Hallo,
das klingt echt nervig und anstrengend! Und ich kann dich gut verstehen, hier gibt es auch immer wieder schwierige Situationen mit den beiden (3,5 Jahre und 7 Monate).
Keine Ahnung ob was für Dich dabei ist, aber ich schildere mal ein paar Punkte, die bei uns gut/schlecht klappen oder die ich so allgemein beobachte...
Am wichtigsten ist hier in jeder Hinsicht eine klare Linie und Konsequenz, das ist zwar für mich oft anstrengend und schwer - aber ich merke immer wieder, dass der Große einfach klare Aussagen braucht (manchmal könnte man es wohl auch "Ansagen" nennen aber das klingt so hart). Als Beispiel: Ich sage ihm, dass bald Zeit fürs Bett ist. Ich sage dann kurz darauf nochmal, dass ich noch dies und jenes fertig mache (Wäsche aufhängen) und ihn dann hole, so hat er ein bisschen Zeit sich drauf einzustellen. Wenn ich fertig bin, hole ich ihn - und lasse keine Verzögerungstaktiken mehr zu. Ich spiele dann auch nicht mehr lustig verstecken ("haha, ich lauf weg-du musst mich suchen"). Ich unterbinde jedes Kasperltheater beim Zähneputzen, wickeln, etc. Er bekommt noch ne Milch aus der Nuckelflasche zum Einschlafen, wenn die leer ist wird auch nicht mehr geredet und ich verlange, dass die Augen zu sind. Ich bin da inzwischen echt streng, weil ich keine Energie und einfach keine Lust mehr habe, da abends noch ne Stunde Theater zu haben! Mein Freund ist da weniger klar, der lässt länger viel durchgehen und wird dann auf einen Schlag ungeduldig. Dann ist das Geheule groß!
Der Große wird in seinem Zimmer ins Bett gebracht, er darf nachts jederzeit zu uns wechseln (tut das eigentlich auch immer). Wenigstens das ist noch sein Reich und da muss er nicht aufs Baby Rücksicht nehmen und nicht teilen!
Fernsehen ist hier inzwischen auf eine halbe Stunde täglich beschränkt, und zwar mit Timer - wenn der Fernseher aus ist, ist Ende. Da kann er anschließend heulen wie er mag (tut er oft genug), der bleibt dann aus. Noch besser wäre es bestimmt, gar nicht fern zu sehen aber ich habe nicht die Kraft, das durchzusetzen... Da hätten wir viel früher schon die Reißleine ziehen müssen

zuviel Fernsehen tut ihm nicht gut, wirkt sich auf die ganze Tageslaune aus.
Süßigkeiten: werden auch rationiert(Menge zB fünf Gummibärchen, ein kleiner Kinderriegel oder sowas). Er darf einmal am Tag was haben, wann darf er sich aussuchen. Wenn es unterwegs was gibt, darf er da schon zusätzlich was bekommen - außer es ist schon später nachmittag. Das hat hier enorme Auswirkungen aufs Schlafen können!
Und wir haben abwechselnd Mamatag und Papatag eingeführt, sonst würde er jeden Abend auf mich bestehen, ich muss aber auch jeden Abend Baby "ins Bett bringen" (schläft beim Stillen aufm Sofa ein und kann dann evtl. irgendwann abgelegt werden - evtl. aber auch nicht). Wenn ich jeden Abend beide machen müsste, würd ich durchdrehen. Auch das findet er nicht toll, aber es ist eine relativ verlässliche Regel - wird dann einigermaßen akzeptiert... Ausnahmen gibt es, wenn es ihm mal sehr schlecht geht oder so.
Ach ja, Mittagsschlaf gibts nicht, wenn es sich irgendwie vermeiden lässt! Und dann abends aufpassen, dass er nicht "drüber kommt". Also früh genug abend essen ist wichtig, sonst artet das schon in großen Heul-Arien aus!
Und was mir persönlich auch hilft: Akzeptieren, dass es uns als Paar momentan quasi nicht gibt! Natürlich ist das schade, ist vielleicht auch nicht für jeden so akzeptabel, aber wenigstens in der Hinsicht mach ich mir keinen Druck mehr. Wir haben zwei kleine Kinder, nen Haushalt, Papa nen Vollzeitjob - es geht nicht ALLES.
So, und warum kann ich heut so nen Roman schreiben? Genau, weils heut mal gut lief, der Große war um acht im Bett, der Kleine um halb zehn... Ich wünsche Dir, dass du möglichst oft mal nen guten Abend hast und vielleicht mit der Zeit rausfindest, was gut geht und was nicht

Viel Glück und viel Kraft!