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Verfasst: 25.01.2007, 10:56
von blue_star68
Hallo,
ich habe gestern meine Briefe 1-12 bekommen. War gestern abend auch wild drauf, die zu lesen, mußte jedoch nach einigen wenigen Zeilen das Heft beiseite legen, da ich einfach zuuuu müde war. :oops:
Ich lese mir den/die Brief/e mal ein oder zweimal durch und schreibe dann wahrscheinlich noch was dazu.

Bis dann!

Verfasst: 25.01.2007, 14:10
von Mandy
Ja super Manu :-)

Verfasst: 25.01.2007, 23:17
von blue_star68
Puh, jetzt habe ich mich mal mit dem ersten Brief beschäftigt.

Interessante Sache was Augenblicks- und Grundstimmung anbelangt, soweit kann ich den ganzen Ausführungen auch folgen, weil ich sie für schlüssig halte. Womit ich keineswegs sagen möchte, daß es für mich einfach wäre, die beiden Stimmungen zu deuten.

Ich verstehe die Grundstimmung als solche, die sich über Wochen oder Monate entwickelt und sich entweder im Gesicht oder vorher schon im Verhalten des Kindes offenbart.

Was mir jedoch etwas "auf den Magen schlägt" ist folgender Satz: "Der Ausdruck zeigt mit nahezu untrüglicher Sicherheit, ob ein Kind "richtig" erzogen wird."
Hiermit habe ich so meine Schwierigkeiten, denn erstens, was ist schon richtig in der Erziehung (das ist halt auch sehr subjektiv und je nach Typ des Kindes kann sich jede Form von Erziehung anders auswirken). Und zweitens, was ist z.B. mit Kindern, deren Eltern in Scheidung leben. Die Auswirkungen einer Scheidung sind ja größtenteils bekannt, aber wird dann ein Kind nicht mehr richtig erzogen? Oder versteh ich da was falsch?

Dann finde ich auch, daß es sehr schwer ist, die Stimmungen anhand von Fotos zu sehen, vor allem ohne daß die Hintergründe bekannt sind. Dennoch ist mir eine Möglichkeit eingefallen, wie man das etwas üben könnte. Ihr kennt doch sicher auch solche Bilder aus der Zeit um 1900, wo dann oft die ganze Familie für ein Foto posierte (meistens hat da eine Familie mehrere Kinder) Ohne jetzt weitere Hintergründe zu kennen, kann man da dennoch viel in den Gesichtern lesen. Einfach weil diese Menschen miteinander leben und gewisse Rollen innerhalb dieses Gefüges innehaben. Fiel mir so im Laufe des Tages ein, wobei ich jetzt aber auch nicht weiß, woher ich die bekommen kann :lol:

Verfasst: 25.01.2007, 23:35
von maerz
blue_star68 hat geschrieben:Was mir jedoch etwas "auf den Magen schlägt" ist folgender Satz: "Der Ausdruck zeigt mit nahezu untrüglicher Sicherheit, ob ein Kind "richtig" erzogen wird."
Hiermit habe ich so meine Schwierigkeiten, denn erstens, was ist schon richtig in der Erziehung (das ist halt auch sehr subjektiv und je nach Typ des Kindes kann sich jede Form von Erziehung anders auswirken). Und zweitens, was ist z.B. mit Kindern, deren Eltern in Scheidung leben. Die Auswirkungen einer Scheidung sind ja größtenteils bekannt, aber wird dann ein Kind nicht mehr richtig erzogen? Oder versteh ich da was falsch?
Darüber habe ich auch schon nachgedacht, vor allem nachdem ich Sabines Beitrag zum 2. Brief gelesen habe. Die Beispiele, die im 1. Brief angeführt werden, haben mir allerdings von Anfang an nicht gefallen. Ich finde, sie sind zu klischeehaft und geben eine Weltanschauung wieder, die mir irgendwie aufstößt: Das mäßig gelaunte Kind ist ein Pflegekind, das Kind mit schlechtem Ausdruck ist ein Scheidungskind und die Mutter mit schlechtem Ausdruck ist eine unemanzipierte Frau ohne eine eigene Meinung... Damit kann ich nicht viel anfangen...

Außerdem will mir nach wie vor nicht wirklich in den Kopf, wie man bei momentan schlechter Stimmung dennoch eine gute Grundstimmung erkennt...

