Ich habe ein super Verhältnis zu meinen Schwiegereltern. Sie sind für mich wie eigene Eltern und durften das Kind begrabbeln wie sie wollten. Da war ich eher stolz, dass sie mein Baby auch so toll finden. War aber zum Beispiel meine Tante da, die sich nicht viel anders verhalten hat, fand ich das schrecklich. Ich hätte nie gesagt oder gedacht, dass ich sie nicht mag aber als ich mal reflektiert habe, warum mich das bei ihr stört und bei anderen nicht, wurde mir klar, dass ich sie einfach nicht mag. Ich würde nicht von ihr beklatscht werden wollen also will ich das für mein Baby auch nicht. Da spielt einfach rein, wie man zu den Leuten steht. Die weiß auch alles besser. Das führt dazu, dass man gar nichts annimmt.danat hat geschrieben:Ich bin da ganz bei dir EmiliasGini! Und ich glaube auch, dass ich unsere Grenzen ganz gut abgesteckt und verteidigt habe. Und das in einer zwar deutlichen, aber nicht grantigen oder überzogenen Art und Weise. Trotzdem endete es bei uns zeitweiligem Schweigen und seeeehr sehr reduziertem Kontakten. Meine Schwiegermutter ist aber glaube ich auch ein eher extremes Exemplar. Sie ist selbst Frauenärztin und hat damals (noch zu DDR-Zeiten) selbst in der Mütterberatung gearbeitet, also gegen Ende der 80er Jahre. Auf dem Stand von damals ist sie (leider) noch. Sie hat eben in ALLEM Recht, denn sie ist ja berufliche Expertin! Unser Gefühl oder unser aktuellerer Kenntnisstand zählen da leider GAR NIX. Und so bleibt uns nur uns zu schützen und auf Distanz zu gehen.
Bei uns ist es ähnlich wie bei Missy. Mein Mann hat auch einiges gelernt in der Zeit in der wir so in der Kritik und unter Beschuss seiner Mutter standen (bzw. ich in erster Linie). Jetzt beim zweiten Kind, ist ihm auch bewusst, dass sich wohl nichts ändern wird und die gleichen Themen würden wieder aktuell sein. Also will er von vornherein nur sehr begrenzten Kontakt. Wir werden Ihnen anbieten, ihr neues Enkelkind kennenzulernen (aber sicher nicht im Frühwochenbett) - vorausgesetzt, sie können sich einfach nur erfreuen - ohne "Übergriffe", ohne Baby-Wegschleppen, ohne RatSCHLÄGE, ohne emotionale Überreaktionen. Unsere Babyflitterwochen wollen wir uns sicher nicht noch einmal kaputt machen lassen.
Wir sehen die nicht so oft, so konnte ich mir Gedanken machen wie ich reagiere. Da bin ich auch extrem dazu über gegangen nur von MIR und meinen Gefühlen zu reden und nicht von "richtig" und "gut fürs Kind". Es gibt ja kein richtig und falsch. Egal wie falsch ich ihre Ansichten finde, sie sind für sie so richtig, wie meine für mich. Es wäre also ein Angriff gegen sie, wenn ich selbige in Frage stelle. Bei einigen konkreteren Sachen, hab ich mich auch rumlaviert. Es ging zum Beispiel ums stillen. Ich habe ja gestillt und sie meinte Flasche wäre gesünder. Ich sagte dann einfach, dass wir so gut zurecht kommen und in Absprache mit Kinderarzt und Hebamme beschlossen haben, dass es in Ordnung ist zu stillen. Zum Tragen habe ich auch gerne gesagt, dass es sich aus praktischen Gründen zu eingebürgert hat. Ich muss ja niemandem sagen, dass ich Tragen besser finde und von Kindertragen nicht so viel halte.
Kurz zusammen gefasst, wollte ich nur sagen, dass ich die besten Erfahrungen damit gemacht habe keine Grundsatzdiskussionen zu führen. Andere Meinungen nicht in Frage zu stellen oder gar als falsch oder überholt zu Bezeichnungen und immer die Möglichkeit offen gelassen habe ich könnte mich auch irren. Dabei aber unmissverständlich klargestellt habe, dass ich das als Mutter trotzdem in dieser Situation jetzt so entscheide. Ist nicht immer ganz einfach. Mütter sind generell eine komische Spezies. Alle wollen möglichst gut sein, ohne zu wissen, was wirklich richtig ist. Das ist bei Großmüttern auch nicht anders.
Wenn ich die Meinungen zu absurd finde, stelle ich mir manchmal vor, wie ich reagieren würden, wenn ich mal Oma oder Tante bin und meine Kinder ihre Kinder ferbern oder sonstiges machen, was ich aus heutiger Sicht furchtbar finde. Schließlich waren einige Sachen, die wir jetzt für richtig halten (stillen zum Beispiel) zu Zeiten unserer Eltern als gesundheitsschädlich verschrien. Da verstehe ich es dann besser.