Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

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MamaIndia
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von MamaIndia »

Wir sind dreisprachig und ich bin sehr gespannt, wie das wird. Mama spricht Deutsch, Papa Bengali und Mama und Papa miteinander Englisch. Die Erfahrungen fangen gerade erst an, kann also noch keinen Senf dazugeben. Momenta strahlt Noah jeden an, der mit ihm spricht, egal welche Sprache :)
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Dasha
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Re:

Beitrag von Dasha »

Joanna hat geschrieben:ich fange meine zweisprachige Erziehung erst an aber habe bei Bekannten gesehen, dass das manchmal problematisch werden kann, z.B. :
1. das Kind versteht, will aber nicht sprechen
2. wenn das Kind anfängt zu sprechen ist der Papa irgendwann generwt, weil er sein eigenes Kind nicht verstehen kann
3. das Kind schämt sich wenn die Mama zu ihm in der Öffentlichkeit "anders" spricht

bin gespannt wie ihr das macht damit solche Probleme nicht entstehen und hoffe auf viele nutzlichen Tips :)
Bei uns ist wie im Punkt 2.
Unsere Kinder wachsen deutsch-russisch auf. Ich spreche mit ihnen vorwiegend Russisch, mein Mann-Deutsch.Unsere Tochter kann beides ziemlich gut, Russisch spricht sie allerdings mit starkem deutschen Akzent...
Mein Mann hat schon Bedenken, dass Russisch bei uns irgendwann Familiensprache wird....
pallina
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von pallina »

aber warum lernen denn die papas nicht auch die andere sprache?

grade gemeinsam mit dem kind geht das doch sicher gut und es ist doch ein schöner anreiz.
ich fände es ja traurig, wenn ich die sprache meines freundes nicht verstehen könnte, die gehört zu ihm dazu, er hat viele freunde, die eben nur diese sprache sprechen, die familie sowieso. und sprache ist ja nicht bloß sprache, da hängt ja soviel mit dran. ich hätte wohl das gefühl, ihn nicht richtig zu kennen, wenn ich seine sprache nicht prechen könnte. (und als wir uns kennenlernten sprach keiner von uns die jeweils andere sprache.)

unsere tochter spricht auch mehr deutsch, antwortet dem papa auch oft auf deutsch, der spricht aber einfach weiter italienisch. das funktioniert gut. sind die großeltern oder italienische freunde zu besuch, oder wir in italien schaltet sie ganz schnell auf italienisch um.
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marscygale
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Beitrag von marscygale »

Gebe dir da völlig recht, er hat auch mal bissel angefangen deutsch zu lernen (mit mir), aber irgendwie brächte er einen externen Lehrer :lol: . Und ja es ist doof, wenn meine Eltern zu Besuch sind, die können sich mit meinem Partner nie unterhalten. Aber es ist für ihn halt auch einfach, ich spreche fliessend französisch und der Anreiz fehlt da. Mein Sohn hat seinen Vater schon seit Ewigkeiten im deutschen Vokabular überholt. Nu fragt er eben, was erzählt wird. Is jetzt unsere Geheimsprache, auch cool. 8) (auch wenn wir unterwegs sind)
Grüsse
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Kinder achten mehr darauf, was die Eltern tun als was sie sagen. :D
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murkelchen
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von murkelchen »

