Festhaltetherapie - Baby im Arm schreien lassen

Wiege oder Familienbett? Allein oder zusammen? Wie schlafen wir alle am besten?

Moderator: Giraeffchen

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Sassenach
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Re: Festhaltetherapie - Baby im Arm schreien lassen

Beitrag von Sassenach »

Giraeffchen, was für ein toller Beitrag! Super.
Gruß Sassenach

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beccarei
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Re: Festhaltetherapie - Baby im Arm schreien lassen

Beitrag von beccarei »

Danke Giraeffchen!
Ich kannte auch nur den Geburtskanal-Artikel. Von Frau Prekop habe ich erst durch euch und diesen Thread erfahren.

In meinem Umkreis gehört Babys halten, Tragetuch und/oder sich auf dem Arm ausweinen lassen, ohne "schhh, alles ist gut, nun beruhig Dich mal", leider nicht zur gängigen Babyberuhigung.
Hier wird Fliegerspielen, Bauchstreicheln, Ablenkung etc propagiert. Der Geburtskanal-Artikel war damit für mich eine Beruhigung und Bestätigung, da die Ablenkungsmanöver bei meinem Kind nicht funktionierten.
Liebe Grüße,
Becca
(Mit der Bari-Sax-Spielerin (2012), dem Posaunisten (2015) und dem Kämpfer im Herzen (2015)
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Pustemuffin
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Re: Festhaltetherapie - Baby im Arm schreien lassen

Beitrag von Pustemuffin »

Danke Giraeffchen für den tollen Beitrag und die Klarstellung!

Mir geht es da wie den meisten hier, denn auch ich bezog mich auf die Informationen von der Geburtskanal-Seite bzw. den Ansatz von Aletha Solter.

Deine Auszüge aus dem Prekop-Konzept klingen wirklich sehr ungemütlich, damit kann ich mich nicht wirklich anfreunden, so wie Du es beschreibst.
kapathej
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Re: Festhaltetherapie - Baby im Arm schreien lassen

Beitrag von kapathej »

beccarei hat geschrieben:Danke Giraeffchen!
Ich kannte auch nur den Geburtskanal-Artikel. Von Frau Prekop habe ich erst durch euch und diesen Thread erfahren.

In meinem Umkreis gehört Babys halten, Tragetuch und/oder sich auf dem Arm ausweinen lassen, ohne "schhh, alles ist gut, nun beruhig Dich mal", leider nicht zur gängigen Babyberuhigung.
Hier wird Fliegerspielen, Bauchstreicheln, Ablenkung etc propagiert. Der Geburtskanal-Artikel war damit für mich eine Beruhigung und Bestätigung, da die Ablenkungsmanöver bei meinem Kind nicht funktionierten.
Dazu habe ich eine Frage. Ist es denn generell nicht empfehlenswert das Kind zu beruhigen oder abzulenken? Oder sollte man nur irgendwann aufhören, wenn nichts funktioniert? Ich denke immer, es ist so anstrengend für meine kleine zu weinen / brüllen, sie verschluckt sich, schluckt Luft und dadurch steigert sich nur noch mehr rein. Deshalb versuche ich schon, sie zu beruhigen mit Brust, TT, stillen und Pezziball, stillen und gehen... Dabei kann es auch vorkommen, dass ich singe oder schhhh mache, allerdings mache ich das hauptsächlich, dass meine Atmung ruhiger ist und sich meine Nervosität nicht auf sie überträgt.

Ist das falsch?
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Sarafina
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Re: Festhaltetherapie - Baby im Arm schreien lassen

Beitrag von Sarafina »

kapathej hat geschrieben: Dazu habe ich eine Frage. Ist es denn generell nicht empfehlenswert das Kind zu beruhigen oder abzulenken? Oder sollte man nur irgendwann aufhören, wenn nichts funktioniert? Ich denke immer, es ist so anstrengend für meine kleine zu weinen / brüllen, sie verschluckt sich, schluckt Luft und dadurch steigert sich nur noch mehr rein. Deshalb versuche ich schon, sie zu beruhigen mit Brust, TT, stillen und Pezziball, stillen und gehen... Dabei kann es auch vorkommen, dass ich singe oder schhhh mache, allerdings mache ich das hauptsächlich, dass meine Atmung ruhiger ist und sich meine Nervosität nicht auf sie überträgt.

