MaareMum hat geschrieben:davisalo hat geschrieben:
Na ja, ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass bei irgendwelchen Parteisitzen Angehörige anderer Parteien für z.B. Sekretärinnenjobs angestellt werden - o.ä. Die Kirchen sind groß und daher fällt es auf. Aber grundsätzlich sucht sich doch jeder Arbeitgeber Arbeitnehmer aus, die den eigenen Prinzipien entsprechen - auch wenn das explizit und offensichtlich nichts mit der Aufgabe zu tun hat!
Im übrigen gibt es gerade innerhalb der katholischen Kirche durchaus eine Öffnung z.B. auch Muslime als Erzieherinnen anzustellen, sowieso für Angehörige anderer Konfessionen. Das ist durchaus in den entsprechenden Gremien immer wieder ein Thema, wo es wichtig ist, sehr eng mit den Einstellungskriterien zu sein und wo nicht. Und selbstverständlich finde ich das nicht: Wer ein Kind explizit in einen kirchlichen Kindergarten schickt, hat - so er das bewusst tut und nicht nur wegen des guten Rufs der Einrichtung - ja auch gewisse Erwartungen, dass das Kind in diesem Glauben aufwachsen kann. Und da ist eben schon die Frage, welche Erzieher das so rüberbringen können, während es natürlich keine Rolle spielt, wer Hausmeister ist. (Beim Chefkoch dann schon wieder, weil ja auch Schweinefleisch angeboten wird ... - Wenn er das aber tut, spricht auch hier nichts gegen einen Muslime - um bei diesem Beispiel zu bleiben.)
Also, es gibt eine Öffnung, und über die kann gerne im konkreten Fall diskutiert werden und sicher ist es nicht allgemein so üblich, Leute nach ihrem Zusammenleben vor der Ehe zu fragen - da sind Einzelfälle zu kritisieren. Aber grundsätzlich hat ein Unternehmer das Recht, Leute nach den eigenen Grundsätzen einzustellen! Ja, auch wenn die staatlichen Mittel wie in diesem Fall dazu kommen. Der Betreiber ist eben eindeutig die Kirche, die teils mehr, teils weniger Geld selbst dazu gibt. Aber das ist ein anderes Kapitel ...
Es wird aber nicht nur einfach unter der Hand so gemacht sondern erfolgt nach Regeln, die bei jedem anderen Arbeitgeber vor dem Arbeitsgericht anklagbar wären, eben wegen der Gleichstellung/Diskriminierung.
Und ich bin nicht der Meinung, dass eine ungetaufte Erzieherin meinem Kind keine christlichen Traditionen beibringen kann. Eine christliche Erziehung hat für mich noch lange nichts mit Glauben zu tun, sondern mit Kultur.
Zumal sich die meisten Eltern vermutlich nichtmal aussuchen können, ob sie ihr Kind EXPLIZIT in eine kirchliche Kita geben, da sie froh sein müssen, überhaupt einen Platz zu haben.
Und ich hätte auch nichts gegen muslimische Erzieherinnen in der Kita, und ich erwarte genauso von christlichen wie muslimischen Erzieherinnen, dass sie mein Kind nicht indoktrinieren sondern es in Offenheit und Toleranz lehren.
Ja, es gibt Regeln, vieles ist aber auch Grauzone. Und auch für kirchliche Mitarbeiter bzw. Arbeitgeber gelten gewisse Gleichstellungsrechte, die wir alle im Rahmen einer Pflichtfortbildung lernen mussten. Es sind alle, die für andere auch gelten, die hier nicht eben die explizit kirchlichen Themen ankratzen.
Und nein: Eine ungetaufte Erzieherin kann meinem Kind zwar möglicherweise bei Interesse die christlichen Traditionen als Kulturgut nahebringen. Aber für mich ist das eben gerade NICHT christliche Erziehung! Ja, meine Oma hat als Nicht-Christin auch meine Mutter christlich erzogen, weil sie es bei der Hochzeit so versprochen habe. Mir ist erst als Erwachsener klargeworden, was sich dann von meiner Oma über meine Mutter auf mich übertragen hat, weil es eigentlich gar nicht christlich ist. Das ist jetzt per se nicht schlimm. Für mich nicht. Im Gegenteil, ich lebe mit meiner eigenen Tradition. - Aber es braucht eben Reflexion, um hier nicht zu vermischen. Wenn aber Eltern eine explizit christliche Erziehung wünschen, bzw. wenn Kirchen investieren, um christliche Erziehungsstätten anzubieten, dann haben sie auch das Recht zu sagen, dass das aus einer Haltung von innen heraus kommen muss. Okay, eine Garantie, dass das so sein wird, habe ich durch die Taufe nicht; denn auch ein Getaufter kann heute relativ atheistisch aufwachsen. Aber dennoch ist die Taufe eben ein Ausdruck, dass man selbst soviel von diesem "Verein" hält, dass man ihn unterstützt und eben auch positiv von ihm redet.
Mein Kind ist in einer Schule der Lebenshilfe, die ebenfalls christliche Werte unterstützen, aber nicht christlich sind. Da ist eine Lehrerin explizit nicht christlich - und erzählt den Kindern zwar durchaus von Nikolaus und Weihnachten, aber auch gleichzeitig an Nikolaus, dass das eben ein anderer Name ist für den Weihnachtsmann und beide gibt es nur in der Phantasie der Menschen. - Darf sie an einer staatlichen bzw. hier nicht-konfessionellen Schule so tun

, an einer christlichen Schule hätte ich da aber meine massiven Probleme mit!!
Ach so: von wegen Kirchen investieren. Bevor hier das Argument kommt, dass die Kirchen ja gar nichts zahlen: Das stimmt so nicht! Okay, manche Einrichtungen werden quasi zu (fast) 100% refinanziert. Doch auch hier bleiben die ganzen übergeordneten Verwaltungskosten, oftmals exzellente Aus- und Fortbildungen und vieles andere, wie in die eigenen Mitarbeiter überregional investiert wird. Selbstverständlich ist es ein gegenseitiger Gewinn: weil manche Gemeinden ihre Einrichtungen längst nicht mehr betreiben könnten, wenn sie nicht kommunal finanziert würden. Andererseits sind die Städte auch froh, sich nicht an zu viele Mitarbeitende zu binden, dass ihnen andere einen Teil ihrer Verpflichtungen rund um Betreuungsaufgaben (oder auch KH u.ä.) abnehmen. Viele Eltern, auch Nicht-Christen, schätzen die Werte, die den Kindern in diesen Einrichtungen sehr. Die sind herzlich eingeladen, die Einrichtungen in Anspruch zu nehmen. Aber wer eben mit christlichen Werten - und dazu zählt eben auch z.B. das Gebet und Glaube an sich und nicht nur Christentum als Kulturgut - denn dann würde es verflachen und dieses "Kulturgut" gäbe es bald nicht mehr!! - wer mit diesen Werten nicht leben kann, der muss eben eine andere, städtische Einrichtung wählen. Im übrigen geht es selbstverständlich nicht um "indoktrinieren" - denn wer das täte, hätte den christlichen Glauben rundum missverstanden. Offenheit und Toleranz sind durchaus christliche Werte. Aber wenn ich selbst nichts vom Beten halte, dann werde ich das kaum mit Kindern tun. Und für meine Begriffe hat ein gemeinsames Gebet durchaus etwas in einer christlichen Kita zu suchen. Das kann gut und gerne so offen gehalten werden, dass z.B. auch muslimische Kinder hier mitbeten können. Aber es ist eben keine Größe, die es nicht gibt und die nicht zu einer christlichen Erziehung gehören würde.