Liebe Milulu,
vielen Dank für deine Liebe Nachricht.
Milulu hat geschrieben: 04.02.2018, 23:10
Hallo Nicma,
da du schon wirklich sehr lange kämpfst und vom "aufgeben" sprichst, möchte ich dir meine Gedanken dazu da lassen. Ich hatte vor einem halben Jahr auch eine furchtbare Stillsituation. Aus diesem Grund habe ich hierher gefunden und bin hier toll begleitet worden. Nach 3-4 Monaten habe ich endlich wieder entspannter stillen können und stille inzwischen, als wäre nichts gewesen.
Ich habe deine Geschichte auch von Anfang an verfolgt, sie hat mir Mut gemacht durchzuhalten, in der Hoffnung, dass es auch bei uns irgendwann besser werden wird.
Ich bin froh, dass ich es durchgehalten habe, aber hätte es noch länger angehalten, dann weiß ich nicht, ob es das wert gewesen wäre. Bitte versteh mich nicht falsch!
Ganz und gar nicht, ich weiß genau was du meinst.
Ich bin absolute Stillbefürworterin und würde nichts unversucht lassen. Aber ich meinem Fall denke ich mit Graus an die damalige Zeit zurück. Es war fürchterlich! Es fühlt sich so an, als hätte ich in dieser Zeit kein Leben gehabt und die Zeit mit meinem Kind überhaupt nicht genießen können. Seit sich das Problem gelegt hat, fühlt sich alles anders an. Oft frage ich mich, wie es wohl wäre, wenn ich damals das Stillproblem nicht gehabt hätte. Ich finde das Stillen wichtig. Aber eine gute Zeit mit dem Baby, Harmonie, Glücklichsein und Ausgeglichenheit stehen nicht hinten an.
Und ganz genau hier liegt mein Problem. Ich habe kein Leben mehr. Alles dreht sich um's Schlafen und Stillen.
Seit August stille ich sie nun ausschließlich im Schlaf und die 2 Monate davor waren auch kein Zuckerschlecken.
Die Zeit mit Kind genießen konnte ich gefühlt noch nie, manchmal schleicht sich sogar das Gefühl ein es zu bereuen ein 2. Kind bekommen zu haben und dann fühle ich mich noch schlechter, als ich es so schon tue

Ich gebe oft ihr die Schuld an diesem ganzen Schlamassel, was es der ganzen Familie so schwer macht, obwohl ich weiß, dass sie nichts dafür kann. Sie ist so ein anspruchsvolles Baby, sie schreit viel, die vielen Blähungen, die Schlaf-/Stillsituation....ich hatte mir es beim 2. Kind alles so viel einfacher vorgestellt und merke jetzt erst, wie einfach es im nachhinein mit meiner Großen war.
Ich will einfach, dass dieses verdammte erste Jahr vorbei geht. Aber wird es dann einfacher?
Ich weiß, einige würden sagen, das Abstillen ist keine Garantie, dass die Probleme gelöst werden. Aber vielleicht ist es eine Last weniger, da du dann nicht mehr so sehr körperlich eingebunden bist. Ich sehe das auch nicht als "Aufgeben" an. Im Gegenteil! Ich verfolge deinen Thread schon von Anfang an und es ist ein Sieg, dass du soweit gekommen bist. Ich darf das hier vielleicht gar nicht sagen, aber ich hoffe, es findet sich ein weg, auf die Flasche umzusteigen. Das ist nur meine persönliche Meinung, nicht böse sein! Danke für's Lesen!
Das ist eben auch mein Problem bzw. Meine Sorge, wird es durch's Abstillen besser? Ich würde mir mittlerweile so wünschen, dass sie aus der Flasche trinkt, aber das wird vermutlich der selbe Kampf werden.
Und mein Mann kann mich nur am Wochenende entlasten.
Und ja, ich bin stolz auf mich, dass ich so lange durchgehalten habe, aber wie groß ist der Preis dafür gewesen. Hätte ich eher auf Flasche umsteigen sollen, wäre es dann besser gewesen....mein Kopf ist so voll von Fragen mit 'was wäre gewesen wenn' und ich frage mich dennoch, was ich falsch gemacht habe, dass es soweit kommen konnte.
Ich bin einfach nur noch traurig und unglücklich. Mein Mann und ich streiten nur noch und er ist permanent genervt von mir. Für meine Große hab ich kaum noch einen Nerv, weil sie natürlich in der Situation komplett unter geht und sich mit unschönen Dingen versucht Aufmerksamkeit zu verschaffen.
Ich bin momentan einfach restlos mit mir selber und meinen Kindern überfordert und habe einfach das Gefühl komplett zu versagen
Um 11 gehen wir noch mal zur Kinderärztin, sie hört sich schon wieder so verschleimt an, so ging es vor 2 Wochen ja auch los.
Sorry für den langen Text und die wirren Gedanken.
Liebe Grüße