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Re: Kind (21 Monate) will nicht ohne Mama einschlafen...

Verfasst: 11.01.2016, 00:43
von Amelie
Ich würde wirklich nun ein paar Tage nichts tun und euch alle zur Ruhe kommen lassen.

Sind die Reisen arg weit weg? Und immer nur eine Nacht? Oder auch länger? Gar keine Chance das nächste halbe Jahr daheim zu bleiben?

Meistens regelt die Zeit das alles ganz von alleine. Meine Kinder fanden alle Papa doof zum einschlafen...Irgendwann zwischen 15 und ?? (Lola noch nicht ;-) ) war es ihnen dann egal.

Re: Kind (21 Monate) will nicht ohne Mama einschlafen...

Verfasst: 11.01.2016, 03:34
von feniliro
Hallo Goldfisch,

nachdem Deine Tochter in der Kita und im Autositz problemlos einschläft, denke ich schon, dass sie Brust und Einschlafen entkoppeln kann.
Bei meiner Tochter ist es auch so, dass Einschlafen nur mit Brust klappt: Wenn ich da bin :)

Wenn ich nicht da bin, klappt es aber sehr gut mit dem Papa. Er musste auch etwas rumprobieren, da meine Tochter z.B. in der Tragehilfe problemlos einschläft, sich dann aber nicht ablegen lässt.
Seine Lösung: Er macht sie bettfertig, legt sich in das Familienbett, macht ihr "Gute Nacht Lieder an" und lädt sie ein schlafen zu kommen.
Meist geht sie dann noch mal spielen.
Inzwischen ist mein Mann laut Selbstauskunft in 95% der Fälle selbst eingeschlafen ;). Meine Tochter legt sich einfach dazu wenn sie müde ist (passiert bei uns innerhalb 20 Minuten - mein Mann wacht davon auf und guckt heimlich auf die Uhr) und schläft dann ein.
Lange Rede kurzer Sinn: Bei uns hat es geklappt, das Ganze komplett zwanglos zu gestalten.
Vielleicht einen Versuch wert?

Re: Kind (21 Monate) will nicht ohne Mama einschlafen...

Verfasst: 11.01.2016, 09:37
von chipmunk
Liebe Goldfisch,

von mir auch noch ein paar Gedanken. Mein Kind ist auch lange abends ausschließlich bei mir und an der Brust eingeschlafen. Jetzt ist es bei mir immer noch nur Brust, aber Papa geht auch, inzwischen sogar unglaublicherweise wenn ich zu hause bin.
Bei uns kam es in kleinen Schritten.
Als mein Sohn so 18 Monate als war habe ich eine Fortbildung angefangen, bei der ich ca 1x pro Monat Freitags abends bis 22h unterwegs war. Das war die ins Bett bring Premiere für meinen Mann. Vorher hatten wir es zwar ab und an schon mal probiert, das ist dann aber immer so ausgegangen, wie bei dir beschrieben (großes Gebrüll bis ich übernommen habe).
Mein Mann hat daher dann auch gar nicht erst probiert sich ins Bett zu legen, sondern hat erst noch schön gespielt, dann bettfertig gemacht, Kind in die Trage gepackt und ist eine große Runde spazieren gegangen. Zur Not wäre das dann auch bis 22h gegangen. Kind ist dabei eingeschlafen und lies sich sogar ablegen.
So ungefähr haben die beiden es für ein paar Monate gemacht, und da es gut geklappt hat, habe ich auch wieder einen regelmäßigen Sportkurs angefangen, einmal pro Woche, der auch bis ca 22h geht. Es gab zwar immer Protest wenn ich weggegangen bin, aber mit Buch/Spiel etc lies sich das durchbrechen und einschlafen ging eben nur mit Spazierengehen. Mir war es aber auch wichtig, im Hinterkopf zu haben, dass die beiden ja auch bis 22h hätten spielen/spazieren gehen können.
Als mein Sohn so gut 2 Jahre alt war, war ich dann zum ersten Mal eine ganze Nacht weg und das hat gleich auf Anhieb super geklappt. Er wacht wohl so 1-2 mal auf und fragt nach Stillen, lässt sich dann aber von meinem Mann beruhigen. Überhaupt ist mir aufgefallen, dass sich mein Sohn in den Nächten, in denen mein Mann ihn ins Bett bringt auch mehr an ihm orientiert, und das Einschlafen viel schneller geht.
Und inzwischen kann sich mein Mann sogar einfach mit ihm ins Bett legen, Geschichte erzählen, vorsingen und kuscheln.

