Queenchen hat geschrieben:Er kriegt alles, was er will. Er kennt kein Nein von seinen Eltern. Ich denke, 1. Kinder sollten auch wissen, dass sie nicht immer alles haben können. 2.Er weiß es nicht zu schätzen.
Ok, verstehe. Ich denke nicht so, verstehe so aber besser wie es zu dem Ausgangspost kam. Ich finde, das sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Zu 1. : Dem liegt eine Annahme zu Grunde, wie, dass Kinder masslos werden wuerden (oder andere charakterliche Schwaechen entwickeln wuerden), wenn sie immer alles bekaemen, was sie wuenschen. Nur durch das Begrenzen auf der Geberseite kann dies offensichtlich verhindert werden. Ich finde es richtig gut, dass gesellschaftlich eine groessere Akzeptanz herrscht, dass man Kinder nicht durch Liebe und Zuwendung verwoehnen im Sinne von verderben koenne. In den Diskussionen rund ums Schenken und an Weihnachten, Kindergeburtstagen etc. befuerchte ich allerdings, das hat sich 1:1 auf das Geben im materiellen Sinne verlagert

Es liegt doch auf der Hand, dass Kinder nicht alles haben koennen. Mein Sohn wuerde viel lieber mit dem Hubschrauber zum Kindergarten fliegen, als mit dem Bus zu fahren. Geht nicht. Welche materiellen Wunesche Eltern erfuellen KOENNEN, liegt sicherlich an ihrem finanziellen Verfuegungsrahmen, eigene Grenzen bzgl. Verstopfen des Kinderzimmers etc. ICH sehe keine Verpflichtung darin, dass Eltern, die finanziell in der Lage oder bereit dazu sind, ihren Kindern viel kaufen zu koennen, dieses auch tun zu muessen, ich sehe allerdings auch ueberhaupt keinen Sinn darin, kuenstliche Grenzen zu ziehen, die auf der Annahme beruhen, Kinder wuerden sich zu "schlechteren Menschen" entwickeln wenn sie dieses oder jenes bekaemen.
Ich wuerde ueber meine Kindheit sagen, wir hatten alles. Musikinstrumente, alles neu, den Unterricht dazu, irgendwo liegt noch meine komplette Reitausruestung, Kletterausruestung, Campingkram, abgetragene Kleidung kenne ich nicht, Hunderte von Buechern... Nein, ich bin kein massloser Mensch geworden! Weder neige ich dazu, mich zu verschulden, uebersaettigt oder grossspurig zu sein, soweit ich das uber mich selbst sagen kann.
Zum 2. Finde ich persoenlich ganz schlimm. Ich kann diese Dankbarkeitsschiene fuer mich ueberhaupt nicht fahren. ICH bin ein Mensch, ebenso wie mein Mann, wir sind dankbar aus uns heraus. Dass wir gesund sind, dass wir nicht in Armut leben, dass wir einander lieben, dass wir nicht von Krieg, Verfolgung, Naturkatastrophen bedroht sind, was weiss ich. Wenn wir schoene (neue) Schuhe fuers Kind gekauft haben, freuen wir uns selbst darueber wie an Weihnachten. Wir sind nicht achtlos mit den Dingen die wir kaufen und ich denke schon, dass es nicht unwahrscheinlich ist, dass sich diese Haltung auf unser Kind uebertraegt. Dankbarkeit der aelteren Generation gegenueber, den Eltern gegenueber, mh, fuer was? Kinder haben meiner Meinung ein RECHT darauf, dass wir sie versorgen, mit Liebe, mit Zuwendung, mit Zeit mit uns, mit Bildung, aber auch mit Materiellem - das faengt bei der Kleidung an, ueber Buecher, Spielsachen etc., ein warmes, sauberes Zuhause, eben was Kinder so besitzen. Ich wuerde tendenziell mein Geld nicht fuer Geschenke ausgeben, an denen sich mein Kind aufgrund von Uebersaettigung nicht ERFREUEN kann, und das ist der Punkt, warum schenke ich? Um Freude zu bereiten, aber nicht des Dankes wegen

Ich persoenlich halte das ja fuer sehr schaedlich, weil es dem ich-werde-geliebt, oder bin-ein-wertvoller-Mensch einen Stich versetzt, wenn es heisst, ich muss DANKBAR sein und Dankbarkeit zeigen um meines Geschenkes wuerdig zu sein, als ob eine Schuld abgetragen werden muesse. Einer meiner groessten Wuensche fuer mein Leben ist, dass mein Kind ohne dieses Schuldgefuehl aufwachsen darf.
Eltern sind wie Kinder sehr verschieden. ICH wuerde einen Schreikrampf bekommen, wenn unsere Wohnung vor Spielzeug aus allen Naehten platzen wuerde, weil ICH mich so nicht wohlfuehle, mich davon ueberreizt, gelangweilt und ueberfordert fuehle. Das muss doch aber nicht fuer andere Eltern gelten. Meine allerbeste Freundin hat ein Wissen ueber Kinderspielzeug als ob sie amazon auswendig gelernt hat, vergleicht Preise, shoppt, fummelt des Nachts LEGO und Playmobil zusammen, hat eine grosse Spielarena fuer ihre Kinder in ihre Wohnung gestaltet. Fuer MICH waere das absolut nichts. Sorgen mache ich mir nicht um ihre Kinder. Klar habe ich selbst schon erlebt, wie die Kinder voellig ueberreizt mit den Bergen von Spielzeug um sich geworfen haben und Mutter fluchend aufraeumend hinterherrobbte. Ihr Problem, nicht meins

Die kriegen das schon hin. Was sagen wuerde ich wohl nur, wenn ich den Eindruck haette, die Kinder sollen mit Geschenken ruhiggestellt werden, weil die Eltern emotional zum Beispiel nicht viel geben koennen. Dann wuerde ich mir wirklich Sorgen machen. Hast du diesen Eindruck bei deinem Neffen?
Zum Thema tablet und Co., ich frage mich, wo die Steigerungsform in den nächsten Jahren ist?!
Ich sehe absolut nicht, dass sich die Geschenke steigern muessten. Im Gegenteil, in meiner eigenen Kindheit war es so, dass mit den Jahren die Anzahl der Geschenke und Ueberraschungen immer mehr abgenommen hat, spaetestens als Teenies wussten wir doch sehr genau, was wir wollten und Spielzeug war passe. Klamotten, Buecher, Sportzuebhoer. Als Studentin dann eigentlich nur noch Klamotten oder ein Fachbuch. Heutzutage bekomme ich gar nichts mehr
Außerdem mach ich mir Gedanken, dass die ganze Strahlung von Tablet, Handy usw gesundheitsschädlich sein könnte. Mal ganz davon abgesehen, gibt es immer wieder Meinungen, die besagen, dass solche Daddelgeräte keinen Nutzen haben für kleine Kinder, schlimmer noch, sie Schaden sogar dem Gehirn. Sicher ist es schwer, Kinder heutzutage ohne diese Elektronik aufwachsen zu lassen (das war auch nicht mein Anliegen) ich bin nur kein Freund davon, ein kleines Kind ständig und lange damit spielen zu lassen.
Da stimme ich dir absolut zu.