2. Brustentzündung - Abstillen?

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deidamaus
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Re: 2. Brustentzündung - Abstillen?

Beitrag von deidamaus »

RegenbogenMama hat geschrieben: ich muss euch leider mitteilen, dass ich heute beschlossen habe aufzugeben. Es tut mir so leid, für all die Mühe, die ich euch gemacht habe.
Es muss dir nicht leid tun, dass es uns "Mühe" gemacht hat. Du kannst mir bzw. uns leid tun, dass es dir durch den massiven Druck in deiner Familie und von deinem Umfeld nicht möglich ist, für das Stillen zu kämpfen.
Für euch mag es vielleicht komisch klingen, weil gestern noch alles super war, aber heute Nacht bin ich wieder mit Schmerzen in der Brust aufgewacht und konnte die halbe Nacht nicht schlafen, weil ich Angst hatte, wieder eine Entzündung zu bekommen und so lag ich mehrere Stunden weinend zwischen meinen zwei Männern.
Hier hättest du eigentlich deinen Mann wecken sollen und er dich tröstend in den Arm nehmen und dich in deinen Stillwünschen bestätigen sollen.

]ch kann ja nicht jeden Monat oder öfter immer wieder Antibiotika schlucken, mein Frauenarzt und meine Familie haben mir alle gesagt ich soll aufhören, wie würden sie reagieren, wenn ich wieder krank werden würde...

