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Re: Dauerschunkeln und das stündliche wachwerden :(

Verfasst: 13.07.2014, 17:20
von Tomma
Ich wollte dich nicht wegklicken, das hört sich so furchtbar an... fühl dich gedrückt!

Keine Ahnung, ob es Kinder gibt, die von Nähe überfordert sind - aber bei meinem Kleinen habe ich zumindest die Erfahrung gemacht, dass er manchmal auf dem Arm quengelt und weint und erst ruhig ist, wenn er irgendwo liegen und gucken darf - ein Verhalten, das es beim Großen nie gab. Also tendenziell würde ich meinen, dass es schon unterschiedliche Nähebedürfnisse gibt.
Ganz abgesehen davon finde ich aber, dass sich bei den Symptomen, die du beschreibst, etwas ändern muss, oder? Ich meine, mit einer entzündeten Schulter und wenn du oft so fertig bist, dann geht die Schunkelei in der Form eben nicht mehr und dann MÜSSEN andere Wege her, auch wenn das für alle hart ist. Habt ihr die Federwiege mal probiert? Wir haben hier oft extrem geschaukelt, das hat die Nonomo auch ausgehalten.
Und ansonsten - wenn er doch beim Schaukeln auch weint, wieso macht ihr dann nicht nochmal einen Versuch im Liegen? Vielleicht wenn du dich daneben legst, ihn auf den Bauch, dann am Popo schuckeln... hier wurde das, wenn auch zu Beginn mit viel Weinen, irgendwann akzeptiert, als ich nicht mehr anders konnte. Solange du dabei bist, ihn nicht allein lässt, ist das zwar womöglich hart für dich und dein Kind, aber es wird ihn nicht traumatisieren. Und im Endeffekt bringt deinem Kind eine Mutter ohne Schmerzen und besser gelaunt vielleicht mehr, als einige Minuten Weinen weniger, oder?

Ich drücke dir die Daumen, dass du einen guten Weg für euch findest - und denk daran, auf dich zu achten! Ganz viele liebe Grüße!

Re: AW: Dauerschunkeln und das stündliche wachwerden :(

Verfasst: 13.07.2014, 19:26
von Lotti
Ich finde auch, es war genau das Richtige, dass du rausgegangen bist! Vielleicht als Trost: Wenn das Baby ältere Geschwister hat, lässt es sich doch auch nicht hundertprozentig vermeiden, dass es mal kurz alleine weinen muss. Ansonsten kann ich sehr bestätigen, dass Oropax eine prima Hilfe ist, das Schreien besser ertragen zu können.

Re: Dauerschunkeln und das stündliche wachwerden :(

Verfasst: 13.07.2014, 19:51
von henriettebernsteinkette
Danke für eure Antworten!

Wir hatten die Lullababy. Diese hat aber gar nicht funktioniert. Ich vermute, dass es daran lag, dass er nicht im Arm geschunkelt wurde. Deswegen funktioniert auch der Kinderwagen nicht und das Lolaloo (ein vibrierender Motor, den man auch an das Bett machen kann).
Ich bin so frustriert. :cry:

Vielleicht, wenn ich zu Besuch bei meinen Schwiegereltern bin, die ein eigenes Haus haben, werde ich das nur-im-Arm-halten probieren. Hier fühle ich mich unwohl wenn die Nachbarn das Gebrüll mitbekommen würden.