Ist das falsch?
Falsch ist immer relativ :wink:

Ich kann nur aus meiner Erfahrung berichten. Meine Kinder waren generell ziemlich reizempfindlich. Allerdings erkannten wir das erst ab dem 2. Kind, konnten also erst dort kindentsprechend reagieren. Bei der Großen versuchten wir noch, alles zu tun, um sie zu beruhigen. Das bedeutete aber letztlich, daß wir sie schuckelten, sch-ten, hielten, wippten etc. - alles innerhalb einer Schreiattacke. Zur Folge hatte das nur, daß wir ihr dadurch immer mehr Reize gaben, die wiederum durch schreien verarbeitet werden mussten. Das arme Kind war eine ganze Zeit dauerüberreizt und kam kaum zur Ruhe :(
Bei Nummer 2 war unsere Beobachtungsgabe dann durch unsere Erfahrung sensibler. Wir sahen bei ihm deutlich, daß er in den ersten 4 Wochen fast nur im Schlafzimmer bleiben wollte (ausserhalb nur im Tuch bei Mama), weil ihm alles zuviel an Reizen war. Entsprechend reizarm hielten wir ihn und so hielten sich auch die Schreiattacken in Grenzen.
Nummer 3 war noch empfindlicher. :roll: Und hier tasteten wir uns Tag für Tag an das ran, was funktionieren könnte. An Tag 1 versuchten wir es mit wiegen, an Tag 2 mit Tragen, an Tag 3 mit wippen - bis etwas half. (Was nach x Tagen wieder über den Haufen geworfen wurde, es wurde nicht langweilig). Ich bin immer noch davon überzeugt, daß Nummer 3 die Tendenz hatte, ein Schreikind zu werden, wenn wir ihn nicht "völlig reizarm" gehalten hätten. Dies war aber nur durch die Arbeitslosigkeit meines Mannes möglich. Und dennoch schrie der Zwerg abends 2 Stunden. *seufz*
LG,
Sarafina mit 3 Kindern (2008, 2010 und 2013)

Es ist nur eine Phase..........*omm*
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beccarei
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Re: Festhaltetherapie - Baby im Arm schreien lassen

Beitrag von beccarei »

kapathej hat geschrieben:
beccarei hat geschrieben:Danke Giraeffchen!
Ich kannte auch nur den Geburtskanal-Artikel. Von Frau Prekop habe ich erst durch euch und diesen Thread erfahren.

In meinem Umkreis gehört Babys halten, Tragetuch und/oder sich auf dem Arm ausweinen lassen, ohne "schhh, alles ist gut, nun beruhig Dich mal", leider nicht zur gängigen Babyberuhigung.
Hier wird Fliegerspielen, Bauchstreicheln, Ablenkung etc propagiert. Der Geburtskanal-Artikel war damit für mich eine Beruhigung und Bestätigung, da die Ablenkungsmanöver bei meinem Kind nicht funktionierten.
Dazu habe ich eine Frage. Ist es denn generell nicht empfehlenswert das Kind zu beruhigen oder abzulenken? Oder sollte man nur irgendwann aufhören, wenn nichts funktioniert? Ich denke immer, es ist so anstrengend für meine kleine zu weinen / brüllen, sie verschluckt sich, schluckt Luft und dadurch steigert sich nur noch mehr rein. Deshalb versuche ich schon, sie zu beruhigen mit Brust, TT, stillen und Pezziball, stillen und gehen... Dabei kann es auch vorkommen, dass ich singe oder schhhh mache, allerdings mache ich das hauptsächlich, dass meine Atmung ruhiger ist und sich meine Nervosität nicht auf sie überträgt.