Die letzten 11 1/2 Wochen waren ein einziger Kampf. Ein Kampf gegen meinen Körper, die Ärzte und meine Familie. Ich schaffe das nicht mehr, vor allem schaffe ich es nicht alleine. Alle sagten mir immer nur: "Wir konnten es auch nicht, mach dir nichts draus", "Meine Milch war plötzlich weg", Ich hatte eine Brustentzündung und musste auch abstillen", "Ich oder mein Kind wurde auch mit der Flasche gefüttert und ist groß und gesund geworden". Dann später kamen Sätze wie "Du machst dir nur deine Brust kaputt", "Du quälst nur dich und dein Baby", "Nun hör schon auf so stur zu sein", "Jetzt musst du aber wirklich Abstillen". Und immer sollte ich die positiven Seiten daran sehen "Flaschenkinder werden größer", "Schau, du kannst jederzeit auch mal weggehen", "So schläft dein Baby viel besser durch"...
Das bedarf eigentlich keinen Kommentars. Wie können dir nahe stehende Menschen so etwas sagen. Du hast dir Hilfe geholt, dich über den Weg zurück an die Brust informiert, deinem Baby etwas Gutes tun wollen und dann hauen die mit so Hammern auf dich drauf. Das ist nicht fair.
Nicht einmal hat mir jemand aus meinem persönlichen Umkreis gesagt, wie toll er oder sie es findet, was ich tue. Meine Stillberaterin machte mir Hoffnung, all die anderen Mamas aus der Babygruppe haben auch immer nachgefragt, wie es mir geht. Und natürlich wart ihr die letzten Tage da, um mir Mut zu machen und mir zu helfen :D . Vielen, vielen Dank,
Bitte
ich hatte wirklich gehofft, dass ich es schaffe. Es ist so traurig, dass völlig fremde Menschen mehr hinter meiner Entscheidung stehen, als die Menschen, die mir nah sind, oder halt die meisten Ärzte/Krankenschwestern, die mit mir zu tun hatten. Ich weiß, dass sie nur das Beste für mich wollten, und dass sie es oftmals einfach nicht besser wussten, aber es war einfach keine Hilfe für mich.
Das ist wirklich traurig, da hast du Recht. Aber leider gibt es das ziemlich oft. Einer der häufigsten Gründe zum Abstillen ist fehlende Unterstützung aus dem Familien/Freundeskreis.
Eigentlich sollte das ja mehr als genug sein, was man sich als Mama wünschen kann.
Nein, dass ist nicht mehr als genug. Das ist ein toller Anfang. Aber man darf ruhig noch ein bisschen mehr wollen. Das ist normal und gut.
Danach allerdings verlief nichts mehr so, wie ich es mir vorgestellt hatte (siehe Anfang). Ich konnte die Zeit einfach kaum genießen. Während ich mich im Krankenhaus mit Pumpe usw. abgemüht hatte, musste ich mit ansehen, wie die Babies von 10 Jahre jüngeren Müttern, die auf Nachfrage der Kinderkrankenschwestern noch nicht einmal wussten, ob sie jetzt stillen wollen oder nicht, schmatzend die ganze Zeit an ihren Brüsten hingen. Die Ganze Zeit musste ich mich fragen, ob ich denn nicht das Beste für mein Kind will (blöde TV Werbung!), demnach musste ich also eine schlechte Mutter sein. Den Rest der Geschichte kennt ihr ja.
Du bist eine ganz wundervolle Mama, die ein riesiges Kämpferherz für ihr Baby hat. Davon könnten sich andere Mütter eine dicke Scheibe abschneiden. Nichtstillen macht keine schlechte Mutter. Flaschenmütter können genauso liebevoll mit ihren Babys umgehen und ihnen ebenso viel Nähe und Liebe geben, wie stillende Mütter. Und es ist auch kein Versagen von dir, wenn es nicht geklappt hat. DU bist daran nicht schuld. Das liegt in der Verantwortung vieler anderer Menschen.
Heute morgen waren die Schmerzen in den Brüsten wieder weg. Nach dem super Versuch gestern habe ich mich heute wieder ans BES getraut. Habe alles vorbereitet und dann nehme ich ihn nur hoch und er schreit schon wie am Spieß, bevor ich überhaupt etwas machen kann.
Dein Baby lebt deine Gefühle. Er hat gemerkt, wie du dich fühlst und dass du total zerrissen und angespannt bist. Darauf reagiert er mit dem einzigen Ausdrucksmittel, was er in der Situation hat, er schreit.
Ich wünschte ich könnte noch irgendetwas tun, aber ich kann einfach nicht mehr
.
Das tut mir total leid.
Ich möchte nicht mehr gegen meinen Körper und meine Familie ankämpfen. Der ganze Stress macht sowieso nur noch weniger Milch und eine noch größere Chance auf weitere Milchstaus. Selbst wenn es theoretisch noch möglich wäre, die Milchmenge weder zu erhöhen oder meinen Schatz dazu zu bringen an der Brust zu Trinken, würde das so einfach nichts bringen... Leider.
Du kämpfst nicht gegen deinen Körper (der ist fürs Stillen gemacht), sondern gegen deine Familie. Und da hast du wenig Chancen, besonders, wenn dein Mann nicht voll und ganz hinter dir steht.
Es tut mir so leid, besonders natürlich für meinen kleinen Kuscheldrachen, der sicherlich Besseres verdient hat. Er ist so lieb, schlau und neugierig, ich würde einfach alles für ihn tun. Und ich würde auch stundenlang pumpen und mir eine eigene Pumpe kaufen, wenn es der ganzen Sache helfen würde. Vielleicht passt alles eines Tages wieder und ich schaffe es wieder zurück, ich kann es nicht sagen, aber zur Zeit geht es nicht mehr. Sollte ich jemals ein zweites Kind bekommen, so bin ich jetzt um einiges schlauer. Das hilft zwar meinem Baby jetzt nicht, aber ich habe glücklicherweise trotzdem viel dazulernen können. Vielleicht kann ich auch anderen weiterhelfen, und wenn es nur das ist, dass ich ihnen Verständnis zeigen und sagen kann, wo sie Hilfe bekommen können.
Dein Kuscheldrache hat die beste Mama der Welt. Wirklich! Und wenn du nochmal den Schritt zurück wagen willst (d.h. die Kraft dafür hast, dann weisst du ja, wie es geht und wo du Hilfe findest).


Ich werde schauen, dass ich nächste Woche einen Termin bei einer nachgeburtlichen Beratung für Mütter vereinbare, damit ich mit jemandem darüber sprechen und die Sache verarbeiten kann.
Vielleicht wäre hier auch ein Gespräch unter professioneller Anleitung mit deinem Partner sinnvoll?
Tut mir wirklich leid für die traurige Nachricht :( . Ich wünschte, ich könnte euch etwas Positives sagen.
Mach dir um mich/uns keine Sorgen. Du brauchst deine Kraft für dich und deinen Sohn.
Danke noch einmal für eure Tipps und Unterstützung. Ich werde euch auf jeden Fall weiter berichten, wie es uns geht.
Das würde mich freuen.

