Re: Paleo Anybody? ;)
Verfasst: 27.10.2014, 09:54
Guten Morgen!
@ Nuala: Ihr esst ein Hähnchen zu siebt? Das würden wir zu zweit schaffen...
Ich war jetzt eine gute Woche auf Reisen und wollte mal ein paar Sachen hier aufschreiben, die mir aus Paleo- bzw. "Clean Eating allgemein" - Sicht aufgefallen sind unterwegs.
Es fing an mit dem Reiseproviant. Eigentlich wollte ich für mich gar nix mitnehmen, hab dann aber im Reformhaus doch spontan zu Bananenchips gegriffen, weil: Zutaten sind Bananen und Kokosöl
. Leider schmecken die Dinger einfach nur nach Fett, nicht nach Banane, nicht nach Kokos, einfach nur nach altem Fett. Kann ich nicht zum Kauf weiterempfehlen.
Dann waren wir bei meinen Eltern. Das ist immer so eine Sache, ich hatte das hier glaub ich auch schon mal geschrieben: Meine Mutter stresst rum, als ob ich tausend Extrawürste von ihr verlangen würde. Ich habe einen Flurdialog meiner Eltern mitbekommen, da sagt meine Mutter "Na wenn man gaaaar kein Brot isst..." als ob ich von ihr verlangt hätte, mir irgendwas stattdessen zu machen. In Wahrheit habe ich überhaupt gar keine Extrawurst verlangt, ich habe lediglich ihre Eiervorräte geplündert. Meinen Papa freut´s, der isst auch gerne Rührei zum Frühstück. Ich habe auch meiner Mama zuliebe ihren Zwiebelkuchen gegessen, eben weil ich keine Extrawurst wollte, nicht unhöflich sein wollte und nicht zuletzt, weil der einfach großartig schmeckt
Lange Rede, kurzer Sinn: Es nervt mich tierisch, wenn andere ein Problem konstruieren, das gar nicht da ist, versteht Ihr?!
Okay, weiter ging es zur Schwägerin mit Freund und Minibaby. Die beiden sind gebildet, durchaus nicht arm und durchaus reflektiert in ihrem Konsum. Sie mögen gute Weine, Fleur de Sel, Käse und Biogemüse vom Wochenmarkt. Die haben aber auch einen phantastischen Wochenmarkt in ihrer Stadt, ganz ganz toll! Wir haben uns den einen Abend sogar noch darüber unterhalten, dass Margarine Schrott ist und Butter ein "grundehrliches Lebensmittel" (Zitat Schwägerin). Und was soll ich sagen, der Kühlschrank war voll mit Bierschinken, Fleischwurst, Schinken etc., alles vom Aldi, alles billig, billig. Es gab gefüllten Kürbis mit Hackfleisch, ebenfalls vom Aldi. Das hab ich natürlich auch gegessen, was hätte ich auch machen sollen? "Hey, das ess ich nicht, das ist nicht bio?!" Ich versteh es einfach nicht. Wenn schon "solche Leute" trotz allem Wissen, trotz ihrer Ressourcen an Geld, an Bildung und Reflexion immer noch sowas kaufen...ich versteh es nicht.
Weiter ging es zu unserer Ferienwohnung in Mitteldeutschland. Das machen wir immer auf der Rücktour, um die lange Fahrt in zwei Etappen zu teilen. Bevor wir die Wohnung bezogen, wollten wir noch in eine nahe gelegene Therme und vorher ein paar Sachen fürs Abendbrot einkaufen. Kommen an einen Weide mit grasenden Kühen vorbei. Freuen uns über den Anblick. Erspähen an der Straße einen "Landmarkt". Da stand noch irgendwas von regionalen Produkten, eigener Schlachterei oder so. Wir freuen uns, mein Freund auch, der is(s)t ja nicht paleo, hat aber auch eine große Sympathie für Regionales und Fleisch von glücklichen Viechern. Wir also da rein und die Enttäuschung war riesengroß. Da gab es Eier aus Bodenhaltung als einzige Option und Butter von "Ja!". Eine einzige Wurst vom regionalen Schlachter...
In der Therme die nächste Ernüchterung. Ich muss dazu sagen, ich war schon in einigen Thermen und hab es noch nie anderes erlebt. Therme, das bedeutet für mich Gesundheit, Wohlbefinden, Ganzheitlichkeit... die Restaurants dort sind nicht besser als eine Autobahnraststätte. Kennt Ihr diese kleinen, hochgestellten Zahlen in der Speisekarte neben den Gerichten?
1) Geschmacksverstärker
2) Konservierungsstoff
3) Farbstoff
4) Nitritpökelsalz
usw.
Ich sag es Euch, kein Gericht ohne mindestens eine Zahl. Salatdressing aus der Flasche. Fleisch selbstredend konventionell. Selbst in frischen (!) Steinpilzravioli ist Glutamat drin. Ich kann verstehen, dass die ein gewisses Preislevel nicht überschreiten wollen, aber was ist daran bitte so schwer eine Vinegrette selbst anzurühren ohne Müll drin?! Auf den Tischen gab es auch kein Essig und Öl, auf Nachfrage bekam ich ein Öl - ich weiß nicht was es genau war, irgendein geschmacksneutrales Pflanzenöl, definitiv kein Olive.
