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Re: Taufe.... Schwiegermutter und Family drängen

Verfasst: 21.12.2013, 22:29
von Captainsparrow
Unsere Kinder sind evangelisch getauft, obwohl mein Mann und ich nicht gläubig sind. Wir haben es tatsächlich für die alte Generation aus der Familie getan. R die war es wirklich schlimm, dass die Kinder so lange ungetauft waren, und bescherte ihnen schlaflose Nächte. Wir haben es dann recht ungezwungen im Sommer mit einer Grillparty verbunden, und die alten Leute waren glücklich, und uns tat es nicht weh. Die Vermittlung religiöser Werte ist bei uns aber auch wirklich ausgelagert. Ich habe nicht wirklich etwas gegen Kirche , ich kann nur einfach nicht glauben. Vielleicht können es meine Kinder ja, die Großeltern ( ev) und Urgroßeltern ( kath) bemühen sich. Aber auch wenn man " für Andere" tut, sollte man es nicht gegen den eigenen Willen tun.

Re: AW: Taufe.... Schwiegermutter und Family drängen

Verfasst: 21.12.2013, 22:44
von davisalo
MaareMum hat geschrieben:
Leelaacoo hat geschrieben:
Hmm...das ist zwar OT, aber kurz dazu: Konfessionelle Krankenhäuser sind neben den Kirchen selbst die einzigen Anstalten in D, die das verfassungsmäßige Recht aushebeln, unabhängig von seinem Glauben beurteilt zu werden...wenn ein normaler Arbeitnehmer z.b. aus eindeutig sexistischem Grund (weil z.b. weiblich oder homosexuell o.ä.) Nicht eingestellt wird, gibt es einen Aufschrei...diese KHs praktizieren das in ähnlicher Form aber regelmäßig in großem Ausmaß (eine gute Bekannte wurde im Bewrbungsgespräch z.b. gefragt, ob und wie sie mit ihrem Freund zusammenlebt und ob sie miteinander “verkehren“, was als Unverheiratete wohl ihre Befähigung, als Krankenschwester zu arbeiten wohl beeinträchtigte in deren Augen)..und bevor das Argument mit der Kirchensteuer kommt: diese Häuser sind wie die meisten anderen auch durch Kassengelder und Kommunen finanziert...bei vielen ist nicht mal ein Minimalbetrag aus Kirchensteuern in den Geschäftsberichten aufgeführt. Ich persönlich habe mich aus Prinzip dort nicht beworben (die zahlen meist auch schlechter und was negative Erfahrungen angeht hatte ich ja schon was geschrieben hier...da gibt es zu Hauf gruselige Geschichten)...aber ich empfinde sowas in unserer modernen Gesellschaft als unmöglich. Viele Andere finden das nicht, ist deren Recht. Was mein Sohn davon halten wird...das kann er mir jetzt noch nicht sagen, deswegen habe ich seiner Taufe zugestimmt, weil ich die Nachteile des “Austretens“ ja bewusst trage...er ja nicht.

