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Re: Handlungsweise bei "kleinen Unfällen"
Verfasst: 20.10.2014, 16:10
von Lösche Benutzer 14297
nido56 hat geschrieben:
Ich mag meinem Sohn nicht sagen "Ist doch nicht schlimm, ist doch nichts passiert". Fuer ihn ist es in dem Moment schlimm, auch wenn die Heftigkeit der Reaktion nicht unbedingt mit der Schwere der "Verletzung" korreliert, weil eben auch Faktoren wie Muedigkeit, Frustration und die Vorgeschichte des Unfalls eine Rolle spielen.
Ich finde es ganz furchtbar, wenn genau das gesagt wird. Es ist ja schließlich was passiert! "Du bist hingefallen und jetzt schmerzt Dein Bein!", "Du hast Dich an xyz verletzt und jetzt blutet der Finger ein bisschen!" in Verbindung mit gaaaaanz viel knuddeln - wenn es erwünscht ist

Re: Handlungsweise bei "kleinen Unfällen"
Verfasst: 20.10.2014, 17:00
von glückskind
Das ist mir völlig fremd und wirklich noch nie begegnet, dass sich ein kind leicht verletzt und nach globulis schreit, oder die Mama gleich welche zückt, da würde ich auch nicht schlecht staunen, wenn das passieren würde.
Verletzung und Schmerz abzutun empfinde ich auch nicht als richtig, würde ich mir für mich auch nicht wünschen. Ich reagiere entsprechend auf mein Kind und mache so viel wie nötig und so wenig wie möglich Wirbel drum.
Meine Tochter ist zum Glück ein sehr tapferes Mädchen, dass lieber Papa stolz vom Booiing erzählt, dass sie überstanden hat, als lange zu leiden

Re: Handlungsweise bei "kleinen Unfällen"
Verfasst: 20.10.2014, 17:24
von AnnaKatharina
Oooch, ich kenne solche Kügelchen-Mütter auch.
Sie treiben sich gehäuft auf einem speziellen Spielplatz hier in der Gegend rum, und dort wurde mir bereits 2x nach einem Mini-Sturz meiner Tochter (also fallen, brüllen, kurz knuddeln, weiterklettern) von mir fremden Müttern Kügelchen angeboten.
Ich fand es befremdlich.
Aber jede wie sie mag

Re: Handlungsweise bei "kleinen Unfällen"
Verfasst: 20.10.2014, 21:19
von Kleine
Trösten ist für mich wie Einschlafbegleitung: ich leite mein Kind an, etwas selber zu schaffen. Nämlich sich zu trösten bzw. einzuschlafen. Das wird es alleine können, wenn es soweit ist und bis es soweit ist, braucht es meine Hilfe dazu. Sich von der Mama zu distanzieren, das kommt ganz von selber, aber von Kügelchen oder Süßkram? Die kann man ja in jede Tasche stecken und hat sie somit auch immer verfügbar, wenn man sich "Trösten" muss...
Ist irgendwie verständlich, was ich meine? Wenn das lese, liest es sich wirr...
Re: AW: Handlungsweise bei "kleinen Unfällen"
Verfasst: 20.10.2014, 22:00
von Lösche Benutzer 10310
Ich musste bei dieser Situation an ein Ausschnitt aus dem Buch "Babyrotz und Elternschiss" denken. Da hat der Autor was ähnliches Beschrieben [emoji6] .
Hier gibt es eigentlich nur Trösten, Pusten und anschließend bach dem Befinden fragen. Hilft gut [emoji6]
Re: Handlungsweise bei "kleinen Unfällen"
Verfasst: 20.10.2014, 22:06
von pokkadis
ich tröste und puste und küsse aufs aua. und dann schimpfe ich den Bordstein / den schrank / die Türschwelle/...lautstark, daß diese mein kleines bärchen in ruhe lassen sollen.
das lenkt sie dann ab und sie findet es lustig. funtkioniert seit sie ganz klein ist.
Re: Handlungsweise bei "kleinen Unfällen"
Verfasst: 20.10.2014, 22:09
von Seerose
glückskind hat geschrieben:Das ist mir völlig fremd und wirklich noch nie begegnet, dass sich ein kind leicht verletzt und nach globulis schreit, oder die Mama gleich welche zückt, da würde ich auch nicht schlecht staunen, wenn das passieren würde.
Ich will ja hier niemanden outen und letztendlich sind die meisten schon nicht mehr dabei, aber ganz ehrlich? So liefen die ersten SuT-Treffen hier in München ab, da hatte jeder, aber wirklich jeder (außer mir) entweder ein Plastiketui oder ein Lederetui voll mit Globuli auf dem Spielplatz dabei und selbst beim leichtesten Stolperer wurde Arnika gezückt und dem Kind gegeben. Übrigens auch anderen Kindern, also egal wer schrie, der Griff ging sofort zum Globulietui.
Es lag auch nicht an München, nein, hier im SuT liefen ständig Sammelbestellungen von Globuli-Etuis.
(Ich hab auch eins - Massendruck

- noch vollständig, möchte jemand?

)
Re: Handlungsweise bei "kleinen Unfällen"
Verfasst: 20.10.2014, 22:10
von Seerose
pokkadis hat geschrieben:ich tröste und puste und küsse aufs aua. und dann schimpfe ich den Bordstein / den schrank / die Türschwelle/...lautstark, daß diese mein kleines bärchen in ruhe lassen sollen.
Das heißt, Dein Kind hat dann den Eindruck der Bordstein/Schrank u. ä. war schuld?

Re: Handlungsweise bei "kleinen Unfällen"
Verfasst: 20.10.2014, 22:17
von Sakura
Kleine, witzig, ich habe auch so einen Bekanntenkreis. Es wird geferbert, was das Zeug hält. Aber sobald sich die Kinder nur mal stoßen oder hinfallen oder erschrecken wird hektisch die Tasche mit den Zuckerkügelchen ausgepackt. Und eben, wenn man dran glaubt, dann IST es Medizin. Daher sehe ich das auch kritisch, da IMMER und SOFORT was zu geben.
Ich habe ein Kind, dass hinfällt und losbrüllt. Und eines, das hinfällt, sich kurz schüttelt und weitermacht. Wenn ich das Gefühl habe, das Kind hat sich echt verletzt, dann spendiere ich tatsächlich Nurofen-Saft. So geschehen, als sich die Große die Zunge durchgebissen hat, die Unterlippe durchgebissen hat, die Hand an der Herdplatte verbrannt hat... Bei Schürfwunden am Knie gibt es Heile heile Gänschen und das Kompliment, dass SO echte Mädchenknie aussehen müssen

Re: Handlungsweise bei "kleinen Unfällen"
Verfasst: 21.10.2014, 11:29
von pokkadis
Seerose hat geschrieben:pokkadis hat geschrieben:ich tröste und puste und küsse aufs aua. und dann schimpfe ich den Bordstein / den schrank / die Türschwelle/...lautstark, daß diese mein kleines bärchen in ruhe lassen sollen.
Das heißt, Dein Kind hat dann den Eindruck der Bordstein/Schrank u. ä. war schuld?

Quark, die ist doch nicht doof. aber es lenkt sie ab. und dann ist es nimmer so im Vordergrund.
*goldwaage-leg*