Zum Schluss noch eine sehr positive Erfahrung: In einem Ausflugslokal an der Saale gibt es vier oder fünf Gerichte mit Fleisch vom Galloway-Rind. Im Gastraum liegt ein Faltblatt vom Erzeuger: Die Rinder sind ganzjährig auf der Weide, kriegen keinerlei Getreide, Soja usw., die Kälbchen bleiben bei ihren Müttern. Da habe ich dann mit Genuss ein Gulasch verspeist
@ Nuala: Ihr esst ein Hähnchen zu siebt? Das würden wir zu zweit schaffen...
Ich war jetzt eine gute Woche auf Reisen und wollte mal ein paar Sachen hier aufschreiben, die mir aus Paleo- bzw. "Clean Eating allgemein" - Sicht aufgefallen sind unterwegs.
Es fing an mit dem Reiseproviant. Eigentlich wollte ich für mich gar nix mitnehmen, hab dann aber im Reformhaus doch spontan zu Bananenchips gegriffen, weil: Zutaten sind Bananen und Kokosöl
Dann waren wir bei meinen Eltern. Das ist immer so eine Sache, ich hatte das hier glaub ich auch schon mal geschrieben: Meine Mutter stresst rum, als ob ich tausend Extrawürste von ihr verlangen würde. Ich habe einen Flurdialog meiner Eltern mitbekommen, da sagt meine Mutter "Na wenn man gaaaar kein Brot isst..." als ob ich von ihr verlangt hätte, mir irgendwas stattdessen zu machen. In Wahrheit habe ich überhaupt gar keine Extrawurst verlangt, ich habe lediglich ihre Eiervorräte geplündert. Meinen Papa freut´s, der isst auch gerne Rührei zum Frühstück. Ich habe auch meiner Mama zuliebe ihren Zwiebelkuchen gegessen, eben weil ich keine Extrawurst wollte, nicht unhöflich sein wollte und nicht zuletzt, weil der einfach großartig schmeckt
Okay, weiter ging es zur Schwägerin mit Freund und Minibaby. Die beiden sind gebildet, durchaus nicht arm und durchaus reflektiert in ihrem Konsum. Sie mögen gute Weine, Fleur de Sel, Käse und Biogemüse vom Wochenmarkt. Die haben aber auch einen phantastischen Wochenmarkt in ihrer Stadt, ganz ganz toll! Wir haben uns den einen Abend sogar noch darüber unterhalten, dass Margarine Schrott ist und Butter ein "grundehrliches Lebensmittel" (Zitat Schwägerin). Und was soll ich sagen, der Kühlschrank war voll mit Bierschinken, Fleischwurst, Schinken etc., alles vom Aldi, alles billig, billig. Es gab gefüllten Kürbis mit Hackfleisch, ebenfalls vom Aldi. Das hab ich natürlich auch gegessen, was hätte ich auch machen sollen? "Hey, das ess ich nicht, das ist nicht bio?!" Ich versteh es einfach nicht. Wenn schon "solche Leute" trotz allem Wissen, trotz ihrer Ressourcen an Geld, an Bildung und Reflexion immer noch sowas kaufen...ich versteh es nicht.
Weiter ging es zu unserer Ferienwohnung in Mitteldeutschland. Das machen wir immer auf der Rücktour, um die lange Fahrt in zwei Etappen zu teilen. Bevor wir die Wohnung bezogen, wollten wir noch in eine nahe gelegene Therme und vorher ein paar Sachen fürs Abendbrot einkaufen. Kommen an einen Weide mit grasenden Kühen vorbei. Freuen uns über den Anblick. Erspähen an der Straße einen "Landmarkt". Da stand noch irgendwas von regionalen Produkten, eigener Schlachterei oder so. Wir freuen uns, mein Freund auch, der is(s)t ja nicht paleo, hat aber auch eine große Sympathie für Regionales und Fleisch von glücklichen Viechern. Wir also da rein und die Enttäuschung war riesengroß. Da gab es Eier aus Bodenhaltung als einzige Option und Butter von "Ja!". Eine einzige Wurst vom regionalen Schlachter...
In der Therme die nächste Ernüchterung. Ich muss dazu sagen, ich war schon in einigen Thermen und hab es noch nie anderes erlebt. Therme, das bedeutet für mich Gesundheit, Wohlbefinden, Ganzheitlichkeit... die Restaurants dort sind nicht besser als eine Autobahnraststätte. Kennt Ihr diese kleinen, hochgestellten Zahlen in der Speisekarte neben den Gerichten?
1) Geschmacksverstärker
2) Konservierungsstoff
3) Farbstoff
4) Nitritpökelsalz
usw.
Ich sag es Euch, kein Gericht ohne mindestens eine Zahl. Salatdressing aus der Flasche. Fleisch selbstredend konventionell. Selbst in frischen (!) Steinpilzravioli ist Glutamat drin. Ich kann verstehen, dass die ein gewisses Preislevel nicht überschreiten wollen, aber was ist daran bitte so schwer eine Vinegrette selbst anzurühren ohne Müll drin?! Auf den Tischen gab es auch kein Essig und Öl, auf Nachfrage bekam ich ein Öl - ich weiß nicht was es genau war, irgendein geschmacksneutrales Pflanzenöl, definitiv kein Olive.
Zum Schluss noch eine sehr positive Erfahrung: In einem Ausflugslokal an der Saale gibt es vier oder fünf Gerichte mit Fleisch vom Galloway-Rind. Im Gastraum liegt ein Faltblatt vom Erzeuger: Die Rinder sind ganzjährig auf der Weide, kriegen keinerlei Getreide, Soja usw., die Kälbchen bleiben bei ihren Müttern. Da habe ich dann mit Genuss ein Gulasch verspeist