LG Lee
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Na ja, ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass bei irgendwelchen Parteisitzen Angehörige anderer Parteien für z.B. Sekretärinnenjobs angestellt werden - o.ä. Die Kirchen sind groß und daher fällt es auf. Aber grundsätzlich sucht sich doch jeder Arbeitgeber Arbeitnehmer aus, die den eigenen Prinzipien entsprechen - auch wenn das explizit und offensichtlich nichts mit der Aufgabe zu tun hat!
Im übrigen gibt es gerade innerhalb der katholischen Kirche durchaus eine Öffnung z.B. auch Muslime als Erzieherinnen anzustellen, sowieso für Angehörige anderer Konfessionen. Das ist durchaus in den entsprechenden Gremien immer wieder ein Thema, wo es wichtig ist, sehr eng mit den Einstellungskriterien zu sein und wo nicht. Und selbstverständlich finde ich das nicht: Wer ein Kind explizit in einen kirchlichen Kindergarten schickt, hat - so er das bewusst tut und nicht nur wegen des guten Rufs der Einrichtung - ja auch gewisse Erwartungen, dass das Kind in diesem Glauben aufwachsen kann. Und da ist eben schon die Frage, welche Erzieher das so rüberbringen können, während es natürlich keine Rolle spielt, wer Hausmeister ist. (Beim Chefkoch dann schon wieder, weil ja auch Schweinefleisch angeboten wird ... - Wenn er das aber tut, spricht auch hier nichts gegen einen Muslime - um bei diesem Beispiel zu bleiben.)
Also, es gibt eine Öffnung, und über die kann gerne im konkreten Fall diskutiert werden und sicher ist es nicht allgemein so üblich, Leute nach ihrem Zusammenleben vor der Ehe zu fragen - da sind Einzelfälle zu kritisieren. Aber grundsätzlich hat ein Unternehmer das Recht, Leute nach den eigenen Grundsätzen einzustellen! Ja, auch wenn die staatlichen Mittel wie in diesem Fall dazu kommen. Der Betreiber ist eben eindeutig die Kirche, die teils mehr, teils weniger Geld selbst dazu gibt. Aber das ist ein anderes Kapitel ...

Ganz genau. Das finde ich auch absolut unmöglich und es ist und bleibt mir ein Rätsel, warum das erlaubt ist, wo es keinem anderen Arbeitgeber erlaubt ist.

Re: AW: Taufe.... Schwiegermutter und Family drängen

Verfasst: 21.12.2013, 23:08
von MaareMum
davisalo hat geschrieben:
Na ja, ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass bei irgendwelchen Parteisitzen Angehörige anderer Parteien für z.B. Sekretärinnenjobs angestellt werden - o.ä. Die Kirchen sind groß und daher fällt es auf. Aber grundsätzlich sucht sich doch jeder Arbeitgeber Arbeitnehmer aus, die den eigenen Prinzipien entsprechen - auch wenn das explizit und offensichtlich nichts mit der Aufgabe zu tun hat!
Im übrigen gibt es gerade innerhalb der katholischen Kirche durchaus eine Öffnung z.B. auch Muslime als Erzieherinnen anzustellen, sowieso für Angehörige anderer Konfessionen. Das ist durchaus in den entsprechenden Gremien immer wieder ein Thema, wo es wichtig ist, sehr eng mit den Einstellungskriterien zu sein und wo nicht. Und selbstverständlich finde ich das nicht: Wer ein Kind explizit in einen kirchlichen Kindergarten schickt, hat - so er das bewusst tut und nicht nur wegen des guten Rufs der Einrichtung - ja auch gewisse Erwartungen, dass das Kind in diesem Glauben aufwachsen kann. Und da ist eben schon die Frage, welche Erzieher das so rüberbringen können, während es natürlich keine Rolle spielt, wer Hausmeister ist. (Beim Chefkoch dann schon wieder, weil ja auch Schweinefleisch angeboten wird ... - Wenn er das aber tut, spricht auch hier nichts gegen einen Muslime - um bei diesem Beispiel zu bleiben.)
Also, es gibt eine Öffnung, und über die kann gerne im konkreten Fall diskutiert werden und sicher ist es nicht allgemein so üblich, Leute nach ihrem Zusammenleben vor der Ehe zu fragen - da sind Einzelfälle zu kritisieren. Aber grundsätzlich hat ein Unternehmer das Recht, Leute nach den eigenen Grundsätzen einzustellen! Ja, auch wenn die staatlichen Mittel wie in diesem Fall dazu kommen. Der Betreiber ist eben eindeutig die Kirche, die teils mehr, teils weniger Geld selbst dazu gibt. Aber das ist ein anderes Kapitel ...
Es wird aber nicht nur einfach unter der Hand so gemacht sondern erfolgt nach Regeln, die bei jedem anderen Arbeitgeber vor dem Arbeitsgericht anklagbar wären, eben wegen der Gleichstellung/Diskriminierung.

