Angee82 hat geschrieben:Ich wünsche ihm dennoch dass er größentechnisch mal im durchschnittlichen Bereich landet und kein allzu kleiner Mann wird
Das kannst DU aber nicht beeinflussen, gleich gar nicht durchs Essen. Die endgültige Körpergröße ist plusminus wenige Zentimeter in den Genen festgelegt, schon als Deine Eizelle mit der Samenzelle verschmolzen ist. Essen bestimmt nur noch, wie dick dein Kind wird. Kinder essen da zum Glück intuitiv, und essen nur soviel, wie sie brauchen. Was anderes ist heftige Unterernährung oder Mangelernährung. Zb. wirkt sich meines Wissens nach Zinkmangel in der Kindheit negativ auf das Längenwachstum aus. Heftiger Kalorienmangel führt auch dazu, dass ein Kind nicht mehr wächst. Aber starke Mangelernährung ist bei einem vielseitigen Angebot an Nahrungsmitteln in Mitteleuropa eher unwahrscheinlich.
Mal sehen ob sich die italienischen Gene durchsetzen
Ha! Und da haben wir schon den Grund.
Was will man da machen?
Im Prinzip würde ich dann auch gerne mal die zu Mittag abgelehnten Nudeln einpacken. Nur schätze ich dass sie auch dann nicht gegessen werden. Bin ich da zu locker/kindorientiert oder wie würdest du das machen?
Ich als ich würde die KRISE kriegen, wenn mir irgendjemand nötigen wöllte, irgendwas zu essen, was ich nicht mag. Was ich sehr am Muttersein schätze ist die Tatsache, dass ICH koche, und ICH bestimme, was es gibt und wie das zubereitet ist. Ich koche ausschließlich Sachen, die mir schmecken (oder dem Mann oder den Kindern als Lieblingsessen). Ich entscheide jeden Tag nach Lust und Laune, worauf ich Bock habe. Das gleiche gestehe ich auch meinen Kindern zu. Ich weiß, was sie mögen, ich weiß, was sie nicht mögen. Ich weiß, was mein Mann mag und nicht mag. Und so versuche ich jeden Tag, meine Familie auch durchs Essen glücklich zu machen. Mein Mann mag abends warm, also koche ich nach Möglichkeit zweimal. Großkind ist gerade wählerisch, also habe ich immer Nudeln in der Hinterhand, auch wenn ich immer erst mal unser Essen anbiete. Mal mag sie es, mal nicht. Dann gibt es kommentarlos Nudeln.
Ich will keine übermäßige Strenge an den Tag legen, aber auch nicht immer alles nur nach "seiner" Nase gestalten. Der kleine Herr kann hier nämlich ziemlich anspruchsvoll sein.
Naja. Was wäre denn die Alterative? Ein Kind gegen seinen Willen zum Essen zwingen? Wie willst Du das durchsetzen? Schläge? Stubenarrest? Ohne Abendessen ins Bett? Für mich ist das gemeinsame Essen als Familie etwas wunderbares. Das ist die Zeit, die wir ganz intensiv miteinander verbringen, reden, die Kinder bändigen, ihnen neue Dinge zu kosten geben, Lachen, wenn die Kleine Quatsch macht, die Stirn runzeln, wenn die Große so tobt, dass der Becher umfällt... Für mich ist es selbstverständlich, dass für jeden etwas auf dem Tisch steht, was er gern mag. Für jeden Gast verbiege ich mich, und auch und gerade für meine Kinder. Meine persönliche Meinung.
Und anspruchsvoll bin ich beim Essen selbst. Ich trinke keinen Saft mit 25% Fruchtgehalt, ich mag kein zwei Tage altes Brot, kein zerkochtes Gemüse... Ich weiß, wie ich mich gefühlt habe, als ich im Job in der Kantine essen musste. Im Studium habe ich mittags irgendwann nur noch an der Salatbar gegessen, im Job habe ich mir dann mittags mein eigenes Essen mitgebracht oder Brötchen gegessen. Essen hat für mich etwas mit Genuss zu tun. Ich selber stopfe mir nichts rein, was mir nicht schmeckt, und daher erwarte ich das auch nicht von meinen Kindern.
Im Grunde möchte ich das zubereitete Essen (hier die Nudeln) nicht irgendwann wegwerfen.
Reste versuche ich gern, "aufzuarbeiten". Nudeln mit Käse überbacken? Wird hier als Resteessen geliebt. Anbraten und ein Ei drauf schlagen? Nudelsalat?
Oder: selbst essen?