Ist das falsch?
Wissenschaftlich weiß ich das nicht. Bei uns führten eben diese Ablenkungsversuche zu einem extremen Reinsteigern in die Situation. Ich war so fertig, weil eben von allen nur der Tipp mit Ablenkung kam, und das bei uns eben nichts brachte.
Liebe Grüße,
Becca
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Re: Festhaltetherapie - Baby im Arm schreien lassen

Beitrag von kapathej »

Okay, generell versuche ich die Umgebung auch reizarm zu halten, also nur im abgedunkelten Schlafzimmer bleiben oder nur den Flur auf und ab gehen. Bei uns ist es aber nicht so schlimm mit dem Schreien. Dass sie länger schreit ohne ersichtlichen Grund kommt vielleicht einmal pro Woche vor. Ich versuche aber auch dem vor zu greifen, indem ich sie beim geringsten Anzeichen von Überreizung oder Müdigkeit entweder ins Tragetuch packe oder mich mit ihr zurück ziehe. Trotzdem ist sie weit weg vom Schreikind, ist also kein schwerer Fall.

P.S.: Ein Verhaltensbiologe hat einer Bekannten erzählt, dass man Babys nicht überreizen kann, weil sie abschalten, wenn sie zu viel haben. Hat davon schon jemand gehört? Ich persönlich habe das Gefühl, dass mein Baby nicht bewusst abschalten kann.
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Re: Festhaltetherapie - Baby im Arm schreien lassen

Beitrag von jusl »

Dazu habe ich eine Frage. Ist es denn generell nicht empfehlenswert das Kind zu beruhigen oder abzulenken? Oder sollte man nur irgendwann aufhören, wenn nichts funktioniert? Ich denke immer, es ist so anstrengend für meine kleine zu weinen / brüllen, sie verschluckt sich, schluckt Luft und dadurch steigert sich nur noch mehr rein. Deshalb versuche ich schon, sie zu beruhigen mit Brust, TT, stillen und Pezziball, stillen und gehen... Dabei kann es auch vorkommen, dass ich singe oder schhhh mache, allerdings mache ich das hauptsächlich, dass meine Atmung ruhiger ist und sich meine Nervosität nicht auf sie überträgt.

Ist das falsch?

:lol: Nein, überhaupt nicht. Selbstverständlich dürfen Babys aktiv beruhigt und abgelenkt werden. Das grundsätzliche Ziel "Baby soll möglichst wenig weinen" ist völlig richtig, allein schon weil Babyweinen Stressfaktor Nr. 1 für Eltern und Geschwister ist und dazu unnötig den Kalorienverbrauch des Babys erhöht. Diejenige Beruhigungs- oder Ablenkungsmethode, die funktioniert, ist genau die richtige.

Manchmal kann es aber vorkommen, "dass alles nichts hilft". Bei einigen Babys ist dies sogar oft so. In diesem Falle probiert man eben erstmal alles in Ruhe durch, und danach (körperliche/gesundheitliche Ursachen usw. ausgeschlossen!..) "wartet" man einfach gemeinsam mit dem Baby, bis es sich fertig ausgeweint hat. Heißt für gewöhnlich: Baby auf den Arm nehmen, ruhig/reizarm umherlaufen, ggf. selbst Ohropax nehmen, und warten bis der Sturm vorüber ist.
P.S.: Ein Verhaltensbiologe hat einer Bekannten erzählt, dass man Babys nicht überreizen kann, weil sie abschalten, wenn sie zu viel haben. Hat davon schon jemand gehört? Ich persönlich habe das Gefühl, dass mein Baby nicht bewusst abschalten kann.
Viele Babys tun das: Sie schlafen einfach ein, auch im größten Trubel. Am besten funktioniert das, wenn die Kinder sich sicher fühlen und z.B. im Tragetuch sind und dann richtig Remmidemmi ist.
Babys, deren Betreuung dann i.A. deutlich anspruchsvoller ist, können das nicht, sondern drehen bei Trubel selbst so richtig auf, was am Ende oft in viel Geschrei endet. Für sowieso selbst ruhige Eltern ist das keine wirkliche Beeinträchtigung: dann macht man es sich eben zuhause gemütlich, mit wenig Abwechslung, fertig. Aber für Eltern, die eigentlich gerne aktiver wären mit ihrem Baby, mehr Ausflüge, mehr Besuch, mehr Action, für die ist das blöd, denn dazu passt ihr "Stubenhocker-Baby" nicht so richtig. Da muss man dann Kompromisse finden.
Ich versuche aber auch dem vor zu greifen, indem ich sie beim geringsten Anzeichen von Überreizung oder Müdigkeit entweder ins Tragetuch packe
Genau - und DORT kann Dein Baby dann vermutlich durchaus abschalten. ;-)