Und ich bin nicht der Meinung, dass eine ungetaufte Erzieherin meinem Kind keine christlichen Traditionen beibringen kann. Eine christliche Erziehung hat für mich noch lange nichts mit Glauben zu tun, sondern mit Kultur.
Zumal sich die meisten Eltern vermutlich nichtmal aussuchen können, ob sie ihr Kind EXPLIZIT in eine kirchliche Kita geben, da sie froh sein müssen, überhaupt einen Platz zu haben.
Und ich hätte auch nichts gegen muslimische Erzieherinnen in der Kita, und ich erwarte genauso von christlichen wie muslimischen Erzieherinnen, dass sie mein Kind nicht indoktrinieren sondern es in Offenheit und Toleranz lehren.

Re: Taufe.... Schwiegermutter und Family drängen

Verfasst: 21.12.2013, 23:16
von malandrinha
Mallory hat geschrieben:
malandrinha hat geschrieben:soweit ich weiß reicht eine Erklärung, von rauskaufen kann nicht die Rede sein.
Doch, das Austreten aus der Kirche kostet tatsächlich eine Gebühr. Mein Mann ist vor einigen Jahren ausgetreten. Ich glaube 70,00 € waren das.
malandrinha hat geschrieben:Nichtsdestotrotz ist eine Taufe natürlich eine weitreichende Entscheidung, die Konsequenzen hat
Das finde ich auch.
Ah, ok, sorry, das war mir wirklich nicht klar. Das ist natürlich schon komisch... Wohl eine Verwaltungsgebühr?

Re: Taufe.... Schwiegermutter und Family drängen

Verfasst: 22.12.2013, 15:05
von Mallory
davisalo hat geschrieben:Das ist aber wenn eine Gebühr von staatlicher Seite und kein Geld, das die Kirchen bekommen!!
Nein, der Staat hat mit dem Kirchenaustritt nichts zu tun. Und prinzipiell ist es ja auch wurscht, wer das Geld bekommt, denn es bleibt die Tatsache, dass es gezahlt werden musst.
malandrinha hat geschrieben:Wohl eine Verwaltungsgebühr?
Ja, so wie ich das in Erinnerung habe, ist das eine Bearbeitungsgebühr.

Re: Taufe.... Schwiegermutter und Family drängen

Verfasst: 22.12.2013, 15:19
von Sinchen1985
hm, also mein Kirchenaustritt hat vor ca. 10 Jahren nichts gekostet.

Mein Mann ist Muslim, ihm seine Religion wichtig und daher ist er auch verantwortlich für die religiöse Erziehung unserer Tochter. Wir haben beschlossen, das sie erst mal beides kennenlernt, in Schule, Kindergarten usw. und sich dann später selbst entscheiden kann.

Nur zur Vorgeschichte...

Meine Seite der Familie wollte auch unbedingt eine Taufe haben. Wir aber nicht.

Also gab es ein Dalila-Willkommensfest im Sommer im Garten. Es wurde gegrillt, viel gelacht und gespielt und alle waren zufrieden damit.

Es geht ja bei der Taufe nicht nur um das Religiöse, sondern irgendwie auch darum, das Kind in einer Gemeinschaft willkommen zu heißen. Vielleicht fehlt das deinen Schwiegers?

Versuch doch, offen das Gespräch zu suchen. Warum sie unbedingt eine Taufe möchten. Aus gesellschaftlichem Druck, weil das Kind ein Willkommen kriegen soll oder weil ihnen der religiöse Aspekt wirklich wichtig ist (ich hab schon von Großeltern gehört, die nicht mehr ruhig schlafen konnten, weil das Kind ungetauft war).

Wenn letzterer Punkt maßgeblich ist, würde ich über meinen eigenen Schatten springen, sofern es irgendwie machbar ist.

Alles Gute für euch!

