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Re: AW: Ist Stillen so schwierig?

Verfasst: 20.12.2013, 14:30
von Jol
Nein, ich glaube auch nicht, dass Stillen schwierig ist, wenn man genug Erfahrungen und kompetente Hilfe hat.

Es ist schon unglaublich, wie viele Aspekte es dabei gibt. Zu viel Milch, zu wenig Milch, Schmerzen hier, Schmerzen da, "seltsames" Verhalten des Kindes, seltsames Verhalten der Umwelt, diverse Krankheiten bei Kind und Mutter... Da kommt einiges zusammen, was viel Erfahrung und Wissen benötigt. Und beides ist erschreckenderweise recht rar geworden in unserer Zeit und manchmal eben auch nur schwer zu finden.

Denn gerade diese Details, die in in keiner der Stillbroschüren oder allgemeinen Literatur stehen, sind es oft, die über das Wohl und Wehe einer schönen Stillbeziehung entscheiden. Was nütz es mir, was alles Gutes in der Muttermilch zu finden ist und dass ich gut essen und trinken soll, um genügend Milch zu haben, wenn das Kind clustert und darüber die Brustwarzen wund werden können? Was muss ich tun, wenn ich das Gefühl habe, das Kind trinkt nicht richtig, die Milch geht zurück, eine Mastitis ist im Anzug und die allgemeinen Quarkwickel helfen nicht? Da fängt es doch erst an spannend zu werden.

Schade nur, dass die Hebammen und Ärzte, die ich zu meinen speziellen Themen befragt habe, da schon längst ausgestiegen waren und mir von sich aus auch keine kompetente Adresse einer Stillberaterin empfohlen haben.

Schön daher, dass es Stillen und Tragen gibt. Ohne die vielen Infos hier wären wir auch schon ziemlich früh ausgestiegen. Dieses Forum schließt wirklich eine Bildungslücke.

LG
Jol

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Re: Ist Stillen so schwierig?

Verfasst: 20.12.2013, 14:32
von carrymehome
Gut - dann entschuldige ich mich mal, ich bin nicht besonders begabt mich gut auszudrücken. Ich versuche meine Aussagen immer sehr neutral zusammenzufassen. Aber nicht um Pauschalmythen in die Welt zu setzen sondern die wesentlichen Bereiche rauszuheben. (Ausser bei Kinderärzten, gegen die hege ich wohl aus mehrfacher Erfahrung einen gewissen Grant).
Wir sind uns doch alle bewusst das jedes Mutter-Kind-Team seine eigene Geschichte schreibt und es da keine rein pauschalen Aussagen geben kann. Jeder (ausser die Stillberaterinnen) schreiben wohl aus ihrer persönlichen Erfahrung (davon gehe ich in einem Forum aus) und die kann verschiedener nicht sein. Genau das ist es doch worum es in einem Forum geht - so viele Erfahrungen wie möglich zu bekommen, die nicht in den üblichen (Still)büchern stehen und natürlich sind die persönlich eingefärbt.


Mir ging es drum zu sagen, dass "gut" klappen nicht unbedingt heisst das alles rosig ist, es aber sehr wohl nach einigem einspielen wird. Warum sollte man das nicht ehrlich schreiben: "Es ist machbar, MÖGLICHERWEISE anfänglich nicht so toll wie man erzählt bekommt - aber durchhalten lohnt sich..."

@Jol
Danke das war das was ich gemeint, aber nicht richtig rüber gebracht habe...

Re: Ist Stillen so schwierig?

