Hallo,
also erstmal: toll, dass Du so einen langen Atem hast. Man kann aus Deinen Postings herauslesen, dass Du Dich wirklich um Dein Baby sorgst.
Vielleicht sind folgende Infos hilfreich:
* Grundregel bei allen Lösungen von Stillproblemen ist immer "Füttere das Kind!". Natürlich ist die Hemmschwelle groß, (künstliche) Nahrung zuzufüttern, aber eine dauerhaft zu geringe Gewichtsentwicklung ist keine Option (und auf Dauer sicher schädlicher als das Zufüttern).
* Was ich bisher noch nicht so ganz rauslesen konnte, ist, sozusagen WER das Stillproblem hat - Du oder Dein Baby (oder beide). Es kann verschiedene Ursachen für zu geringe Gewichtszunahme geben, z.B.:
Milch ist da, aber Baby kommt nicht richtig dran - Milch ist da, aber Baby kommt zu selten dran - Milch ist da und Baby kommt dran, hat aber ein Stoffwechselproblem, was zu Malabsorption o.ä. führt - Milch ist da, aber Baby meldet sich nicht oft genug (Regulationsstörung oder Wahrnehmunsstörung) - Milch ist zu wenig, und Baby stört es nicht (ebenfalls Regulationsstörung oder Wahrnehmunsstörung) - Milch ist zu wenig, weil Baby nicht korrekt/nicht lange genug/nicht oft genug saugt.
* Wiegeproben können sinnvoll sein, müssen aber korrekt durchgeführt werden, wenn sie med. Aussagekraft haben sollen! "Korrektes Wiegen" ist ein Thema für sich, echt. Was man über sog. "Stillproben", d.h. Wiegen vor und nach dem Stillen, bei korrekter Wiegetechnik tatsächlich rausfinden kann, wäre die Frage nach grundsätzlich gut etablierter Milchproduktion. Falls damit alles OK ist, dann kann man weiterforschen, warum das Kind die Milch offenbar schlecht verwertet.
* Künstliche Sauger sind ein Hauptgrund für schlechte Gewichtszunahme - unabhängig von der genauen Ursache. Jede Minute, die ein Baby am Schnuller verbringt, stillt es nicht und bekommt keine Milch.
* Warzen werden nicht von "nur nuckeln" wund, sondern von einer schlechten/falschen Saugtechnik. Auch häufiges An- und Abdocken schadet den Warzen keineswegs (aber EINMAL falsch angelegt kann bereits zu einer Wunde führen).
* Wenn man einem gerade gestillten Baby hinterher eine Flasche anbietet und es diese austrinkt, dann kann man daraus NICHT ablesen, dass es noch Hunger hatte und beim Stillen zu wenig bekommen hat. Was man daraus allerdings durchaus ablesen kann ist: der Saugreflex ist offensichtlich stärker als das Sättigungsgefühl - Kinder mit einem sehr starken Saugreflex hören quasi NIE auf zu saugen. (Allerdings geht es ihnen hinterher mit völlig überfülltem Magen wahrscheinlich auch nicht besonders gut...).
Jetzt frag ich mich nur wie ich weiterverfahren soll?
Also BecKa hat ja schon gaaanz viel völlig richtiges geschrieben.
Sollte die zu geringe Gewichtszunahme TROTZ gutem Stillmanagement und Verzicht auf künstliche Sauger bestehen bleiben, und ist ebenfalls ausgeschlossen dass eine Milchbildungsstörung vorliegt, dann würde ich, ehe ich "aufs Geratewohl" dauerhaft irgendetwas zufüttere (was auch??) auf jeden Fall medizinisch DEN GRUND abklären lassen. Denn dann besteht ja die Gefahr, dass Dein Baby von künstlicher Milch o.ä. kein bisschen besser(!) zunimmt - es aber auf diese Weise weniger Muttermilch bekommt.
LG und alles Gute,
Julia