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Re: Reagiere ich über?
Verfasst: 11.09.2019, 11:03
von Waschbaer78
Mir hilft das hier gerade total mich zu sortieren und zu reflektieren.
Danke
Ich muss ja für das Gespröch wissen,was ich möchte.Konnte der Trainer das einschätzen,was muss er wissen für das nächste Mal usw.
Nur so können wir ggf. eine neue Basis finden und unseren Sohn wieder abgeben.
Re: Reagiere ich über?
Verfasst: 11.09.2019, 11:28
von thuri
Mir ist noch etwas eingefallen, um dich zu beruhigen.
Gerade bei besonderen Kindern kann es ja sogar sinnvoll und bereichernd sein, wenn die Eltern sich in passenden Situationen rausnehmen und den professionellen Blick von außen zulassen. Viele Kinder wachsen an solchen Momenten.
Dass es in diesem Fall im Nachhinein doch falsch war, sagt nicht, dass es grundsätzlich ein Fehler war.
Du hast dem Trainer vertraut.
Du hast den Sturz selbst nicht gesehen.
Es war seit Monaten gut für dein Kind, dorthin zu gehen.
Ich finde, in dem Moment war abwarten das beste, das du tun konntest.
Ich hoffe sehr für euch, das der Trainer bereit ist zu lernen und raffi bereit ist, ihm noch eine Chance zu geben.
Re: Reagiere ich über?
Verfasst: 11.09.2019, 11:58
von Waschbaer78
Danke
Wir haben jetzt gesagt dass wir nächstes Mal auf jeden Fall hinfahren und den Trainer bitten ihn vorher zu sprechen ,auch mit Rafael.Ich möchte dass mein Sohn nicht auf seiner Panik sitzen bleibt.Ich möchte den trainer einerseits sagen wie es für Raffi war,andererseits meinem Sohn erklären warum der Trainer so reagiert hat.Und ich hoffe dass da eine Basis entstehen kann wieder.
Re: Reagiere ich über?
Verfasst: 11.09.2019, 12:17
von Elena
Waschbaer78 hat geschrieben: 11.09.2019, 11:58
Danke
Wir haben jetzt gesagt dass wir nächstes Mal auf jeden Fall hinfahren und den Trainer bitten ihn vorher zu sprechen ,auch mit Rafael.Ich möchte dass mein Sohn nicht auf seiner Panik sitzen bleibt.Ich möchte den trainer einerseits sagen wie es für Raffi war,andererseits meinem Sohn erklären warum der Trainer so reagiert hat.Und ich hoffe dass da eine Basis entstehen kann wieder.
Das finde ich eine super Lösung. Ich drücke euch die Daumen, dass euer Sohn wieder hingeht und dort weiter gute Erfahrungen machen kann!
Re: Reagiere ich über?
Verfasst: 11.09.2019, 13:52
von nido56
Ich finde auch, dass das nach einem guten Plan klingt.
Nachdem ich jetzt alles gelesen habe, sehe ich die Sache etwas anders als am Anfang. Jetzt klingt es nicht mehr so sehr nach "hart machen" sondern eher nach "der hat die Situation total falsch eingeschätzt".
Du hast dich zurück gehalten, weil du dachtest, "wenn es nötig ist, wird der Trainer ihn schon zu mir schicken". Hätte ich wahrscheinlich genauso gemacht. Der Trainer dachte aber vielleicht, "Die Mutter ist ja da. Wenn es nötig wäre, würde sie schon kommen".
Wenn der Trainer einsieht, dass es richtig blöd gelaufen ist und für deinen Sohn echt schlimm war, und wenn er bereit ist, mit ihm respektvoll darüber zu reden, dann kann dein Sohn vielleicht sogar noch eine positive Erfahrung mitnehmen.
Re: Reagiere ich über?
Verfasst: 11.09.2019, 13:56
von Leominor
Ich denke auch, dass es eine sehr gute Idee ist mit ihm zu sprechen. Prinzipiell klingt es ja schon so, dass er sehr offen ist und auch bereit dazu sich auf besondere Kinder einzulassen.
Für mich klingt es auch so, dass er die Situation leider falsch eingeschätzt hat. Ich glaube nämlich schon, dass es für viele Kinder völlig falsch gewesen wäre, sie in dieser Situation zur Mutter zu schicken und das Training zu beenden. Da bleibt dann im Kopf nur der Sturz und bis zum nächsten Training eine Woche später haben sie dann so eine Angst, dass gar nichts mehr geht... Ich denke wirklich nicht, dass es mangelnde Empathie war, sondern einfach die Tatsache, dass er dachte R. in diesem Fall am besten wie andere Kinder zu behandeln. Das war falsch, aber sicher nicht böswillig.
