Zwillingsalltag- Austausch

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suttine
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Re: Zwillingsalltag- Austausch

Beitrag von suttine »

Viola, wollen sie beide gleichzeitig laufen oder nicht laufen, oder sind sie da unabhängig voneinander? S. hat bei seiner Tagesmutter von Anfang an gelernt, mit einer Hand am Buggy zu laufen. Okay, mit nem Zwillingsbuggy braucht ihr dann immer noch die gesamte Straßenbreite :lol:
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Viola
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Re: Zwillingsalltag- Austausch

Beitrag von Viola »

Also am Anfang wollen meistens beide laufen. Doch da geht es schon los, weil eine muss dringend eine Kastanie aufheben, aber die andere kann nicht warten weil ja weiter vorne die Baustelle kommt... In ruhigen Straßen geht das ja ganz gut, aber ich habe hier auch mit gefährlichen Straßen zu tun, wo ich die Kinder nicht einfach alleine laufen lassen kann.
Wenn ich den Kinderwagen dabei habe, und beide wollen laufen, dann will eine oder beide den Wagen mitschieben - das ist ganz gut dann sind sie schonmal etwas gesichert, aber voran kommen wir so natürlich nicht wirklich. Oder eine will an meiner Hand laufen und die andere will schieben - so komm ich auch kaum vom Fleck.... Oder beide wollen meine Hand, dann kann ich nicht mehr schieben, ...
Ich schaffe es irgendwie nur paralell zum Kinderwagen ein Geh-Kind zu managen, häufig ist der Kompromiss, dass ich den leeren Wagen schiebe, ein Kind auf dem Rücken habe und das andere läuft und wenn dann beide müde werden kommt eins/beide in den Wagen. Oder ich hab den Zwillingswagen nur als Gepäckwagen dabei. :lol:
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Cholula
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Re: Zwillingsalltag- Austausch

Beitrag von Cholula »

Hallo Viola,
ich habe keine tollen Tipps, aber volles Verständnis. Meine sind noch ein bisschen kleiner, aber laufen darf immer nur einer von beiden. Bei kurzen Strecken gerne mit seinem Lauflernwagen/Puppenbuggy - dann laufen sie besser und können nicht so schnell auf die Fahrbahn springen. Den Zwillingswagen lasse ich dann zu Hause und der zweite Zwilling kommt auf den Rücken. Längere Strecken habe ich noch nicht versucht, wenn ich alleine unterwegs war (meine großen Kinder können ja schon helfen - Wagen schieben oder ein Kind an die Hand nehmen).
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Re: Zwillingsalltag- Austausch

Beitrag von SandraKoeln »

Ich muss auch mal jammern hier. Das Zwillingsschicksal, oh ja... So oft denke ich im Moment: " Lieber Gott, das war ja nett gemeint, aber eins hätte auch gereicht." Ich wollte nie Zwillinge, ich war bei jedem Schall froh, wenn da nur ein Herz schlug. Die Entscheidung für ein drittes Kind ist mir schwer gefallen. Nach einer Fehlgeburt hatte ich eigentlich das Gefühl, vielleicht war das für was gut. Vielleicht reichen zwei. Und dann kam doch wieder der Mut und wir wagten es. Und dann Zwillinge. Puh. Nix mit nochmal Schwangerschaft und Baby zum genießen. Nix mit ich weiß ja wie es geht. Nix weiß ich. Und um mich rum lauter 1-2-Kind-Mütter mit Lehrervätern (nix gegen Lehrer, aber das ist echt familienkompatibler als 2 Ärzte). Und die jammern. Und bewundern mich. In so einem halb mitleidigen Ton. "Ich könnte das ja nicht...". Ja, nee, ich auch nicht. Ich muss aber. Ich rödel jeden Tag von 6 bis 22 Uhr. Fast ohne echte Pause. Die Lauferei zu Kiga und Schule macht mich fertig, 6 km, jeden verdammten Tag. Aber Tage ohne kita und Schule sind noch schlimmer. Dann muss ich ja alle 4 bespaßen. Wenn mein Mann nicht kocht, bleibt hier die Küche kalt. Duschen mache ich nur noch alle paar Tage. Ich bin echt gerade durch. Ich bin müde, ich habe Rücken, hab seit 2d wieder mal nix ordentliches gegessen und will einfach nur mal eine Pause. Morgen kommt unsere Leihoma und fährt die Jungs für eine Stunde spazieren. Ich könnte schlafen. Oder endlich mal den Papierkram erledigen, der sich hier stapelt. Krankenkasse, Elterngeld und so. Eigentlich wichtige, dringende Sachen. Aber dann hatte ich wieder keine Pause.

