maerzkind hat geschrieben:Ich finde seine Art, mit Eike umzugehen, mitunter wirklich furchtbar - aber er findet sie irgendwie okay. Nein, es ist häufig nicht okay, wie er mit Eike umgeht - aber er will oder kann das nicht erkennen...

Hallo Andrea,
jetzt hatte ich schon ganz viel geanwortet, zu den verschiedenen Postings und alles ist weg
Also nochmals von vorne:
Ich empfinde deine Einstellung schon etwas als anmassend. Du urteilst ziemlich krass über deinen Partner. Du solltet versuchen, sein Verhalten zu billigen. Vielleicht hilft es dir, wenn du dir deutlich machst, dass dein Partner nicht anders handeln kann, da er in seinem Elternhaus vielleicht nie ein anderes Verhalten kennen gelernt hat. Die eigene Erziehung prägt uns immser sehr, sehr doll. Ohne große Anstrengungen wird da keiner aus diesen eingeprägten Mustern herauskommen. Er würd ja sonst sich selber und sein Elternhaus verraten. Manche haben schon solche Empfindungen, wenn man ihnen nur vorschlägt, mal über ihr Verhalten nach zu denken.
maerzkind hat geschrieben:Heute hat er nun endlich den 1. Kloeters-Brief gelesen. Mal schauen, wie es jetzt weitergeht und ob er dran bleibt...
Dass dein Mann jetzt den 1. Brief gelesen hat, ist doch toll.
Du kannst ihm dann ja Gespräche dazu anbieten (wie geht es dir damit? Wie interpretierst du dieses?) - so ähnlich wie hier im Forum. Dann ist er vielleicht motivierter.
Mein Mann hat die Kloeters-Briefe auch mal gelesen und wir unterhalten uns dann häufiger auch über Gesichtsausdrücke - gerade auch von fremden Kindern.
maerzkind hat geschrieben: Umso mehr war ich erstaunt, als ich "In Liebe wachsen" las, dass es Kindern gestattet sein dürfte, ihre Spielsachen nicht mit anderen teilen zu müssen... Dort heißt es ja, dass ein Erwachsener ja nun einmal auch nicht tolerieren würde, wenn eine andere Frau in seiner Tasche herumwühlt... So habe ich das bislang gar nicht gesehen. Aber der Gedanke ist überzeugend...
Ich empfand Gonzalez Beispiel auch sehr treffend.
Ich habe schon vorher nie darauf bestanden, dass meine Kinder ihre Spielsachen teilen. Ich empfand das nicht als richtig.
Es gab bei uns ein paar klare Spielregeln:
1. Du musst dein Spielzeug nicht teilen. Wenn du es nicht teilen möchtest, nimmst du es dann auch nicht mit zu anderen Kindern, in irgendwelche Spielkreise. Wenn andere Kinder das sehen, ist es nur logisch, dass sie dann auch damit spielen möchten.
2. Wenn wir Besuch bekommen: Spielzeug, das nicht geteilt werden möchte, soll vorher ins Schlafzimmer gebracht werden - so dass die anderen Kinder das Spielzeug erst gar nicht sehen. Danach kannst du wieder damit spielen.
maerzkind hat geschrieben: Das mag zwar stimmen, aber auch auf einem preiswerten Tisch möchte ich nicht unbedingt Krikelkrakel haben. Oder auf den Tapeten...
Wir haben einen preiswerten Tisch. Ich biete trotzdem lieber Alternativen.
Wir haben z.B. auch einen Kindertisch, mit Wachstuchtischdecke. Das ist normalerweise unser Maltisch und da darf dann auch mal was über den Rand gehen. Darunter ist PVC - also sehr pflegeleicht.
Im Kindergarten haben sie z.B. einen Basteltisch, der ist voller Farbe. Man kann gar nicht mehr erkennen, welche Farbe er ursprünglich hat. So etwas nimmt bestimmt viel Stress raus. Die Kinder können halt einfach werkeln und brauchen sich keine Gedanken um den Tisch machen.
maerzkind hat geschrieben:Sind solche Komplimente nicht auch Lob?
Ja, Komplimente sind irgendwo auch Lob.
Wenn es ehrlich gemeint ist, finde ich so etwas auch durchaus nett. Dann höre ich so etwas auch schonmal gerne. Es darf aber nicht überhand nehmen. Dann empfände ich es als falsch. Ganz häufig gibt es ja diese falschen Komplimente: 'Oh, du hast eine neue Brille!? Schön.'
maerzkind hat geschrieben: Ich lobe und bewundere Eike, wenn er etwas Besonderes macht oder etwas Neues gelernt hat. Und ich freue mich, wenn Eike mal (ausnahmsweise... ) sagt, dass ich lecker gekocht habe.
Ich finde, sich mit jemandem mitfreuen hat eine ganz andere Qualität wie Lob. Ich lasse das Werk beim Kind, ich teile einfach seine Freude, bewerte nicht.
Ich kann mich dann auch ohne Probleme über Dinge mitfreuen, die ich sonst gar nicht so toll finde.
maerzkind hat geschrieben: Mein Problem ist eher, dass ich bei Bildern, die Eike stolz präsentiert, nicht erkennen kann, was er eigentlich gemalt hat: "Schönes Bild, was hast du denn da gemalt? Ah, die Seilbahn, ja, das ist ja wirklich super geworden..." Nicht sehr überzeugend, oder??
Nein, ganz im Gegenteil. Das ist ja dann sogar falsch.
So etwas mag ich gar nicht.
Warum spiegelst du dann nicht nur?
Du könntest doch auch einfach nur sagen 'Oh, du hast gemalt. Was ist das denn?'
Den meisten Kindern reicht diese Form der Aufmerksamkeit vollkommen, sie erzählen von sich aus dann stolz, was sie gerade gemalt haben.
Und dann könntest du z.B. sagen 'Ich sehe, dir hat das große Freude gemacht.'
Das ist dann wenigstens ehrlich.
Ich mag falsche Komplimente so gar nicht. Früher sind wir dazu erzogen worden, uns immer artig zu bedanken. Auch wenn das Geschenk gar nicht ankam. Ich fand das so zum

