@fliederfee
nun, man darf bei interpretationen die mögliche motivationsgrundlage der eltern auch vielfältiger ausfallen lassen

. es kann auch einfach sein, dass es ein "wert" der mutter ist, dass man mit essen "nicht spielt" und dass sie vielleicht noch nicht die idee hatte, das verhalten ihrer tochter hinsichtlich nahrung anders zu bewerten als mit "spielen" und spielen hat für die meisten erwachsenen weniger wert. als erforschen, entdecken, lernen, arbeiten, etc. pp.
wir waren übrigens vor kurzen in einer situation, dass meine kinder (5 + 2,5) auf ein weiteres kind (4) trafen, mit dem sie etwas spass hatten. letzteres kind kam auf die idee den 1x angebissenen apfel als ball zu verwenden und warf ihn ständig hin. ich blieb zunächst still, war ja nicht meine aufgabe einzuschreiten, zumal andere zuständige menschen zugegen waren. meine große guckte, irritiert, guckte weiter, betrachtete das lachende kind und fing an mitzumachen und in diesem moment (endlich) konnte ich einschreiten und das verhalten unterbinden. ich bot an einen ball zu holen bzw. mit dem apfel so weiterzuverfahren, wenn er anschließend an (vorhandene) tiere verfüttert werden würde. für mich sind verhaltensweisen altersabhängig angemessen ... in meinen augen ... tatsächlich nehme ich mir raus werte vorzugeben. d.h. meine fünfjährige kann ruhig mal mais oder brokkoli in ihr wasserglas werfen, um herauszufinden was passiert, aber sie muss nicht mehr die tomatensoße auf unserem tisch verschmieren, das durfte sie exzessiv mit 8 monaten tun ...
... von daher wäre vielleicht eine lösung gewesen der mutter einfach deine sicht auf die dinge wiederzugeben, wie du dich dabei fühlst, wenn dein kind mit essen "arbeitet" und was ihre gefühle dabei sind bzw. weswegen es ihr wichtig ist, das verhalten zu unterbinden bzw. welche alternativen der unterbindung es geben könnte.
zum thema an sich:
ich habe getragen, gestillt, familiengebettet und bin in vielen bereichen anders als andere und überhaupt nicht "alternativ-ökig-nicht-erziehend" ... ich sehe es wie "das muli" erziehen beginnt für mich später, definitiv nach einem jahr und dann kommen noch mal ganz andere faktoren zum tragen. welche werte sind mir wichtig, welche altlasten trage ich mit mir rum, welche erwartungen habe ich an das kind, an mich, wie begreife ich die welt, etc. pp.
vor allem im ersten lebenshalbjahr werden die kinder oft einfach "versorgt" und zwar so wie es weitergegeben wird. aber es ist einfach für mich ein fakt, dass nicht jede lzs z.b. ähnlich mit ihren kindern hinsichtlich ernährung umgeht, noch nicht mal der großteil. je mehr zeit vergeht, je mehr faktoren im leben hinzukommen, desto vielfältiger wird es. ich glaube auch nicht, dass generell "sut" kinder ruhiger sind, zumindest ist dies nicht meine erfahrung. in einem anderen forum gibt es eine userin die behauptet immer wieder "gestillte, getragene und familiengebettete" babys seien ruhiger und würden mehr schlafen und es gäbe keine kinder die im familienbett schreien würden. da geht mir immer die hutschnurr weg, weil es einfach nicht so ist. es gibt tatsächlich schreibabys, die auch trotz dieser faktoren die ankunft auf dieser welt beweinen und beweinen bis sie es annehmen können, aber das sieht diese frau nicht und hämmert auf ihre beobachtungen und erfahrungen und auf ihr tolles kind. es ist ein sammelsurium aus vielen teilen, weswegen sich kinder so und so verhalten und oft ist die rolle der eltern an sich, ihre haltung, ihre innere sicherheit, das was man nämlich nicht in handlungen unbedingt sehen kann, ein viel entscheidender faktor. ich kenne "alternative" kinder die - mMn - in einem ausmass nach halt und begrenzung suchen, dass ich das was die eltern tun schon verantwortungslos finde, klar die kinder finden sich und ihre grenzen selbst. bla, bla und wozu bin ich dann da ... ach um das auto zu stoppen, damit mein kind auf die fahrbahnlaufen kann, ja, klar
ich selber bin z.b. extrem autoritär und belastend groß geworden und trotz aller alternativ verhaltensweisen gelingt es mir nicht meinen schatten komplett abzulegen oder so schnell abzuarbeiten wie meine kinder größer werden, d.h. auch ich gebe verletzungen weiter ... die eine mutter, mag darüber "lächeln" wenn sie sagt, dass sie ihr kind auf die hände schlägt ... nun gut, diese frau kann noch nicht fühlen welche missachtung dem kind gegenüber dahinter steht, jeder ist dort wo er gerade ist und die kinder gehen sehr individuell damit um.
von daher: gegen das über den kamm scheren !! es gibt keine verallgemeinerungen !!
