Liebe Urania,
vielen Dank für die Daten.
Zunächst einige allgemeine Informationen:
Die Beurteilung des Gedeihens (oder der zentralen Frage: "Bekommt mein Baby genug Milch?") anhand von Gewichtsdaten kann schwierig sein (kann, nicht muss

), denn dazu sind zwei Dinge nötig:
1. eine methodisch gute ERHEBUNG der Daten (also der Messvorgang selbst) und 2. eine vernünftige INTERPRETATION dieser Daten (also die Schlussfolgerung, was diese erhobenen Daten eigentlich bedeuten). Und beides ist nicht so einfach, wie es auf den ersten Blick aussehen mag.
Die normale, durchschnittliche Gewichtszunahme pro Woche beträgt von 0-3 Monate: etwa 115-225 g, 4-6 Monate: etwa 85-140 g, 6-12 Monate 45-85 g. Die Betonung liegt auf "durchschnittlich" - denn Gewichtszunahme findet ebenso wie das Längenwachstum meist in Schüben statt: zwei Wochen NIX und in der nächsten Woche 300 g zugenommen ist der NORMAL-Fall.
Dein Baby wog mit etwa einer Woche 2350 g, und jetzt, mit etwa 10 Wochen 5300g. Das sind also knapp 3000 g Zunahme in 9 Wochen, sprich: durchschnittlich 325-330 g pro Woche. Dein Sohn liegt also am ganz ganz oberen Durchschnitt mit seiner Gewichtszunahme. Die Aussage, er "nehme nicht mehr richtig zu und müsse zugefüttert werden" erscheint daher absolut unverständlich. SELBSTVERSTÄNDLICH wird er im Laufe der Zeit deutlich weniger zunehmen, auch Wochen mit null Gewichtszunahme sind sicher dabei, geradezu eine Binsenweisheit! Denn stell Dir vor, Dein Baby würde weiterhin so zunehmen wie in den ersten Wochen (Größenordnung 400g wöchentlich), dann wöge er an seinem ersten Geburtstag über 20 kg. Soviel wiegt er vermutlich bei seiner Einschulung
Normalerweise übrigens bestehe ich auf genauere Datenangaben

- also Klardatum anstatt "U3" usw (U3, 4.-6. Lebenswoche, ist zu ungenau!) - hier bei Euch allerdings ist die Gewichtsentwicklung derart oberdurchschnittlich gut und im stillberaterischen Sinne unauffällig, dass ich sicherlich kein zu großes Risiko eingehe, auf die ganz genauen Zwischendaten zu verzichten

(kannst sie aber trotzdem sehr gerne noch mal posten!..)
Noch kurz zu der Hormonstörung: wurde die Diagnose spezifiziert? Hast Du z.B. bekanntermaßen PCOS oder ähnliches? Falls nein: eine einfache Erhöhung der männlichen Hormone allein lässt noch nicht auf Milchmangel schließen. (von der bombigen Gewichtszunahme Deines Babys jetzt mal ganz abgesehen). Es gibt zwar Erkrankungen, wie PCOS, bei denen die männlichen Hormone erhöht sein können, bzw. die Prolaktinrezeptoren nicht richtig arbeiten, was tatsächlich Stillprobleme verursachen kann. (nur der Vollständigkeit halber: es gibt defintiv unzählige Frauen mit nachgewiesenem PCOS, die problemlos stillen können!..). Allerdings würden dieses Probleme dann sicherlich von Geburt an bestehen, und nicht erst Wochen und Monate später auftauchen.
Und noch kurz zum Windelinhalt: Nach der Neugeborenenzeit ist die Stuhlfrequenz eine sehr individuelle Angelegenheit. Von 10 mal am Tag bis EINMAL ALLE 10 TAGE ist alles normal! Eine Änderung in der gewohnten Häufigkeit allein hat keinerlei Hinweiskraft, dass ein Baby zu wenig Milch bekommt.
Ich hoffe, diese Infos waren hilfreich für Dich, Rückfragen immer gerne,
LG;
Julia