Wir haben keinen einzigen der 3 Punkte.
Wir sind ja dreisprachig (Vater spricht finnisch, Mutter deutsch, Eltern miteinander englisch).
Der Vater versteht deutsch, ich verstehe finnisch, die Kinder verstehen beides. Lilli schämt sich nicht, weil ich unterwegs deutsch mit ihr spreche (vielleicht kommt das noch, sie ist ja erst fast fünf). Sie selbst hat passiv englisch gelernt, versteht sehr sehr viel und spricht ein wenig (erzählt ganz stolz, dass sie sowas wie "ich habe eine Katze" sagen kann ;) ). Sie spricht beide Sprachen gleich gut und gerne. Es ist einfach völlig normal für sie und wir haben mehrere zweisprachige Familien im Bekanntenkreis, somit kommt sie sich wohl nicht zu "anders" vor.
Die Kleine spricht noch nicht in Sätzen, versteht aber beide Sprachen gleich gut, folgt z.B. Anweisungen/Bitten problemlos, daran kann man es wohl gut erkennen. Sie spricht Wörter, etwa gleich viele in jeder Sprache, so um die 50-70 sind es jetzt insgesamt.

@Joanna: Ich könnte mir vorstellen, dass der Sohn merkt, dass der Vater genervt ist, wenn er die Sprache der Mutter spricht und lässt es eben deswegen. Allerdings ist es wohl auch sonst nicht selten, dass Kinder irgendwann eine Lieblingssprache haben und die andere dann nicht mehr (so gerne) benutzen. Ich würde auch vorschlagen, dass der Vater eben einfach versuchen sollte deutsch zu lernen, also so, dass er es versteht. Dann ist er nicht mehr genervt und zumindest eins, mit Glück zwei der Probleme sind gelöst.
LG von Jenni
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marscygale
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von marscygale »

Meinen Sohn stört es bis jetzt noch nicht, dass der Papa kein deutsch spricht. Das ist halt so. er weiss ganz genau, wer welche Sprache spricht. Mit in der Öffentlichkeit sprechen war bei uns auch noch nie ein Problem. Ich spreche mit ihm ganz natürlich deutsch, egal wo wir sind und ob die anderen es verstehen oder nicht. Und so macht er das auch. Er sagt jetzt auch zu anderen Kindern (die mal komisch gucken ;-)): Moi, je parle allemand avec ma maman. :D
Grüsse
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pooky
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von pooky »

Ich spreche mit meinen Kindern deutsch und mein Mann englisch. Untereinander sprechen wir deutsch.

Beide Kinder verstehen beide Sprachen, allerdings antwortet meine Große bis heute abgesehen von wenigen Ausnahmen auf deutsch.
Ich Bild und meine beiden Sonnenkinder: (Die Große: 2/08) Bild (Der Kleine: 4/10)
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chennai
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von chennai »

Oh schön, hier sind ja einige neu dazu gekommen! sehr interessante Konstellationen....

Bei uns läuft es mit der Zweisprachigkeit sehr gut, es gibt auch keines der drei oben genannten Probleme. Sie ist eher stolz, dass sie eben zwei Sprachen kann. Es macht ihr auch Spaß, einfache Sätze in anderen Sprachen zu lernen. 'Ich liebe dich' kann sie in mehreren Sprachen und es macht ihr Spaß, das bei einem jeweiligen Muttersprachler anzubringen (naja, hat sicher bissel was mit Zirkusvorführung zu tun, aber es vermittelt eben auch die Erkenntnis, dass es noch mehr Sprachen gibt und dass alle sich freuen, wenn sie in ihrer Muttersprache angesprochen werden...). Deutsch und Niederländisch kann sie sehr gut übersetzen, weiß auch, wer welche Sprache spricht usw. Sie übersetzt sogar Lieder für sich, das klappt aber dann nur mäßig 'bakke, bakke taartje...' :lol: Jetzt hat sie mit der vorschule angefangen (hier ab 2,5), wo natürlich alles auf NL läuft. NL wird also sicher langsam dominanter. Ich werde vielleicht auch etwas drauf drängen, dass sie mir ihrem Schwesterchen deutsch spricht. Mal sehen.

