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Re: Ist pucken schädlich?
Verfasst: 28.02.2014, 21:13
von Neuhier
Wobei ich mir des öfteren denke, dass mein Sohn beim tragen schlicht resigniert. Er toleriert es zwar, ist aber alles andere als begeistert. Das Resignieren würde ich nicht nur aufs Pucken beziehen.
Neuhier
Re: Ist pucken schädlich?
Verfasst: 28.02.2014, 23:29
von Patricia77
julia1982 hat geschrieben:Sutnahperle, es wäre toll wenn Du hier den Autor der von Dir geschilderten Studie angeben könntest. Das interessiert mich. Würde mir gern ein Bild über die Qualität des Studiendesigns und die Validität dieser Studie machen, da die von Dir beschriebenen Effekte in Studien wie u.a. der in der namhaften Zeitschrift Pediatrics veröffentlichten Untersuchung ausdrücklich nicht nachgewiesen wurden (eher im Gegenteil!).
Es gibt eine Studie, diese wurde allerdings hautüsächlich an Frühgeborenen und Kindern mit Hirnschädigung durchgeführt. Für mich daher gar nicht heranziehbar, denn schließlich ist die Mehrheit der Kinder reifgeboren und körperlich/geistig gesund. Dieses Ergebnis auf alle Kinder unzuwälzen ist eine Verfälschung der Tatsachen.
Friedrun hat geschrieben:Ich denke da ist kein großer unterschied, außer dass die körperbewegung dazukommt.
Die Körperbewegung spielt eine sehr, sehr große Rolle. Doch neben der Stimulation des Gleichgewichtssinns erfahren die Kinder beim Tragen auch noch Wärme und Berührungen, Gerüche und Nähe, nicht zuletzt vertieft sich durch den Körperkontakt (hierzugibt es ja auch eine Studie) die Bindung. Pucken und Tragen kann man nicht vergleichen. Die Kinder bekommen beim Tragen ein permanent Anwesenheitssignale, beim Pucken bekommen sie gar keines.
Dickkopf-Mama hat geschrieben:Ich finde es ehrlich gesagt ziemlich müßig von einer Studie die wie es den Anschein hat wirklich eng und dauerhaft gepuckten/gewickelten Babies (in der Art wie es z.B. in der Udssr gehandhabt wurde) über den gelegentlichen Einsatz eines Pucksackes (wobei auch da ja die Dinger total unterschiedlich sind) zu urteilen.
Das wäre als wenn ich vom Tragen von auf Holzbrettern gebundenen Babies auf das Tragen generell schließe. Ziemlich unsinnig.
Es geht nicht nur um eine Studie, es gibt noch weitere. Viele Aspekte lassen sich vom festen Wickeln auf das Pucken übertragen (kein Körperkontakt, Hände weg gebunden, allein liegen usw).
fragaria hat geschrieben:Meine große Tochter haben wir gepuckt, abends zum Schlafen. Sie ist ein EXTREM unruhiger Schläfer und sobald sie ihre Hände bewegen konnte, hat sie sich jede zwei Minuten damit wach gemacht. Tags war sie im Tuch aber da konnte ich sie nicht die ganze Nacht drin lassen ... pucken war ehrlich unser aller Rettung. Wir haben vorher x Sachen probiert und es hat uns nichts geholfen. Selbst auf dem Arm zu halten ging nicht - ohne vier Hände konnte ich nicht alle Arme und Beine vom Zappeln abhalten. Ablegen undenkbar! Ich war auch etwas befremdet von der Raupe, aber sie war darin zufrieden und konnte schlafen.
Unsere zweite Tochter schläft nachts einfach so! Das war echt eine Offenbarung für uns.
Eine Frage: wenn die Enge Stress auslöst, was ist dann der Unterschied zum Tragetuch?
Ich kenne solche Kinder und gerade da zeige ich auch das Pucken, allerdings mit den Händen in Richtung Gesicht, sodass sie an den Fingern saugen können. Die Beine lasse ich mehr oder weniger frei, den Oberkörper wickle ich auch nicht stramm. Ich kann das total gut nachvollziehen und finde hier ist es einfach auch angebracht. Ich glaube, es geht auch bei den Gegnern nicht um die komplette Ablehung, sondern um darum, dass Pucken als Standart für alle Kinder einfach abzulehnen ist, denn es ist nicht für jedes Kind gut.