Verfasst: 26.01.2007, 00:14
von Heroto
blue_star68 hat geschrieben:Was mir jedoch etwas "auf den Magen schlägt" ist folgender Satz: "Der Ausdruck zeigt mit nahezu untrüglicher Sicherheit, ob ein Kind "richtig" erzogen wird."
Hiermit habe ich so meine Schwierigkeiten, denn erstens, was ist schon richtig in der Erziehung (das ist halt auch sehr subjektiv und je nach Typ des Kindes kann sich jede Form von Erziehung anders auswirken). Und zweitens, was ist z.B. mit Kindern, deren Eltern in Scheidung leben. Die Auswirkungen einer Scheidung sind ja größtenteils bekannt, aber wird dann ein Kind nicht mehr richtig erzogen? Oder versteh ich da was falsch?
Kloeters schreiben aber selbst, was sie für eine gute Erziehung halten, auf der 1. Seite, in der 1. Spalte schreiben sie:
"Gut ist die Erziehung nur dann, wenn das Kind sich dabei auch wohlfühlt. Auch das beste Betragen ist wertlos, wenn die Kinder dabei unglücklich, wenn sie in schlechter seelischer Verfassung sind."
Und diese Definition von guter Erziehung finde ich durchaus logisch und nachvollziehbar.

Und nicht jedes Scheidungsking muss auch unglücklich sein und einen schlechten Ausdruck haben.
Ich denke, es kommt da sehr darauf an, wie die Eltern noch miteinander umgehen, ob sie sich gegenseitig achten und unterstützen. Dann kann ein Kind auch mit so einer Situation gut leben - ansonsten fühlt es sich wohl immer hin- und hergerissen

Verfasst: 26.01.2007, 00:21
von blue_star68
Kloeters schreiben aber selbst, was sie für eine gute Erziehung halten, auf der 1. Seite, in der 1. Spalte schreiben sie:
"Gut ist die Erziehung nur dann, wenn das Kind sich dabei auch wohlfühlt. Auch das beste Betragen ist wertlos, wenn die Kinder dabei unglücklich, wenn sie in schlechter seelischer Verfassung sind."
Und diese Definition von guter Erziehung finde ich durchaus logisch und nachvollziehbar.

Und nicht jedes Scheidungsking muss auch unglücklich sein und einen schlechten Ausdruck haben.
Ich denke, es kommt da sehr darauf an, wie die Eltern noch miteinander umgehen, ob sie sich gegenseitig achten und unterstützen. Dann kann ein Kind auch mit so einer Situation gut leben - ansonsten fühlt es sich wohl immer hin- und hergerissen.
Ja, das ist einleuchtend. Das mit den Scheidungskindern fiel mir als Beispiel ein, ist klar, daß man das nicht verallgemeinern kann. :wink:

Verfasst: 28.01.2007, 10:44
von Armin
Ich musste ja etwas schlucken als ich die erste Spalte las ...
Kurt und Karin Kloeters hat geschrieben:In der Regel halten wir ein Kind für gut erzogen, wenn es sauber gewaschen und adrett gekleidet ist, wenn es bei der Begrüßung einen artigen Diener oder einen Knicks macht, ...
Ich schaute dann nochmal in die Fußzeile und erwartete eine 4- oder sogar 3 -stellige Postleitzahl, aber zumindest die war auf dem aktuellen Stand. Ich weiss nicht ob diese Formulierungen in der neuen Auflage identisch sind, aber ich finde sie doch etwas verstaubt.

Aber jetzt doch zu den Gesichtsausdrücken - ich tue mir glaube ich ziemlich schwer, bei fremden Personen eine korrekte Grundstimmung auszumachen. So empfinde ich zum Beispiel slawische Gesichtstypen sehr häufig als melancholisch, auch wenn dem gar nicht so sein mag. Aber "live" ist es zumindest einfacher als auf Bildern, wenn noch Gestik und Sprache dazu kommen.

Ein Beispiel:

Bild

Traurig, wütend, neutral? Augenblicks- oder Grundstimmung? :?

Verfasst: 28.01.2007, 10:57
von Mandy
Ich würde die Frau auf dem Bild ls augenblicklich wehmütig bezeichnen.

Verfasst: 28.01.2007, 10:58
von Mandy
Armin hat geschrieben:Ich musste ja etwas schlucken als ich die erste Spalte las ...
Kurt und Karin Kloeters hat geschrieben:In der Regel halten wir ein Kind für gut erzogen, wenn es sauber gewaschen und adrett gekleidet ist, wenn es bei der Begrüßung einen artigen Diener oder einen Knicks macht, ...
Ich schaute dann nochmal in die Fußzeile und erwartete eine 4- oder sogar 3 -stellige Postleitzahl, aber zumindest die war auf dem aktuellen Stand. Ich weiss nicht ob diese Formulierungen in der neuen Auflage identisch sind, aber ich finde sie doch etwas verstaubt.
Ich denke auch nicht, dass es sich dabei um die Meinung der Kloeters handelt, sondern dass dieser Satz den aktuellen Zeitgeist darstellen soll.

Verfasst: 28.01.2007, 11:06
von Armin
Mandy hat geschrieben:Ich denke auch nicht, dass es sich dabei um die Meinung der Kloeters handelt, sondern dass dieser Satz den aktuellen Zeitgeist darstellen soll.
Zum Zeitpunkt als der Brief verfasst wurde oder aktuell? Ich glaube seit dem letzten Sissy-Film im Fernsehen hab ich kein Mädel mehr knicksen sehen ...