Hallo Berenike,
Berenike hat geschrieben:Langfristig hoffe ich, dass das Kind irgendwann auch ohne Körperkontakt eine Weile fröhlich irgendwo sein mag - sei es Krabbeldecke, Kinderbett, Hochstuhl mit Liegeschale (das ist alles vorhanden). Dann wird das schon alles einfacher. Auch nachts

Das kommt ganz gewiss

! Im Moment ist Dein Baby einfach noch sooo klein - aber im ersten Jahr entwickeln sich die Kleinen wirklich rasant und sprunghaft, so dass man manchmal kaum glauben kann, wie stark sie sich binnen Wochen verändern...
Berenike hat geschrieben:
blueberry hat geschrieben:... Soor...
Wir behandeln das ab jetzt noch mal mit 2 Wirkstoffen und an drei Stellen (Mund, Brust, Po) - es wäre ja fast zu schön um wahr zu sein, wenn davon schon die Schmerzen weg gingen. Ich werde hier aber keine weiteren Fragen dazu stellen

Nur berichten, wenns geholfen hat.
Wenn Du Dich - wie Du oben schriebst - (auch) in den Symptomen zu Milchgangssoor wiederfindest, wird eine äußerliche Behandlung allein allerdings nicht ausreichen. Milchgangssoor wird systemisch (mit Tabletten zum Einnehmen) behandelt.
Berenike hat geschrieben:Es ist auch nicht schwierig, sie wieder zu beruhigen - nur leider hält das in solchen Phasen halt nur 10 Minuten an ODER beinhaltet, dass man sich unter dem Kind/mit beiden Händen am Kind befindet. Dann ein Brot schmieren ist halt nicht so einfach, aber du kennst das ja...
Für viele Mütter hat es sich bewährt, sich alles VOR der nächsten zu erwartenden Stillzeit (oder Clusterphase) vorzubereiten, was sie in der "Baby stillt/schläft auf mir"-Phase brauchen: Joghurt mit Müsli, geschmierte Brote, Obststückchen, ... in Reichweite, eine (vorzugsweise einhändig zu öffnende) Wasserflasche, mp3-Player, Fernbedienung des Fernsehers, Laptop, ... (was man halt so brauchen kann). Evtl. findet sich der Partner bereit, einem das Essen morgens vorzubereiten, wenn er sich selbst sein Frühstück und/oder Sandwich für die Arbeit zurecht macht.
Berenike hat geschrieben:Genau so ist es auch bis September, dann ist es andersrum. Dann erwarte ich allerdings auch von ihm, dass er mich so weit entlastet, dass ich außer Stillen nachts nix mehr machen muss. Sonst schaffe ich nämlich meinen Job garantiert nicht mehr... Das haben wir uns so ausgemacht und ich finde das auch in Ordnung. Andere teilen das anders auf. Es hat also nix damit zu tun, dass mein Mann so ein empfindliches Mimöschen wäre und ich mich total aufopfere, gar nicht - ich finde es nur vernünftiger für uns, wenn wenigstens eine/r durch ausreichend Schlaf zurechnungsfähig bleibt

Dagegen spricht gerade nachts wirklcih gar nichts

. Der Papa beteiligt sich ja zudem am Wochenende und an den Abenden und Du kannst Dich tagsüber mit dem Baby hinlegen, was der Papa nicht kann.
Ich wollte nur zu diesen Deinen Sätzen sagen, ...
Berenike hat geschrieben:Dann sind wir aufgestanden, ich hab versucht, sie richtig anzulegen, oder sie rumzutragen, aber sie hat noch ne Dreiviertel Stunde geschrien, bis Papa ihr den Schnuller gegeben hat. 15 min später war sie eingeschlafen und ich am heulen, weil ich es mit meinen "natürlichen" Mitteln nicht geschafft habe, sie zu beruhigen. Außerdem ist das Brust-anschreien an sich schon ein blödes Gefühl... Ich hab wirklich das Gefühl, dass sie nach so einem ganzen Tag mit mir genug von mir hat

Anschließend hat sie über fünf Stunden gepennt, muss also völlig fertig gewesen sein - und ich hab sie so gequält ;-(
... dass "Baby dem Papa in die Hand drücken" sehr wohl ein "natürliches Mittel" ist

. Bei uns hat das sehr oft Wunder gewirkt - auch ganz ohne Schnuller.
Menschen sind nunmal "Kollektivbrüter" - dass Menschenbabys schon seit Jahrzehntausenden fast den gesamten Tag Körperkontakt brauchen und sich immer in Rufweite zu Mama (und ihrer Milch