Re: Dauerschunkeln und das stündliche wachwerden :(

Verfasst: 13.07.2014, 20:22
von netteanne
Ich schreibe eigentlich ungern in Schlaf-Themen, aber jetzt antworte ich doch mal.
Meien Tochter ist genau so alt wie Paul. Wir haben ein ähnliches Problem (wie bei den anderen Kindern vorher auch).
Es geht nur schunkeln, Tragetuch manchmal, auf jeden Fall Bewegung. Stillen geht nicht zum einschlafen.
Ich kann das auch nicht mehr, Es raubt mir die Kraft, die Geduld. Und nach 20 min geht alles wieder von vorne los.
Der Pezziball (beim 2. Kind unser ständiger Begleiter) passt nicht ins Schlafzimmer. Und wenn sie dann mal schläft, lässt sie sich nicht ablegen.
Neulich habe ich es ähnlich gemacht, ich konnte vor Rückenschmerzen nicht mehr mit ihr rumlaufen (und wollte es auch nicht, war genervt, wollte sie nichtmal mehr ins Bett bringen, bei meinem Mann klappt es besser, ist aber auch schwierig).
Dann habe ich mit ihr im Bett gesessen, Stillkissen bequem im Rücken und habe sie gehalten. Gebrüll ohne Ende. Sobald ich dann anfange zu schuckeln, ist es gut. Aber das kann ucn will ich nicht mehr. Nur im Arm halten reicht ihr nicht.
Das Gitterbett steht direkt neben meinem Bett und ist notwendig, weil sie zu mobil ist und schon einige Stürze hinter sich hat.
Ich habe sie ins Bett gelegt, mich daneben und ihre Hand gehalten. Sie hat gebrüllt wie am Spieß und ist immer wieder aufgestanden. ich habe sie immer wieder hingelegt, die Spieluhr aufgezogen und habe es ausgehalten. Es hat beim ersten Mal eine Stunde gedauert und sie hat sehr geschluchzt. 2x wollte ich es abbrechen und habe sie auf den Arm genommen, aber da hat sie nur weiter gebrüllt, es hätte wieder nur schuckeln geholfen. Dann ist sie doch eingeschalfen. Jeden Abend wurde es um Längen besser. Wir machen das jetzt seit einer Woche so, und seit vorgestern gibt sie keinen Mucks mehr von sich, wenn ich sie hinlege. Ich bleibe daneben und biete ihr meine Hand an, die schiebt sie weg. Aber ich bin da, direkt neben ihr. Manchmal braucht sie eine zweite Runde Spieluhr, manchmal stellt sie sich auch nochmal hin. Aber ich lege sie wieder hin und sie bleibt dann auch liegen.
ich bin soooo glücklich und erleichtert. Ich freue mich wieder darauf, sie abends ins Bett zu bringen, weil wir uns jetzt beide entspannen können. Für sie war es die größte Umgewöhnung, dass die Bewegung wegfiel.
Manchmal wacht sie nach 30min auf, dann reicht aber der Schnuller. Manchmal schläft sie auch 2 Stunden am Stück. Ich versuche jetzt, die Stillmahlzeiten auf Abstände von 3 Stunden zu kriegen. Bis jetzt klappt es gut (auch wenn es zum morgen hin dann doch oft wieder stündlich ist) und ich bin glücklich damit. Ich muss abends noch arbeiten, habe noch Haushalt und die anderen Kinder, und das war echt nicht mehr schön in den letzten Monaten. Und sie braucht nicht zwingend meine NÄhe, sonst wäre sie auch auf dem Arm eingeschlafen, was ich gerne weiter gemacht hätte. Für mich war nur das schuckeln irgendwann zu anstrengend. Eben hat sie kanpp 10 Minuten gebraucht, 1x Spieluhr, 1x noch hinstellen, ohne jegliches Gemecker.

Ich wünsche dir, dass es sich bei euch auch bald entspannt und ihr für euch beide eine gute Lösung findet!

Re: Dauerschunkeln und das stündliche wachwerden :(

Verfasst: 28.07.2014, 14:37
von henriettebernsteinkette
Hallo ihr Lieben,

danke für die zahlreichen Tipps!