Verfasst: 20.12.2013, 14:40
von mafe
nido56 hat geschrieben:Immerhin hatte die ganze Panikmache bei uns wahrscheinlich auch ein Gutes: Ich hatte nie, wirklich ueberhaupt NIE irgendwelchen Schmerzen beim Stillen. Ich denke, das hatte auch etwas damit zu tun, dass wir so damit beschaeftigt waren su schauen, wie oft er stille, wie oft er dabei schluckt, wie lange er trinkt, ihn wachzuhalten etc. etc., dass mir alles andere egal war. Ich erinnre mich noch, das mich eine Schwester stillen sah und meinte, meine Stillposition waere falsch und ich muesste mich anders hinsetzen, und ich nur dachte "Leck mich, der trinkt gerade gut, einen Teufel werde ich tun, jetzt die Position zu wechseln!" Ich habe also den Kleinen einfach machen lassen, und der hat das zum Glueck super hingekriegt. Vielleicht sind auch die saugschwachen Kinder einfach sanfter, keine Ahnung.
Nido, du sprichst mir aus der Seele ;) Ich hatte NIE Schmerzen beim Stillen, weder wunde Brustwarzen noch sonst was. Die ersten Monate waren wirklich ein K(r)ampf und ich hätte niemals gedacht bzw auch nicht gewollt, dass wir so lange stillen. Aber jetzt bin ich meiner Tochter dankbar dafür, dass sie trotz den Versuchen Mahlzeiten mit Beikost zu ersetzen, weiter stillen wollte, denn erst JETZT, weiß ich, wie schön stillen wirklich sein kann... :1:

Re: AW: Ist Stillen so schwierig?

Verfasst: 20.12.2013, 15:55
von Nautilus
Die Info zum Schnuller ist aber nicht korrekt, das hat nichts mit Philosophie zu tun, sondern jeder, auch kurzzeitige Schnullergebrauch kann eine Saugverwirrung hervorrufen- kann, muss nicht. Keiner, auch die Hebamme nicht, kann "im Einzelfall" vorhersehen, welches Kind problemlos zwischen Schnuller und Brust wechseln wird und welches nicht.

LG Nautilus mit Astronäutchen (7/12)

Re: Ist Stillen so schwierig?

Verfasst: 20.12.2013, 16:58
von julia1982
Ach und Dankeschön morgaine ((())) ich geb mir Mühe ;)

Re: Ist Stillen so schwierig?

Verfasst: 20.12.2013, 17:20
von carrymehome
Zum Thema Saugverwirrung empfehle ich aktuelle Literatur:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23673585

Und auch interessant:
http://neonatalie.wordpress.com/2011/10 ... erwirrung/

Re: AW: Ist Stillen so schwierig?

Verfasst: 20.12.2013, 17:24
von EhULao
Sich vorher zu informieren ist sicher sehr gut...aber es ist ebenso wichtig, offen und vertrauensvoll zu bleiben...sonst legt man sich vorher Optimalszenarien zurecht und versteift sich darauf (z.B. Auf jeden Fall direkt im Kreißsaal anlegen, auf KEINEN Fall zufüttern etc.)...das ist sicher schön, wenn es so klappt, aber man muss auch nicht verzweifeln, wenn das Schicksal es anders meint. Es gibt ja z.b. häufiger den Fall, dass sich Frauen einen ganz genauen Geburtsplan machen...und dann gibt es Komplikationen und eine Sectio...nicht toll, aber Baby und Mama wohlauf...aber manchmal trifft es die Frauen so hart, dass es eben nicht so lief, wie geplant, dass sich schwere Depressionen daraus entwickeln können (Erfahrungen von Kontrollverlust, Versagensgefühle etc.). Mit dem Stillen kann es ähnlich laufen...es GIBT nämlich Fälle, wo man zufüttern muss z.b....wenn man versucht, offen und optimistisch zu bleiben und sich am hoffentlich gesunden Kind zu freuen und das Stillen mit viiiieeeel Geduld angeht...dann muss auch das keine Katastrophe sein. Was habe ich mich über Stillen/ Geburt informiert...lange Gespräche geführt, was ich mir wie wünsche...und es kam halt anders. Kein Anlegen in den ersten Wochen möglich, danach lange nur ein oder zwei Nuckler...niemals nie “ausreichende“ Stillproben, Kind kannte Schnuller und Flasche besser als meine Brust...aber mein Mantra war “Geduld, Geduld, Geduld “...und irgendwie habe ich nicht darum getrauert, was alles nicht nach Plan gelaufen war (dafür war ich zu dankbar, dass mein Baby leben darf), sondern total optimistisch, dass es irgendwie schon klappt...ob mit oder ohne Flasche, mit oder ohne Hütchen...und als ich da losgelassen habe hat es echt funktioniert und wir haben vollgestillt.
Ich will damit sagen: zu dogmatisch sein ist nicht immer hilfreich...man kann es nur so gut als möglich versuchen!
Ach ja, was mit ganz arg geholfen hat war das Wissen um Clusterfeeding...das ist irgendwie SO unbekannt...als meiner damit anfing (abends von 17 bis 22 uhr Dauerstillen)...da kamen wirklich ALLE mit “die Milch reicht nicht “...aber ich wusste dann ja, dass es ganz normal ist...ich glaube, dass ist so ein häufiger Punkt, an dem es hakt. Ach ja, und was mir alles an Essen verboten wurde...nachdem ich hier im SuT gelesen habe ass ich endlich normal und fühlte mich viel besser...und die Koliken hatte der Zwerg so oder so...diese kommen auch NICHT von “schlechter “ Milch, sondern sind somatische und zerebrale Anpassungsvorgänge!

