Nach dem Stillen/Pumpen ist die Spitze der Brustwarzen sehr sehr hell. Auf der linken Seite ist außerdem noch eine minikleine Stelle blau. Die Brustwarzen sind dauerhaft hart, auch im BH. Sie werden immer richtig abgeknickt deswegen, was auch schmerzt. Die bloße Berührung tut schon weh. Ich habe z.B. einen Brustwarzenpflegestift, den ich mehrfach täglich auftragen soll, aber das ist schon schwierig, weil ich absolut keine Berührung haben kann.
Diese Beschreibung würde definitiv zu einem Vasospasmus passen. Hattest Du früher schon Symptome des Raynaud-Syndroms, z.B. an den Fingern, Nase, Ohren?
Wärme ist hier als Behandlung das A und O. Auch Magnesium hilft häufig. In schweren Fällen kann das auch medikamentös mit Nifedipin behandelt werden.
Sie werden immer richtig abgeknickt deswegen, was auch schmerzt.
Dann probier es mal mit Brust-Donuts. Die werden im BH getragen und verhindern das Abknicken, außerdem sind die BW dann sozusagen berührungsfrei an der Luft, was die empfindliche Haut schont.
Die Empfindlichkeit wird auch weggehen. Ich erinnere mich noch, ich hatte definitiv keine Schmerzen beim 1. Kind, alles bestens, aber die BW waren so empfindlich, dass ich z.B. niiiemals mit einem Frottee-Handtuch oder so drankommen durfte. Nach 2 oder 3 Monaten war das aber weg. Frottee kein Problem mehr.
Ich habe z.B. einen Brustwarzenpflegestift, den ich mehrfach täglich auftragen soll, aber das ist schon schwierig, weil ich absolut keine Berührung haben kann.
Dann ist dieser Stift nicht das richtige für Dich. Normalerweise braucht die BW-Haut ÜBERHAUPT KEINE spezielle Pflege. Rund um die BW liegen die sog. Montgomery'schen Drüsen, die sondern von alleine einen öligen Talg aus, was die beste Hautpflege überhaupt ist. Im blödesten Fall verkleben "Pflegeprodukte" diese Drüsen und hindern sie so an ihrer Arbeit.
Lass den Stift einfach mal weg. Besondere Pflege ist nur dann sinnvoll, wenn die BW entweder wund sind, oder wenn die BW-Haut EXTREM trocken ist und deshalb Einreißen (= Wundsein) droht.
Während der Mahlzeit ist es so, dass das Ansaugen sehr weh tut, dann kommt eine Phase, in der ich den Schmerz ertragen kann, wenn ich mich nebenbei ablenke und nach einigen Minuten wirds wieder schlimmer, bis ich das Baby von der Brust lösen muss.
OK, probier mal folgendes:
* Mach Dir die Umgebung RICHTIG WARM. Heizlüfter, Warme Decke um Nacken und Schultern (ganz wichtig!), dicke Socken, oder am besten gleich ab ins warme Bett. Vorm Stillen für ein paar Minuten eine Wärmflasche auf die Brust oder mit Rotlicht bestrahlen.
* Weiterhin Schmerzmittel nehmen.
* Baby anlegen, ehe es weint und vor Hunger aufgeregt ist! Ein ruhiges, entspanntes Baby lässt sich viel besser technisch korrekt anlegen.
* Wichtig ist, dass Dein Baby VIEL MEHR als nur die BW in den Mund nimmt.
* Während des Ansaugschmerzes zu Beginn der Mahlzeit kann es sehr hilfreich sein, einen ANDEREN kräftigen, aber angenehmeren Reiz zu setzen. Z.B. Jemand massiert Dir kräftig den Nacken, oder Du machst Atemübungen aus der Geburtsvorbereitung, oder Du "haust" mit der flachen Hand auf Deine Oberschenkel o.ä.... Wenn die Reizleitung Richtung Gehirn sozusagen mit diesen angenehmeren Reizen schon "besetzt" ist, merkt man den Schmerz nicht mehr so.
* Wenn Du das Gefühl hast, dass es insbesondere weh tut, bis die Milch richtig fließt, dann kannst Du die Milch schon zum Fließen bringen, EHE Du Dein Baby anlegst, z.B. per Pumpe einige Minuten anpumpen, und dann das Baby ranlassen.
Vielleicht magst Du das mal ausprobieren?