Unsere Paarsprache ist ja Englisch, aber davon versteht sie noch kaum was. Ist auch ganz praktisch :mrgreen: - bin aber gespannt, wann sie sich da etwas mehr einhört. Wahrscheinlich ist es im Moment für sie ein signal, dass sie grad nicht zuhörten braucht, wenn wir E reden...
Wie ist das denn bei anderen mit einer 3. Paarsprache?
Lieben Gruß,
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milkshake
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von milkshake »

wir sind auch noch dabei. :wink:

so langsam läuft es bei uns sehr gut. :D da ich ja alleinerziehend bin, war das zweisprachige bisher immer etas kompliziert. jetzt ist meine tochter aber fast annähernd fließend im englischen (im deutschen natürlich ohnehin :lol: ), sie spricht 1 mal wöchentlich mit ihrem papa über video-skype und jetzt auch marginal in der vorschule (sie ist an einer schule mit immersivem konzept, d.h. in der vorschule wird der unterricht zu 50%, in der grundschule dann zu 75% auf englisch abgehalten). das paßt gut für uns, zwar lernt sie da jetzt kein englisch in der vorschule (sie hat bereits das sprachniveau das grundschüler in der 4. klasse haben), aber ich finde es wegen der regelmäßigkeit gut! teils spricht der lehrer sogar auf englisch mit ihr, das findet sie wohl auch gut. :D

ich bin so froh, daß ich da nicht locker gelassen habe, denn zeitweise (gerade am anfang, in der sprachfindungsphase) war es doch sehr anstrengend, englisch UND deutsch mit ihr zu sprechen (zumal deutsch meine muttersprache ist und anfangs der kontakt nur minimal zum vater bestand). jetzt ernte ich aber die früchte meiner saat und bin wirklich froh drum. :D

bei uns gibt es die hausregel, daß entweder deutsch oder englisch gesprochen wird - aber kein mischmasch (wir sprechen hier privat ca. 60% deutsch und 40% englisch). das hat sie anfangs oft getan, da habe ich es auch noch toleriert, aber jetzt ist sie vorschulkind und wenn ihr ein englisches wort fehlt, kann sie mich direkt danach fragen anstatt alles zu mischen! klappt aber gut, sie ist sprachlich recht fit und kann beide sprachen super auseinander halten. aber sie ist ja auch schon recht groß, 5 1/2 jahre. :D
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°°° Wird's besser? Wird's schlimmer? fragt man alljährlich. Seien wir ehrlich: Leben ist immer lebensgefährlich! (Erich Kästner) °°°
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hajar
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Re: Zwei- bzw. mehrsprachige Erziehung

Beitrag von hajar »

Bei uns ist jetzt schon ganz deutlich deutsch die stärkere Sprache...
aber ich denke irgendwie ist das ja auch normal, wenn mein Sohn mehr Zeit mit mir verbringt als mit dem Papa, und auch sonst ständig nur deutsch hört.
Er versteht aber immerhin beide Sprachen gleich gut, reagiert auch auf marokkanische Bitten/Aufforderungen genauso.
Leider traut er sich in Skype-Telefonaten mit der Familie meines Mannes nur selten, was zu sagen. Ich hoffe aber, dass sich das noch bessert. Neulich hat er schon ein paar kleine Sätze mit seiner Oma gewechselt, das war so süß... und sie hat sich natürlich gefreut.

Ich stelle fest, dass es für den Papa schon eine Herausforderung ist, mit seinem Sohn konsequent marokkanisch zu sprechen. Er wechselt oft schnell wieder zum Deutschen.
Vielleicht meint er, dann besser verstanden zu werden? Oder es ist ihm so zur Gewohnheit geworden... Kennt ihr sowas? Wie könnte ich ihn denn da ermutigen?

Ein neues Spiel ist "Mama, was heisst ... auf marokkanisch?" Lustig ist dann, wenn ich nach bestem Wissen antworte und von ihm ein entschiedenes "Nein!" kommt. :D
Grüße von hajar mit unendlich geliebtem Sohn (03/09)

Danke für eure Hilfe beim Ausmisten!!! Ich bin so frei. :-) Jetzt.
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