Der Unterschied zum Tragen steht weiter oben in meinem Text. Tragen, Stimuli des Gleichgewichtsorgans, Wärme, Anwesenheitssignale, Bindung usw. Hr. Frenken ist auch nicht gegen das Tragen soweit ich das verstanden habe findet er es angemessen.
Re: AW: Ist pucken schädlich?
Verfasst: 01.03.2014, 06:11
von fragaria
Standards für alle Kinder sind doch IMMER abzulehnen
Ich denke auch wenn pucken+ablegen+alleinlassen zusammenkommen ist das schädlich. Aber bestimmt weniger wegen des Einwickelns an sich ...?
Es hindert einen ja niemand, ein gepucktes Baby im Arm zu halten

Re: Ist pucken schädlich?
Verfasst: 01.03.2014, 08:00
von Mirimama
Unser Womby hat uns über die ersten Monate gerettet. Es war eine sehr schwierige Zeit, das Stillen klappte nicht gut, wir müssten zufüttern, abpumpen, tragen ohne Ende. Mein Sohn schlief nur ganz wenig, wachte bei jeder kleinsten Bewegung auf und ruderte und ruderte. Einschlafstillen gab es da ja leider noch nicht bei uns. Im Womby fand er zwar das Zumachen nicht gut, schlief aber danach innerhalb von Sekunden ein. Das war schon echt krass. Trotzdem hatte ich immer ein merkwürdiges Gefühl dabei. Ich konnte nur Pucksäcke mit Kapuze nehmen, weil die anderen für mich zu sehr nach Zwangsjacke aussahen. Die Beine waren im Womby übrigens recht frei, wie in einem Schlafsack. Meist hat er nur die erste Schlafphase darin geschlafen, etwa zwei Stunden, wenn es gut lief. Das Argument mit dem geringeren Maß an Körperkontakt kann ich schon nachvollziehen. Natürlich hat man Ausgleichsmöglichkeiten, aber das Stillen eines gepuckten Babys ist z.B. schon weniger innig, als wenn es die Ärmchen an einen schmiegt etc.
Trotzdem würde ich es in unserer Form und Situation wieder machen, da es uns einfach sehr sehr geholfen hat.
Re: Ist pucken schädlich?
Verfasst: 01.03.2014, 11:10
von Dickkopf-Mama
Patricia77 hat geschrieben:
Dickkopf-Mama hat geschrieben:Ich finde es ehrlich gesagt ziemlich müßig von einer Studie die wie es den Anschein hat wirklich eng und dauerhaft gepuckten/gewickelten Babies (in der Art wie es z.B. in der Udssr gehandhabt wurde) über den gelegentlichen Einsatz eines Pucksackes (wobei auch da ja die Dinger total unterschiedlich sind) zu urteilen.
Das wäre als wenn ich vom Tragen von auf Holzbrettern gebundenen Babies auf das Tragen generell schließe. Ziemlich unsinnig.
Es geht nicht nur um eine Studie, es gibt noch weitere. Viele Aspekte lassen sich vom festen Wickeln auf das Pucken übertragen (kein Körperkontakt, Hände weg gebunden, allein liegen usw).
Der Unterschied zum Tragen steht weiter oben in meinem Text. Tragen, Stimuli des Gleichgewichtsorgans, Wärme, Anwesenheitssignale, Bindung usw. Hr. Frenken ist auch nicht gegen das Tragen soweit ich das verstanden habe findet er es angemessen.
Sorry, aber das kann ich nicht nachvollziehen, wie kommst du darauf die Aspekte des festen wickelns auf das pucken übertragen zu können??? von den bei dir übertragungsfähigen Aspekten traf bei uns kein einziger zu, weshalb ich auch die negativen Aspekte für bei uns als absurd ansehe und es nicht verstehen kann, wie und warum hier versucht wird alles über einen Kamm zu scheeren
Re: Ist pucken schädlich?
Verfasst: 01.03.2014, 11:24
von Dickkopf-Mama
So, Baby hat mir gerade auf den Arm gek...., musste ich erst wegmachen.
