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Re: Kinder & Alkohol

Verfasst: 26.10.2010, 11:45
von honigbienchen
CasCade hat geschrieben:Mir wurde einmal gesagt, so bald Alkoholkonsum - egal wieviel - ein regelmäßiges Muster aufweist ist man alkoholabhängig.
Auch jeden Tag 1 Feierabendbier ist alkoholabhängig.
Ich meine, da kommt dann noch der Punkt dazu, ob man das Bier haben MUSS oder eben ob man auch drauf verzichten könnte/kann!

Re: Kinder & Alkohol

Verfasst: 26.10.2010, 11:47
von hennnamae
Nusserl hat geschrieben:findest du echt, dass jemand abhängig ist, wenn er täglich ein glas wein trinkt? ich dachte die "offizielle" grenze wäre 2 grosse bier oder 2 0,25l wein.
Ich denke, es geht nicht um die Menge, sondern um die Frage, ob mans braucht und wie man "drauf" kommt. Wenn man das Feierabendbier "braucht", dann ist man alkoholabhängig. Genauso wie man alkoholabhängig ist, wenn man ein paar Mal im Monat seinen Frust im Wein ersäuft, weil man keinen anderen Weg sieht, damit umzugehen.

Wenn man aber jetzt im Sommer mal ein paar Tage hintereinander den heißen Tag aufm Balkon mit einem frischen Bierchen ausklingen lässt, ist das definitv keine Alkoholabhängigkeit.

Re: Kinder & Alkohol

Verfasst: 26.10.2010, 11:53
von Nusserl
@menge
mich hat das jetzt interessiert, darum habe ich mal tante google befragt.
alkoholabhängig wird definiert durch das nicht mehr aufhören können und dass das soziale leben beeinträchtigt wird. also wenn jemand alleine trinkt, zu ungewöhnlichen zeiten, entzugserscheinungen bekommt,... so ganz schlimm ist es anscheinend, wenn man alleine trinkt und trinkt um "in die richtige stimmung zu kommen"
an der menge kann mans nicht festmachen, denn auch sogenannte quartalssäufer sind ja alkoholabhängig.

allerdings habe ich einen artikel gefunden, dass 0,5 l bier oder 0,25l wein pro tag die grenze für gesundheitsschädlich ist. für frauen gelten sogar nur 0,25l bier oder 0,125 l wein.

@cascade
was ist MPU?

@prosecco in der schwangerschaft
ja ist mir klar, dass das kind den alkohol abbekommt. darum auch erst im letzten schwangerschaftsdrittel. ich kann aber auch völlig verstehen, wenn jemand darüber entsetzt ist. müsste man eigentlich auch ganz reifes obst dann auch verzichten, um ganz abstinet zu bleiben in der schwangerschaft (und stillzeit)?

nicht als rechtfertigung, nur zur anschauung: meine schwiegereltern sind beide gynäkologen in italien. sie haben überhaupt nicht verstanden warum ich die ersten 2 drittel völlig auf alkohol verzichtet habe und auch danach dieses halbe glas prosecco pro woche. ich habe mal meinen FA in der schweiz danach gefragt, habe aber auch keine wirklich klare aussage dazu erhalten ob jetzt 0,0625 l prosecco pro woche schädlich sind oder nicht.
in der verwnadtschaft war eine cousine auch schwanger zur selben zeit. war jedes mal komisch, wenn ich den wein kategorisch abgelehnt habe und sie was getrunken hat.

Re: Kinder & Alkohol

Verfasst: 26.10.2010, 12:04
von Leila
CasCade hat geschrieben:Mir wurde einmal gesagt, so bald Alkoholkonsum - egal wieviel - ein regelmäßiges Muster aufweist ist man alkoholabhängig.
Auch jeden Tag 1 Feierabendbier ist alkoholabhängig.
Gehört von den psychologen als mein Ex zur MPU musste.

Was ich noch krasser finde ist der prosecco in der Schwangerschaft auch wenn es "nur" 1 halbes Glas war, das kommt ja alles zum Kind.