Re: AW: Taufe.... Schwiegermutter und Family drängen

Verfasst: 22.12.2013, 15:24
von davisalo
MaareMum hat geschrieben:
davisalo hat geschrieben:
Na ja, ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass bei irgendwelchen Parteisitzen Angehörige anderer Parteien für z.B. Sekretärinnenjobs angestellt werden - o.ä. Die Kirchen sind groß und daher fällt es auf. Aber grundsätzlich sucht sich doch jeder Arbeitgeber Arbeitnehmer aus, die den eigenen Prinzipien entsprechen - auch wenn das explizit und offensichtlich nichts mit der Aufgabe zu tun hat!
Im übrigen gibt es gerade innerhalb der katholischen Kirche durchaus eine Öffnung z.B. auch Muslime als Erzieherinnen anzustellen, sowieso für Angehörige anderer Konfessionen. Das ist durchaus in den entsprechenden Gremien immer wieder ein Thema, wo es wichtig ist, sehr eng mit den Einstellungskriterien zu sein und wo nicht. Und selbstverständlich finde ich das nicht: Wer ein Kind explizit in einen kirchlichen Kindergarten schickt, hat - so er das bewusst tut und nicht nur wegen des guten Rufs der Einrichtung - ja auch gewisse Erwartungen, dass das Kind in diesem Glauben aufwachsen kann. Und da ist eben schon die Frage, welche Erzieher das so rüberbringen können, während es natürlich keine Rolle spielt, wer Hausmeister ist. (Beim Chefkoch dann schon wieder, weil ja auch Schweinefleisch angeboten wird ... - Wenn er das aber tut, spricht auch hier nichts gegen einen Muslime - um bei diesem Beispiel zu bleiben.)
Also, es gibt eine Öffnung, und über die kann gerne im konkreten Fall diskutiert werden und sicher ist es nicht allgemein so üblich, Leute nach ihrem Zusammenleben vor der Ehe zu fragen - da sind Einzelfälle zu kritisieren. Aber grundsätzlich hat ein Unternehmer das Recht, Leute nach den eigenen Grundsätzen einzustellen! Ja, auch wenn die staatlichen Mittel wie in diesem Fall dazu kommen. Der Betreiber ist eben eindeutig die Kirche, die teils mehr, teils weniger Geld selbst dazu gibt. Aber das ist ein anderes Kapitel ...
Es wird aber nicht nur einfach unter der Hand so gemacht sondern erfolgt nach Regeln, die bei jedem anderen Arbeitgeber vor dem Arbeitsgericht anklagbar wären, eben wegen der Gleichstellung/Diskriminierung.

