Stillend Auto gefahren...

Fragen und Antworten rund um das Thema Stillen

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joli.81
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Re: Stillend Auto gefahren...

Beitrag von joli.81 »

Das Auto fahren sein lassen, das sagt sich so leicht... wir haben im Winter versucht, das Auto stehen zu lassen - wir dachten, das sei kein großes Problem für uns, weil wir in der Stadt wohnen. Es gab mehr Situationen, als wir dachten, wo wir dann doch das Auto nehmen mussten...

Speziell die langen Fahrten sind bei uns echt problematisch... meine Eltern wohnen über 600 km entfernt und diese Strecke schaffen wir quasi nie, ohne dass ich die Kleine mal rausnehme. Selbst fahren und stillen kann ich mir allerdings gar nicht vorstellen... bin aber eh nicht so der versierte Autofahrer und kann gar keine Ablenkung gebrauchen dabei. Aber dass es manchmal nicht anders geht, als das Kind mal abzuschnallen, sehe ich jetzt auch so. Als wir das 1. Kind hatten, hab ich nicht geglaubt, dass ich es beim Fahren mal abschnalle und habe Leute verurteilt, die so was tun. Tja, und jetzt passiert mir das regelmäßig selbst. Ich finde es nicht toll, aber manchmal ist das so einfach die beste Lösung bevor, wir (speziell derjenige der fährt) verrückt werden und das Kind sich kaputt schreit. Was nützt eine Pause, wenn man das Baby danach einpackt und es weiterschreit und man noch hunderte km vor sich hat... Wir versuchen, das Risiko zu minimieren (z.B. auf der Autobahn ganz rechts fahren mit max. 120), aber mir ist bewusst, dass im Falle eines Falles es dumm ausgehen würde.
Ach ja: wenn einem von den Kleineren schlecht ist, kommt es im Auto auch zu mir auf den Schoß, denn kotzende Kinder in der Babyschale oder im Römer King geht gar nicht, da kann man sich nämlich nicht vorbeugen über den Eimer :roll: Und gelegentlich ist einem Kind von uns länger schlecht, da ist es nicht getan mit "eine Pause machen und mal frische Luft schnappen". Schlagt mich, aber ich unterschreibe das hier:
Verena hat geschrieben:Besondere Situationen erfordern besondere Handlungen.
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Kirsten
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Re: Stillend Auto gefahren...

Beitrag von Kirsten »

Hi, entschuldige, jolie,

aber die "beste lösung" - wirklich? und wenn etwas passiert, was mit angeschnalltem kind nicht passiert wäre? das risiko schwerer verletzungen bis hin zum tod ist ja wohl keine "gute lösung", sondern schlicht wahnsinn, und du würdest dir das vermutlich niemals verzeihen. es gibt ja auch noch die bahn - da kann das baby nuckeln, wie es das braucht, ohne risiko.
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Julia
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Re: Stillend Auto gefahren...

Beitrag von Julia »

Mir würde es auch nie im Leben einfallen, ein Baby oder mich während der Fahrt abzuschnallen! :shock: Ich finde das wirklich unverantwortlich!

Und Ronja brüllt sich regelmäßig weg beim Autofahren - deshalb habe ich jetzt eine Monatskarte, das ist stressfreier. Und wenn wir doch mal Auto fahren, stille ich auch, ja. Ich sitze eingequetscht zwischen den Kindersitzen und hänge die Brust in die Babyschale. Dazu muss ich weder mich noch Ronja abschnallen. Denn wenn ich mich selber abschnallen würde, wäre das ja auch kacke - was nützt den Kindern eine schwerverletzte oder tote Mutter?

Es gibt ganz wenige Ausnahmen, wo ich selber fahren muss, aber das sind immer Kurzstrecken. Und dann muss sie eben weinen - ich überlege mir vorher, ob es das wert ist und ob es eine andere Möglichkeit gibt.

