Hallo Thaleska,
Der wichtigste Nachteil am Stillen ist meiner Meinung nach, dass der Vater des Kindes dabei außen vor ist. Ich glaube, mein Mann bedauert das wirklich.
Als ich neulich einmal nicht schnell genug vom Frisör zurück kam, hat er unserer Tochter etwas abgepumpte Milch aus einem Becher gegeben (MuMi Fläschchen nimmt sie nicht). Irgendwie hatte ich den Eindrück, dass ihn das total stolz und glücklich gemacht hat, sie auch einmal füttern zu können. Auch Babyliebe geht eben durch den Magen.
Der zweite Nachteil ist, dass man eben höchsten mal kurz ohne Kind aus dem Haus kann. Zumindest dann, wenn die Kinder die Flasche neben der Brust ablehnen. So richtig mit einem Becher füttern ist glaube ich unpraktikabel, es geht doch zu viel daneben, wir machen das nur zur kurzen Überbrückung.
Für mich waren daher jetzt schon viele Veranstaltungen wie z.B. Weihnachtsfeier mit den alten Kollegen nicht möglich.
Ein anderer kleiner Nachteil ist der veränderte Hormonspiegel. Ich merke das fehlende Östrogen schon. Vor allem an meiner ziemlich schlechten Haut, die um Jahre älter aussieht. Und bei der Liebe.
Dennoch stille ich aus Überzeugung und es klappt auch meistens ziemlich gut.
Allerdings hatte auch wir am Anfang ziemlich Schwierigkeiten, ich hatte in den ersten drei Wochen eine tierische Brustentzündung und musste nach einer Woche Zuhause mit der Kleinen zurück in die Klinik. Wir hatten in der Zeit ganz kurz zugefüttert aber in der Klinik wurde ich sehr gut betreut und konnte das zum Glück gleich wieder lassen. Trotzdem hatte ich am Anfang fürchterliche Schmerzen beim Stillen, hab teilweise geweint oder geschrieen oder auf meiner Hand rumgebissen. In der Zeit wurde mir natürlich von vielen geraten, doch abzustillen.
Heute bin ich aber trotz der Nachteile froh, dass ich durchgehalten habe, die Nachteile von wegen nicht weg gehen geben sich ja, wenn sie Beikostreif wird.
Zu Deiner Befürchtung, dass Du zu wenig Mutterliebe gibst, wenn Du nicht stillst, kann ich mich allen anderen nur anschließen. Liebe kann man auch anders geben und das tust Du ja. Und Du musst ja auch an Deine Gesundheit denken.
LG von Katrin