Wie reagieren auf andere Eltern, andere Erziehungsansichten?

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DolphinFFM
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Re: Wie reagieren auf andere Eltern, andere Erziehungsansichten?

Beitrag von DolphinFFM »

anirahtaK hat geschrieben: 03.07.2018, 20:54 das mit dem Hand drücken finde ich toll, werd ich mir merken.

ansonsten fahre ich hier auch am Besten mit "andere Familie, andere Regeln".

Das krasseste Beispiel ist hier eigentlich immer, bei jedem (!) Besucherkind:
auf UNSEREM Sofa wird nicht rumgehüpft und getobt. Es ist zum Sitzen/Liegen da.
Das brauchte bei einigen Kindern diverse Erinnerungen, weil es anscheinend in allen anderen Familien normal ist, das Sofa als Trampolin zu nutzen, aber inzwischen klappt es gut.
Aber fehlt da nicht eher der Bereich der Erziehung das die Regeln anderer zu beachten sind?
Meine Kinder dürfen auf unserem Sofa hüpfen und klettern. Ich erkläre ihnen aber, das sie das auf UNSEREM Sofa dürfen, nicht aber automatisch auch auf den Sofas anderer Leute, einschließlich Oma, Opa, etc. Funktioniert mal besser, mal schlechter, das gebe ich zu.

Wir haben das Thema aber auch in anderen Bereichen.

Andere Leute, andere Regeln und wenn man zu Gast ist, sind diese zu beachten, auch wenn man sie nicht teilt.
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Sumpfnudel
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Re: Wie reagieren auf andere Eltern, andere Erziehungsansichten?

Beitrag von Sumpfnudel »

Aber woher weiß ein Kind zu unterscheiden, was "selbstverständlich" ist und was erst erfragt oder als regelbehaftet erkannt werden muss? Die Frage stelle ich mir mit wachsendem Kontaktbereich des Sumpfnüdelchens immer wieder mal.

Es gibt Dinge, die mich bei Besuchskindern aus dem Freundeskreis (alle deutlich älter als unsres) immer wieder einmal irritieren, z. B. das ungefragte Öffnen verschlossener Türen aus Neugier. Da bin ich gelegentlich versucht, meckrig zu werden, halte mich dann aber zurück, weil das Kind daheim ja vermutlich alle Türen öffnen darf und nicht ahnen kann, dass ich ausgerechnet das nun doof finde.

Wie bringt man einem Kind bei, dass manches, was zu Hause selbstverständlich ist, bei anderen Leuten erst angefragt werden muss? Wie verhindert man, dass das Kind völlig verhuscht und verunsichert wird...oder es zu groben Missverständnissen kommt...
Schwiegervater erzählte vor einiger Zeit z. B. völlig erschüttert, dass der andere Enkel (zu dem Zeitpunkt 9) vor einer Übernachtung gefragt habe, ob er, wenn er nachts Durst bekomme, aufstehen und im Bad aus dem Wasserhahn trinken dürfe. Er sah das als Zeichen für eine ungebührliche Härte, der das Kind zu Hause ausgesetzt sei (der Kurze lebt bei der geschiedenen Mutter, zu der Schwiegers immer ein schwieriges Verhältnis hatten und noch haben...die Hemmschwelle, da Erziehungsmängel auszumachen, ist also sehr niedrig :roll: ). Ich warf ein, dass das viele ganz rationale Gründe haben kann - die Familie lebt im Kern eines Minidorfs mit sehr alter Bausubstanz, vielleicht soll dort (oder bei den Nachbarn, die ggf. noch Bleileitungen haben) nicht aus dem Hahn getrunken werden. Oder es gibt eine steile Treppe zwischen Kinder- und Badezimmer, die das Kind nicht im Halbschlaf heruntertorkeln soll. Oder oder oder...
Sorry fürs Abschweifen :oops:
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Nusserl
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Re: Wie reagieren auf andere Eltern, andere Erziehungsansichten?