Alles, alles Liebe und Gute für dich und deinen kleinen Sohn

und KOPF HOCH!

deidamaus
Liebe Grüße von deidamaus, ModTeam-Stillberatung
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Re: 2. Brustentzündung - Abstillen?

Beitrag von RegenbogenMama »

Liebe deidamaus,

vielen Dank für deine vielen lieben Worte und deine tolle Unterstützung.
Weißt du, ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass es mir doch noch eines Tages möglich sein wird, zumindest etwas zu Stillen, oder zumindest zu Pump-Stillen. Es war mir eigentlich von vornherein klar, dass ich es sehr wahrscheinlich nicht mehr schaffen werde voll zu stillen, das war es mir auch schon, als ich damals das erste mal zur Still/Babygruppe ging mit 5 Wochen, aber ich wollte einfach alles tun, um die Situation doch noch zu verbessern.

Ich habe in den letzten Tagen viele wunderschöne Geschichten hier im Forum gelesen, die mir Hoffnung machen, dass scheinbar Unmögliches möglich ist, auch wenn es nur kleine Ergebnisse sind :) . Ich weiß nicht, ob es gut ist was ich tue, aber ich stelle mir einfach vor, dass ich es irgendwann und irgendwie auch noch schaffen kann, so wunderschön und toll, wie das bei den anderen Mamas aussieht. Oder so, wie ich es ein paar mal ja auch miterleben durfte. Ein bisschen so, wie man es sich ausmalt, was man alles tun würde, wenn man mal im Lotto gewinnt, letztendlich aber doch etwas wahrscheinlicher.

Die letzten zwei Tage habe ich weder gepumpt, noch ihn angelegt. Es fällt mir echt unglaublich schwer, das alles einfach so aufzugeben. Ich habe zwar immer wieder gesagt, dass ich es zumindest noch die eine Woche versuche, dann bin ich schon glücklich und kann aufhören, aber das ist doch nicht so einfach, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich denke ich verstehe es jetzt auch ein bisschen, warum es Mamas wahrscheinlich so schwer fällt mit dem Stillen aufzuhören, selbst wenn die Kinder schon größer sind. Vor allem, wenn sie voll gestillt haben.

Seit heute war ich das erste Mal seit über einer Woche wieder alleine mit meinem Kuscheldrachen. Wir waren heute gemeinsam beim Arzt für die 24 Stunden Blutdruck Messung (hach, das ist wieder mühsam heute). Ich habe ihn einfach mitgenommen, so wie du es auch gemacht hast, und er war total brav und hat dort alle Frauen bezirzt :).

Am Vormittag habe ich einmal gepumpt, da meine Brust noch immer etwas schmerzt, und ich auch ab und zu ein wenig tropfe. Sicher ist sicher. Auf Milchstaus oder so kann ich jetzt gut und gerne verzichten. Die ersten 5 Minuten kam gar nichts, dann allmählich doch. Die linke Brust hat sogar eine Zeit lang ziemlich stark gespritzt, so wie am Anfang. Habe immerhin noch knappe 30ml zusammen bekommen, die ich meinem Schatz dann geben konnte, total schön.

Zwischendurch war ich schon traurig. Mein Baby hat mich dann aber angeschaut, ganz breit gegrinst und irgendwas vor sich hingebrabbelt, als würde er sagen wollen "Mama, bitte sei nicht traurig, es geht mir schon gut!". Er ist so lieb.
deidamaus hat geschrieben:Dein Kuscheldrache hat die beste Mama der Welt. Wirklich! Und wenn du nochmal den Schritt zurück wagen willst (d.h. die Kraft dafür hast, dann weisst du ja, wie es geht und wo du Hilfe findest).
Ja, ich weiß. Ich habe alles zuhause. Meine Stillhütchen-Kollektion, mein BES, meine Handpumpe, noch eine ganze Packung Bockshornkleekapseln und sogar das Domperidon, das ich nicht angerührt habe. Und vor allem kenne ich mich jetzt viel besser aus und weiß, dass ich hier immer Tipps und Unterstützung bekomme.

Mal schauen, wie es weitergeht.

Liebe Grüße
RegenbogenMama
Kuscheldrache - 16.07.2014
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deidamaus
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Re: 2. Brustentzündung - Abstillen?