Ganz lange war es so, dass mein Mann ihn nur ins Bett bringen konnte, wenn ich wirklich weggegangen bin. Wir haben dann schrittweise "geübt". Eine Weile habe ich 1-2x mehr pro Woche abends so getan, als würde ich aus dem Haus gehen, also volles Programm, Jacke, Schuhe, Schlüssel, erklären, dass ich jetzt Sport machen gehe, Tschüss sagen, und bin dann zur Tür raus und heimlich wieder rein und in unser Extra-Arbeitszimmer auf den Dachboden geschlichen (und wirklich Sport gemacht, wofür ich sonst eben einfach kaum Zeit finde, bzw. mich nicht mehr aufraffen kann, wenn ich dann selbst wieder aus dem Familienbett krieche). Das hat gut geklappt, so dass ich dann irgendwann den Umweg mit "aus dem Haus" weggelassen habe und einfach so gute Nacht gesagt habe und hochgegangen bin. Und jetzt kann ich auch auf dem Sofa sitzen bleiben und mein Mann und ich wechseln uns ab. Wobei es schon immer wieder Tage gibt, wo es schwierig ist, und irgendwann im Laufe des Tages kommt in der Regel auch die Frage auf "heute Mama Bett?". Er akzeptiert aber in der Regel wenn ich dann erkläre, dass heute Papa dran ist.

Vielleicht wäre es für euch auch eine Idee, dass du erst einmal regelmäßiger abends für ein kleines Zeitfenster wirklich weg bist? So dass nicht gleich die ganze Nacht bewältigt werden muss, sondern erst einmal nur das bettfertig machen und einschlafen? Dann können die beiden da vielleicht eine Routine entwicklen, die den Druck aus der Gesamtsituation nimmt.

Ich denke auch nicht, dass es am Stillen liegt. Sämtliche Versuche meinerseits meinen Sohn ohne Brust mittags oder abends zum Einschlafen zu bringen sind bisher jedenfalls gescheitert (Kinderwagen, Auto und Tragen mal ausgenommen)...

Alles Gute euch!

Re: Kind (21 Monate) will nicht ohne Mama einschlafen...

Verfasst: 11.01.2016, 13:37
von romina
Liebe Goldfisch,
Konkrete Tipps habe ich nicht für dich. Man muss da wohl einfach einen Weg finden. Ich finde es auch wichtig als Eltern auf die eigenen Bedürfnisse zu achten.

Wenn dein Mann seine Tochter begleitet die zB traurig ist und weint weil du nicht da bist zB und du auf Geschäftsreise bist. So wie du es beschrieben hast klingt mir das jetzt nicht nach Kindeswohlgefährdung. ;-) Er wäre ja bei ihr und würde ihr beistehen. Das ist doch ein sehr großer Unterschied im Gegensatz wenn ihr zB das Kind einfach damit alleine lassen würdet.

