Heute ist wieder ein schlechter Tag.
Heute Nacht hat er ganz super getrunken, ich hab zwar gehört, dass er ganz schön zu tun hatte mit der vielen Milch die da kommt, aber er hat nicht losgelassen und ganz toll getrunken. Ich hatte ihn in der Wiegehaltung so weit hochgelagert, wie die IBCLC Stillberaterin das gezeigt hatte. Beim zweiten Mal stillen in der Nacht wars dann schon doof. Ich hatte ihn in derselben Stillposition. Er hat mehrmals losgelassen und geschrien, dabei viel gepupst. Heute Morgen, Vormittag, MIttag, eben gerade ging es so weiter.
Jetzt weiß ich nicht, ob die Beratung überhaupt was gebracht hat. Denn vorher gab es ja auch immer Mahlzeiten, in denen er richtig gut getrunken hat, wobei die meisten Mahlzeiten schlecht waren.
Die Stillberaterin hat geraten:
- Schnuller weglassen (machen wir, nur der kleine Finger, außer nachts, da halte ich mit Schnuller unseren Rhytmus, dass ich zweimal nachts aufstehen muss und nicht häufiger. Er hat den Schnuller in der Nacht aber nicht länger als eine halbe Stunde)
- in der Wiegehaltung mit Kissen hochlagern (mache ich)
- Bauch auf Bauch stillen (findet er gut und ich total doof, weil sein Kopf so wackelt, dass ich ihm wenn sein Mund dann mal in der Nähe der Brustwarze ist, ich ihm die gebe, egal ob der Mund weit auf ist oder nicht, was natürlich falsch ist, aber was soll ich machen, er schreit da ja schon, weil es so lange dauert...)
- Wechselstillen (das mache ich nicht, weil ich in der hochgelagerten Wiegehaltung so eingebaut bin, dass es lange dauert die Seite zu wechseln, und er ja schreit...)
- Brüste vorm Stillen massieren und ausstreichen (mache ich nicht, ich hab nicht das Gefühl dass sie vorm Stillen sehr prall sind... Ich empfinde das auch als sehr aufwendig. Würde sich das denn wirklich lohnen?)
- ihn näher an mich ranlegen beim Stillen (achte ich sehr darauf)
- nach der 12. Woche wird es von alleine besser, weil er dann besser trinken kann und es von meiner Milchmenge her besser wird (hoffe ich inständig drauf, sind jetzt noch 3 Wochen. Stimmt das denn?)
- ihn häufiger Stillen, ihn sein Saugbedürfnis möglichst an der Brust stillen lassen (das kriegen wir gut hin, finde ich. Er schläft leider nicht an der Brust ein, daher bekommt er schon auch den kleinen Finger zum Nuckeln. Aber nur kurz. Ich schreibe nicht auf, wie oft ich stille, aber ich habe das Gefühl, es ist eine Mahlzeit mehr geworden. Ich nehme ihn auch nach knapp einer Stunde wieder an die Brust, was ich vorher nie gemacht habe, da habe ich immer mindestens 1,5 Stunden gewartet.)
Wenn es also wirklich so ist, wie die IBCLC Stillberaterin gesagt hat, dass zu viel Milch kommt und mein Sohn mit dem Trinken nicht nachkommt: Kann ich denn noch irgendwas machen?
Oder muss ich einfach Geduld haben und warten, bis das Schnuller weglassen was bringt? Oder Geduld, bis er 12 Wochen alt ist und es dann von alleine besser wird?
Mondenkind hat geschrieben:Das ist ein hoher Preis. In meinen Augen ZU hoch, aber entscheiden musst du das.
Du hast vollkommen recht. Nur leider ist es ja mit dem Fläschchen geben nicht getan. Als ich abgestillt hatte, habe ich den ganzen Tag geweint. Ich musste immer wieder anfangen zu weinen, ich konnte gar nichts dagegen tun. Meine Schwiegereltern (zu denen ich ein sehr gutes Verhältnis habe) und meine Eltern haben, genau wie mein Mann gesagt, so wie du es machst ist es richtig, und wenn es das Fläschchen ist, ist es auch gut so, Hauptsache euch und dir geht es gut damit. Und auch meine Freunde haben genauso reagiert, weit und breit niemand, der die Nase gerümpft hätte. Und ich selbst sehe das genauso. Aber trotzdem war ich so unglücklich damit, dass ich dann doch wieder angefangen habe zu stillen. Das kennen ja bestimmt viele hier...
Mondenkind hat geschrieben:Naja, so richtig gut geht es ja nicht. Es wäre zumindest einen VErsuch wert, ob er damit besser trinkt, hast du es schon mal ausprobiert?
Du hast auch hier recht.

Ich hatte bei meiner großen Tochter Stillhütchen und deshalb zu wenig Milch. Ich hatte auch bei meinem Sohn jetzt Stillhütchen in den ersten zwei Wochen für ca. 2 Tage, bevor ich dann abgestillt habe. Er hat das aber nicht richtig hingekriegt damit zu trinken. Hier gibt es ja auch andere Frauen, die die Stillhütchen gern wieder loswerden wollen. Handel ich mir denn damit nicht das nächste Problem ein?
Mondenkind hat geschrieben:Ganz wichtig bei Relaktationen ist immer: Baby genießen nicht vergessen. Genau das ist bei Euch passiert. Du liest Dich sehr verbissen und unglücklich, das tut mir sehr leid.Es wäre wirklich wichtig, dass Ihr Euch wieder findet. Was würde Dich denn entlasten bis zu dem Besuch am Freitag? Wenn Ihr die Flasche gebt bis dahin? Mal Hütchen probiert? Wenn er es damit nicht besser kann, könnt Ihr sie ja wieder weglassen.
Was mir hilft ist: Das Baby meinem Mann in die Hand drücken und was schönes mit meiner großen Tochter machen. Das hilft mir vor allem insofern, als dass sie dann ihre Mama hat und ich mich nicht auch noch anfange schlecht zu fühlen, weil ich denke, sie fühlt sich ungeliebt...
feniliro hat geschrieben: ab es beim früheren Flasche geben nie ein Problem mit Loslassen und Schreien (sorry falls ich das überlesen habe)?
Mein erster Gedanke war beim Lesen nämlich eine Refluxproblemarik. Könnte auch so etwas in Frage kommen?
Beim Fläschchen geben hat er nie losgelassen und geschrien. Aber er hat schon stark gespuckt. Das hatte er beim Stillen weder in den ersten zwei Wochen noch jetzt nach der Relaktation gemacht. Es kommt wohl mal vor, dass ein bisschen was hochkommt, aber selten und auch wirklich sehr wenig. Beim Fläschchen war es immer direkt nach dem Füttern ein großer Schwall.
Vielen Dank!