Ich bin echt undankbar. Ich habe vier wunderbare, tolle Kinder und einen liebevollen, großartigen Mann. Ich sollte wohl zufrieden sein. Stattdessen jammer ich hier rum...

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Pupu
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Re: Zwillingsalltag- Austausch

Beitrag von Pupu »

Ach Sandra, ich nehm dich mal virtuell in den Arm. Das klingt echt heftig bei euch :( Ich hab so ein riesiges Glück mit meinen Kindern, die alle ziemlich pflegeleicht sind, und auch bei mir sind ab und zu die Batterien einfach runter. Und dabei hab ich lange nicht soviel auf dem Buckel wie du.

Hast du schon alle Möglichkeiten ausgeschöpft, was Hilfe angeht? Familienhilfe? Andere Eltern bitten, deine Kinder mal vom Kindergarten bzw Schule mitzubringen oder nachmittags zu sich zu nehmen? Irgendwen als eine Art Nanny einstellen, der vielleicht zumindest einmal wöchentlich ein paar Stunden bei euch die Kinder hütet, damit du machen kannst, was du willst in der Zeit? Ich weiß, wie blöde man sich dann vorkommt - gerade mit den Kindern frage ich wirklich ungern um Hilfe, weil ich immer denke, dass man dann schief angeschaut wird. Das ist irgendwie so in den Köpfen drin, dass man nur eine gute Mutter ist, wenn man allein alles wuppt, was die Kinder angeht :/ Und dann will man es doch wieder anderen beweisen... aber das ist eines der Dinge, die mich die Babys lehren: manchmal muss man doch einfach um Hilfe bitten, und viele Leute helfen sogar gern und ohne verurteilende Hintergedanken.

Ich kann dir den Gedanken so nachfühlen, dass du sagst, ich kann das auch nicht aber ich muss halt... so geht es mir auch. Und dann fühle ich mich ebenso undankbar. Es ist halt nicht einfach, ich musste so manchen Anspruch an mich als Mutter zurückschrauben. Oft zerfrisst mich trotzdem das schlechte Gewissen und nachts habe ich oft Albträume in denen einem der Kinder etwas zustößt. Heute nacht im Traum sind meine beiden Großen in der Schwimmhalle ertrunken, weil mein Mann und ich mit den Babys woanders waren. In der Nacht davor habe ich mit meiner Decke ein Baby erstickt im Schlaf. In der Nacht davor ist ein Baby aus großer Höhe auf den Asphalt geknallt. Und immer so weiter... das Gefühl der Unzulänglichkeit ist mein ständiger Begleiter. Es ist schwer, und ich bin froh, mich ab und an hier ein wenig ausheulen zu können. Und ich hab es noch leicht im Vergleich zu dir... *nochmal virtuell fest umärmel*
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pikpetit
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Re: Zwillingsalltag- Austausch

Beitrag von pikpetit »

Ich lass auch mal noch Drücker hier und meinen Eindruck, dass es immer leichter wird, je älter und selbständiger sie werden - Kopf selbst halten/ sitzen können/ die Treppe selbst hochkrabbeln / von der Haustür zwei Meter zum Auto laufen / halbwegs gleicher Rhythmus , etc etc das sind alles so Kleinigkeiten, aber ich finde Kleinigkeiten, die das Logistische am Zwillingsmamajob sehr viel leichter machen.
Ich hab nur die beiden und kann mir nur versuchen vorzustellen, wie das mit zusätzlichen Geschwistern ist und mag euch mal meinen großen Respekt aussprechen!

