Re: Vielleicht hat jemand eine Idee was ich noch machen kann
Verfasst: 20.01.2017, 10:42
Naja, also ein bißchen kreativer als "abwarten" hätten Deine Ärzte da schon werden können
sehr ärgerlich. Aber nun gut, Blick nach vorne. Ich bin seit der Geburt meines ersten Kindes symphysen-geplagt (da hat sie Geburt einiges kaputtgemacht), aber das ist durchaus wieder in den Griff zu bekommen.
Physikalische Medizin wird ja dann in Richtung Krankengymnastik&Co gehen, das ist auf jeden Fall ein guter Schritt. Probleme an der Symphyse stehen immer in Wechselwirkung mit Beckenboden, Lendenwirbelsäule und was da sonst noch so im Bewegungsapparat ist, und daher kann man das auch nicht isoliert behandeln sondern muss an das ganze System dran. Dabei müssen falsche Bewegungsmuster wieder in die richtigen Bahnen gelenkt werden, und GANZ ganz wichtig, die Haltemuskulatur muss ordentlich gestärkt werden. Oder andersherum: wenn Dein Beckenboden nicht gut in Form ist, wirst Du Deine Symphysenprobleme auch nicht mehr los.
Und damit ist auch klar: Das kann nicht nur der Arzt oder Therapeut richten. Da gehört regelmäßiges Training dazu und dass man im Alltag die Bewegungen überprüft und optimiert.
Perfekt wäre es, wenn Du die Möglichkeit hättest, einen Cantienica-Kurs zu besuchen (Volkshochschule, Fitnessstudios, Bewegungszentren, Hebammenpraxen, etc. haben sowas gelegentlich im Programm). Ersatzweise kann es aber auch ein weiterer guter Rückbildungskurs tun, oder manche Hebammenpraxen etc. haben auch sowas wie "Rückbildung plus" im Programm, aber da muss man dann schauen, dass das wirklich für den Beckenboden ist und nicht so ein Mamafit-Bauch-Beine-Po-Rumgehüpfe, das macht alles nur noch schlimmer. Im Zweifel geht allerdings auch ein Anfänger(!)-Pilateskurs. Der Fokus der Kurse sollte auf Beckenboden UND Lendenwirbelsäulenmuskulatur liegen.
Blöderweise ist es allerdings auch mit einer Kursstunde pro Woche nicht getan, die Beckenbodenübungen muss man täglich ein paar Minuten machen, aber wenn Du ein paar Übungen kennst kannst Du das dann auch alleine oder Du suchst Dir passende YouTube-Anleitungen (das Thema gibts auch hier im Forum öfter, einfach mal suchen). 5-7 Minuten am Tag reichen dann aber auch schon, das bekommst Du mit Kind nebenbei hin. Und wenn gar nichts anderes geht: Dann versuch es mit "Planks", gerne auch in der Mutti-Version auf Knien statt auf Füßen. 3x am Tag 10 Sekunden halten (später 15 oder 20, aber vorerst nicht mehr), Haltung vom Spiegel oder Partner kontrollieren lassen - und Du wirst in einer Woche schon einen Unterschied feststellen.
Eine einfache, aber sehr wirkungsvolle Methode, die Du sofort umsetzen kannst, ist außerdem, in der Seitenlage konsequent ein festes Kissen zwischen die Knie zu nehmen um die Beine "knapp hüftbreit" geöffnet zu halten. Es gibt bei Tchibo oder Rossmann/Discounter-Aktionsware immer mal wieder so "Kniekissen", die wie eingedellte Würfel aussehen, manchmal sogar mit Klettband für während der Nacht zu tragen, das ist praktisch - aber ein kleines, sehr festes Kissen tut es auch. Da ihr ja auch viel in Seitenlage stillt lohnt sich der Ansatzpunkt bestimmt. Durch diese Aufrichtung des Beckens wird Deine Lendenwirbelsäule und Deine Symphyse sofort entlastet.
Auch andere alltägliche Haltungen und Bewegungen sind Gift bei Symphysenproblemen (und wiederum daranhängend BeBo und LWS): So ist z.B. der Schneidersitz ein absolutes No-Go und auch das Sitzen mit übereinandergeschlagenen Beinen sollte kein Dauerzustand sein. Das Bücken und Heben ist tatsächlich tricky: Für den Rücken ist ein Heben aus der geöffneten Hocke am besten, das wiederum legt aber eine große Zuglast auf die Symphyse und ist daher auch nicht gerade empfehlenswert. Es ist tatsächlich hilfreich, das Heben im Alltag zu überdenken, z.B. indem man auf dem Fußboden wickelt, Wäschekörbe gar nicht erst auf dem Boden abstellt sondern auf erhöhten Flächen, das Kind zunehmend häufiger erst irgendwo draufklettern lässt und es von dort hochhebt, sobald es das kann, etc. Ich selbst hebe meistens eben doch eher aus dem Stehen als aus der Hocke, aber auf jeden Fall achte ich darauf, meinen Beckenboden und die Rücken- und Bauchmuskeln gespannt zu halten. Das macht einen gewaltigen Unterschied.
Und an besonders schmerzhaften Tagen kannst Du Dir tatsächlich einfach mal einen festen Schal oder ein TT um das Becken knoten. Das erleichtert Bewegungen sofort. Je mehr Du wieder den Halteapparat von innen her aufgebaut hast, desto weniger wird das notwendig sein.