Beitrag von deidamaus »

Hallo RegenbogenMama,

mich berühren deine Worte zutiefst. Es liest sich unendlich traurig, da du so gerne wenigstens Teilstillen würdest, aber unter so starkem Druck von deinem Umfeld stehst, dass du es nicht kannst. ((((RegenbogenMama))))

Aber toll, dass du deinen Kleinen einfach mit zum Arzt genommen hast. Das geht oft sehr unproblematisch und es findet sich meist jemand, der das Kind mal auf den Arm nimmt, wenn man selber keine Hand frei hat.

Liebe Grüße
deidamaus
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Kathinka
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Re: 2. Brustentzündung - Abstillen?

Beitrag von Kathinka »

Liebe RegenbogenMama,
wie schade und wie traurig das es kein "Stillhappyend" für euch gibt.
Du bist eine tolle Mama und Kämpferin.
Wenn ich darf lasse ich dir einen Drücker da.
Genieß dein Baby und sein Heranwachsen. Das geht wirklich auch ohne Stillen.
Meine erste Tochter konnte ich leider auch nie Vollstillen und nach 4 Monaten war ganz Schluß.
Es geht ihr sehr gut heute und wir haben eine segr enge Bindung.
Glg
Kathinka
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Re: 2. Brustentzündung - Abstillen?

Beitrag von RegenbogenMama »

Liebe Kathinka,

danke für deine liebe Aufmunterung und den Drücker.
Es freut mich sehr zu hören, dass es deiner großen Tochter so gut geht, und dass ihr so eine super Beziehung habt.
Außerdem habe ich gesehen, dass du es jetzt bei deiner kleinen Tochter vom Zufüttern zum Vollstillen geschafft hat. Gratuliere!
Das ist einfach wunderschön und macht mir Hoffnung für die Zukunft, was auch immer kommen mag. Wenn ich mal etwas Zeit habe werde ich mir deine Geschichte mal komplett durchlesen.

Ich denke, dass ich bald auch die Zeit mit meinem Schatz vollkommen genießen kann. Wäre ja total schade, wenn ich die ganze Zeit nur mit Trübsal Blasen verschwenden würde. Ich werde auf jeden Fall versuchen das Beste aus der Situation zu machen, auch wenn es am Anfang sicher schwer wird. Es war halt alles eine ziemlich große Enttäuschung für mich, aber wie gesagt, es wird sicher bald besser werden!

Alles liebe
RegenbogenMama
Kuscheldrache - 16.07.2014
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Re: 2. Brustentzündung - Abstillen?

Beitrag von RegenbogenMama »

Hallo meine Lieben,

mein kleiner Kuscheldrache ist heute schon 12 Wochen alt und grinst seit dem Aufstehen die ganze Zeit nur herum :D. Jetzt ist er gerade vor lauter Gequieke und Gebrabbel eingeschlafen.

Ich wollte euch gestern Abend eigentlich noch von Ergebnissen beim Internisten schreiben, bin dann aber todmüde ins Bett gefallen. Der blöde 24-Stunden Blutdruckmesser hatte mich die Nacht davor so gut wie gar nicht schlafen lassen (im Gegensatz zu meinen Männern, die das neben mir anscheinend kaum bis gar nicht mitbekommen haben), dann noch das Belastungs-EKG gegen Mittag (das erste Mal richtiger Sport seit Monaten), kein kleines Zwischenschläfchen, da mein Freund Spätdienst hatte, und ich war platt.

Nun ja, ich hatte ja gehofft, dass das mit dem blöden Bluthochdruck, der gegen Ende der Schwangerschaft begonnen hatte, endlich vorbei ist. Ich selbst habe den Bluthochdruck ja selber nie bemerkt, aber dem 9. Monat habe ich nur noch meine Kugeligkeit und das Zappeln vom kleinen Zappeldrachen gespürt, auch jetzt nicht. Ich habe ja seit der Entlassung 1-3x am Tag gemessen und trotz der Reduktion vom Methyldopa hatte ich fast immer super Werte, anfangs sogar etwas sehr niedrige. Ein paar Mal war der Blutdruck ganz leicht erhöht, aber meist war das nach anstrengenden Situationen und auch der Internist meinte letzte Woche, dass das sehr gut aussieht und ich das Methyldopa komplett weglassen sollte, auch wegen anderer Nebenwirkungen. Zum Schluss nahm ich eh nur noch eine halbe Tablette alle 2 Tage und das sei so gut wie vernachlässigbar gewesen.