Gönn dir die Pause Sandra und ess was. So wie Pupu schrieb, kannst du noch irgendwie Unterstützung bekommen? Jemand, der dir mal die Spülmaschine ausräumen / ne Ladung Wäsche macht oder sonst wie im Haushalt helfen kann / die großen übernimmt / die kleinen betüddelt, wenn sie mal zufrieden sind oder aufpasst wenn sie schlafen. Das muss sich ja niemamd ganz allein zutrauen, also im Sinne von du bist dann weg. Aber was erledigt ist, ist erledigt und eine Sache weniger auf deiner Liste. Kleinigkeiten, die aber schon entlasten können. Bei mir waren kinderlose Freundinnen tatsächlich die größte Unterstützung. Wenn dein Mann sowieso kocht, kann er größere Mengen kochen und in den Kühlschrank tun für den nächsten Tag oder einfrieren? Ich mache das jetzt eigentlich immernoch so und bin oft froh, einfach was in die Mikrowelle stellen zu können. Kann er vielleicht auch den Papierkram ausfüllen oder dir dafür den Rücken frei halten, während du das machst?
SandraKoeln hat geschrieben: Ich habe vier wunderbare, tolle Kinder und einen liebevollen, großartigen Mann.
Du bist nicht undankbar. Und alles was ich gelesen habe war keinesfalls Gejammer über die Kinder oder den Mann, sondern einfach nur: hey, es ist mir gerade alles ein bisschen viel. (( )) Am liebsten würd ich vorbei kommen und die den Papierkram ausfüllen und dir was zu essen kochen.

Pupu, die Träume klingen gruselig (( ))
Ich bin mir sicher, du bist die beste Mama, die du deinen Kindern sein kannst und dafür kannst du stolz auf dich sein.
mit Maus (7/16) und Quarkbällchen (7/16)
Sibi
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Re: Zwillingsalltag- Austausch

Beitrag von Sibi »

Sandra,
Deine sind ja nun noch echt klein, es wird besser, wirklich! Als ich hier 2-5 Monate alte Babys hatte, habe ich mich geweigert, Kartoffeln zu machen. Weil ich es schlicht nicht schaffte, sie zu schälen. Also gab es Reis oder Nudeln. Oder mein Mann hat gekocht. Elterngeldantrag war ein Drama, wir haben für alles ewig gebraucht: Erst Steuer, dann Elterngeldantrag, dann Kitaantrag...

Gibt es Möglichkeiten, die Wege für Dich zu vereinfachen? Gibt es befreundete Kinder/Eltern, die auf einer Tour Deine Kinder mitnehmen können? Könnt ihr ein paar mal die Woche einen Babysitter (Studentin, Rentnerin) engagieren, der die beiden Großen bringt oder holt? Ich würde da wirklich dringend was organisieren, was Dich regelmäßig entlastet. Bitte Deinen Mann darum, wenn Du die Kraft dazu gerade nicht hast. Bitte Deinen Mann, wenigstens 2-3 x die Woche alle Kinder zu nehmen, und wenn es nur für 30 min ist. Das fällt mir auch immer noch schwer, aber diese 30-60 min allein für mich sind für meine Regeneration so immens wichtig.

Ich finde überhaupt nicht, dass man alles allein schaffen muss - ich bin eher Anhänger der "Dorf-These" und glaube auch, dass es den Kindern sehr gut tut, wenn sie ein größeres Netz an vertrauten und zuverlässigen Menschen um sich herum haben.

Pupu,
wie gruselig.

