Mir fiel der Punkt „Ich will keine Minimalistin sein, …“ im Eingangspost auf.
Ich frag mal zurück: Warum nicht?
Minimalismus heißt nicht unbedingt, in einer weiß-beigen leeren Wohnung mit 90 Gegenständen zu leben. Das hat zwar irgendwie manchmal den Anschein, wenn man auf Insta oder YouTube guckt, aber eigentlich heißt es, dass man die Dinge hat, die man zum Leben braucht. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Man strebt an, von allem soviel zu besitzen wie man braucht, man darf die Dinge auch schön finden und sie dürfen bunt sein.
Minimalismus ist auch nicht zwingend Geld sparend. Es ist nur die bewusste Entscheidung für weniger Kram. Wie, ich glaube MCM18, leben wir in einer eher kleinen Wohnung für die Familiengröße (sind grad von 70qm auf 90 qm in vier Zimmern umgezogen zu fünft, wobei das Baby nur so halb zählt).
Wir überlegen vor jeder Anschaffung, ob wir das wirklich brauchen. Wenn was kaputt ist, ersetzen wir es erstmal nicht direkt, sondern gucken, ob es nicht auch ohne geht. Impulskäufe vermeiden. Wenn man was sieht und es haben will, es erstmal aufschreiben und gucken, ob man es nen Monat später immer noch haben will, um „Ich brauche das“ gehen „Ich will das gerne haben“ zu unterscheiden. Und „Man kann alles schön finden, man muss aber nicht alles besitzen“.
Was mir oft auch hilft, ist die „Container-Überlegung“. Wo bewahre ich das auf? Ist da noch Platz drin? Wenn nein, dann brauche ich das nicht. So mache ich das z.B. bei Kleidung, bei Handtüchern, bei Tassen, etc. Wenn das Fach voll ist (oder eigentlich gar hat alles reingeht), dann ist es Zuviel. Überraschenderweise funktioniert das manchmal sogar bei meinen Kindern, die haben ein Fach und wenn das überläuft, setz ich mich mit ihnen hin, wir nehmen alles raus und reden drüber, ob das Kind das noch braucht oder behalten möchte oder ob es eigentlich weg kann.
Aber wenn einer die Lösung für die Spielzeug-Geschenke-Schwemme hat, nehm ich die auch gerne…
Und das klingt jetzt so, als wären wir die Ultra-gut-organisierten Minimalisten, da sind wir weit von entfernt, ich würde mich nichtmal als wirkliche Minimalistin bezeichnen. Aber grade der Konsum-Gedanke darin, brauche ich das wirklich, oder will ich es nur gerne haben? hilft mir doch sehr oft. Viel Geld für Lebensmittel geben wir aber auch aus, Lebensmittel plus Haushaltskram liegt bei uns nach der letzten Zählung auch so bei 800 Euro, meine ich.
Muss ich mal wieder nachrechnen.
Also ist die eigentliche Frage, was du ändern willst. Die hohen Geldausgaben für Lebensmittel? Die Ansammlung von Kram in der Wohnung? Die Anspruchshaltung der Kinder? Deine eigene Anspruchshaltung dahingehend, was du „bieten“ musst?
Das sind nämlich sehr unterschiedliche Dinge mit sehr unterschiedlichen Ansätzen.