Also zur Verdeutlichung, mein Mittlerer ist sobals man das Tragetuch aufgemacht hat sofort aufgewacht und konnte nicht mehr schlafen (ging mind. über die ersten 3 Monate so. Da ich nicht die ganze Nacht mit dem TT rumlaufen konnte, da auch ich ein bisschen Schlaf brauche habe ich ihn dann locker in nem Moltontuch gepuckt, da konnte er wenigstens ein bisschen schlafen. So gepuckt lag er dann mit Kissen abgesichert in meinem Arm. Also nichts mit kein Körperkontakt, alleine liegen etc...
Genauso hatte mein Mann wenn er aus med. Gründen kein Tuch binden konnte den kleinen im Pucksack auf dem Arm. Darin hatte der Zwerg übrigens mehr Bewegungsfreiheit als im Tuch.
Es gibt nunmal nicht nur schwarz und weiß sondern ne Menge dazwischen.

Re: Ist pucken schädlich?
Verfasst: 01.03.2014, 12:49
von Patricia77
@ Dickkopf Mama
Woraus liest Du denn, dass alles über einen Kamm geschoren wird? Das stimmt doch gar nicht, da hast Du etwas missverstanden. Deine Beiträge klingen für mich so, als fühltest Du Dich angegriffen, hier wird aber niemand angegriffen und es muss sich auch niemand verteidigen. Ich habe das Thema lediglich eröffnet, um mich darüber mit anderen auszutauschen. Wer gepuckt hat (in welcher Methode auch immer), der wird das schon aus einem für ihn plausiblen Grund gemacht haben. Niemand soll hier beschuldigt oder verurteilt werden! Ich finde auch ganz wichtig, dass niemand das Gefühl haben muss, sich zu rechtfertigen! Ich hab z.B. eingangs geschrieben, oder sogar in jedem Posting, dass ich das stark modifizierte Pucken in bestimmten Fällen für sinnvoll ansehe und es auch zeige.
Selbstverständlich gibt es nicht nur gut und schlecht, (oder schwarz und weiß, wie Du es ausdrückst), aber das habe ich z.B. auch schon selbst gesagt, vielleicht hast Du das überlesen. Fühl Dich daher bitte nicht persönlich durch diesen Text angegriffen, es ist ganz sicher ok, was ihr gemacht habt. Dennoch gibt es eine Menge an Eltern, die das vielleicht nicht so handhaben!
Die Aspekte, die mit dem festen Wickeln in Verbingung gebracht werden können sind z.B:
- verminderter Körperkontakt
- sehr lange ruhig liegen und länger schlafen (eher unnatürlich für junge Säuglinge)
- verminderte Bewegungsfähigkeit
- teilweise Risiken für die Hüfte (es gibt GENUG Puckhilfen, bzw. Pucktücher, die hüftgefährdend angewandt werden)
- fehlende Möglichkeit zur Selbstregulation (z.B. Saugen an den Händen)
mit den gleichen damit verbundenen (möglichen) Risiken.
Aber noch mal zur Erklärung: Mir geht es nicht darum, das Pucken zu verteufeln, aber ich finde einen Austausch diesbezüglich sehr wichtig. Ich bin nicht "nur" Mutter, sondern habe beruflich täglichen mit Eltern zu tun, von denen viele ihr Baby pucken möchten, weil es überall als toll vermittelt wird. Das stelle ich (nach allem, was ich bisher gelesen und beobachtet habe) sehr in Frage!
Wegen dem Körperkontakt: natürlich kann man ein gepucktes Baby auf dem Arm nehmen, aber ich bin ganz sicher, dass ein gepucktes Baby deutlicher weniger auf den Arm genommen wird. Was keine Schuld ansich ist, sondern eine Selbstverständlichkeit. Ein weinendes Baby (auch wenn es nur ein Kontaktruf ist) wird kaum schreiend liegen gelassen. Ein gepucktes, ruhiges Baby schon. Wissenschaftlich ist ja durch Studien gut belegt, dass häufiger und intensiver Körperkontakt die Bindung stärkt. Natürlich muss das nicht gleich schädlich sein, könnte es aber z.B. bei Risikofamilien (in denen das Pucken sogar besonders häufig gezeigt wird).
Freundliche Grüße
Re: Ist pucken schädlich?