Für euren Sohn war die Reaktion natürlich trotzdem völlig verkehrt, aber das könnt ihr bestimmt klären. Überlegt euch, was in so einer Situation besser gewesen wäre und besprecht das mit ihm! Es wäre doch schade, wenn euer Sohn mit einem Sport, den er scheinbar gerne macht aufhört, weil der Trainer ein Mal falsch reagiert hat.
Ich drücke euch die Daumen für ein positives Gespröch und dass ihr die Situation auch für R. klären könnt! Hoffentlich kann er bald wieder mittrainieren und hat auch wieder Spaß dort!
Re: Reagiere ich über?
Verfasst: 11.09.2019, 16:05
von Elena
Leominor hat geschrieben: 11.09.2019, 13:56
Für mich klingt es auch so, dass er die Situation leider falsch eingeschätzt hat. Ich glaube nämlich schon, dass es für viele Kinder völlig falsch gewesen wäre, sie in dieser Situation zur Mutter zu schicken und das Training zu beenden. Da bleibt dann im Kopf nur der Sturz und bis zum nächsten Training eine Woche später haben sie dann so eine Angst, dass gar nichts mehr geht... Ich denke wirklich nicht, dass es mangelnde Empathie war, sondern einfach die Tatsache, dass er dachte R. in diesem Fall am besten wie andere Kinder zu behandeln.
Wobei ich das gar nicht unbedingt (nur) am Autismus festmachen würde. Zwei meiner Kinder hätte man am besten so behandelt, wie es der Trainer gemacht hat, das dritte hätte man lieber betüddelt und zur Mama geschickt. Aber eine Besonderheit wie Autismus verstärkt das vielleicht noch.
Re: Reagiere ich über?
Verfasst: 11.09.2019, 16:53
von Lösche Benutzer 7240
Bei meinen nicht-autistischen Kindern wäre die Reaktion des Trainers auch verheerend gewesen.
Nachfragen, alles okay? Keine Luft - hinsetzen und Pause machen, eventuell begleitet durch den Trainer. Wenn die Mutter da ist, Pause mit der Mutter machen und dann, falls fit, beim Fangis wieder mitmachen. Voilà.
So würde zumindest unser Kampfsporttrainer das machen. Ich sowieso. Mich macht das so wütend, wenn Gefühle und Schmerzen von Kindern einfach so abgebügelt werden, aus irgendeiner diffusen Angst, dass die Kinder dann, wenn sie ernstgenommen werden, über Schmerzen oder einen Sturz nicht hinwegkommen könnten? Das ist doch absurd.
Re: Reagiere ich über?
Verfasst: 11.09.2019, 17:01
von soda
Das ist auch absurd. Trösten würde ich immer. Auch wenn es mir nicht wehtut oder ich denke, es war vielleicht nicht sooooooo schlimm.
Ich höre mit dem Trösten auf, wenn meine Kinder sich hineinsteigern oder wenn speziell die Große auf einmal mit Babysprache und nachgeahmtem Babygeheule versucht, die Aufmerksamkeit auszureizen. Dazu erkläre ich dann aber auch, was mir am Verhalten auffällt und warum ich das nicht gut finde. Bei der Kleinen funktioniert oft ein Späßchen oder Witz, bei der Großen funktioniert fast immer das Fragen, was ihr gegen Aua/Herzeleid helfen würde (und das sind meist völlig nachvollziehbare Dinge wie Kuscheln,Pusten,Pflaster,Kühlen). Wenn man diese Bedürfnisse grundsätzlich überspielen und überspringen will, dann lernt das Kind ja am Ende nur, dass es selbst berechtigte Wünsche nicht äußern sondern unterdrücken soll.
Weitermachen und motivieren und vergessen kann man das doch dann immer noch!
Re: Reagiere ich über?
Verfasst: 11.09.2019, 17:40
von Leominor
Dass er gar nicht getröstet hat kann ich mir fast nicht vorstellen, oder? Er wird doch sicher nicht völlig kommentarlos einfach mit ihm losgerannt sein. Falls doch, geht das natürlich gar nicht!
Ich vermute mal, dass er ihn zu sich gerufen hat und etwas in Richtung: Du bist gefallen? Das hat bestimmt wehgetan! Komm, wir laufen ein bisschen zusammen, gleich ist es wieder gut oder ähnliches gesagt hat. Was ich bei einem schrecklich weinenden Kind das in dem Moment nicht ansprechbar ist prinzipiell nachvollziehen kann. Bei mir als Kind wäre das definitiv eine gute Lösung gewesen. Aber in diesem Fall war es halt einfach falsch und zu Mama schicken, trösten lassen und dann noch ein positives Erlebnis wäre viel besser gewesen.
Ich denke nur für viele Kinder (für mich als Kind zumindest sehr wahrscheinlich) wäre das Training in dem Moment beendet gewesen, wenn sie zur Mutter geschickt werden, mit einem entsprechend schlechten Gefühl, das dann bleibt...