Gestern war ich also wieder da, und der Arzt hat alles ausgewertet. Zu meiner Überraschung hatte ich einen durchschnittlichen Blutdruck von etwas 150/100, nichts, was ich auch nur Ansatzweise die letzten Wochen gemessen hatte (ich muss aber auch gestehen, dass ich die letzte Woche komplett vergessen habe zu messen, eben weil ich die Tabletten nicht mehr nehmen sollte und er gesagt hat, dass es so toll aussieht). Das Belastungs-EKG war für meinen Zustand (halt 12 Wochen nach der Geburt natürlich etwas schlapp, aber habe immerhin 74% geschafft) zum Glück ohne irgendwelche Probleme, der Arzt meinte sogar, dass der Blutdruck mit der Bewegung verhältnismäßig besser wurde.

Er hat mir also empfohlen, wieder langsam mit Sport anzufangen (natürlich nicht so einfach mit kleinem Baby) und mich natürlich salzarm zu ernähren, aber auf jeden Fall müsste auch medikamentös behandelt werden. Er fragte mich dann auch wieder, wie es denn mit dem Stillen aussieht. Ich habe ihm dann halt (unter Tränen :cry: ) erzählt, dass ich sehr gerne Stillen würde, aber dass halt durch viele dumme Sachen (Brustentzündungen und Reingerede) und der fehlenden Unterstützung seitens meiner Familie schon irgendwie komplett im Abstillen bin, aber es eigentlich gar nicht aufgeben möchte.

Das Methyldopa sollte ich auf jeden Fall nicht mehr weiter nehmen, vor allem auch wegen meiner derzeitigen Stimmung wieder, weil das anscheinend auch leicht depressiv macht. Er hätte mir am liebsten ein Medikament verschrieben, mit dem man allerdings nicht stillen dürfte, da ich aber noch immer etwas hin- und her gerissen bin, hat er mir jetzt Atenolol verschrieben. Das Problem dabei ist, dass es auch den Puls senkt, der war bei mir aber normal, so dass es jetzt sein kann, dass ich total platt bin. Ich habe jetzt heute Morgen mal die erste genommen, mal schauen wie es mir damit geht. Davor habe ich wieder mit meinem Gerät gemessen - nur ganz leicht erhöht.

Seine Empfehlung war auf jeden Fall, dass ich abstille, erstens damit ich das andere Medikament nehmen kann und außerdem weil dieser ganze Stress, den ich mit der ganzen Geschichte habe, oder mir mache, dann nun auch nicht wirklich förderlich ist (seine zwei Kinder wurden ja auch nie gestillt und sind jetzt groß und gesund, ich soll mich nicht so fertig machen und es so sehen, dass ich versagt habe, bla bla, habe ich eh schon 1000 Mal gehört). Weiters hat er mir auch noch gesagt, dass ich auf jeden Fall mindestens 3 Jahre warten sollte, bevor ich mir überlege ein zweites Kind zu bekommen, damit sich alles normalisiert und auch die Belastung mit zwei ganz kleinen Kindern natürlich auch noch höher sei. Da wäre ich dann 34/35 Jahre alt... Nicht, dass ich jetzt sofort vor gehabt hätte wieder schwanger zu werden, und unser Plan wäre das auch in etwa gewesen. Aber wenn man das so von einem Arzt als Empfehlung hört, macht man sich schon so seine Gedanken, wie das dann wohl ist, obwohl das natürlich weite Zukunftsgeschichten sind. Ich weiß, dass ich mir wie immer zu viele Gedanken mache, aber so bin ich halt...

Ich soll jetzt auf jeden Fall mal schauen, wie es mir mit dem neuen Medikament geht und wenn es nicht geht oder wenn ich mich dann komplett entschlossen habe abzustillen ("es ist ja noch kein Kind gestillt in die Schule gegangen" - hmm...), dann sollte ich mich wieder melden.

Auf jeden Fall war das wieder ein ziemlich harter Schlag für mich und zerstört meine Hoffnung auf irgendeine Änderung zum Positiven im Fall Stillen fast komplett.

