Nein, Spielverderber seid ihr keine. Ihr habt Erfahrungen gemacht, und das in einem Kontext der meinem wahrscheinlich ähneln wird. Davon kann ich bestenfalls profitieren, schlimmstenfalls es interessiert lesen.
In der Tat bezog sich das Beschäftigungsverbot auf Feuerkind (und Luja?), wobei ich mir der medizinischen Einschränkungen (Blut, Nacht ect.) durchaus bewusst bin.
An die Medizinerinnen hier: Kennt ihr denn Männer in vergleichbaren Situationen, die es geschafft haben? Bis auf Schwangerschaft und Stillen, die sie ja nunmal nicht können, *dürfte* es doch keine Unterschiede geben. Ich vermute aber große Differenzen...
Vielleicht habe ich da auch einfach eine andere Sozialisation genossen. Die Hälfte meiner Familie kommt schließlich aus Polen und mir fällt spontan weder in der alten noch der jungen Generation eine Hausfrau ein.
Dafür kenne ich von dort auch große Familien und das wiederum fehlt mir sehr.
Was die vielleicht unrealistischen Karriereerwartungen angeht, ich sehe es so: wenn ich jetzt schon meine Ansprüche zurückschraube dann kann man aber darauf wetten, dass ich in 15 Jahren noch dümpeln werde. Ohne Ziele strenge ich mich nicht an; zurückstecken kann ich immernoch.
Ich glaube, wenn ich präventiv zurückschraube und mit 40 keinen Facharzt habe bin ich wesentlich unzufriedener, als wenn ich mittendrin merke, dass es so nicht geht und dasselbe outcome habe. Dann habe ich es aber zumindest versucht, für unpassend befunden und dann ist es auch ok.
Ich kenne Frauen, die es geschafft haben. Das gibt mir Mut.
Ich möchte nicht, und das war mir von Anfang an in meiner Familienplanung klar, erst mit Mitte 30 Mutter werden. Das mag für viele Leute der richtige Weg sein, für mich ist es das nicht. Meine Eltern haben das gemacht, dann wurde mein Vater für ein paar Jahre krank, sodass man nicht genau sagen konnte, wie es weiter geht. Als es ihm wieder absehbar gut ging waren sie zu alt. Nun bin ich alleine.
Ausserdem, ich habe ja jetzt schon Schwierigkeiten zu warten. Ein paar Jahre, ok, aber bis nach dem Facharzt? Das halte ich nicht aus.
Achja, was ich bisher vielleicht nicht genug erwähnte: Wir wohnen beide in unserer Heimatstadt, wir hätten meine Eltern, seine Mutter samt Mann und seinen Vater samt Freundin im Hintergrund. Die Erwachsenen sind zwar allesamt noch berufstätig, aber die reine Existenz in der Nähe ist schonmal beruhigend zu wissen.
Wir sind auch beide recht heimatgebunden. Ich hatte zwar schon mit einem halben Auge auf das weitere Rheinland gelinst, etwa so Richtung Bonn, aber wenn wir der Familie zuliebe in der Nähe bleiben "müssen" kann ich damit mehr als gut leben.
Noch ein paar spezifische Antworten:
Luja hat geschrieben:Klar, darüber hab' ich mich auch schon informiert

Aber manche Dinge sind einfach zu gefährlich mit Kind auf dem Rücken/im Bauch. z. B. auf einem 2m hohen Silo rumzuklettern, Kühe zusammentreiben etc.
Oh, nee, das geht natürlich nicht.
Luja hat geschrieben:Nee, in dem Dorf sowieso nicht, da gibt's nämlich keine Mietwohnungen

Im Nachbardorf dann schon, aber mein Freund sieht es nicht ein, jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit fahren zu müssen

Oft, wenn ich möchte dass er zu mir kommt, bringt er wieder das Argument "Ich müsste ja eigentlich gar nicht fahren (nach Hause oder zur Arbeit), bei dir ist es doch egal ob du zu mir fährst oder nach Hause und von wo aus du zur Arbeit fährst."
Mir ist schon klar, dass er es lästig fände, so früh morgens bzw. spät abends (manchmal wird es ja wirklich sehr spät) noch in der Gegend rumzufahren. Und er würde sich in einer gemeinsamen Wohnung, zu der er nicht zu Fuß könnte, auch nicht zuhause fühlen. Er frühstückt dort, ist dort zum Mittagessen und zum Nachmittagskaffe, isst dorf zu Abend (auch an Abenden an denen er zu mir kommt, wo es auch Abendessen gäbe). Sein gesamtes Leben würde sich dort abspielen. Eine Wohnung wäre sozusagen nur Schlafplatz. Wenn er sich dort nicht zuhause fühlen würde, wäre ich noch unglücklicher damit als bei ihm einzuziehen.
Verständlich. Sogar von beiden Seiten aus, wirkliche Lust hätte ich an seiner Stelle wohl auch nicht, ständig zu tingeln; zumal wenn man auf dem Hof auch noch alle Mahlzeiten einnimmt.
Obwohl ich auch das Gefühl bei deinen Schilderungen habe, dass er sich noch nicht so wirklich von seinem bisherigen Leben gelöst (das muss ja nicht verabschiedet heißen) und auf ein Leben in Partnerschaft eingestellt hat. Er soll ja um Gottes willen nicht seine Familie hinter sich lassen aber für mich hat in einer Partnerschaft der Partner das erste Vorrecht vor der restlichen Familie.
Luja hat geschrieben:Zur kostenlosen Kinderbetreuung - da hast du schon Recht

