carolina hat geschrieben: 03.05.2022, 09:09
Ich hab ja mal als Strategie absichtlich kleinere, für mich emotional nicht belastende Konflikte
angefangen, damit das Kind den Wutausbruch haben konnte, den es nach der Schule brauchte. So hat das Kind nicht immer weiter und immer krasser provoziert, bis es irgendwann einen Riesenstreit gab, sondern wir haben das quasi schnell hinter uns gebracht, ohne dass ich komplett am Ende war. Das hat funktioniert
Wie macht man das? Liegt mir garnicht

Hast du Tipps für kleine Eskalationen?
Serafin hat geschrieben: 03.05.2022, 08:29
Der kleine ist ganz anders. Den kann man manchmal raus holen, mein Mann besser als ich. Aber ich habe keinen Bock mehr dazu. Wenn der fertig gewütet hat, sitzt er sich zufrieden hin und tut genau das, was ich vorgeschlagen habe bzw das, wogegen er gerade gewütet hat. Und er ist danach ausgeglichen und hat aus der Wüterei, die mich so viel Kraft kostet, Energie gezogen. Auch kann man mit ihm nicht darüber sprechen und somit kein Lerneffekt.
ich denke genau das ist der Lerneffekt. Er braucht vielleicht kein großes Gerede drum, sondern hat ganz gut mitbekommen um was es geht, wollte aber trotzdem noch wütend sein.
Ich merk jetzt in manchen Situation nämlich auch, dass sie durchaus zugehört hat, auch wenn ich nur angebrüllt werde.
Letztens wollte sie morgens vor dem Kindergarten unbedingt ihr Prinzessinkleid anziehen. Ich erklärte dass es für den Kindergarten nicht geeignet ist, weil es kaputt geht und sie damit nicht krabbeln und klettern kann. Sie wollte unbedingt und wir machten aus sie trägt es 10 min und darf sich im Kreis drehen damit es fliegt. Sie versprach es. Gut sie zieht es an, nach 10 min sag ich "noch 3 mal drehen" und bäääämmm sie will es natürlich nicht ausziehen. Pfeffert mir ihre andere Kleidung um die Ohren. Schreit. Ich komm mit der Kleidung zu ihr, versuchs ruhig "Wir haben uns ausgemacht 10 min, du hast es versprochen, also zieh es jetzt bitte wieder aus" - NEEEEEEEIIIIIIIN kehliges Schreien direkt vor meinem Gesicht. Ich wurde wütend, pfefferte ihr das andere Tshirt einfach auf den Schoß und ging raus. Trank einen Kaffee. Nach 2 min kommt sie her "Mama kannst du mir das ausziehen? Dann zieh ich das T-Shirt an und dann gehen wir in den Kindergarten."
Was mich am meisten stresst, ist wenn man ihr es vorab schon 3 mal erklärt hat, veranschaulicht hat, (z.b. dass es regnet) und sie dann nach 3 mal Nachfragen noch immer sagt, ja weiß sie, will sie trotzdem - und sie dann trotzdem so brüllt als hätt sie ne Reißzwecke im Fuss. Da muss ich instinktiv erstmal die Augen gegen Himmel drehen, tief ausatmen oder schnauben, weil es mir einfach das Gefühl gibt, dass ich "alles umsonst mache / erkläre"
Ich habe heute mit meiner Mama gesprochen und sie meint diese abendlichen Eskalationen dienen eher dazu unsere Aufmerksamkeit zu bekommen. Egal wie auch im Negativen. Wir sind beide mit ihr beschäftigt und sie steht im Mittelpunkt. Nicht ihr Bruder. Und Abendessen seien einfach die perfekte Gelegenheit um zu eskalieren - bei allen Kindern
Na das will man sich ja mal nicht entgehen lassen