Und ich bin nicht der Meinung, dass eine ungetaufte Erzieherin meinem Kind keine christlichen Traditionen beibringen kann. Eine christliche Erziehung hat für mich noch lange nichts mit Glauben zu tun, sondern mit Kultur.
Zumal sich die meisten Eltern vermutlich nichtmal aussuchen können, ob sie ihr Kind EXPLIZIT in eine kirchliche Kita geben, da sie froh sein müssen, überhaupt einen Platz zu haben.
Und ich hätte auch nichts gegen muslimische Erzieherinnen in der Kita, und ich erwarte genauso von christlichen wie muslimischen Erzieherinnen, dass sie mein Kind nicht indoktrinieren sondern es in Offenheit und Toleranz lehren.
Ja, es gibt Regeln, vieles ist aber auch Grauzone. Und auch für kirchliche Mitarbeiter bzw. Arbeitgeber gelten gewisse Gleichstellungsrechte, die wir alle im Rahmen einer Pflichtfortbildung lernen mussten. Es sind alle, die für andere auch gelten, die hier nicht eben die explizit kirchlichen Themen ankratzen.
Und nein: Eine ungetaufte Erzieherin kann meinem Kind zwar möglicherweise bei Interesse die christlichen Traditionen als Kulturgut nahebringen. Aber für mich ist das eben gerade NICHT christliche Erziehung! Ja, meine Oma hat als Nicht-Christin auch meine Mutter christlich erzogen, weil sie es bei der Hochzeit so versprochen habe. Mir ist erst als Erwachsener klargeworden, was sich dann von meiner Oma über meine Mutter auf mich übertragen hat, weil es eigentlich gar nicht christlich ist. Das ist jetzt per se nicht schlimm. Für mich nicht. Im Gegenteil, ich lebe mit meiner eigenen Tradition. - Aber es braucht eben Reflexion, um hier nicht zu vermischen. Wenn aber Eltern eine explizit christliche Erziehung wünschen, bzw. wenn Kirchen investieren, um christliche Erziehungsstätten anzubieten, dann haben sie auch das Recht zu sagen, dass das aus einer Haltung von innen heraus kommen muss. Okay, eine Garantie, dass das so sein wird, habe ich durch die Taufe nicht; denn auch ein Getaufter kann heute relativ atheistisch aufwachsen. Aber dennoch ist die Taufe eben ein Ausdruck, dass man selbst soviel von diesem "Verein" hält, dass man ihn unterstützt und eben auch positiv von ihm redet.
Mein Kind ist in einer Schule der Lebenshilfe, die ebenfalls christliche Werte unterstützen, aber nicht christlich sind. Da ist eine Lehrerin explizit nicht christlich - und erzählt den Kindern zwar durchaus von Nikolaus und Weihnachten, aber auch gleichzeitig an Nikolaus, dass das eben ein anderer Name ist für den Weihnachtsmann und beide gibt es nur in der Phantasie der Menschen. - Darf sie an einer staatlichen bzw. hier nicht-konfessionellen Schule so tun :roll: , an einer christlichen Schule hätte ich da aber meine massiven Probleme mit!!
Ach so: von wegen Kirchen investieren. Bevor hier das Argument kommt, dass die Kirchen ja gar nichts zahlen: Das stimmt so nicht! Okay, manche Einrichtungen werden quasi zu (fast) 100% refinanziert. Doch auch hier bleiben die ganzen übergeordneten Verwaltungskosten, oftmals exzellente Aus- und Fortbildungen und vieles andere, wie in die eigenen Mitarbeiter überregional investiert wird. Selbstverständlich ist es ein gegenseitiger Gewinn: weil manche Gemeinden ihre Einrichtungen längst nicht mehr betreiben könnten, wenn sie nicht kommunal finanziert würden. Andererseits sind die Städte auch froh, sich nicht an zu viele Mitarbeitende zu binden, dass ihnen andere einen Teil ihrer Verpflichtungen rund um Betreuungsaufgaben (oder auch KH u.ä.) abnehmen. Viele Eltern, auch Nicht-Christen, schätzen die Werte, die den Kindern in diesen Einrichtungen sehr. Die sind herzlich eingeladen, die Einrichtungen in Anspruch zu nehmen. Aber wer eben mit christlichen Werten - und dazu zählt eben auch z.B. das Gebet und Glaube an sich und nicht nur Christentum als Kulturgut - denn dann würde es verflachen und dieses "Kulturgut" gäbe es bald nicht mehr!! - wer mit diesen Werten nicht leben kann, der muss eben eine andere, städtische Einrichtung wählen. Im übrigen geht es selbstverständlich nicht um "indoktrinieren" - denn wer das täte, hätte den christlichen Glauben rundum missverstanden. Offenheit und Toleranz sind durchaus christliche Werte. Aber wenn ich selbst nichts vom Beten halte, dann werde ich das kaum mit Kindern tun. Und für meine Begriffe hat ein gemeinsames Gebet durchaus etwas in einer christlichen Kita zu suchen. Das kann gut und gerne so offen gehalten werden, dass z.B. auch muslimische Kinder hier mitbeten können. Aber es ist eben keine Größe, die es nicht gibt und die nicht zu einer christlichen Erziehung gehören würde.