Ich weiß nur nicht, ob ich das will - die Erziehungsansichten meiner zukünftigen Schwiegermutter und mir gehen ziemlich auseinander: "ab und zu ein Klaps" ist vollkommen in Ordnung und notwendig (!), vom Fernseher als Babysitter habe ich schon geschrieben, ein Kleinkind (ca. 2 Jahre) auf der auklappbaren Sitzerhöhung im Auto mitzunehmen ist total sicher, etc.
Sie ist eigentlich sehr lieb, beharrt aber auch sehr auf ihrer Meinung. So nach dem Motto "Du darfst zwar deine eigene Meinung haben, aber meine ist trotzdem die richtige." Andere Meinungen und Ansichten werden oft als Blödsinn, Unfug oder übertrieben angesehen.
Da werde ich denke ich ganz schön zu kämpfen haben mit Stillen, Tragen, Familienbett


Das geht ja mal gar nicht! Dann hätte ich auch Sorgen, mein Kind da zu parken. Wahrscheinlich werdet ihr allesamt früher oder später ein ernstes Gespräch führen müssen. Wahrscheinlich mehrere.
Luja hat geschrieben:Und wenn du es auf der rationalen Schiene versuchst? Der Artikel liefert ja auch einige Argumente, warum es vernünftiger ist, früh Kinder zu bekommen.
Hier habe ich auch vor längerer Zeit eine Argumentation in diese Richtung gefunden.
Ich habe mir den Artikel jetzt durchgelesen und muss sagen, dass er mir nicht gefällt. Das liegt weniger an der prinzipiellen Idee als mehr an der Argumentation. Die Autorin hat mMn viel zu große Angst um die armen kleinen Hirne und eine viel zu schlechte Ansicht von Fremdbetreuung.
Ich verbitte es mir Berufstätigkeit mit Fertigessen und Kindergeburtstagen bei McDonalds gleichzustellen. Hingegen hätte ich für einen Geburtstag im Dinomuseum als Kind viel gegeben.
honigtopf2010 hat geschrieben:Aber: wir waren 12 Jahre zusammen bevor unser Kind kam. Erst wollte er nicht, schlechte Erfahrungen mit 1. Kind, dann ich nicht wegen der Freiberuflichkeit und so zogen die Jahre ins Land. Mit Mitte 30 sind Kinder immer noch toll, auch, wem manches anstrengender ist. Doch unsere Beziehung hätte früher wahrscheinlich diese Veränderung nicht ausgehalten. Nun wird es keine FußballMannschaft mehr, naja. Ich finde, das muss man auch bedenken.
Das muss man in der Tat bedenken. Aber ich glaube, da birgt mein Beruf die deutlich höheren Scheidungsrisiken als die Kinderfrage. Im Grunde möchte er ja auch sehr gerne Kinder. Ich weiß, dass das keine Garantie ist, aber die gibt es so oder so nicht.
MaareMum, ich habe deinen Post jetzt erst gelesen, nachdem ich meinen abschicken wollte. Ich kann dir, soweit es mir möglich ist, nur zustimmen. Ich weigere mich, mir meinen Facharzt nach Familienfreundlichkeit auszusuchen, aber wenn es mehrere gleich liebe gibt ist das mit Sicherheit ein Faktor.
Ich weiss für mich, ich
muss im OP sein können, und zwar auf der anderen Seite der Blut-Hirn-Schranke

, aber ich will es auch nicht ausschließlich. Also ein kleines operatives Fach. Ich habe bisher sowohl mit Gyn als auch mit Uro, insbesondere Kontinenzfragen, sehr gute Erfahrungen gemacht, also stehen diese Fächer ganz oben bei mir. HNO mag ich nicht, Augen sollen auch ganz cool sein, ist mir aber irgendwie zu... naja, der betreffende Zielbereich ist recht klein, da gibts keine großen Bauch-OPs. Ich mag Bäuche.
Ich vermute, dass es sich zwischen Gyn und Uro entscheiden wird. Aber sicher kann ich mir nicht sein, als ich angefangen habe Medizin zu studieren wollte ich immerhin Neuro machen...
