mandarinenschaum?!? DAS ist ja mal was Neues ... Kenne ich gar nicht ... Krass ...
Liebe Grüße
davisalo mit zwei Mädels: D (2007) und S (2010)
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Mutterhenne
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Re: Empfehlungen von 1980

Beitrag von Mutterhenne »

davisalo hat geschrieben:Ich fänd so ne umfassende Studie ja mal total interessant!!! Wenn man alleine hier schaut, wie unterschiedlich das lief - hätte man einfach tolles "Material", um zu schauen: Was ist draus geworden: in Bezug auf heutiges Essverhalten, Gewicht, Gesundheit-Krankheit, psychische Verfassung, Beziehung zu den Eltern ... - ob man wohl irgendwelche Zusammenhänge feststellen würde zu diesen Themen: Stillen, Schreien-Lassen, Tragen etc.? Wäre doch für viele Fachbereiche eine interessante Untersuchung! (Als Diss nur leider nicht von Pharmaindustrie oder irgendeiner anderen Industriesparte finanzierbar .... :wink: )
Die Diss würde mich auch interessieren! Leider bin ich das falsche Fach, sonst würde ich einen unserer Doktorand(inn)en drauf ansetzen ;-) Wäre aber wahrscheinlich sehr schwierig, andere Umstände 'rauszurechnen. Allein Stillen, Schreienlassen, Tragen sind ja schon drei Faktoren...
"Die meisten Zitate im Internet sind falsch." (Aristoteles)

Grüße von der Henne
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