Zum aktuellen Stand:
Seit gut zwei Wochen haben wir das Schunkeln eingestellt. Stattdessen halten wir Paul einfach nur im Arm und summen oder warten einfach, bis er sich beruhigt und schläft. Nach 2 Tagen schlief er plötzlich 6 Stunden am Stück, kam dann gegen 2 Uhr nachts noch einmal und war gegen 5 Uhr wach. Wir dachten, dass das der Durchbruch war aber falsch gedacht. Seit 4 Nächten ist es nachts wieder katastrophal, was aber vermutlich dem Zahnen zuzuschreiben ist. Das hoffe ich zumindest sehr.
Das alles klingt leichter als es ist. Wenn wir ihn halten brüllt er, wehrt sich mit Händen und Füßen und ist völlig außer sich. Das Ganze geht zwischen 3 und 30 Minuten. Anfangs war ich der festen Überzeugung, dass wir da alle durch müssen (meine Hebamme und die Dame von der Schlafberatung machten mir Mut) und ich zahlte sogar einer Heilpraktikerin für 30 Minuten 100€, um das Geburtstrauma zu behandeln (sie meinte, er hätte panische Angst wenn er nicht bewegt, also geschunkelt wird, weil er dann nicht mehr wüsste, ob er noch lebt). Ich war mir auch sicher, dass es irgendwann besser werden müsste aber gerade heute ist es wieder unheimlich schlimm. Er ist wahnsinnig müde und wenn ich ihn dann nur auf den Arm nehme, geht das Gebrüll schon los und es ist einfach kaum zu ertragen. Ich werde mittlerweile schon fast aggressiv und kann nachts selbst kaum noch schlafen weil ich nicht mehr zur Ruhe komme.
Ich weiß einfach nicht mehr, was ich tun soll. Die Entzündungen in den Schultern und Ellenbogen sind zurück gegangen. Mir geht es also körperlich um so viel besser und das schlägt sich auch auf das Gemüt um. Aber ist es das wert? Ist es wirklich okay, wenn ich ihn brüllen lasse (auch wenn ich ihn halte)?
Ich habe einige Male versucht, mit dem Kinderwagen rauszugehen aber das hat immer noch nicht funktioniert. Im Tragetuch schläft er auch nicht ein, obwohl ich ihn mittlerweile mehrmals am Tag umbinde (verschiedene Trageweisen).
Ich bin ratlos, überfordert und mit den Nerven am Ende. Ich weiß nicht, was richtig oder falsch ist. Ich weiß nicht, ob ich ihm nicht doch damit schade. Schließlich hat er fast 10 Monate nur mit Bewegung geschlafen.
Die Möglichkeiten sind also:

1. ihn wieder in den Schlaf zu schunkeln (dabei aber wirklich extreme Schmerzen in den Gelenken zu haben) aber gleichzeitig ein einschlafendes Baby ohne weinen
oder
2. den Schunkel-Entzug radikal durchzuziehen und zu hoffen, dass er sich daran gewöhnt und durch den Stress keinen Schaden nimmt.

Ich habe ihn auch zeitweise einfach nur auf dem Arm gehalten und bin hin- und hergelaufen, allerdings brüllt er dann genauso. Auch habe ich ihn zeitweise nur langsam auf dem Pezziball geschunkelt aber dabei wird auch fürchterlich gebrüllt und die Belastung der Gelenke ist noch größer als beim heftigen Schunkeln.

Kann mich bitte jemand zur Vernunft bringen, oder mir zumindest Mut zusprechen? Ich brauche einfach mal eine unabhängige Meinung.
Danke!

Re: Dauerschunkeln und das stündliche wachwerden :(

Verfasst: 28.07.2014, 15:59
von Carraluma
Bitte nicht aufregen, wenn das ein dummer Vorschlag ist, oder ihr das schon probiert habt. Bei uns hat es leider auch nicht funktioniert, aber ich frags trotzdem mal. Habt ihr es schon mal mit einem Schaukelstuhl probiert? Da könntet ihr den Kleinen im Arm halten, dabei bewegen und vielleicht so, dass es nicht auf die Gelenke geht.

Rat habe ich leider ansonsten keinen für euch. Bei uns ist Einschlafstillen die einfachste Methode.
Ich wünsche euch Ausdauer und/oder dass es bald besser wird.

Re: Dauerschunkeln und das stündliche wachwerden :(

Verfasst: 28.07.2014, 21:12
von Krümelmonster0707
Ich möchte Dir einen dicken Mutmachdrücker dalassen.
Habt ihr die gängigen Mittel zum Erleichtern des Zahnens

Re: Dauerschunkeln und das stündliche wachwerden :(

Verfasst: 28.07.2014, 21:16
von Krümelmonster0707
Uups zu schnell...probiert? Ihr seid so weit gekommen. Schuckelnderweise warst du auch am Ende Deiner Belastungsgrenze körperlich angekommen. Du musstest ja 1,5-2h schuckeln zum Schlafen. Ich persönlich würde nicht genau dahin zurück wollen. Wenn er brüllt weil er Zahnweh hat ändert schuckeln da wirklich was?
Finde die Idee mit dem Schaukelstuh gut.
Ansonsten drücke ich die Daumen, dass die Phase schnell wieder vorbei ist und das Brüllen so schnell verschwindet wie es gekommen ist.