Beitrag von Nusserl »

Das mit der Tür ist doch simpel. Du sagst dem Besucherkind, dass du das nicht möchtest. Dann weiss, das Kind, dass das bei euch eine Regel ist und hält sich dann zukünftig dran. So lernt es mal wieder, dass in anderen Haushalten andere Regeln gelten.
Das Nachbarkind hat mal meine Tochter geschimpft, da sie nach dem Essen einfach aufgestanden ist, Bei ihr zuhause muss sie warten, bis alle Kinder am Tisch fertig gegessen haben. (macht vermutlich Sinn bei Kindern, die sonst auch einfach aufhören zu essen). Meine Kinder machen das nicht und dürfen darum aufstehen. Da das Nachbarkind zu dem Zeitpunkt schon 7 oder so war, habe ich ihr einfach kurz erklärt, dass diese Regel bei uns zuhause nicht gilt und meine Kind darum aufstehen darf. Aber wenn sie bei ihnen isst, muss sie sich an die Regeln bei ihnen zuhause halten. Fand das Kind nach vollziehbar.
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sandra86
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Re: Wie reagieren auf andere Eltern, andere Erziehungsansichten?

Beitrag von sandra86 »

Ja ich finde es ganz wichtig, dass eben alle ihre eigenen Grenzen/Regeln aufzeigen (und ggf. Erklären). Ich als Mutter kann nicht wissen, wo welche Regeln überall gelten. Da finde ich es auch immer schwierig, wenn dann gefragt wird, wie das bei uns ist und es dann naserümpfend so hingenommen wird. Da lernt das Kind ja nichts über die Grenzen anderer
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Re: Wie reagieren auf andere Eltern, andere Erziehungsansichten?

Beitrag von Schneekugel »

Eine Kollegin meiner Tochter darf nicht mehr kommen weil sie alles öffnet was zu ist (immerhin 11das Kind) und da hilft sagen nichts.
Per se sonst ists aber hier auch so, dass unterschiedliche Regeln gelten bei uns und Freunden. Je nach Freundschaft auch mit den Eltern, kann man drüber reden und schauen ob und warum. So gelten zb die eine Regel für eine Freundin des Mittleren von zu hause auch hier für sie.
Oder meine darf das nasse badekleid nicht anbehalten, sondern muss was trockenes anziehen, das finde einige überflüssig, dürfen sie, aber hat seinen Grund und fertig. Das will ich auch wenn sie mit anderen badet.
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Re: Wie reagieren auf andere Eltern, andere Erziehungsansichten?

Beitrag von samoe »

anirahtaK hat geschrieben: 03.07.2018, 20:54 Das krasseste Beispiel ist hier eigentlich immer, bei jedem (!) Besucherkind:
auf UNSEREM Sofa wird nicht rumgehüpft und getobt. Es ist zum Sitzen/Liegen da.
Das brauchte bei einigen Kindern diverse Erinnerungen, weil es anscheinend in allen anderen Familien normal ist, das Sofa als Trampolin zu nutzen, aber inzwischen klappt es gut.
Hier ist es so ein Zwischending. Auf dem ausgezogenen ungefederten Teil darf nicht gehüpft werden, ansonsten schon.
Ich finde die Aussage etwas "nasegerümpft". Mit Verlaub - ich galube, es ist einfacher, wenn ein(!) Kind nicht hüpfen darf. Aber irgendwie habe ich das Gefühl bei Mehrkindfamilien sinken einige Grenzen dann doch immer weiter, um die eigenen Nerven auch zu schonen. Mehrere Kinder entwickeln einfach unglaublich viel Dynamik.

Es ist absolut OK, wenn bei euch nicht gehüpft werden darf. Aber bei uns nahezu auch unumsetzbar, dass das Sofa nur zum Sitzen und Liegen bereit steht...das war vielleicht mal, als es nur Nr. 1 gab. Ich lasse meine Kinder aber nicht einfach so auf Fremdsofas hüpfen...