Also, geniesse die Restschwangerschaft, aber mache auch nicht ZU viele Pläne:lol:

So

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Re: AW: Ist Stillen so schwierig?

Verfasst: 20.12.2013, 17:42
von annikki
Leelaacoo hat geschrieben:Sich vorher zu informieren ist sicher sehr gut...aber es ist ebenso wichtig, offen und vertrauensvoll zu bleiben...sonst legt man sich vorher Optimalszenarien zurecht und versteift sich darauf (z.B. Auf jeden Fall direkt im Kreißsaal anlegen, auf KEINEN Fall zufüttern etc.)...das ist sicher schön, wenn es so klappt, aber man muss auch nicht verzweifeln, wenn das Schicksal es anders meint. Es gibt ja z.b. häufiger den Fall, dass sich Frauen einen ganz genauen Geburtsplan machen...und dann gibt es Komplikationen und eine Sectio...nicht toll, aber Baby und Mama wohlauf...aber manchmal trifft es die Frauen so hart, dass es eben nicht so lief, wie geplant, dass sich schwere Depressionen daraus entwickeln können (Erfahrungen von Kontrollverlust, Versagensgefühle etc.). Mit dem Stillen kann es ähnlich laufen...es GIBT nämlich Fälle, wo man zufüttern muss z.b....wenn man versucht, offen und optimistisch zu bleiben und sich am hoffentlich gesunden Kind zu freuen und das Stillen mit viiiieeeel Geduld angeht...dann muss auch das keine Katastrophe sein. Was habe ich mich über Stillen/ Geburt informiert...lange Gespräche geführt, was ich mir wie wünsche...und es kam halt anders. Kein Anlegen in den ersten Wochen möglich, danach lange nur ein oder zwei Nuckler...niemals nie “ausreichende“ Stillproben, Kind kannte Schnuller und Flasche besser als meine Brust...aber mein Mantra war “Geduld, Geduld, Geduld “...und irgendwie habe ich nicht darum getrauert, was alles nicht nach Plan gelaufen war (dafür war ich zu dankbar, dass mein Baby leben darf), sondern total optimistisch, dass es irgendwie schon klappt...ob mit oder ohne Flasche, mit oder ohne Hütchen...und als ich da losgelassen habe hat es echt funktioniert und wir haben vollgestillt.
Ich will damit sagen: zu dogmatisch sein ist nicht immer hilfreich...man kann es nur so gut als möglich versuchen!
Ach ja, was mit ganz arg geholfen hat war das Wissen um Clusterfeeding...das ist irgendwie SO unbekannt...als meiner damit anfing (abends von 17 bis 22 uhr Dauerstillen)...da kamen wirklich ALLE mit “die Milch reicht nicht “...aber ich wusste dann ja, dass es ganz normal ist...ich glaube, dass ist so ein häufiger Punkt, an dem es hakt. Ach ja, und was mir alles an Essen verboten wurde...nachdem ich hier im SuT gelesen habe ass ich endlich normal und fühlte mich viel besser...und die Koliken hatte der Zwerg so oder so...diese kommen auch NICHT von “schlechter “ Milch, sondern sind somatische und zerebrale Anpassungsvorgänge!

