Liebe Meeresbrise, fühl dich gedrückt!



Ich habe hier eine Weile mitgelesen und sofort sind die ersten Tage und Wochen mit meiner Tochter wieder ganz präsent


Ich möchte meine Erfahrung deshalb mit dir teilen... ob es eine "Erfolgsgeschichte" ist, ist vielleicht Ansichtssache (denn wir haben es nicht zum Vollstillen geschafft, konnten die Zufütterung nach Beikosteinführung aber schnell loswerden...). Ich stille meine Tochter noch immer und bin rückblickend dankbar und glücklich
Aber von Anfang:
Meine Tochter kam bei 36+0 nach vorzeitigem Blasensprung per sekundärem Kaiserschnitt auf die Welt, weil die Herztöne unter den Wehen schlecht waren. Der KS erfolgte leider letztendlich auch unter Vollnarkose, weil die Spinalanästhesie nicht geklappt/ nicht schnell genug gewirkt hat. Wir waren die erste Nacht voneinander getrennt, weil sie Anpassungsschwierigkeiten hatte, sie lag im Wärmebettchen an der Überwachung.
Zum ersten Anlegen wurde sie mir erst von der Nachtschicht gebracht (die Kaiserschnitt war nachmittags), dann erst wieder am nächsten Morgen... in der Zwischenzeit wurde sie vom Stationspersonal mit der Flasche gefüttert. Am nächsten Vormittag durfte sie dann zu uns ins Familienzimmer. Dann wurden mir ziemlich schnell Stillhütchen aufgedrängt (meine Tochter könne meine Brustwarzen angeblich nicht fassen).
Meine Tochter ist an der Brust immer sehr schnell eingeschlafen bzw. hat von vornherein nur genuckelt. Mir wurde zwar immer gesagt "melden Sie sich, wenn Sie Hilfe brauchen"... Ich war aber zu unerfahren und konnte überhaupt nicht einschätzen, ob meine Tochter effektiv trinkt.
Am 3. Lebenstag hatte sie schon mehr als 10% an Gewicht verloren, da hieß es zufüttern, 10ml nach jedem Stillen (mit der Flasche, eine andere Zufüttermethode wurde überhaupt nicht vorgeschlagen und ich habe es nicht hinterfragt...).
Am nächsten Tag hatte sie nochmal deutlich abgenommen und war zum Stillen überhaupt nicht mehr zu motivieren/ wach zu halten, ist sofort eingeschlafen. Eine Hebamme/ Schwester, die einen Stillversuch beobachtete, sagte nur "Sie schaffen es ja überhaupt nicht, die Kleine zu stimulieren" und dass man die Talfahrt beim Gewicht jetzt endlich abfangen müsse....
Da hieß es dann: Abpumpen, Fütterung mit der Flasche. Anlegen sollte ich sie erstmal nicht mehr, damit sie sich nicht ermüdet und ihre Menge aus der Flasche schafft

Beim Abpumpen kam am Anfang NICHTS, dann ein paar Tropfen, am Entlassungstag (6. Lebenstag) rechts 5-10ml maximal, links wenige Tropfen.
Mir wurde geraten, meine Tochter erst wieder anzulegen, wenn ich mindestens 30-40ml abpumpen könne, sonst sei sie nur frustriert

So wurde ich quasi nicht stillend aus dem Krankenhaus entlassen... mit der Überzeugung, dass es "bei mir nichts zu holen gibt", ich mein Kind nicht ernähren kann.
Ich habe viele Tränen vergossen und mich wie die schlimmste Versagerin gefühlt.
Erst 2 Wochen nach der Entlassung habe ich mich unter Anleitung meiner Hebamme getraut, meine Tochter wieder anzulegen (OHNE Stillhütchen), obwohl ich die "vorgegebene Mindestmenge" bis dahin noch lange nicht abpumpen konnte.
Einen Milcheinschuss habe ich nie gespürt.
Zugefüttert habe ich allerdings weiterhin mit der Flasche, ein BES hatte mir die Hebamme zur Verfügung gestellt, sagte aber ehrlich, dass sie damit keine Erfahrung habe und ich es nur probieren könne... Ich kam damit nicht gut zurecht und bin dann wieder auf die Flasche umgestiegen (im Nachhinein ärgere ich mich, dass ich der Zufütterung an der Brust nicht noch eine Chance gegeben habe).
Meine Tochter hat beizeiten sehr große Mengen aus der Flasche getrunken, teilweise um die 100ml (wir haben sie auch förmlich "vollgestopft", aus Angst um die Gewichtsentwicklung

) und dann viel zu lange am Stück geschlafen.
Ich habe dann irgendwann versucht, die Gesamtmenge auf kleinere, stillfreundlichere Portionen aufzuteilen und dann (nach einmaligem Kontakt zu einer LLL Stillberaterin) gewagt, die Zufütterung langsam zu reduzieren (da war meine Tochter knapp 2 Monate alt). Irgendwann kam ich "auf eigene Faust" nicht mehr weiter, da bei jedem weiteren Reduzierungsversuch über eine gewisse Menge hinaus das Gewicht stagnierte.
Dieses Forum und die Hilfe von Mondenkind waren für mich dann der Gamechanger

... Hier nochmal ein riesengroßes DANKESCHÖN
Jetzt habe ich einen halben Roman geschrieben

Aber vielleicht hast du irgendwann einen ruhigen Moment, um das zu lesen... wenn nicht, ist das auch nicht schlimm!
Lange Rede, kurzer Sinn: es lohnt sich immer, für die Stillbeziehung zu kämpfen und sich wirklich kompetente Hilfe zu suchen!
