sommernachtstraum5 hat geschrieben:Ich bin leider mit der KiTa und ihrem vermeindlichen "Berliner Modell" nicht zufrieden
(Sorry für Fehler, Deutsch ist eine Fremdsprache für mich, und sorry, dass mein Bericht so lang geworden ist)
Das ging mir bei der Eingewöhnung meines Sohnes genauso. Es war im August 2013, Mark war damals 11 Monate alt. Wir sind beide Studenten, daher musste unser Sohn ins Kita. Er wird immer noch gestillt, wir schlaffen auch in einem Familienbett und haben hier in Deutschland keine Verwandte und Freunde, die uns besuchen kommen. Mein Sohn hatte also kaum Kontakt zu fremden Menschen. Und wir sprechen zuhause auch nur russisch. Das haben wir auch alles in Kita erzählt.
Erste 3 Tage waren wir mit Mark zu zweit in der Gruppe. Das fand er toll, hat sehr gerne mit neuen Spielzeugen gespielt, sich Bücher angeschaut usw. Ich könnte ruhig weg gehen, das würde er nicht gleich merken. Aber Erzieherin hat mir gesagt, ich darf nicht gehen ohne mich zu verabschieden. Das Kind muss wissen - Mama sagt Tschuss, dann geht sie weg, aber kommt bald wieder. Ich hab es so für mich verstanden - wenn Mama weggeht ohne was zu sagen, dann muss das Kind IMMER darauf achten, wo sie grade ist (Mama kann doch jede Minute weggehen), und kann damit nicht ruhig spielen. Wenn ich mich verabschiede, weint er erstmal, lässt sich dann aber beruhigen, spielt weiter und wartet auf mich.
Ab 4-ten Tag hab ich die Gruppe verlassen. Für 10 Minuten, dann am Freitag für 20. Nächste Woche Montag geht immer wie Freitag davor, und dann wird es immer verlängert. Wir waren schon mal bei 40-50 Minuten, und dann hab ich gemerkt, dass es irgendwie nicht klappt. Mein Kind, das sonst immer gut gelaunt ist und so gut wie nie weint, ist auf einmal ganz nervös geworden. Die Erzieherin meinte, es sei ok und wir machen weiter. Ich hab es auch versucht und musste dann mir im Warteraum anhöhren, wie mein Sohn 20 Minuten lang schreit. Es war schreklich für mich. Ich hab am nächsten Tag ihn zu Hause gelassen, in Kita hab ich gesagt, er sei etwas krank.
Nach ein paar Tagen haben wir weitergemacht, aber ich hab gesagt, wir verlängern die Trennung jetzt nicht, sondern bleiben bei 30-40 Minuten. Das wurde akzeptiert. Mark hat weiter in Kita geschriehen, aber ich hab dann auch gemerkt, dass es immer weniger wurde, und am Ende hat er nur geschriehen, bis ich weg war, als er sah, Mama ist weg, hörte er sofort auf.
Danach wurden wir leider krank. Erstmal für eine Woche, dann wieder für zwei Wochen. Kita hat schon neue Eingewöhnungskinder bekommen und auf Mark wurde weniger geachtet. Die Erzieherin wollte früher mit Mark "nach Plan" arbeiten, hat uns später aber in Ruhe gelassen, so, dass ich selber entscheiden konnte, wann wir kommen und wann Mark abgeholt wird.
Dann hab ich unsere Kita-Besuche so organisiert, wie es mir und meinem Sohn passte. Wir haben bis 8 Uhr geschlaffen, dann zuhause gefrühstückt und um 9.30 waren wir in Kita zum zweiten Frühstück. Ich lüge immer und sage, es wurde zuhause noch nicht gegessen. Und nach dem Mittagsessen hab ich mein Sohn abgeholt. Dann essen wir zuhause nochmal was kleines, und ab ins Bett, stillen und einschlaffen. Nach dem Schlaff ist schon quasi ein neuer Tag, nur für uns beiden. Und so haben wir bis Januar weitergemacht. Das ist überhaupt nicht "nach Plan", nicht "in Ordnung", nicht "normal" usw. Aber mein Sohn wurde beruhigt, er hat gelernt, dass es ihm in Kita Spass macht, da wird gegessen, gespielt und wieder gegessen, und dann kommt Mama wieder.
Am Anfang Januar nach 2 Wochen Pause sind wir wieder ins Kita gegangen. Ich hatte Angst, dass es wieder von vorne geht. Aber es ist umgekehrt. Mark hat sich sehr gefreut, dass er wieder in Kita ist. Er weint schon seit Monate nicht mehr, beim Abschied auch mal nicht. Und er schläfft auch gerne dort. Wenn ich ihn abhohle, läuft er mir weg und will gar nicht nach Hause gehen
(eine andere Mama gab mir für Eingewöhnung noch ein Tip - Mark zum Frühstück ins Kita bringen. Mark sollte erst nach dem Frühstück kommen, so sagte die Erzieherin, aber diese Mama meinte, Kinder essen gerne, es macht Spass. Wir haben es ausprobiert, das hat uns sehr geholfen).