Also, geniesse die Restschwangerschaft, aber mache auch nicht ZU viele Pläne:lol:

So

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das mag ich mal so unterschreiben.
einer meiner "fehler" bei der gescheiterten stillbeziehung war, den schönen vorstellungen aus dem geburtsvorbereitungskurs zu glauben. hatte bei mir nichts mit der realität zu tun. die geburt war einfach schrecklich endetet in einer sectio, danach schlechtes kh-personal, die meinem 1-tage altem sohn zuckertee gaben ohne meine einwilligung, mich dazu erpressten es weiter tun zu dürfen. man stelle sich vor mama liegt mit zwei braunülen in beiden armen im bett und kann sich nicht rühren und nun heißt es: entweder sie tun, was wir sagen oder sie kümmern sich um ihr kind alleine.

auch ein termin mit dem osteopathen ist sicher dienlich im vorhinein einzurichten. da kann ich isbel nur zustimmen. das habe ich bei meiner tochter gleich getan und hatte bei ihr keine stillprobleme. ich habe mich aber auch eher im kh zu einem starrsinnigen wesen entwickelt, um nicht nochmal die gleichen fehler zuzulassen. habe alle 2 stunden gestillt, gegen den willen der hebis....

informiere dich , stelle dich auf alles ein. alles kann passieren. und scheue dich vor allem nicht, hier die experten anzufragen, auch wenn die frage noch so kleinlich und unbedeutend scheint, gerade für deine stillbeziehung kann sie existentiell sein.

alles gute dir!!!!!

Re: Ist Stillen so schwierig?

Verfasst: 20.12.2013, 17:57
von nido56
Ich fand anfangs die Hektik, die im Krankenhaus verbreitet wurde am schlimmsten. Man gab mir das Gefuehl, dass mir mein wunderschoenes, kleines Baby in wenigen Stunden unter der Hand wegsterben koennte, wenn es nicht jetzt sofort nennenswerte Mengen Milch zu sich naehme. Ob die Lage wirklich so ernst war, weiss ich bis heute nicht. Da war dann natuerlich keine Zeit und Ruhe mehr, um z.B. nackt zu kuscheln und zu schauen, ob der Kleine so Lust auf Brust bekommt. Da ging es nur noch darum, so schnell wie moeglich, nachweisbar so viel Milch wie moeglich in das Kind zu bekommen, also ohne Gnade abfuellen mit Flasche. Ansonsten haetten sie den Kleinen auf die Saeuglingsstation mitgenommen und mit Magensonde ins Waermebettchen verfrachtet. Das war mein Albtraum! Trotzdem habe ich es nicht geschafft, ihn mit der Flasche quasi zwangszufuettern, das musste der Papa machen.

Uff, das war ein sehr unschoener Tag damals! Ich habe die Zwiemilchernaehrung dann zwar erstmal so akzeptiert und war einfach nur froh, dass wir den Piraten mit nach Hause nehmen konnten, aber danach war ich natuerlich erstmal sehr verunsichert und habe mich schwer getan, an uns zu glauben, und mich lange nicht getraut das Zufuettern ganz wegzulassen, obwohl das Stillen eigentlich zuhause dann schnell geklappt hat. Vielleicht faellt es uns heute beiden so schwer das Stillen aufzugeben, dem Piraten genauso wie mir.

Re: Ist Stillen so schwierig?

Verfasst: 20.12.2013, 18:29
von Kielersproettchen
Ich finde und fand stillen nicht schwierig. Schwierig ist es sich als Erstgebärende auf seinen Instinkt und sein Bauchgefühl zu verlassen.
Nicht darauf zu hören was Oma, Opa und der Rest zum Thema melden müssen.
Meine Rettung war, dass ich nur genau 36 Stunden im KH war und vorher auf alle meine Unterlagen vermerken habe lassen, dass zufüttern und Schnuller nur in Rücksprache mit den Eltern gegeben werden dürfen.
Dann habe ich mich selbst entlassen, denn dort herrschte blankes Chaos.
Jede Hebamme hatte andere Tips, Ärzte habe ich keine gesehen ( brauchte ich auch nicht).
Meine Tochter war eine halbe Stunde weg von mir, da war aber der Papa bei und hat mit Argusaugen drauf geachtet.
Meine Nachsorge Hebamme war okay, aber tatsächlich hat es mir mehr geholfen hier zu lesen und zu sehen, dass mein Baby völlig normal ist und kein Milchvampir.
Ein paar Tage hatte ich auch Schmerzen, allerdings nachdem das Kind 6,5 Stunden an der Brust hing.
Irgendwie sind Hormone schon der Hammer, denn die lassen einen das vergessen und helfen einem auch über sowas hinweg.

Fazit, nur Mut, es wird schon.