Gestern habe ich wieder nicht gepumpt. Hatte so 2-3 mal einen "trockenen" MSR (kennt ihr sowas? Ich habe sowas schon öfters gehabt, als ich mein Limit rausgepumpt hatte), also Milch ist keine mehr gekommen. Ich habe auch das Gefühl, dass meine Brüste schon anfangen zu schrumpfen. Die BHs, die kurz nach der Geburt doch fast etwas klein waren (habe zu Beginn aber auch nur ganz selten welche getragen und bin zuhause nur nackt rumgelaufen und habe regelmäßig den Boden vollgetropft) und letztens noch ziemlich perfekt passten, werden nicht mehr wirklich ausgefüllt, vor allem links nicht.

Meine rechte Brust tut nach wie vor manchmal bei Berührung etwas weh, fühlt sich aber nicht unbedingt nach einem Milchstau an, da es sich auch nicht geschwollen anfühlt. Dazu ist mir ist gestern wieder eingefallen, dass ich mir eigentlich kurz vor der zweiten Brustentzündung die rechte Brust etwas verletzt habe, als ich im Bad mit meinem Freund zusammengestoßen bin, als er den Wasserbehälter vom Wäschetrockner entleert hat (ich weiß, extrem dumme Geschichte). Es hat etwas weh getan und durch einen kleinen Schnitt auch etwas geblutet, ist aber schnell wieder abgeheilt. Ich hatte das total wieder vergessen, und nachdem mir jeder eingeredet hat, dass die Brustentzündung vom Stillen oder Pumpen kommt, habe ich auch an gar nichts anderes gedacht. Kann das eventuell auch der Grund für die zweite Entzündung sein? Sollte ich deswegen sicherheitshalber noch einmal zu meinem Frauenarzt :roll: gehen?

Ich bin auf jeden Fall etwas schockiert, dass das alles so schnell zurückgeht (ich meine, okay ich habe nie voll gestillt, aber vor 3 Wochen habe ich noch ohne Probleme ~100ml gepumpt und der Kleine hat zusätzlich gesaugt, und die letzten zwei Wochen bis zum Wochenende habe ich noch weiterhin 1-3 täglich gepumpt) und noch immer im Zweifel, was ich nun wirklich mache. Ich weiß, dass ihr mir bei dieser Entscheidung nicht helfen könnt. Es spricht ja irgendwie alles dagegen, aber das Loslassen tut mir extrem weh und fällt mir daher so schwer. Ich weiß leider nicht, warum mich das alles so mitnimmt, aber ich hoffe, dass das spätestens mit der Beratung irgendwie besser wird.

Mal angenommen ich würde jetzt wirklich Abstillen, sollte ich dann im jetzigen Zustand einfach gar nichts mehr tun, oder sicherheitshalber noch ab und an versuchen Abzupumpen (keine Ahnung, ob überhaupt noch etwas kommt)? Und wenn ich mich jetzt entschließen würde abzustillen, wann kann ich in etwa damit rechnen, dass alles so ist, dass ich gar nichts mehr merke, bzw. dass es im Grunde nicht mehr möglich ist, dass auf normalem Wege wieder zu retten? Ich hatte mal gelesen, dass es etwa drei Monate nach dem letzten Stillen dauert, bis sich alles vollkommen zurückgebildet hat, aber nachdem ich nie voll gestillt habe und es jetzt alles so schnell geht, denke ich einfach, dass es bei mir noch viel schneller vorbei sein wird.

Ich hoffe, dass ich so schnell wie möglich eine Lösung für mich finden werde.

Liebe Grüße
RegenbogenMama
Kuscheldrache - 16.07.2014
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Toeffi143
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Re: 2. Brustentzündung - Abstillen?

Beitrag von Toeffi143 »

Ich kann dir leider deine Fragen nicht beantworten.
Zum Arzt möchte ich aber sagen: ich finde er schießt über's Ziel hinaus, wenn er dir ernsthaft dazu rät, abzustillen (wie auch immer du dich entscheiden wirst) und dir zusätzlich noch reinredet, wann du (!) dein nächstes Kind bekommen solltest! Das geht ihn nichts an. Außerdem hat er doch sicher gemerkt, in welcher Verfassung du momentan bist. Da hätte er erst recht ein Bißchen mehr Fingerspitzengefühl zeigen können.
Tut mir leid, dass der so "doof" zu dir war. Ich drück dich mal.
Liebe Grüße
Toeffi mit dem heißgeliebten Frechdachs (08/2013) und dem kleinen Kämpfer (02/2016)
FrauMahlzahn
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Re: AW: 2. Brustentzündung - Abstillen?