Es gibt auch noch was, was man innerlich zur Unterstützung anwenden kann - schreib ich Dir per PN.
Viele Grüße!
Physikalische Medizin wird ja dann in Richtung Krankengymnastik&Co gehen, das ist auf jeden Fall ein guter Schritt. Probleme an der Symphyse stehen immer in Wechselwirkung mit Beckenboden, Lendenwirbelsäule und was da sonst noch so im Bewegungsapparat ist, und daher kann man das auch nicht isoliert behandeln sondern muss an das ganze System dran. Dabei müssen falsche Bewegungsmuster wieder in die richtigen Bahnen gelenkt werden, und GANZ ganz wichtig, die Haltemuskulatur muss ordentlich gestärkt werden. Oder andersherum: wenn Dein Beckenboden nicht gut in Form ist, wirst Du Deine Symphysenprobleme auch nicht mehr los.
Und damit ist auch klar: Das kann nicht nur der Arzt oder Therapeut richten. Da gehört regelmäßiges Training dazu und dass man im Alltag die Bewegungen überprüft und optimiert.
Perfekt wäre es, wenn Du die Möglichkeit hättest, einen Cantienica-Kurs zu besuchen (Volkshochschule, Fitnessstudios, Bewegungszentren, Hebammenpraxen, etc. haben sowas gelegentlich im Programm). Ersatzweise kann es aber auch ein weiterer guter Rückbildungskurs tun, oder manche Hebammenpraxen etc. haben auch sowas wie "Rückbildung plus" im Programm, aber da muss man dann schauen, dass das wirklich für den Beckenboden ist und nicht so ein Mamafit-Bauch-Beine-Po-Rumgehüpfe, das macht alles nur noch schlimmer. Im Zweifel geht allerdings auch ein Anfänger(!)-Pilateskurs. Der Fokus der Kurse sollte auf Beckenboden UND Lendenwirbelsäulenmuskulatur liegen.
Blöderweise ist es allerdings auch mit einer Kursstunde pro Woche nicht getan, die Beckenbodenübungen muss man täglich ein paar Minuten machen, aber wenn Du ein paar Übungen kennst kannst Du das dann auch alleine oder Du suchst Dir passende YouTube-Anleitungen (das Thema gibts auch hier im Forum öfter, einfach mal suchen). 5-7 Minuten am Tag reichen dann aber auch schon, das bekommst Du mit Kind nebenbei hin. Und wenn gar nichts anderes geht: Dann versuch es mit "Planks", gerne auch in der Mutti-Version auf Knien statt auf Füßen. 3x am Tag 10 Sekunden halten (später 15 oder 20, aber vorerst nicht mehr), Haltung vom Spiegel oder Partner kontrollieren lassen - und Du wirst in einer Woche schon einen Unterschied feststellen.
Eine einfache, aber sehr wirkungsvolle Methode, die Du sofort umsetzen kannst, ist außerdem, in der Seitenlage konsequent ein festes Kissen zwischen die Knie zu nehmen um die Beine "knapp hüftbreit" geöffnet zu halten. Es gibt bei Tchibo oder Rossmann/Discounter-Aktionsware immer mal wieder so "Kniekissen", die wie eingedellte Würfel aussehen, manchmal sogar mit Klettband für während der Nacht zu tragen, das ist praktisch - aber ein kleines, sehr festes Kissen tut es auch. Da ihr ja auch viel in Seitenlage stillt lohnt sich der Ansatzpunkt bestimmt. Durch diese Aufrichtung des Beckens wird Deine Lendenwirbelsäule und Deine Symphyse sofort entlastet.
Auch andere alltägliche Haltungen und Bewegungen sind Gift bei Symphysenproblemen (und wiederum daranhängend BeBo und LWS): So ist z.B. der Schneidersitz ein absolutes No-Go und auch das Sitzen mit übereinandergeschlagenen Beinen sollte kein Dauerzustand sein. Das Bücken und Heben ist tatsächlich tricky: Für den Rücken ist ein Heben aus der geöffneten Hocke am besten, das wiederum legt aber eine große Zuglast auf die Symphyse und ist daher auch nicht gerade empfehlenswert. Es ist tatsächlich hilfreich, das Heben im Alltag zu überdenken, z.B. indem man auf dem Fußboden wickelt, Wäschekörbe gar nicht erst auf dem Boden abstellt sondern auf erhöhten Flächen, das Kind zunehmend häufiger erst irgendwo draufklettern lässt und es von dort hochhebt, sobald es das kann, etc. Ich selbst hebe meistens eben doch eher aus dem Stehen als aus der Hocke, aber auf jeden Fall achte ich darauf, meinen Beckenboden und die Rücken- und Bauchmuskeln gespannt zu halten. Das macht einen gewaltigen Unterschied.
Und an besonders schmerzhaften Tagen kannst Du Dir tatsächlich einfach mal einen festen Schal oder ein TT um das Becken knoten. Das erleichtert Bewegungen sofort. Je mehr Du wieder den Halteapparat von innen her aufgebaut hast, desto weniger wird das notwendig sein.
Es gibt auch noch was, was man innerlich zur Unterstützung anwenden kann - schreib ich Dir per PN.
Viele Grüße!