Zum Thema Kotzen: Meine jüngeren Geschwister waren alle immer reisekrank im Auto. Wenn man eine Tüte anstatt eines Eimers nimmt, kann man da auch angeschnallt reinkotzen. ;) (Man sollte bloß aufpassen, dass die Tüte unten keine Lüftungslöcher hat, sonst ist sie eher ein Kotztunnel...)
Kinder brauchen Liebe - besonders, wenn sie sie nicht verdient haben.
(Henry David Thoreau)
Yolanthe
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Re: Stillend Auto gefahren...

Beitrag von Yolanthe »

Kirsten hat geschrieben:es gibt ja auch noch die bahn - da kann das baby nuckeln, wie es das braucht, ohne risiko.
Sorry, aber dann bist Du wahrscheinlich nur Bahn gefahren außerhalb der "Stoßzeiten"...
Pro ICE (und den braucht man meist auf längeren Strecken, weil das IC-Netz immer mehr ausgedünnt wird, der IR ist ja schon tot) gibt es genau 1 (in Worten: ein) Mutter-Kind-Abteil. Da kannst Du Dir leicht ausrechnen, wieviele Mamas mit Kind(ern) da reinpassen.
Sonst bleiben Dir nur die Großraum-Wagen (Ich weiß, es gibt zB im Saarland noch ein paar Nebenstrecken, die mit abteilwagen besetzt sind- das ist aber die Ausnahme!).

Vor nicht allzu vielen Jahren waren dort die Raucher- von den Nichtraucher-Plätzen lediglich durch eine halbe Plastewand getrennt. Somit stank es auch im Nichtraucherbereich extrem nach Rauch. Sorry, das wollte ich meiner Tochter nicht zumuten!

Außerdem wären meine Kinder durch die ganzen Leute im Zug viel zu sehr abgelenkt gewesen, als das sie dort ruhig hätten stillen können...
Aber da ist vermutlich jedes Kind anders. Meine waren und sind sehr leicht ablenkbar.

Da mein Sohn nicht mehr gestillt wird, habe ich nun das Problem nicht mehr, auch hat er nie soviel Theater gemacht wie die Große. Aber damals (vor 8 Jahren) war es für mich die einzige Möglichkeit, um meine Verwandten (oder die des Kindsvaters) besuchen zu können, diese Strecke mit dem Auto zu fahren.
Liebe Grüße von Yolanthe
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rosenholz
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Re: Stillend Auto gefahren...

Beitrag von rosenholz »

Ich frag mich was mir lieber wäre:
ein schreiendes Kind auf dem Rücksitz oder
ein totes Kind, das vielleicht noch durch die Scheibe geflogen ist, oder eingequetscht wurde.

eigentlich nichts von beiden, aber das erste kann ich verantworten, das 2. niemals.!!!........
Yolanthe
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Re: Stillend Auto gefahren...

Beitrag von Yolanthe »

Julia hat geschrieben: Und wenn wir doch mal Auto fahren, stille ich auch, ja. Ich sitze eingequetscht zwischen den Kindersitzen und hänge die Brust in die Babyschale.
:oops: das wäre bei meiner Brust nicht gegangen, die ist erst jetzt (nach dem 2. Kind) weicher geworden... :oops:
Julia hat geschrieben:Es gibt ganz wenige Ausnahmen, wo ich selber fahren muss, aber das sind immer Kurzstrecken. Und dann muss sie eben weinen - ich überlege mir vorher, ob es das wert ist und ob es eine andere Möglichkeit gibt.
Wenn ich hier in der Stadt unterwegs bin, mache ich das auch so, aber manchmal muß man halt auch längere Strecken fahren.
OT: ich war froh, daß meine Tochter (als ich dann ein paar Monate später alleinerziehend war) die Flasche genommen hat. Die konnte ich gefahrlos nach hinten durchreichen. Bei 270 km Autobahn (A4 und A9) hätte ich sonst den ganzen Tag mit xmal Umsteigen (ohne Rolltreppe oder Fahrstuhl!) auf irgendwelchen Bahnhöfen verbracht. Auch keine Alternative, oder?
Liebe Grüße von Yolanthe
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joli.81
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Re: Stillend Auto gefahren...

