ich glaube, dass der mensch ein allesfresser ist. inwieweit dies noch für den seit jahren zivilisierten menschen zutrifft, kann ich nicht sagen.
ich finde nichts verwerfliches daran, wenn man irgendwo lebt, ein tier jagt und es isst, den rest seinen tieren gibt, sich aus dem fell etwas herstellt. wenn man der ziege oder dem pferd, dass ein jungtier hat zusätzlich von der milch etwas nimmt, um diese zu trinken, etc. pp.
das problem ist in meinen augen, dass wir mittlerweile lebensmittel sehr unbewusst und vermischt konsumieren.
ich bin seit knapp 20 jahren vegetarierin. kurz vor der schwangerschaft habe ich angefangen mich aus überzeugung vegan zu ernähren (peta hat mir da den kick zu gegeben). ich fand es erst sehr anstrengend, umzustellen. kurze zeit später bin ich schwanger geworden. und während der schwangerschaft ging sojamilch gar nicht, ich hatte einen extremen schmacht nach mozarella (bestimmt fünf die woche) und grießbrei mit milch (jeden tag aus einem halben liter milch gekocht) ... und ich habe mir gedacht. dass ich mal auf meinen körper höre.
meine tochter wurde - bis auf meine milch - zwei jahre vegan ernährt. nachdem sie abgestillt war, wurde sie vegetarisch ernährt. für mich ist vegane ernährung von kindern nicht zu vertreten.
da ich der meinung bin, dass der mensch - körperlich gesehen - ein allesfresser ist, verzichte ich auf tierische produkte aufgrund einer intellektuellen, ideelen einstellung. diese möchte ich nicht, in einem so umfassenden rahmen auf mein kind übertragen, selbst wenn es möglich ist / wäre sein kind (problemlos, ohne für das kind wahrnehmbaren extremen aufwand) auch mit veganer kost entsprechend des kindlichen wachstums ausreichend zu versorgen.
d.h. meine kinder werden vegetarisch ernährt. wobei ich ihnen gegenüber die haltung vertrete, dass es o.k. ist tiere zu essen, wenn es diesen zuvor "gut" ging und sie artgerecht gehalten wurden. ich dies jedoch nicht. sie dies allerdings können. aber natürlich - zu groß ist die loyalität der mutter gegenüber - wollen sie dies aktuell nicht. ich bin froh, dass wir eine katze haben, bei der sie erleben können, das fleisch fressen und töten nicht an sich verwerflich ist und vor allem, dass sie auch mal fleisch sehen, z.b. rohes herz oder hühnerhälse. sie sollen sich nicht vor fleisch ekeln.
also vegetarisch. keine milch. haben sie probiert. fanden sie blöd. ich finde kuhmilch unnötig. ca. 2 eier im monat und 3-5x pro woche käse. seit einem knappen halben jahr essen sie auch gelegentlich joghurt.
ich habe mit unserer ernährung ein sehr gutes bauchgefühl und habe da gefühl, dass wir den balanceakt hinbekommen.
was mich nervt sind fanatische ansichten. dies habe ich vor acht jahren teilweise in foren erlebt, ich glaube es ist mittlerweile liberaler.
ein fleischfresser ist schlechter.
ein wenig fleischfresser ist schlechter.
ein vegetarier ist schlecht.
ein mensch, der sich vegan ernährt ist schlecht.
ein mensch der vegan lebt ist schon fast gut (d.h. auch keine lederprodukte).
ein mensch der rohkost isst, ist schon fast perfekt.
aber eigentlich ist nur der mensch perfekt, der sich ausschließlich von den lebensmitteln ernährt, die die natur ihm zur verfügung stellt, also z.b. früchte, die vom baum fallen ... aber so jemanden habe ich noch nie im realen leben getroffen
ich denke jeder macht es so gut er kann.
vegan leben wäre für mich unmöglich, da ich einfach nicht die kraft habe auch noch gute schuhe zu finden, die ohne leder sind, fair produziert und mir passen.
vegan ernähren könnte ich mir für mich vorstellen ... mit meinen kindern möchte ich diese ernährungsform allerdings nicht praktizieren.
ich glaube es gibt so viele bereiche in denen man bewusst sein / leben kann und es ist sinnvoll seine kraft zu dosieren. ich weiß, dass es menschen gibt, die ihren ökologischen fussabdruck deutlich geringer halten als ich, ich weiß, dass es menschen gibt, die viel deutlicher darauf achten, wie ihre konsumgüter produziert werden. ich finde es toll, dass andere dies können, für mich jedoch finde ich schon toll was ich schaffe, denn auf ein paar sachen achte auch ich. manchmal kommt noch was dazu, dann gibt es wieder phasen, in denen es "lockerer" zu geht ... fleisch jedoch wird vermutlich nie zu meinem speiseplan gehören ... denn ich fand fleisch tatsächlich schon als kind ekelig.
lg