Hallo Lisa,
lisa78 hat geschrieben:Uuuuups, merke grade beim Schreiben erst, wie belastend die Situation für mich ist...
Kann auch mit niemanden hier so richtig darüber sprechen, Kinderarzt, Mann, Freunde sagen dann gleich, hast ja auch lang genug gestillt, hörste halt mal auf.
Das will ich aber gar nicht, will nur, das es MIR wieder mehr Freude macht!
Ich finde, man spürt deine Not sehr und da sollten wir hier alle gemeinsam schauen, wie dir geholfen werden kann.'
Denn ich sehe es zwar ganz genauso wie Sakura, unterschreibe bei ihr vollständig und handele auch genauso wie sie. Ich weiss aber aus Erfahrung, dass es mir auch nicht immer so leicht von der Hand ging und denke zudem dass es auch eine Altersfrage ist. Ich habe zwei große Kinder, wie Du ja in meiner Signatur sehen kannst und damals war ich 23 Jahre alt, hatte eben noch nicht genügend Nächte durchgemacht, sah mich noch nicht ganz in der Elternrolle und mir fiel es schon schwerer, meiner eigenen Haltung (ich bin unumwunden für mein Kind da) gerecht zu werden. Damals habe ich frühzeitig abgestillt, ich habe geferbert und ich habe meine Kinder fremdbetreuen lassen. Eben weil es alle so taten, weil es einfacher war und weil ich den Freiraum brauchte. Mir kam gar nicht in den Sinn, was es für Konsequenzen haben könnte und wie schnell die Zeit vorüber ging.
Heute sehe ich es anders, ich bin ruhiger, habe mich ausgetobt und ich habe mich mit der Thematik auseinander gesetzt, habe die gängige Literatur gelesen und weiss theoretisch, dass es in den ersten Jahre sooo wichtig ist, auf die Bedürfnisse meines Kindes einzugehen, dass es längerfristig wahnsinnig davon profitiert, dass ich meinem Kind dadurch viel positives mitgebe und dass es sein Selbstwertgefühl sehr stärken wird.
AAAAAAAAAAAAber was bringt mir die Theorie, wenn ich auf dem Zahnfleisch gehe, wenn es mir nicht gut geht?!
Niiiiiiiiiiiichts!!!!!
Hier liegt euer Knackpunkt!
Was kannst du für dich tun, was mit deinem Kind im Einklang zu bringen ist?
Ich könnte mir vorstellen, nicht gleich mit abends weggehen anzufangen, ist zu viel für deinen Sophn. wie wäre es, wenn du dir zunächst nachmittags Freiraum verschaffst? Quasi zur Übung, damit er mit Papa allein sein üben kann.
Dann das Abgrenzen im Allgemeinen: Ich würde schauen, wie es euch tagsüber geht. Wie kannst du dich generell angrenzen? Ich weiss, es ist eine Gratwanderung, sich selbst wichtig zu nehmen und gleichzeitig auf die Bedürfnisse meines Kindes einzugehen. Da ist dann dein Gespür gefragt. Was hält er aus? Wo kannst du Nein sagen? Und was kannst du dann tun, es auch auszuhalten? Wieviel isst er denn schon? Wie wichtig ist Stillen noch in Punkto Nahrungsaufnahme? Davon würde ich das Neinsagen beim Stillen abhängig machen. Ich habe rst angefangen, Nein bei Stillwünschen zu sagen, als ich mir sicher war, dass sie genügend nahrung auch anders zu sich nehmen kann.
Da würde ich eben gucken, was wo du ansetzen kannst ...
Und ich wünsche dir, dass du nun hier dich austauschen kannst!
Daher ...
lisa78 hat geschrieben:Bleibt ihr immer zu Haus, nehmt ihr Fläschchen, lasst ihr schreien beim Papa, oder habt ihr gar nicht das Bedürfnis Wegzugehen???
Ich bin zuhause geblieben, wir gehen erst seit einem halben Jahr wieder abends weg. Ich habe unsere Tochter nicht schreien lassen und der Papa ist eigentlich erst seit einem Jahr wirklich gefragt.
Und wie räubertochter2010 schon schrieb, es ist auch das Alter. In dem Alter konnte ich nichts machen, es war immer noch Clusterfeeding am Abend angesagt und auch die Nahrungsaufnahme fand noch zu 85% aus Stillen satt, was wohl auch damit zusammenhing, dass das Leben so wahnsinnig aufregend war und eben nur ich als Ausgleich helfen konnte. Es hat sich vieles von alleine reguliert. Das konnt ich aber auch nur so gelassen abwaretn, weil ich eben schon wusste, dass es besser werden würde.
(Hat die Natur ja eigentlich schlau eingerichtet.

)
Ich habe es mir im Bett weiterhin gemütlich gemacht und mich abends mit meinem Mann im Schlafzimmer getroffen. Freunde haben wir zu uns eingeladen und sonst wenn wir unbedingt wohin wollten, kam sie auch auf den Rücken. Das ging noch lange gut. Mittlerweile kann ich sie überall hinlegen und wir haben zwei große Babysitter. Und nachts eben Familienbett mit Still T-Shirt angesagt, damit das Stillen so einfach wie möglich ablief.
Und wenn es mir zuviel wurde, habe ich auch mal NEIN gesagt.
Mein Mann steht hinter mir, will wieder an den PC (er kann sich behaupten

) und ich habe auch schon einen Roman geschrieben - Sorry und hoffe, es hilft dir ein bißchen.