Beitrag von FrauMahlzahn »

Ach, Regenbogenmama... ((((Regenbogenmama))))
Es macht mich unglaublich wütend, wie viele Leute auf Dir in bester Absicht herumtrampel statt Dich zu unterstützen. Und ich finde Dich unglaublich toll, wie Du gekämpft hast. Du bist eine tolle Kuscheldrachenmama! !!!

Steck die jetzt frei werdende Energie in Deinen Kuscheldrachen und in ein dickes Fell für all die gut meinenden Ratschläge, die allen Eltern begegnen.

Alles Gute und Du bleibst uns im Forum, aber doch hoffentlich erhalten? !
Frau Mahlzahn und Herr Mahlzahn mit dem großen Fräulein Mahlzahn *Juni 2013 und dem kleinen Fräulein Mahlzahn *Dezember 2015
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Nautilus
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Re: 2. Brustentzündung - Abstillen?

Beitrag von Nautilus »

Ich glaube ganz ehrlich, wer noch nie von Schwangerschafts- und Stillhormonen überflutet war, kann sich nicht vorstellen, was das auch psychisch mit einem macht. Diese absolute Konzentration auf das Kind, das gebären und ernähren und versorgen WOLLEN. Ich kenne wirklich keine Frau, der so frühes Abstillen wirklich leicht fiel und ich denke, das macht biologisch auch Sinn. Die Natur treibt die Frau quasi dahin, sich optimal für die Versorgumg des Nachwuchses zu verhalten. Deswegen liegen auch Kommentare wie "auch nicht gestillte Kinder werden gross" meiner Meinung nach völlig neben der Sache, denn es geht dabei eben nicht nur um das Kind, sondern auch um die Frau, die gerne dem nachgehen möchte, was ihr Körper ihr als EIGENES Bedürfnis vermittelt.

Daher würde ich den Ratschlag des Internisten gar nicht persönlich nehmen: aus SEINER Sicht macht der Sinn: Kind wird auch so gross, Du könntest bestimmte Medikamente nehmen.
Diese Vernunftslösung berücksichtigt aber wie so oft null Deine psychische Verfassung und die sollte GENAU so Gegenstand einer ärztlichen Behandlung sein.

Gerade bei männlichen Ärzte hilft es oft, das ganz deutlich anzusprechen, also was genau Du brauchst und sie dann bitten, für das konkrete Problem eine Lösung zu finden.
Ich hoffe, meine Zeilen helfen Dir ein wenig, davon wegzukommen, ein ewig schlechtes Gewissen zu haben: dass Du einerseits nichz stillst, das andererseits nicht loslassen kannst und darüber hinaus auch dir nicht das Beste=das nicht stillkompatible Medikament gibst - das musst DU Dir aber wirklich micht antun! Du hast auch ein Recht auf Seelenwellness, die verschaffst vor allem DU Dir.
Liebe Grüße, Nautilus mit Sommersohn (7/12) Frühlingstochter :smilie_und_kind: :slürp* (3/17) und den zwei Herbststernen (09/11+ 11/15)
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Nautilus
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Re: 2. Brustentzündung - Abstillen?

Beitrag von Nautilus »

Mal nur als Beispiel: ich war gestern beim Augenarzt wegen Bindehautentzündung. Habe o eingangs einfach gesagt, ich habe ein Stillkind und brauche eine entsprechende antibiotische Lösung. Fertig. Damit konnte er sofort was anfangen und legte gleich los. Dass mein Stillkind über 2 ist und er es gerade bei meinem Infekt perfekt fand, dass ich stille, spielte dann für die Art der Behandlung keine grosse Rolle mehr.

Und bitte nicht falsch verstehen: auch für mich war es ein WEG, dahin zu kommen, dieses Zwischenmenschliche zu verstehen und mir entsprechende Strategien zu überlegen und anzuwenden..
Liebe Grüße, Nautilus mit Sommersohn (7/12) Frühlingstochter :smilie_und_kind: :slürp* (3/17) und den zwei Herbststernen (09/11+ 11/15)
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