LG
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Giraeffchen
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Re: Festhaltetherapie - Baby im Arm schreien lassen

Beitrag von Giraeffchen »

beccarei hat geschrieben:Danke Giraeffchen!
Ich kannte auch nur den Geburtskanal-Artikel. Von Frau Prekop habe ich erst durch euch und diesen Thread erfahren.

Mir war es wichtig, da nochmal zu differenzieren, denn der Begriff 'Festhaltetherapie', der im Titel steht, der ist für viele Menschen automatisch verkoppelt mit Prekop, weil sie dadurch so populär geworden ist. Mit ihrem Buch 'Hättest du mich festgehalten' und anderen schlagkräftigen Titeln hatte sie große Verkaufserfolge, laut ihrer Homepage hat sie ihre Bücher über 1,2 Millionen mal verkauft.
Außerdem fiel ihr Name im thread gleich auf der ersten Seite.

Prekop vertritt übrigens auch die These, dass Autismus durch ein gestörtes Verhältnis zur Mutter ausgelöst wird und hat mit dieser Theorie ganz viele Eltern schlimm getroffen. Sie ist 1929 geboren und vieles von dem, was sie publiziert (hat), ist mittlerweile einfach überholt und wissenschaftlich widerlegt.



Ansonsten hat jusl ja schon geantwortet. :D
Liebe Grüße, GiraeffchenBild mit dem großen Knopf und dem Herbstwichtel


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"Es ist gefährlich,
zu lange zu schweigen.
Die Zunge verwelkt,
wenn man sie nicht gebraucht."

(Astrid Lindgren)
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Ainoha
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Re: Festhaltetherapie - Baby im Arm schreien lassen

Beitrag von Ainoha »

kapathej hat geschrieben:Dazu habe ich eine Frage. Ist es denn generell nicht empfehlenswert das Kind zu beruhigen oder abzulenken? Oder sollte man nur irgendwann aufhören, wenn nichts funktioniert? Ich denke immer, es ist so anstrengend für meine kleine zu weinen / brüllen, sie verschluckt sich, schluckt Luft und dadurch steigert sich nur noch mehr rein. Deshalb versuche ich schon, sie zu beruhigen mit Brust, TT, stillen und Pezziball, stillen und gehen... Dabei kann es auch vorkommen, dass ich singe oder schhhh mache, allerdings mache ich das hauptsächlich, dass meine Atmung ruhiger ist und sich meine Nervosität nicht auf sie überträgt.

Ist das falsch?
Mein Sohn hat von Anfang an nicht viel geweint. Aber die ersten 3 Monate hatte er auch alle 2 - 4 Tage diese Schreiphasen. Bei ihm hab ich dann ziemlich schnell gehört, dass es eben dieses Schreien ist. Und wusste, dass ich gar nicht mit Beruhigen oder Ablenken kommen musste, sondern hab mich direkt mit ihm hingesetzt um ihn entsprechend zu halten. Ich weiß aber nicht, ob man das bei allen Kindern so klar unterscheiden kann.

Und das Weinen war in den Moemnten auch sehr heftig. Mit verschlucken, etc. Ich hab dan auch immer versucht, mitnur ganz leichtem Druck Arme und Beine ruhig zu halten. und wenn er sie kräftig herausgezogen hat, sie so direkt wieder "einzufangen", sobald er die Spannung etwas losließ. Und ich hab auch manchmal "ohmmmmmmm" gesagt, um mich zu beruhigen und tief zu atmen. :wink:
Liebe Grüße von mir und dem Kolibri (04/14)...
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