Ich gebe zu, ich bin sehr dankbar, wie glatt hier alles läuft. Auch mein Wiedereinstieg ging reibungslos, selbst die dadurch bedingten Stillpausen von bis zu 8 h macht mein Körper nach ein paar Wochen super mit. Andererseits weiß ich auch, dass der Preis dafür, dass jetzt alles so easy wirkt auf mich, hoch war in den letzten Jahren...
Sibi
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Re: Zwillingsalltag- Austausch

Beitrag von Sibi »

Kurz nach der Diskussion hier um den Unterschied "ein Baby vs. Zwillinge" hatte ich zum ersten mal das Erlebnis, mit einem Kind über eine längere Strecke allein unterwegs zu sein. Ich hatte völlig vergessen, WIE unkompliziert das ist. Kein Zwillingswagen, keine Abhängigkeit von Fahrstühlen oder noch besser von Passanten, wenn die Fahrstühle kaputt sind, kein ängstliches Schauen, was Baby Nr. 2 macht, wenn man gerade am Rödeln mit Baby Nr. 1 ist. Gerade dieser letzte Punkt macht so viel aus, das hätte ich nicht gedacht! Einfach nur entspannt S-Bahn fahren quer durch die Stadt und die Ruhe genießen...

Jetzt hatten wir gerade zum ersten Mal das Szenario kranke Mutter und erst gesunde, dann kranke, dann rekonvaleszente Babys. Meine vorläufige Bilanz: wenn schon krank, dann bitte richtig. Mit 39°C sind Babys froh, wenn sie einfach auf einem drauf und sogar neben einem liegen können. Halbgesund ist richtig eklig - die Kräfte zum Motzen kommen zurück, aber allein Spielen ist auch noch nicht drin, es ist aaaanstrengend...
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pikpetit
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Re: Zwillingsalltag- Austausch

Beitrag von pikpetit »

Sibi (( ))
Gute Besserung!
Die paar Male, die ich nur ein Kind hatte für ne Stunde oder so finde ich auch jedes mal erstaunlich einfach und entspannt :lol:

Ich bin gerade total entnervt von allen um mich rum, die ständig vergleichen müssen. Ja, das Quarkbällchen ist in vielen Dingen weiter als dir Maus, aber muss man es ihr und mir ständig unter die Nase reiben und vor allem so negativ bewerten (es ist jetzt nicht so, dass sie insgesamt also verglichen mit der Norm, nicht mit ihrem Bruder, auffällig wäre)? Oder sich über irgendwas was sie neu kann, sich nicht richtig freuen, sondern sowas wie "Ja, jetzt kannst du auch endlich XY" sagen :evil: ? Die Sachen, die sie besser kann als er, werden dagegen übersehen. Oder es kommen dann so Sätze wie: "Ja, das klappt ja schon super und XY, das lernst du auch noch. Das Quarkbällchen hat s ja auch gelernt." oder "Du bist ja auch noch kleiner, da muss man das noch nicht können"
Die meisten nehmen sie glaube ich als kleinere Schwester wahr (also auch Leute, die wissen, dass sie ja Zwillinge sind - also nahe Verwandtschaft z.b.).
In meiner Wahrnehmung habe ich zwei wunderbare Kinder, die zufällig gleich alt sind. Viele kommen in ihren Denkmustern irgendwie an ihre Grenzen, wenn die beiden so absolut nicht in das Schema "Zwillinge" passen.
mit Maus (7/16) und Quarkbällchen (7/16)
Viola
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Re: Zwillingsalltag- Austausch

Beitrag von Viola »

Oh ja, die Vergleiche.... Das kann ich auch gar nicht leiden! Vor allem die Frage welche von beiden die ältere ist. Sie sind zweieigig, ich hab keine Ahnung welches Ei zuerst befruchtet wurde oder gesprungen ist oder welche Spermie zuerst produziert wurde. Es sind Zwillinge, die sind gleich alt! Aber dann gibt es ne Menge Leute, die sogar irgendwelche Charakterunterschiede an den 2min Zeitabstand bei der Geburt festmachen wollen.
Die Kinder werden es schwer genug haben das Miteinander auszumachen, wir haben es schwer genug sie fair zu behandeln, da brauch ich echt nicht noch Leute von außen, die ihre Vergleiche anlegen.

Zu Thema nur ein Kind: wir machen regelmäßig Ein-Kind Nachmittage, da nimmt jeder von uns ein Kind und macht eben irgendwas was mit beiden zusammen nicht gehen würde. Das sind immer ganz schöne und entspannte Zeiten.
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