Aber ist ja jeder erwachsen und kann das selbst entscheiden.
Na ja, in einem halben Glas Prosecco ist sicherlich nicht mehr Alkohol als in 2-3 Bananen... :wink: Ich setze mal durchschnittlich 12vol% Alkohol an, das sind 12ml / 100ml Prosecco, ein halbes Glas sind ca. 50ml: macht 6ml Ethanol = 3 Bananen... :wink: Also müßte man konsequenter weise in der Schwangerschaft auch auf Apfelsaft, Bananen, Trabensaft etc. verzichten. Ich will damit ausdrücklich NICHT übermäßigen Alkoholgenuss in der Schwangerschaft rechtfertigen, nur mal so als Gedankenanstoß...

Lieben Gruß

Anja

Re: Kinder & Alkohol

Verfasst: 26.10.2010, 12:43
von Gerbera
Nusserl hat geschrieben: @cascade
was ist MPU?
MPU = Medizinisch-psychologische Untersuchung

Ich denke die meisten kennen es unter dem Begriff Idiotentest.
Den muss man machen wenn man mit Alkohol, Drogen oder so erwischt wurde bzw. wenn man zu viele Punkte in Flensburg hat um zu testen ob man weiterhin ein Fahrzeug führen darf.

@ Schwangerschaft

Es ging mir nicht um die Menge, sondern um das Bewusstsein Alkohol zu mir zu nehmen.
Rein theoretisch müsste man klar auf Saft und Tralalla verzichten, aber das ist unbewusster Alkohol als wenn ich Bier/Wein/Sekt etc. trinke.
Dann bin ich mir bewusst Alkohol zu trinken und das könnte ich nicht mit mir vereinbaren

Re: Kinder & Alkohol

Verfasst: 26.10.2010, 12:55
von Leila
Gut, wenn du aber WEIßt, dass Bananen, Saft etc. auch Alkohol haben, würdest du dann darauf verzichten? Weil dann tust du es ja auch bewusst... ;-) Ich denke nicht, dass der Prosecco (in dem Fall) wegen dem Alkohol oder der Wirkung des Alkohols getrunken wurde... Noch mal, ist nicht gegen dich persönlich oder soll übermäßigen Alkoholkonsum rechtfertigen... ;-)

Lieben gruß

Anja

Re: Kinder & Alkohol

Verfasst: 26.10.2010, 13:04
von Captainsparrow
Ich denke man kann die Grenze zum Alkoholismus nicht nur an der Menge und regelmäßigkeit festmachen. Ich kenne Paare die haben als gemeinsames Ritual, sich abends nach der Arbeit und dem Essen auf ein Glas Roten auf den Balkon zu setzen , sich gegenseitig zu erzählen was sie heute so erlebt haben. Ohne weiteren Alkoholgenuss tagsüber. Ich käme nie auf die Idee zu denken, sie hätten ein Alkoholproblem. Jemand der von der Arbeit heimkommt, die Tasche in die Ecke schmeißt uns ruft "ich brauch jetzt erstmal´n Bier" was er sich dann vor der Glotze reinzieht, dann hat das für mich mehr Suchtcharakter, obwohl im Wein sogar mehr Alk ist (also mir kommt es jetzt nicht auf´s Getränk an, sondern eher auf die Stimmung dabei und das nicht-alleine-trinken)

Re: Kinder & Alkohol

Verfasst: 26.10.2010, 13:15
von Leila
Ich bin der Meinung, dass Alkohol dann zum Problem wird, wenn es ein Suchtverhalten gibt. Und das kann vielfältigste Formen haben. Rituale können auch ein Suchtverhalten sein. Ein Problem mit Alkohol zu haben, ist etwas ganz anderes... Wir haben einen bekannten, der trinkt ziemlich regelmäßig Wein, aber nicht, um die Alkoholwirkung zu haben, sondern weil er ihm Wein einfach schmeckt. Nicht zum Abschalten, nicht, weil er es braucht, sondern weil es ihm wirklich schmeckt und er es genießt. Er kann auch sehr gut ohne wein leben, er sieht ihn einzig und allein als GENUSSmittel, nichts anderes. Andere sehen z.B. Schokolade als Genussmittel, essen jeden Tag eine oder mehrere Tafeln und können nicht ohne. Da kommt auch niemand auf die Idee, sie seien Schokosüchtig, obwohl Schokolade in großen Mengen auch sicher nicht gesund ist...

Noch mal, ich will wirklich nichts verharmlosen, Alkoholsucht ist ein wirkliches Problem!

Lieben Gruß

Anja

Re: Kinder & Alkohol

Verfasst: 26.10.2010, 13:21
von Zierbanane
Ich bin auf jeden Fall der Meinung, dass das ganz klar jeder für sich selber entscheiden muß und mag es auch nicht wenn man mir da rein redet.

