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Re: Extrem-Mäkler und Essensverweigerer

Verfasst: 16.10.2014, 13:09
von Yashira
Toller Post Sakura.
Ich hoffe ich erinnere mich daran, wenn es hier soweit ist.

Im Kindergarten habe ich nach x probieren und aufessen Sitzungen gebrochen. Zu Hause habe ich das "probieren müssen" gehasst. Heute probiere ich nur total ungern mir fremde Sachen. Meistens esse ich sie nur, wenn mein Mann davon ist und es mir sehr genau beschreibt (voll Panne, oder?)
Sachen, die ich unter Zwang probieren musste, esse ich heute noch immer nicht.

Dafür gehen bei mir immer Nudeln :P




Unterwegs mit einem Apfelgerät

Re: AW: Extrem-Mäkler und Essensverweigerer

Verfasst: 16.10.2014, 15:05
von arachnia
Yashira hat geschrieben:Toller Post Sakura.
Ich hoffe ich erinnere mich daran, wenn es hier soweit ist.
Das dachte ich auch gerade. Ich glaub ich druck mir den Post aus und häng ihn mir in einem Jahr an den Kühlschrank!

Re: Extrem-Mäkler und Essensverweigerer

Verfasst: 16.10.2014, 23:01
von sabbelschnuut
Ich auch...

Re: Extrem-Mäkler und Essensverweigerer

Verfasst: 06.11.2014, 06:55
von mafrinian
Danke für diesen Thread!
Es macht mir schon länger Sorgen, dass mein ursprünglich neugieriges Fingerfood-Baby
sich nur noch von Knäckebrot und Obst ernähren will.
Weder Nudeln, noch Reis, noch Kartoffeln o.ä. gehen,
Gemüse nur als Rohkost und ungern.
Probieren wird massiv verweigert. Also gibts Obst und Brot mit Mandelmus und stillen...
Er mag auch Marmelade, Kekse, Kuchen, Gummibärchen...Aber das gibts halt nur an Ausnahmetagen.

Aber ich habe trotzdem ein schlechtes Gewissen: hab ich was falsch gemacht?
Liegt es an den mäkeligen Geschwistern (die aber ja doch überwiegend "normal" essen)?
Hätte ich zu anderen Zeiten anderes zufüttern müssen, damit er neue Geschmackserlebnisse gehabt hätte?
Dazu die Reaktionen von Außenstehenden :evil: :roll:
Ich mag auch gar nicht darüber reden, meistens heißt es eh nur, das Proble sei, dass ich nicht abgestillt hätte.
Aber ich denke, so bekommt er zumindest etwas Abwechslung im Geschmack und zusätzliche Nährstoffe, oder?
Er ist auch normalgewichtig und normalgroß (50% Linie).

Und der Frust und das persönliche Gekränktsein, wenn nicht mal probiert wird, nervt mich extrem,
allerdings erinnere ich mich mit Grauen an NAchmittage vor kaltem Rosenkohl, die Mindestmenge,
die ich zu essen hatte...(und die in die Backe gestopft im Klo gelandet sind)
Und mein einer Sohn hat sich soooo überwinden müssen, Blumenkohl zu testen und musste dann würgen...

Ich kann es doch nicht erzwingen???
Darum danke für diese befreiende Sicht hier, muss mal gucken, ob ich das Gonzales Buch in der Bibliozhek kriege.