Re: Taufe.... Schwiegermutter und Family drängen

Verfasst: 22.12.2013, 15:25
von davisalo
Mallory hat geschrieben:
davisalo hat geschrieben:Das ist aber wenn eine Gebühr von staatlicher Seite und kein Geld, das die Kirchen bekommen!!
Nein, der Staat hat mit dem Kirchenaustritt nichts zu tun. Und prinzipiell ist es ja auch wurscht, wer das Geld bekommt, denn es bleibt die Tatsache, dass es gezahlt werden musst.
malandrinha hat geschrieben:Wohl eine Verwaltungsgebühr?
Ja, so wie ich das in Erinnerung habe, ist das eine Bearbeitungsgebühr.
Doch, natürlich hat der Staat etwas damit zu tun: denn über den läuft das Eintreiben der Kirchensteuer - und ich kann mir nur vorstellen, dass es hier die Kommunen oder das Finanzamt war, die sich den "Aufwand", da etwas umzuschreiben, haben bezahlen lassen. Die Kirche kassiert auf jeden Fall definitiv nichts, wenn jemand sie wieder verlässt!!!

Re: AW: Taufe.... Schwiegermutter und Family drängen

Verfasst: 22.12.2013, 23:19
von MaareMum
davisalo hat geschrieben:
MaareMum hat geschrieben:
davisalo hat geschrieben:
Na ja, ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass bei irgendwelchen Parteisitzen Angehörige anderer Parteien für z.B. Sekretärinnenjobs angestellt werden - o.ä. Die Kirchen sind groß und daher fällt es auf. Aber grundsätzlich sucht sich doch jeder Arbeitgeber Arbeitnehmer aus, die den eigenen Prinzipien entsprechen - auch wenn das explizit und offensichtlich nichts mit der Aufgabe zu tun hat!
Im übrigen gibt es gerade innerhalb der katholischen Kirche durchaus eine Öffnung z.B. auch Muslime als Erzieherinnen anzustellen, sowieso für Angehörige anderer Konfessionen. Das ist durchaus in den entsprechenden Gremien immer wieder ein Thema, wo es wichtig ist, sehr eng mit den Einstellungskriterien zu sein und wo nicht. Und selbstverständlich finde ich das nicht: Wer ein Kind explizit in einen kirchlichen Kindergarten schickt, hat - so er das bewusst tut und nicht nur wegen des guten Rufs der Einrichtung - ja auch gewisse Erwartungen, dass das Kind in diesem Glauben aufwachsen kann. Und da ist eben schon die Frage, welche Erzieher das so rüberbringen können, während es natürlich keine Rolle spielt, wer Hausmeister ist. (Beim Chefkoch dann schon wieder, weil ja auch Schweinefleisch angeboten wird ... - Wenn er das aber tut, spricht auch hier nichts gegen einen Muslime - um bei diesem Beispiel zu bleiben.)
Also, es gibt eine Öffnung, und über die kann gerne im konkreten Fall diskutiert werden und sicher ist es nicht allgemein so üblich, Leute nach ihrem Zusammenleben vor der Ehe zu fragen - da sind Einzelfälle zu kritisieren. Aber grundsätzlich hat ein Unternehmer das Recht, Leute nach den eigenen Grundsätzen einzustellen! Ja, auch wenn die staatlichen Mittel wie in diesem Fall dazu kommen. Der Betreiber ist eben eindeutig die Kirche, die teils mehr, teils weniger Geld selbst dazu gibt. Aber das ist ein anderes Kapitel ...
Es wird aber nicht nur einfach unter der Hand so gemacht sondern erfolgt nach Regeln, die bei jedem anderen Arbeitgeber vor dem Arbeitsgericht anklagbar wären, eben wegen der Gleichstellung/Diskriminierung.