) befanden, hieß, dass Mama UND Papa, Oma, Cousine, Tante, Neffe, Schwester, ... das Baby herumtrugen - es gab einfach eine größere Auswahl vertrauter Bezugspersonen, die das Baby quasi täglich sah. Dass wir heute ein Baby meist 1:1 betreuen (und zudem nicht mehr den halben Tag wandernd und körperlich arbeitend in Bewegung sind - sondern uns
extra für das Baby bewegen), macht ja einen guten Teil der heutigen Belastung für Eltern aus.
Dass nach einer unruhigen Cluster-Feeding-Phase eine längere Schlafphase folgt, ist übrigens ganz normal.
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Berenike hat geschrieben:In ca. 80% der letzten Still-Fälle haben wir es geschafft, so anzulegen, dass das Kinn näher an der Brust und die Nase frei war. Das ist ja schon mal gut, nehme ich an.
Ja, das ist vor allem deshalb gut, weil der umgekehrte Fall (Nase völlig in der Brust vergraben) meist mit zur Babybrust geneigtem Babykopf einhergeht. Man kann auch als Erwachsener leicht ausprobieren, dass es fast unmöglich ist, mit nach vorn geneigtem Kopf den Mund ganz weit aufzumachen. Für einen weit geöffneten Mund legt man den Kopf darum tendenziell in den Nacken - etwa so, als wolle man an etwas schnuppern. Diese Kopfhaltung sollte darum auch dem Baby beim Stillen möglich sein - und das geht normalerweise mit "Babybauch an Mamas Körper, Babykinn in/eng an Mamas Brust, Nase eher frei" einher.
Berenike hat geschrieben:Ab und zu hat sie allerdings noch "gegurgelt" (mit Milch in der Nase gekämpft), geniest, und Schluckauf hat sie auch noch ständig.
Stillst Du noch so, dass das Baby (zumindest etwas) gegen die Schwerkraft trinken kann? Schluckauf gibt sich mit der Zeit - das haben die Babys noch aus der Zeit in Mamas Bauch... .
Berenike hat geschrieben:Ungefähr jedes zweite Mal habe ich versucht, den Warzenhof etwas Richtung Sandwich zu formen, damit er besser ins Schnäbelchen geht - sie schnappt dann zwar zu, aber lässt nach 2, 3 mal saugen wieder los und legt sich so an, wie sie meint dass es richtig ist

Gleiches gilt für die Male, bei denen ich versucht habe, sie erst mal den Mund weit öffnen zu lassen und dann anzulegen: 2, 3 mal saugen, dann loslassen und neu machen, d.h. vorne ansetzen und sich "ransaugen". Die Unterlippe ist dabei immer umgestülpt, an der Oberlippe fummel ich dann ein bisschen rum. Darf ich aber nicht zu doll machen, sonst: siehe oben

Wenn sie nuckelt, nuckelt sie auch nur vorne, aber das tut nicht weh (also nur ganz wenig von der grundsätzlichen Gereiztheit).
Vielleicht fühlt es sich für sie so einfach richtiger an? Vielleicht liegts doch am Soor (das ist nur eine rhetorische Frage)? Vielleicht muss ich einfach noch drei, vier Wochen durchhalten? Wir werden sehen.
Hm, also am Soor eher nicht.
Dass das Baby einen kleinen Mund hat, wenn es auf die Welt kommt, ist ja bei allen Babys so - das an sich verursacht keine Schmerzen bei der Mutter. Dass es besser wird, wenn Dein Baby schlicht einen etwas größeren Mund hat, ist aber dennoch nicht völlig ausgeschlossen.
Das mit der Oberlippe ging mir nach. Es kommt vor, dass Babys mit einem
sehr kurzen, sehr kräftigen oder besonders tief angesetzten Lippenbändchen der Oberlippe (englisch: "lip-tie") Schwierigkeiten beim Stillen haben. Das führt dann z.B. zu Schmerzen bei der Mutter. Dieses Problem ist unbekannter als das durch ein zu kurzes Zungenbändchen entstehende.
Zum "vielleicht fühlt es sich so richtiger an" - ist Dein Baby mal auf Blockaden untersucht worden?
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An "Sandwich statt Apfel" langfristig dranzubleiben, ist aber trotz allem sinnvoll - vielleicht braucht Dein Baby ein bisschen Zeit, um sich an die neue Technik zu gewöhnen.
LG, blueberry