Re: Extrem-Mäkler und Essensverweigerer

Verfasst: 06.11.2014, 10:42
von Sarasu
Mafrinian, ich war vor ein paar Tagen bei einem Vortrag von Dr. Renz-Polster (Autor von: Kinder Verstehen. Wie die Evolution unsere Kinder prägt).
Der sagt, im zweiten Lebensjahr schränken alle Kinder ihre Lebensmittelauswahl ein. Und zwar weil sie da mobiler werden und es in 99% der Menschheitsgeschichte eben nicht so war, dass da nur genießbare Lebensmittel rumliegen, sondern da wuchs die Tollkirsche neben der Blaubeere. Also essen Kinder erstens nur das, was sie ganz genau kennen, und zweitens nichts, was bitter schmeckt (könnte Hinweis auf Gift sein). Viele Gemüsesorten sind aber ein bisschen bitter. Grün ist ein Zeichen für Unreife, wird also auch nicht gegessen (Spinat). Obst ist süß und wird gegessen, weil das Hirn Zucker zum wachsen braucht und außerdem Süßes in der Natur nicht giftig ist. Käse ist vergorene Milch, das essen Erwachsene auch nur, weil sie wissen (= kognitiv gelernt haben), dass es genießbar ist.

Übrigens sagt er auch, dass 25% der Vierjährigen gar kein Gemüse essen und weitere 50% nur eine sehr beschränkte Auswahl.
Also alles normal. Er sagt, Kinder lernen "neues" Essen zu testen, indem sie ihnen wichtige Personen dabei beobachten, wie die mit Genuss essen. Sobald der Erwachsene Stress hat oder sich Sorgen macht oder sonstwie negative Emotionen beim Essen zeigt, macht das Kind zu. Also hilft nur: Stress rausnehmen, laufen lassen, selbst genießen und warten, bis er von selbst kommt.

Re: Extrem-Mäkler und Essensverweigerer

Verfasst: 06.11.2014, 10:47
von AmysMom
Hier hat sich die Situation deutlich entspannt , kurz nach Eröffnung des Threads. Vermutlich weil ich mich etwas entspannt habe. Komischerweise probiert sie aber auch mehr als vorher. Je weniger ich darauf beharre und je weniger ich es überhaupt thematisiere, desto größer ist ihre Bereitschaft, sich an unseren Mahlzeiten zu beteiligen.

Re: Extrem-Mäkler und Essensverweigerer

Verfasst: 06.11.2014, 14:54
von vivi
Das hört sich ja sehr positiv an :-) Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie viel die Kleinen nonverbal verstehen. Und wie es eben mit DRUCK gerade nicht klappt.

Re: Extrem-Mäkler und Essensverweigerer

Verfasst: 06.11.2014, 20:58
von Schnatzmama
Sakura hat geschrieben:
Sarasu hat geschrieben: "Jedes Kind kann essen lernen" gibt es auch. Ist von Anette Kast-Zahn, das ist die mit "Jedes Kind kann schlafen lernen". Die Philosophie dürfte also klar sein. "Jedes Kind kann Regeln lernen" hat Frau Kast-Zahn auch im Angebot.
:schlapplach: :schlapplach: echt, das gibt es auch mit essen lernen? ich glaub, diese annette bekommt mal unsere kinder für vier wochen zum essen :mrgreen:

ich hab jetzt nicht alles durchgelesen, aber hier läuft es so: beide kinder essen wahrscheinlich maximal 10 verschiedenen lebensmittel, der große vielleicht ein bisschen mehr. wir kochen nichts extra, sie sollen sich eben aus den, was es gibt aussuchen, was sie wollen. alternativen sind trockene haferflocken - mag der große ganz arg - äpfel, ein stück käse oder ein butterbrot. die beiden schaffen es teilweise sich üebr tage hinweg nur von nicht-warmem essen zu ernähren, aber irgendwie funktioniert es.

Re: Extrem-Mäkler und Essensverweigerer

Verfasst: 20.11.2014, 13:28
von Evita80
Hallo zusammen,

mein Kind(19 Monate) ist auch ein schlechter Esser. Und heute ging mal wieder nur ein Stückchen Brezel und eine 1/2 Schupfnudel (die er sonst gerne ißt). Das hat mich heute wieder total angenervt. :x
Es gibt tage da isst er gut und dann hat er so "Fastentage"....dann will er mehr bei mir trinken, was ich nicht so toll finde.Denn eigentlich will ich tagsüber nicht mehr stillen.