Die Hebamme wiegt. Ich will mich mit dem ganzen wiegen nicht verrückt machen. Gestern hat sie wieder gewogen, da lag er bei 3950 Gramm. Allerdings bin ich mir manchmal nicht sicher, ob die Waage wirklich stimmt, weil er einmal von einem auf den nächsten Tag 210 Gramm abgenommen hat.
Das klingt in der Tat merkwürdig. Wiegt sie mit einer Stand-/Liegewaage oder mit so einem Hängeding mit Stoffbeutel? Am günstigsten wäre, wenn Du Dir eine eigene Waage besorgst, z.B. aus der Apotheke zu leihen. Dann kannst Du in der nächsten Zeit, bis Du schmerzfrei vollstillst, täglich unter
guten Bedingungen wiegen. Dies ermöglichst auch eine sichere, kontrollierte Verringerung der Zufütterung, bis Du vollstillst. Das macht nicht verrückt, sondern gibt Sicherheit und Entspannung, dass alles in Ordnung ist.
Im Stillen hab ich noch keinen Rhythmus und weiß auch nicht, wie ich den reinbekommen soll.
Oh, kein Mensch braucht beim Stillen einen Rhythmus! Alle Stillfachleute empfehlen "Stillen nach Bedarf" - und Stillen nach Bedarf ist gerade dadurch gekennzeichnet, dass es keinen festen Rhythmus gibt, sondern man immer dann stillt, wenn das Baby (oder die Mutter) Bedarf hat.
Babys stillen normalerweise 8-12 mal in 24 Stunden. Feste Zeitabstände oder sowas gibt es dabei aber nicht. Manchmal schläft ein Baby 3 Stunden am Stück, manchmal mag es eine halbe Stunde nach der letzten Mahlzeit wieder stillen. Das ist völlig normal und richtig so.
Heute wollte ich wieder stillen, bin aber seit halb 5 heute Morgen halbstündlich am Anlegen (heute mit Stillhütchen), weil der Kleine immer wieder Hunger hat. Und jetzt hab ich noch 70ml Aptamil HA Pre zugefüttert, weil ich glaube, dass er an der Brust nicht genug bekommt.
Achtung, das könnte am Hütchen liegen! Brauchst Du die Hütchen unbedingt? Also klappt das Stillen damit besser, ist es damit deutlich weniger schmerzhaft? Dann ist der Einsatz vertretbar. Wenn Dir die Hütchen aber bei sachlicher Betrachtung kaum Vorteile bringen, dann lass sie weg, denn sie können auch handfeste Nachteile haben - z.B. die Wundsein der BW überhaupt erst begünstigen oder die Milchproduktion verringern (wegen des durchs Material abgeschwächten Saugreizes).
Das versteh ich aber auch nicht, weil die Pumpe ja mittlerweile 100-110ml da raus bekommt.
Super Pumpmenge jedenfalls!
Oder ist das Bequemlichkeit von ihm? Dass er weiß, dass ich irgendwann schon die Flasche mache und das einfacher für ihn ist?
Nicht Bequemlichkeit, sondern Gewöhnung. Das Trinken an der Flasche erfordert eine andere TECHNIK als das Trinken an der Brust. Diese Unterschiede betreffen v.a. Zungen- und Kieferstellung, Koordination und auch das Mundgefühl. Dein Baby muss an der Flasche technisch etwas ANDERES machen als an der Brust. Viele Babys kommen mit einem Wechsel dieser Techniken nicht gut zurecht, dies meint der Begriff "
Saugverwirrung". Wenn ein Stillbaby vorübergehend oder dauerhaft Zufütterbedarf hat, dann ist es deshalb auf jeden Fall ratsam, dazu KEINE Saugflasche zu verwenden, sondern stattdessen mit einer
stillfreundlichen Methode zuzufüttern, um das Stillenlernen bzw. die Fortführung der Stillbeziehung nicht zu gefährden.
Wollen wir mal gemeinsam überlegen, welche Methode für Euch geeignet sein könnte?
Gestern z.B. habe ich im 3 Stunden Rhythmus insgesamt 600ml mit der Flasche gefüttert (größtenteils Muttermilch) und 3 x gestillt.
Bitte trag das in die Liste, die Du schon angefangen hast, täglich ein. Einfach täglich Copy and Paste, und dann den neuen Tag untendrunter. Dann haben wir alle relevanten Infos auf einen Blick.
LG
Julia