Verfasst: 01.03.2014, 13:22
von EhULao
Ich schrieb ja, ich habe meinen Kleinen auch gepuckt, wenn auch "nur" im elastischen Pucktuch, einfach, weil es mir in dem Moment (Müdes, überreiztes Baby, das nicht in den Schlaf fand, Stillen ohne Erfolg, nichts anderes half) richtig vorkam...es war irgendwie, als ob er nach Halt schrie (ich kanns nicht besser ausdrücken. Im Traum wäre mir nicht eingefallen, ein waches und zufriedenes Baby zu pucken, nur, damit ich es ablegen kann...ich habe ihn ja dann nach der Erfahrung der einen Nacht, wo er für mein Empfinden echt zu tief und lange schlief, niemals gepuckt liegen gelassen...d.h. er war IMMER auf dem Arm, wenn er gepuckt wurde, zusätzlich habe ich geschunkelt und gesungen, ich sehe da jetzt also nicht so den großen Unterschied zu "Im Tuch und auf Petzi-Ball hopsend". Im Bettchen habe ich ihn dann schlafenderweise herausgewickelt (das geht mit den Tüchern auch besser als mit den Säcken). Und diese Art des Puckens (die glaube ich auch von Dickkopf-Mama gemeint ist) halte ich persönlich für vertretbar, kann aber die Sorgen verstehen, die habe ich mir ja auch gemacht. Deshalb eben die Vorgehensweise.
Dass das Pucken als Allheilmittel und "Ruhigstellung" "missbraucht" wird, das kann ich mir schon vorstellen...ich kenne durchaus Mütter/ Familien (jetzt ohne wieder Ärger hier zu bekommen, aber eher im sozial und kognitiv schwächeren Bereich), wo "Kind soll Ruhe geben, damit ich Telefonieren/ Fernsehen/ Ausgehen kann" durchaus ganz oben in der Prioriätenliste steht. ich erinnere mich an mein entsetzes Gesicht, als ich (noch schwanger) den Tipp von einer ganz jungen Mama bekam, das Kind ruhig mit Flasche (diese abgestützt durch Tücher) im MaxiCosi sitzen zu lassen, dann hätte man mehr "Freiraum", da würde ihre Maus auch mal 3 h aushalten. DA würde ich das Pucken tatsächlich eher nicht auch noch empfehlen...ich denke aber, sowas würde hier im Forum kaum jemandem einfallen
In vielen Kulturen sind die Babys in dem zarten Alter fast 24 h am Tag eng gewickelt, sei es aus Tradition, Notwendigkeit oder Bequemlichkeit. Menschenkinder können echt viel ab. Nachmachen möchte ich DAS allerdings nicht...
LG Lee
Re: AW: Ist pucken schädlich?
Verfasst: 01.03.2014, 13:23
von fragaria
Ist ein gepucktes Baby denn ruhig, wenn es ein Problem hat (und sei es "nur" fehlender Hautkontakt)?
Ich kenne aus der Kultur meines Mannes, dass Babys gewickelt werden und über Wochen nur zur Hygiene/Pflege rausgenommen werden. Die werden auf einer wiege festgezurrt und die wird dann mit dem Fuß geschaukelt. Dass das zumindest nicht förderlich ist, steht für mich außer Frage. Allerdings stammt er aus einer sehr harten Gegend, die Leute waren arm und mussten froh sein, wenn sie die Kinder durchbrachten. Was keine Entschuldigung ist, nur eine Erklärung.
In wiefern sich die Leute hier sowas auch wünschen, kann ich nicht beurteilen.
In dem Maß wie die Frauen hier (auch ich) pucken/gepuckt haben halte ich jede Schädigung für ausgeschlossen.
Re: Ist pucken schädlich?
Verfasst: 01.03.2014, 13:28
von EhULao
Ach ja, diesen "Babies"-Film habe ich auch gesehen...dieses mongolische Baby, das da ja bestimmt fast ein halbes Jahr lang eng gewickelt auf dieser Pritsche lag (ok, sicher nicht die gaanze Zeit, aber gezeigt wurde nur das und wo die Mama war?) und der Hahn am Köpfchen herumstolzierte....da hatte ich echt Angst um den Zwerg...aber hats ja auch überlebt
LG Lee