Essen ist immer ein nerviges Thema bei uns gewesen. Ich habe wie viele mit 6 Monate versucht meinem Kind Brei anzubieten...kam nicht so wirklich gut an. Und bis zum 15 Monat fand mein Sohn Essen an sich nicht besonders interessant.

An manchen Tagen gehe ich damit entspannt rum, heute nervt es mich wieder total.Obwohl ich das Buch von Gonzales kenne und gelesen habe. Wenn mein Kind etwas isst bin ich auch entspannter.
Wenn es wieder so tage hat wo er nur Mikroportionen zu sich nimmt empfinde ich das schon als Psychoterror.
Wenn mein Kind dann sein Essen verweigert was er sonst ganz gerne ißt dann bin ich auch am ende mit meinem Latein.
Unser Essen will er ganz selten probieren. Er ißt gerne seine Schupfnudeln, Nudeln mit etwas Gemüse und Butter....ab und zu Nürnberger Würstchen (das ist das einzige was er an Fleisch isst)..aber bitte nur aus der Grillpfanne ohne fett anbraten :lol: .
Ansonsten rettet er sich über den tag mit trocken Brezel, Obst (außer Banane), getrocknete Aprikosen.
Alles was breiig ist mag er nicht. Jogurt und Milch mag er nicht. Er hat mal Phasenweise morgens mit Freude sein Müsli gelöffelt....das ist aber seit einigen tagen auch nicht mehr angesagt.
:)
Es ist bei uns manchmal ein Lotteriespiel und ich bin oft frustriert über das was ich weg schmeissen muss.
Und bei dem Wort "Familientisch" muss ich lachen...denn an diesem Tisch sitzte meistens nur ich alleine (Mann ist unter der Woche von 7-20h arbeiten). Also müsste es "Mamatisch" richtig heissen. :lol:
Ich versuch die Portionen klein zu halten die ich ihm anbiete...aber man weiß nie was er in welcher Menge essen wird.


Ich durfte mir auch viele Dinge anhören. "Das ich abstillen müsse, das Kind hungern lassen bis zu nächsten Mahlzeit....bla bla bla"
Aber mein Kind isst genauso gut und schlecht wenn ich ihn stille.....und ihn hungern zu lassen macht nur schlechte Laune, dann hat mein Kind auch keine Nerven sich auf das Essen einzulassen und will erst recht stillen....

Es ist alles nur eine Phase..eine sehr nervige.

Tut gut hier Eure Erfahrungen zu lesen. Heute habe ich mal wieder die Biotonne füttern dürfen..... :cry:

Solidarische Grüße
Evita

PS: Die kleinen Mäkler kriegen wir schon gross....:-)

Re: Extrem-Mäkler und Essensverweigerer

Verfasst: 20.11.2014, 21:57
von Puksie
Mein Sohn ist 4.5 Jahre alt. Sein Essverhalten verschlechterte sich immer mehr. Am liebten äße er den ganzen Tag nur Brot. Am besten mit Mett. der Fleischwurst.
Er isst an Obst nur Banane oder Apfel.
An Gemüse nichts (und er aß mal viele Sorten!)
Fleisch nur, wenn es als Wurst oder Hack verarbeitet ist.

Bisher war ich entspannt, besonders nach der Lektüre von Gonzales. Nur glaube ich langsam nicht mehr an eine Phase und kenne einige Kinder aus meinem Umfeld, die mit 8,9,10 Jahren immer noch so ticken.
Gesund KANN es einfach nicht sein und ich bin seine Mutter und muss schauen, das er sich gesund ernährt.

Ich mache es mittlerweile so, das ich EIN Gericht koche. Die kohlehydratreichen Beilagen hat er sonst immer gegessen. Ausschließlich. Heute gebe ich ihm nur eine begrenzte Anzahl und er muss wenigstens probieren. Wenn ihm das alles nicht passt, darf er sich nachmittags am Obst bedienen.
Geschmack schult sich nur, wenn sie es auch probieren.