Beitrag von joli.81 »

Also, Tüte und Eimer funktioniert gleich schlecht bei uns :? Im größeren Kindersitz geht es dann besser, weil sie sich vorbeugen können.

Die Bahn ist leider keine Alternative... wir sind auf Wochenende und Ferien angewiesen und die in Frage kommenden Züge sind nicht zum Sparpreis zu haben. Somit ist Bahnfahren dreimal so teuer wie Autofahren für uns, das regt mich regelmäßig auf, ändert aber ja nix... ich würde liebend gern Bahnfahren, wäre echt stressfreier...

Wie gesagt, ich finde es nicht gut, aber stundenlanges Weinen ist für uns auch nicht zumutbar. Wenn etwas passiert, mache ich mir mein Leben lang Vorwürfe, das ist mir klar. Ich wollte nur sagen, dass eben das was in der Theorie "richtig" ist leider nicht immer im Leben praktisch auch machbar erscheint oder umgesetzt wird - ganz allgemein! Ich glaube auch nicht, dass es etwas nützt, wenn ihr die "Kind-Abschnaller" hier mit hoch erhobenem Zeigefinger ermahnt - denn es ist ja keine neue Info, was da passieren kann. So wie jeder Raucher weiß, dass er davon sterben kann und es trotzdem tut. Im Falle das Autofahrens ist es halt schlimm, weil es die Kinder betrifft, nicht mich selbst.

Ja, ich finde es schlimm, sein Kind abzuschnallen und mache es trotzdem, weil ich es anders nicht aushalte! Das war es, was ich sagen wollte...
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Yolanthe
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Re: Stillend Auto gefahren...

Beitrag von Yolanthe »

hallo, jolie!

Ich kann Dich gut verstehen, mir geht es genauso.
Die Sache mit dem Fahrpreis bei der DB hatte ich weggelassen, aber das ist natürlich auch etwas, was man miteinbeziehen sollte, wenn man "pro Bahn" ist...
Davon abgesehen, daß die Züge voll sind (v.a. am Wochenende und vor/nach Feiertagen) und man gar nicht immer nen Sitzplatz kriegt, weil die Bahn trotz Platzreservierung mal eben andere Waggons nimmt, wo die eigentliche Reservierung nicht gilt- alles shon erlebt. Mehrmals pro Monat. ich bin nämlich früher jede Woche mehrere Hundert km gependelt! Mir kann keiner erzählen, daß die Bahn ne Alternative sei...
Liebe Grüße von Yolanthe
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Gluehsternchen
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Re: Stillend Auto gefahren...

Beitrag von Gluehsternchen »

Für mich abschnallen, absolutes Nogo... egal warum!

Wir haben auch weit entfernt wohnende verwandte... ca 500km... wir sind sowohl mit Hannah schon hingefahren, als auch mit Helene z.b. nach Eckernförde (2x 3 Stunden )

Beide Kinder sind KISS behandelt und bei beiden ist es danach gut gewesen.
Wenn Helene heute beim Fahren weint, dann habe ich vielfältige Möglichkeiten:

1. Anhalten und stillen, wenn sie Hunger hat.
2. Wir haben einen Autoschnuller, den sie bisher genau 3x nahm, als sie vor Müdigkeit weinte....
3. Ich kann als Beifahrer meinen Finger nach hinten halten und helene nuckeln lassen, so das sie sich nicht total aufregen muß
4. Wir singen alle zusammen, ich streichel Helene
5. Wenn ich selbst fahre, habe ich Helene vorne neben mir mit abgeschaltetem Air-bag. Sie kann mich sehen und das reicht ihr...

Für mich gäbe es einfach nie die Alternative mein Kind abzuschnallen, NIE... egal wie stark sie weint. Lieber halte ich an... lieber plane ich anders...
lieber besuche ich dann eben iim ersten Jahr keine Verwandten...

