Hi Madrugada,
Dein Kind ist doch noch sooooo klein. Und ob es uns gefällt oder nicht, scheint es eine Tatsache zu sein, dass Kinder ein erratisches Essverhalten zeigen, dass Mütter zur Verzweiflung bringen kann. Was berichten denn Deine Bekannten mit ähnlich alten Kindern? Essen da alle Kinder problemlos ALLES?
Du wickelst Dein Kind sicher noch, und hast doch keinen Zweifel, dass er irgendwann auf Toilette gehen wird. Du trägst oder schiebst ihn vermutlich noch viel, obwohl er vielleicht schon läuft, und bist Dir doch sicher, dass er später selbst rennen, laufen, klettern Fußball spielen wird, und nicht von Dir den ganzen Tag in einer Sänfte getragen werden will. Du stillst ihn noch zum Einschlafen (würden 95% aller Mütter furchtbar finden, wie soll das Kind sich das je abgewöhnen???) und hast doch keine Angst, dass er das mit 15 noch einfordert.
Beim Essen wird es genauso laufen. Irgendwann. Später. Druck beim Essen ist meiner Erfahrung nach ziemlich kontraproduktiv.
Madrugada hat geschrieben:Ich wünsch mir, dass unser Kind mal ganz normal mit uns am Tisch isst! Das, was wir selber auch essen.
Selbst Mainstream-Mamas machen diese Erfahrung in dem Alter vermutlich eher selten.
Ich will kein Kind, das später mal nur "Nudeln mit Nix" oder "Salzkartoffeln mit ohne was" isst
Ähm.... die Chance ist hoch, dass Dein Kind jahrelang genau das essen wollen wird. Nicht, weil Du irgendwas falsch machst, oder weil Dein Kind komisch ist, sondern weil (fast?) alle Kinder solche Phasen haben.
Kennst Du das Buch von Carlos Gonzalez "Mein Kind will nicht essen"? Kann ich Dir sehr empfehlen, das hat mich beim Thema Essen sehr entspannt.
und dem ich als kleinem Pascha (Sklavin vom Dienst?) jedesmal ne Extrawurst braten darf
Hm... Aktuell ziehst Du ihn an, bereitest sein Essen, wickelst ihn, trägst ihn, hilfst ihm aktiv in den Schlaf... Du bedienst ihn Tag und Nacht.
Nur beim Essen stört es Dich? Warum?
Ich glaub auch nicht an die Ansicht, der Körper meines Kindes hole sich dadurch das, was er momentan am meisten brauche. Klar, Obst aus Fertiggläschen braucht er unbedingt (statt dem frischen) und Gemüse wird überbewertet. Quetschis, gepoppte Reistaler, Hirsekringel und so, ja das braucht der Körper dann wohl auch.
Diese "Ansicht" ist meines Wissens nach nur gültig, wenn die Auswahl fair ist. Wenn Du Deinem Kind Fertiggläschen, Quetschies, und sonstiges gekaufte Tütenfutter anbietest, dann wird sein Geschmack genau darauf trainiert, und das mag er dann auch. Einem Kind die Auswahl übers Essen überlassen funktioniert nur, wenn die Auswahl aus frischen, möglichst wenig verarbeiteten, wenig industriell gefertigten Lebensmitteln besteht, und zwar von Anfang an.
Vielleicht kann ich auch durch bestimmte Tischrituale schon etwas ändern?
ich schreibe mal, was bei uns funktioniert (im Zeitraum von mehreren Jahren!): wir Großen essen kommentarlos und mit sichtlichem Genuss unser Essen. Die Kinder können mitessen oder nicht, uns egal. Es gibt immer ein Alternativessen, welches meine Kinder mögen (meist Nudeln mit Tomatensauce, und das betrachte ich nicht als Aufwand. In anderen Familien ist es ein Butterbrot, in der Familie meiner Tante war es Haferflocken mit Milch, bei Freunden ist es Apfel und Banane....). Wir sitzen also am Tisch, unser Essen duftet, was auch die Kinder bemerken, und wir essen es einfach. Und oft genug BITTEN uns die Kinder darum, probieren zu dürfen. Manchmal mögen sie es, manchmal nicht. Manchmal essen sie es uns weg

. Die Fünfjährige ist jetzt soweit, dass sie quasi immer bei uns mit isst (und da ist viel mit Chili und Knoblauch dabei!), die Dreijährige ist essenstechnisch noch ein bissl in der selektiven Phase. Aber das geht vorbei, da bin ich mir sicher. Beim Frühstück und Abendessen essen beide Kinder ganz normal das mit, was auf dem Tisch steht. Aber eben noch nicht immer, das kam von allein.