Ich verlange von meinen Kindern z.B. nie, dass sie sich bedanken. Entweder sie strahlen übers ganze Gesicht, das ist doch viel mehr wert als eine gequältest 'Wie sagt man da? Hast du auch schön Danke gesagt?'-Danke.
Oder es kam nicht so gut an. Dann bedanke ich mich vielleicht für die nett gemeinte Aufmerksamkeit.
maerzkind hat geschrieben: Schwierig finde ich auch, wenn das Lob quasi erwartet wird, weil Nicht-Loben als Missbilligung oder gar Tadel gewertet wird. Wenn mein Mann zum Beispiel mal zum Staubsauger greift, erwartet er eigentlich auch ein Lob von mir. Aber mir widerstrebt es, ihn für etwas zu loben, was doch eigentlich selbstverständlich ist.
Dann mach es doch auch nicht.
Du könntest ja auch nur erwähnen, dass er gesaugt hat und dich dann vielleicht bedanken (so von wegen 'Dann muss ich das ja nicht mehr machen'). Reicht das dann nicht?
maerzkind hat geschrieben: Genauso nervt es mich, wenn er sagt: "Oh, du hast ja heute die Fußböden gewischt - super!" Denn das wertet ja meine Leistungen an anderen Tagen ab, an denen ich vielleicht weniger aufräumen und putzen kann, aber dafür stärker von Inga gefordert werde.
Siehste!!! Deswegen mag ich das dauernde Loben auch nicht

Dass du deine Leistungen an anderen Tage abgewertet siehst, ist wahrscheinlich eher dein Problem. Ich glaube nicht, dass dein Mann dies damit implizit ausdrücken möchte. Oder ist er so hinten-herum?