Ich empfehle gern allen, deren babys im Sitz so brüllen auf Blokaden schauen zu lassen, grade diese Zwangshaltung führt bei ihnen dann zu schmerzen.
Yvi mit Teeny *06/05 und Sandwich *10/08 und kleinem Bär *02/15
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SuperNova
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Re: Stillend Auto gefahren...

Beitrag von SuperNova »

Yolanthe hat geschrieben:
SuperNova hat geschrieben:Warum kann man zum Stillen nicht anhalten?
Warum plant man dafür dann nicht einfach mehr Zeit ein?
Man kann planen wie man will, wenn man 450 km Autofahrt (nur Autobahn, Landstraße nicht mitgerechnet) vor sich hat, nutzt die beste Stauprognose bzw. Planung nichts. Da kann sonstwas vorkommen.
SuperNova hat geschrieben:Ich kann mir KEIN, aber auch gar KEIN Umstand vorstellen der so dringlich ist dass ich nichtmal für 10 min anhalten könnte. Oder doch, könnte ich mir schon - nahende Todesfälle etc,
Wenn "für 10 min anhalten" reicht, isses gut. Meine beiden Kinder waren "Langstiller", d.h. meine Tochter hat 1-2 Stunden getrunken, mein Sohn meist 45 min- pro Stillmahlzeit! Dann hätte ich mich ja die ganze Stillzeit nie wieter weg bewegen dürfen. Oder hätte ÖPNV nehmen müssen.
Ich kenne aus berufl. Gründen die Zuverlässigkeit der DB recht gut (4 Jahre pendeln, davon 2 Jahre 310 km für eine Strecke, die anderen 2 Jahre 600 km). Da wäre ich NIE angekommen.
SuperNova hat geschrieben:aber dann würde ich eher das Kind gut versorgt und betreut zu hause lassen.
Und wenn der "nahende Todesfall" nicht um die Ecke ist? Meine Familie war zum Beispiel lange Zeit mehrere Hundert km weit weg. Flugverbindung gab es damals noch nicht so wie heute.
Wenn du noch stillst, und bisher ohne Milchpumpe ausgekommen bist, wie willst du dein Kind "gut versorgt" zurücklassen, wenn du nicht weißt, wann Du wiederkommst? ich hatte zB keine Milchpumpe "auf Verdacht" zuhause. Mein Sohn brüllt bei jeder fremden Person. Er akzeptiert nur mich, seinen Vater und seine Schwester. Das war's. Also nehme ich ihn überall hin mit. Das macht weniger Streß.
Ich hab selber zwei Kinder vollgestillt und sie haben jegliche Flaschenfütterung verweigert. Ich weiß also was es bedeutet das Kind IMMER mitnehmen zu müssen!
Ist doch egal, dann mach ich statt 10 min eben 1 h Pause, die Zeit muss sein oder ich bleibe gleich zu Hause.
Meine Kindern sind noch keinen Meter unangeschnallt gefahren in ihrem Leben, egal was war.
Freya hatte KISS und wir mussten als sie 6 Wochen alt war 2 1/2 h nach Dortmund fahren - eine Strecke. Natürlich war es furchtbar sie so weinen zu hören, aber NIE wäre ich auf die Idee gekommen sie aus dem Sitz zu nehmen.
November 07 hatten wir einen Autounfall mit Freya an Bord, wäre sie in diesem Moment nicht angschnallt gewesen könnte ich sie heute auf dem Friedhof besuchen. Und es war nicht unsere Schuld, ein Reifen ist geplatzt und ich die Kontrolle über das Auto verloren.

Für mich gibt es für so ein grob fahrlässiges Verhalten einfach keine Entschuldigung und da stehe ich zu. Entweder ich schnalle mich und meine Kinder im Auto an, wenn das aus irgendwelchen Gründen nicht möglich ist muss ich mir eine andere Fortbewegungsart suchen.
Viele Grüße SuperNova mit Maxi, Midi und Mini
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