Als ich wieder schwanger war setzte mir das nächtliche stillen sehr zu. Ich stillte monatelang Nachts unter starker Übelkeit. Mein Entschluss hat lange gedauert. Ich musste Richtig heftig an meine eigenen körperlichen Grenzen kommen. Aber ich stillte meine Tochter dann nachts ab. Meine große fand das erst mal gar nicht gut. Wir hatten eine schreckliche Nacht in der sie auch viel weinte. Ich wollte sie gern trösten aber sie war so wütend, dass sie überhaupt nicht getröstet werden wollte. Das war das allerschwerste für mich. Geholfen hat mir, mir zu sagen, dass ich das Recht habe nachts nicht mehr stillen zu wollen und sie genauso das Recht hat mir zu zeigen das sie das möchte und wie sie sich fühlt. Sie hat es erstaunlich gut und schnell "verkraftet". Und wir konnten dann in anderem Momenten das stillen dann wieder beide besser genießen.
Auch wenn du dann manchmal weg musst. Und arbeiten ist ja auch total verständlich und wichtig. Wichtig auch für euch als Familie. Ihr müsst ja nun mal von dem Geld leben, dass ihr Eltern verdient. Aber auch genauso wenn du mal abends Weg wollen würdest. Jedenfalls kannst du ja auch in anderen Momenten dann mit deiner Tochter kuscheln und stillen und alles. Sie kann dann Mami tanken. :-D
Jeder macht es anders. Ich würde das stillen und einschlafen nicht entkoppeln glaube ich. Bei meiner großen war es aber auch nie so. Sie schlief nicht immer nur beim stillen ein. Ich würd einfach denken, dass wenn du da bist sie beim einschlafen diese Sicherheit weiter haben kann. (Wenn es für dich so okay ist natürlich nur). Und sie aber auch "lernen kann" oder sich dran gewöhnen oder wie man es nenne soll, dass es eben bei Papa anders ist. Ihr Papa ist ja genauso für Sie da. Das klang sehr lieb was du erzählt hast. Aber eben anders. Vielleicht brauchen die beiden einfach etwas Zeit auch wenn der Anfang schwer ist. Ich wünsche euch alles gute!

Re: Kind (21 Monate) will nicht ohne Mama einschlafen...

Verfasst: 11.01.2016, 13:39
von romina
Ps ich wusste gar nicht, dass Kinder erst ab 4 Verneinungen verstehen. [emoji15] finde das aber interessant. Weißt du wo man das mal nachlesen kann?

Re: Kind (21 Monate) will nicht ohne Mama einschlafen...

Verfasst: 12.01.2016, 20:03
von Sakura
romina hat geschrieben:Ps ich wusste gar nicht, dass Kinder erst ab 4 Verneinungen verstehen. [emoji15] finde das aber interessant. Weißt du wo man das mal nachlesen kann?
Meine Kinder haben beide mit 24 Monaten zu mir gesagt "Ich will das nicht." Wann sie "nein" gesagt haben, müsste ich nachlesen, auf jeden Fall noch deutlich eher. Da Sie das Konstrukt selbst verwendet haben, gehe ich davon aus, dass sie es auch verstanden haben.

Etwas anderes ist eine verneinte Aufforderung. "Denke nicht an einen rosa Elefanten!" Oder "Denke nicht an die Zahl 4!" Das kann das Gehirn tatsächlich nicht, jedenfalls meines nicht, und ich bin älter als vier.


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Re: Kind (21 Monate) will nicht ohne Mama einschlafen...

Verfasst: 12.01.2016, 20:15
von beccarei
Es ist tatsächlich so, dass das Wort "nicht" oft überhört wird. Und das nicht nur bei Kindern, sondern auch mit Erwachsenen. Ich versuche daher, es zu vermeiden.

"Papa bringt Dich heute ins Bett. Ich fahre weg." funktionierte bei uns während der Umstellung gut.

Richtig gut geklappt hat es, als ich im Krankenhaus lag und die beiden Zuhause auf sich allein gestellt waren.

Re: Kind (21 Monate) will nicht ohne Mama einschlafen...

Verfasst: 12.01.2016, 21:56
von romina
Ja das mache ich auch so beccarei. Aber dazu neigen es zu überhören und es bis 4 Jahre gar nicht verstehen ist ja doch ein großer Unterschied.
Meine Tochter spricht noch nicht. Ich kann also nicht wissen ob sie es selbst in der eigenen Sprache Anwendet. Aber definitiv reagiert sie viel besser wenn ich ihr Alternativen aufgebe statt Dinge zu verneinen/zu verbieten. ZB ist sie oft sehr grobmotorisch mit ihrer kleinen Schwester. (Meine große ist 2 und die kleine einen Monate alt). Ich erreiche mehr wenn ich ihr zB sage sie könne sie vorsichtig am Kopf Streicheln. als wenn ihr sage sie solle dies und das nicht tun. Wenn sie Ihr zB ohne es zu wollen weh tut aber eigentlich umarmen möchte.