Ich persönlich finde allerdings eine ganze Flasche Wein die Woche für mich(!) viel zu viel. Trinke ich wirklich jede Woche eine ganze Flasche Wein, dann ist das auch schon Gewöhnung und die Vorstufe zur Sucht. Das klingt ziemlich dramatisch und ich mag es gar nicht so zu dramatisieren, aber ich finds zu viel. :oops: :oops: :oops:

Sucht bedeutet: Es muß regelmäßig stattfinden, es geht nicht "ohne", es beschäftigt ständig die Gedanken: "Wann bekomme ich den Stoff wieder?", man tut es heimlich....

Abhängig ist man noch nicht wenn man mal für sich alleine etwas trinkt. Neulich habe ich mir auch mal, als ich ganz alleine war, ein Gläschen von unserem selbst gemachten Kirschlikör gegönnt. Deswegen bin ich nicht süchtig. :)

Alkohol und SwS: Auch so etwas was die Schwangere ganz allein entscheiden muß und wer gesunden Menschenverstand hat, dem kann man das auch zutrauen. Und ich mags gar nicht da ständig erhobene Zeigefinger zu sehen (ohne hier jemanden persönlich zu meinen!, sondern nur so allgemein). Es gibt noch keine klaren wissenschaftlichen Erkenntnisse ab welcher Menge Alkohol schädlich ist. Daher empfiehlt man auf ihn ganz zu verzichten. Ich habe auch nicht komplett verzichtet, jedoch definitiv nicht regeläßig getrunken (dazu würde ich jetzt auch zB. jeden Sonntag zählen). Es war mal eine Ausnahme wenn ich ein halbes Glas Wein getrunken habe und sehr selten. Dies konnte ich mit mir vereinbaren und tat es in allen 3 Schwangerschaften. Alle Kinder sind kerngesund. Jemand anderes mag das anders sehen und das ist auch okay so.

Re: Kinder & Alkohol

Verfasst: 26.10.2010, 13:36
von Nusserl
CasCade hat geschrieben: @ Schwangerschaft

Es ging mir nicht um die Menge, sondern um das Bewusstsein Alkohol zu mir zu nehmen.
Rein theoretisch müsste man klar auf Saft und Tralalla verzichten, aber das ist unbewusster Alkohol als wenn ich Bier/Wein/Sekt etc. trinke.
Dann bin ich mir bewusst Alkohol zu trinken und das könnte ich nicht mit mir vereinbaren
@cascade
danke für die MPU erklärung.
ich finde das schön, dass hier so zivilisiert diskudiert wird. du hast für dich entschieden bewusst auf alkohol in der schwangerschaft zu verzichten, aber saft und obst waren okay.
und ich habe das eben anders gemacht und voller genuss die 60ml prosecco getrunken. aber als ich das geschrieben habe, war mir klar, dass es sicher jemand geben wird, der das völlig unmöglich findet. aber suchtgefährdet finde ich mich trotzdem nicht, auch wenn ich es regelmässig (1x pro woche) getrunken habe

@regelmässig wein trinken
ich finde mittlerweile das zu einem schönen abendessen guter wein dazu gehört. nicht damit ich danach betrunken bin, sondern als genussmittel. andere leute wollen gerne ein schoko dessert nach dem abendessen.
alkohol ist halt gefährlicher als schokolade, darum muss man sich sicher da immer wieder selber überprüfen.
mein mann ist jetzt ein paar tage verreist gewesen und daher gabs zum abendessen nur wasser zu trinken. habe aber weder das gefühl, dass mir was gefehlt hat, noch überlege ich ob und was wir heute abend zum essen trinken werden. wenn das der fall wäre, dann müsste ich meinen alkoholkonsum definitiv überdenken.

@ kinder& alkohol
beim meiner schnellen google suche habe ich übrigens mehrmals den satz gefunden, dass kinder von rauchern und alkoholikern eine höhere wahrscheinlichkeit haben, ebenfalls abhängig zu werden. wie die vorbildwirkung bei massvollem alskoholkonsum ist, steht zwar nirgends, aber ich bezweifle dass kinder von antialkoholikern ebenfalls eher abhängig werden. ausser die eltern verbieten alles und jedes, dann ist wahrscheinlich der reiz des verbotenen höher.