Kurzer Langer Zwischenstand hier:
Ich hatte mich ja längere Zeit echt zurück genommen, absichtlich weniger und langsamer gemacht und geschaut, wie es hier läuft, wenn ich „entspannter“ bin und versucht, den Zustand, wie er dann eben ist, anzunehmen.
Einerseits hat es schon funktioniert, also ich hab weniger gemacht, der Mann mehr (als sonst), ich hab nichts gesagt, aber andererseits… schwer zu beschreiben. Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, es geht nur auf Kosten meines Mannes, der noch mehr machen muss und unter Stress gerät, gleichzeitig war der Zustand einfach fern von dem, was für mein Wohlbefinden noch annehmbar war, ich also eigentlich auch Kur gestresst. Ich brauche einfach Ordnung und Sauberkeit.
Zwischendrin hab ich immer geschwankt zwischen: Pech, dann muss ich halt damit leben, Pech, dann muss er halt mehr schuften (wofür ich ihn aber ständig antreiben müsste und das nervt nervt nervt ALLE hier) und hiiiilfe, wie finde ich einen Mittelweg???!!?
Am Montag? Sonntag? Hatte ich einen wirklich guten Zustand im Haus, nachdem ich zwei Abende hintereinander etwas Zeit hatte („kostete“ wirklich nicht viel) und hab wieder gemerkt, wie es mir damit einfach deutlich besser geht. Einmal das Chaos / der Dreck und dann drücken mir unerledigte Dinge echt aufs Gemüt. Da dann Mann krank, konnten wir den Zustand nicht halten.
Ich hab in der Zeit aber auf jeden Fall für mich mitnehmen können, die Situation und das Unperfekte öfter einfach so hinzunehmen, vor allem, wenn es das Leben akut für alle einfacher macht
(dann gibt es halt eben TK-Pizza, wenn Bärchen gerade unbedingt mit mir spielen will, ich müde bin und der Mann kochen soll und Bärchen eh nur Pie-Pie!! Oder Kesee! ruft, sobald er den Kühlschrank oder Backofen aufgehen sieht…j.
Irgendwo zwischendrin hatten wir uns dann nochmal gezofft und ich hab letztlich resigniert und mitgeteilt, ich würde zu dem Thema nun nichts mehr sagen wollen, nicht mehr „meckern“ wollen usw. Ich mache eben, was ich schaffe, solange es nicht zu arg auf Bärchen-Zeit geht und er, was er meint und was nicht klappt - Pech gehabt. Fand er dann auch nicht ok. Denn er hatte vor einiger Zeit in der Dusche im EG (nutze ich nicht) dunkle Schimmelflecken entdeckt und sich sehr geärgert. Da habe ich nur kommentiert: ich weiß, so ist das halt, wenn man nie Bock zu putzen hat. Ich fordere das ja nicht zum Spaß, sondern weil es nötig ist… und wenn ich fürs putzen auch noch angemeckert werde oder höre: „selbst schuld, hättest ja auch schlafen können“ (nachdem ich hochschwanger eine Stunde lang die Dusche unten geschrubbt habe, da ich sie im Wochenbett nutzen wollte, um keine Treppen zu steigen) dann mache ich es halt da nicht mehr. tja, dann wollte er dann doch wieder, dass ich bitte, bitte sage, wenn was gemacht werden muss, er würde es halt nicht sehen.
Ich hab geschildert, dass ich dann ja
-dran denken muss
-es ihm sagen muss
-ihn erinnern muss
-sein „kein Bock“ anhören muss
-ihn anmeckern muss
-sein „warum meckerst du nur rum“ hören muss
Was mich alles nervt. Und Energie kostet, die ich nicht mehr aufbringen möchte.
Natürlich - das muss ich fairerweise sagen - macht er manche Dinge ja auch beim ersten Mal sagen und manches auch ganz von allein.
Tja: mein „letztes Angebot“ war dann dieser Zettel am Kühlschrank:
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mit dem Versprechen, dass es immer sauber (ordentlich interessiert ihn nicht) sein wird, WENN wir uns gemeinsam dran halten und dass dann so was blödes nicht mehr passiert, seine Worte „unser Haus nicht verkommt“. Entweder es klappt damit oder eben nicht. Es ständig wieder zu thematisieren und kostbare Zeit mit über Haushalt reden/streiten zu verwenden, hab ich keine Lust mehr.
Ich hoffe, ich schaffe es dann auch, es zu lassen.
Der Zettel hängt seit ner Stunde oder so. Von allein sieht er ihn dann vielleicht in drei Wochen

Ich denke, ich schicke ihm noch die Secret Slob Videos als YT Link dazu
PS: falls sich jemand gerade fragt, was die Axt im Haus macht: sie liegt auf dem Kühlschrank, nachdem mein Mann sie reingeholt hat, um Filzgleiter in den neuen Stuhl zu nageln und er ja in der Halle des Grauens den Hammer nicht mehr findet. Das gibt zumindest Kreativitätspunkte.
Warum auf dem Kühlschrank? Da gehört sie doch hin, oder? Naja, jedenfalls kommt Bärchen da nicht dran…