Langes Stillen=Bindungsproblem?

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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klimaforscherin
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Re: Langes Stillen=Bindungsproblem?

Beitrag von klimaforscherin »

Stellt sich nicht fast jede Mama, die länger als der Durchschnitt stillt, solche selbstkritischen Fragen?
Wenn dann mal wieder hier, in RL, in einem Zeitungsbericht auf Blöd-Niveau oder sonstwo ein Psychologe behauptet, Mütter/Kinder haben Bindungsprobleme?
Oder wenn ich von älteren Kindern lese, die alle 5 min Stillen wollen. Dann denke ich mir: "Hoffentlich trifft das nicht auf uns zu."
Schaue auf mein Kind (er "klebt" im Vergleich zu anderen Kindern wenig an mir, ist risiko- und experimentierfreudig), schaue, dass ich Abwechslung in den Alltag bekomme (raus auf den Spielplatz, Einkaufen, Besuche, Spielgruppen, bloss keine Langeweile), damit wir bloss nicht aus Langeweile Stillen.
Stillen soll ja nicht der Indikator für eine Fehlentwicklung (zuwenig soziale Umfeld, Langeweile) sein, auch kein Mittel der "Zwangsbindung" des Kindes an die Mutter (wie soll denn das gehen?), sondern etwas "Positives" (oder einfach etwas "Normales"). "Normalstillen" statt "LZS", wie wohl Renz-Polster gemäß dem Leitartikel gesagt haben soll. Etwas, von dem Mutter und Kind etwas haben.
Grüße
klimaforscherin
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honigtopf2010
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Re: AW: Langes Stillen=Bindungsproblem?

Beitrag von honigtopf2010 »

Naja. Aber mein Kind ist schon auf mich fixiert. ... Daher rührte meine Sorge. Letztlich ist das sicher auch nur subjektive Wahrnehmung. Denn schließlich wird sie über Tag außer Haus betreut. Ich arbeite voll. Wir genießen das schon.
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klimaforscherin
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Re: Langes Stillen=Bindungsproblem?

Beitrag von klimaforscherin »

Gut, das ist doch aber der Normalfall, oder? Ich meine:Mamakinder. Das liegt nun nicht am Stillen. Sondern eher daran, dass in den meisten Fällen die Mutter Hauptbezugsperson ist.
Man liest hier zwar häufig den Vorwurf, den hier manche Mutter durch ihr Umfeld erhaelt: "Durch das Stillen bindest du dein Kind zu sehr an dich".

Du arbeitest im Wochenbett voll?
Grüße
klimaforscherin
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Glucke85
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Re: Langes Stillen=Bindungsproblem?

Beitrag von Glucke85 »

der rückschluss vom stillen auf das gesamte verhalten des kindes ist schon gar nicht möglich. ein experimentierfreudiges, aufgeschlossenes kind ist nicht deshlab so experimentierfreudig und aufgeschlossen NUR weil es gestillt wird. sondern da sind noch mehr, wahrscheinlich viel entscheidendere faktoren, die das soziale verhalten unserer kinder beeinflussen- nicht zuletzt das kind selbst. was für ein temperament es zum beispiel hat. ich bin mir sicher, dass hier unter den langzeitstillerinnen mütter aind, die eher schüchterne und eher draufgängerische kinder haben. und alle werden gestillt. diese monokausalität ist häufig schlicht weg das unverständnis der sozialen umgebung. wenn das kind viel weint und getröstet werden muss, liegt das am stillen, denn die mutter lässt es nicht selbständig werden...und so ein quatsch. das gesamtverhalten der eltern, der erzieher, der familie und der freunde beeinflussen das kind und nicht eine einzige sache :)

ich finde auch, dass man "fixiert sein" in den gesamtkontext packen muss.
Alles Liebe von C. mit dem kleinen Bären (02/11), der kleinen Möhre (06/13), dem wilden Chaoszwerg (5/21) und der Winterüberraschung (02/24)
honigtopf2010
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Re: AW: Langes Stillen=Bindungsproblem?

Beitrag von honigtopf2010 »

Nein im Wochenbett natürlich nicht ;-) . Ich meinte ja auch die Große. Der Kleine hängt ja sowieso den ganzen Tag an der Brust. Da gehört er ja auch hin.
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klimaforscherin
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Re: Langes Stillen=Bindungsproblem?

Beitrag von klimaforscherin »

jusl hat geschrieben:
"Von der Natur nicht vorgesehen" finde ich da etwas zu pauschal.
Sicherlich ist dies pauschal. Aber ich habe noch von keinem anderen Säugetier gelesen, dass ältere Geschwister nach der Geburt eines neuen Jungtieres weitergestillt würde; dies gibt dem Natur-Argument sicherlich recht viel Futter.
http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%A4ngurus
Nach rund einem halben Jahr verlässt das Jungtier erstmals den Beutel; mit rund acht Monaten ist es endgültig zu groß geworden, um noch hineinzupassen. Jungtiere werden aber bis zum Alter von rund einem Jahr gesäugt, zu diesem Zweck stecken sie den Kopf in den Beutel der Mutter, wo häufig bereits ein weiteres kleines Jungtier genährt wird. In solchen Fällen trinken großes und kleines Jungtier an verschiedenen Zitzen, die auch Milch in verschiedener Zusammensetzung geben.
Nun kennst du eines! :mrgreen: Kängurus!
Grüße
klimaforscherin
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flosculus
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Re: Langes Stillen=Bindungsproblem?

Beitrag von flosculus »

:mrgreen:
Das muss ich mir merken.
Viele Grüße vom Blümchen mit dem großen Augustblümchen (08/09) und dem kleinen rosa Septemberblümchen (09/12)
honigtopf2010
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Re: AW: Langes Stillen=Bindungsproblem?

Beitrag von honigtopf2010 »

Ihr seid der Hit!
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sutnahpele
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Re: Langes Stillen=Bindungsproblem?

Beitrag von sutnahpele »

Kaninchen machen das auch :wink: Meine Eltern haben einen großen Freilauf, in dem sie einigermaßen naturnah leben und da kann man auch sehen, dass da die Jungen verschiedener Würfe (also Altersstufen) bei ihrer Mutter trinken. Und zwar echt laaaange.
Dezemberkind 2011, Novemberkind 2014, Oktoberkind 2018, Maikind 2023, Januarbaby 2026.
sutnahpele
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Re: Langes Stillen=Bindungsproblem?

Beitrag von sutnahpele »

Sie = die Kaninchen :wink:
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