Wegen Türen öffnen: Ich sage dann einfach, das möchte ich nicht und gut.
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Re: Wie reagieren auf andere Eltern, andere Erziehungsansichten?

Beitrag von Carlotta »

Bei uns darf selbstverständlich gehüpft werden - das macht doch so viel Spaß 😀 nirgends kann man besser flugrollen machen 😎 woanders machen das meine trotzdem nicht - sie kennen die Unterschiede.
Samoe, einfach zu dem stehen was man selber gut findet - ich finde es so schade dass viele Kinder so wenig dürfen zu hause dabei kann man so viel Spaß haben!
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Re: Wie reagieren auf andere Eltern, andere Erziehungsansichten?

Beitrag von 08u11 »

Ich denke auch, dass Kinder sehr gut unterscheiden können zwischen dem, was zu Hause selbstverständlich geht und dem, was bei anderen halt anders geregelt ist.
Aber grade bei so Sachen wie dem Sofahüpfen würde ich auch noch bedenken, dass Besuche halt auch eine eigene Dynamik haben. Unsere 3jährige hüpft hier schon lange nicht mehr auf dem Sofa - Trampolin geht da ja auch viel besser. Trotzdem kann ich mir ohne weiteres vorstellen, dass sie bei Kita-Freunden zu Hause oder mit diesen zusammen bei uns hüpfen würde: weil die Zwerge dann aufgeregt sind, einander imponieren wollen, ... .
Ich kann mich auch nicht erinnern, dass wir zu Hause je Probleme mit den Lichtschaltern hatten - bei meinen Eltern gibt es aber einen Schalter, der alle Kleinkinder magisch anzieht und der von eigentlich allen 2jährigen im Sekundentakt ein und ausgeschaltet wird :shock: . Und das liegt garantiert nicht daran, dass das irgendwo zu Hause erlaubt ist - weder bei uns noch bei meiner Schwester. Nur: dort stellt sich das Problem nicht.
Nina mit A. (11/2008), J. (03/2011), Minimaus (28/01/15), Babyzwerg (15/02/2019) und Weihnachtsengel im Herzen (Januar 2018, 10. Woche)
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Re: Wie reagieren auf andere Eltern, andere Erziehungsansichten?

Beitrag von Elena »

Carlotta hat geschrieben: 12.07.2018, 18:38 Bei uns darf selbstverständlich gehüpft werden - das macht doch so viel Spaß 😀 nirgends kann man besser flugrollen machen 😎 woanders machen das meine trotzdem nicht - sie kennen die Unterschiede.
Samoe, einfach zu dem stehen was man selber gut findet - ich finde es so schade dass viele Kinder so wenig dürfen zu hause dabei kann man so viel Spaß haben!
Super, dass du das schreibst. :mrgreen: Ich habe mich schon gefragt, ob unser Sofa das einzige ist, auf dem gehüpft werden darf. :lol: Für mich gibts gar keinen Grund, das zu Verbieten, dem Sofa schadet das nun wirklich nicht, solange es nicht ständig stattfindet. Ein Grund wäre höchstens, dass die Gefahr runterzufallen und sich den Kopf am Couchtisch aufzuschlagen nicht vernachlässigbar ist. Deshalb schränke ich Hüpfen ein, wenns zu viele Kinder werden, und stelle den Tisch weg.
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samoe
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Re: Wie reagieren auf andere Eltern, andere Erziehungsansichten?

Beitrag von samoe »

Ich kann am Hüpfen auch nix sooo schlimmes finden. Das Sofa leidet ganz sicher, aber ich denke immer, so ist das einfach mit Kindern, was soll's.
Und jaaa, wir erlauben auch recht viel. Dementsprechend verrückt sind unsere Jungs auch...
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