Und ich bin nicht der Meinung, dass eine ungetaufte Erzieherin meinem Kind keine christlichen Traditionen beibringen kann. Eine christliche Erziehung hat für mich noch lange nichts mit Glauben zu tun, sondern mit Kultur.
Zumal sich die meisten Eltern vermutlich nichtmal aussuchen können, ob sie ihr Kind EXPLIZIT in eine kirchliche Kita geben, da sie froh sein müssen, überhaupt einen Platz zu haben.
Und ich hätte auch nichts gegen muslimische Erzieherinnen in der Kita, und ich erwarte genauso von christlichen wie muslimischen Erzieherinnen, dass sie mein Kind nicht indoktrinieren sondern es in Offenheit und Toleranz lehren.
Ja, es gibt Regeln, vieles ist aber auch Grauzone. Und auch für kirchliche Mitarbeiter bzw. Arbeitgeber gelten gewisse Gleichstellungsrechte, die wir alle im Rahmen einer Pflichtfortbildung lernen mussten. Es sind alle, die für andere auch gelten, die hier nicht eben die explizit kirchlichen Themen ankratzen.
Und nein: Eine ungetaufte Erzieherin kann meinem Kind zwar möglicherweise bei Interesse die christlichen Traditionen als Kulturgut nahebringen. Aber für mich ist das eben gerade NICHT christliche Erziehung! Ja, meine Oma hat als Nicht-Christin auch meine Mutter christlich erzogen, weil sie es bei der Hochzeit so versprochen habe. Mir ist erst als Erwachsener klargeworden, was sich dann von meiner Oma über meine Mutter auf mich übertragen hat, weil es eigentlich gar nicht christlich ist. Das ist jetzt per se nicht schlimm. Für mich nicht. Im Gegenteil, ich lebe mit meiner eigenen Tradition. - Aber es braucht eben Reflexion, um hier nicht zu vermischen. Wenn aber Eltern eine explizit christliche Erziehung wünschen, bzw. wenn Kirchen investieren, um christliche Erziehungsstätten anzubieten, dann haben sie auch das Recht zu sagen, dass das aus einer Haltung von innen heraus kommen muss. Okay, eine Garantie, dass das so sein wird, habe ich durch die Taufe nicht; denn auch ein Getaufter kann heute relativ atheistisch aufwachsen. Aber dennoch ist die Taufe eben ein Ausdruck, dass man selbst soviel von diesem "Verein" hält, dass man ihn unterstützt und eben auch positiv von ihm redet.
Mein Kind ist in einer Schule der Lebenshilfe, die ebenfalls christliche Werte unterstützen, aber nicht christlich sind. Da ist eine Lehrerin explizit nicht christlich - und erzählt den Kindern zwar durchaus von Nikolaus und Weihnachten, aber auch gleichzeitig an Nikolaus, dass das eben ein anderer Name ist für den Weihnachtsmann und beide gibt es nur in der Phantasie der Menschen. - Darf sie an einer staatlichen bzw. hier nicht-konfessionellen Schule so tun :roll: , an einer christlichen Schule hätte ich da aber meine massiven Probleme mit!!
Ach so: von wegen Kirchen investieren. Bevor hier das Argument kommt, dass die Kirchen ja gar nichts zahlen: Das stimmt so nicht! Okay, manche Einrichtungen werden quasi zu (fast) 100% refinanziert. Doch auch hier bleiben die ganzen übergeordneten Verwaltungskosten, oftmals exzellente Aus- und Fortbildungen und vieles andere, wie in die eigenen Mitarbeiter überregional investiert wird. Selbstverständlich ist es ein gegenseitiger Gewinn: weil manche Gemeinden ihre Einrichtungen längst nicht mehr betreiben könnten, wenn sie nicht kommunal finanziert würden. Andererseits sind die Städte auch froh, sich nicht an zu viele Mitarbeitende zu binden, dass ihnen andere einen Teil ihrer Verpflichtungen rund um Betreuungsaufgaben (oder auch KH u.ä.) abnehmen. Viele Eltern, auch Nicht-Christen, schätzen die Werte, die den Kindern in diesen Einrichtungen sehr. Die sind herzlich eingeladen, die Einrichtungen in Anspruch zu nehmen. Aber wer eben mit christlichen Werten - und dazu zählt eben auch z.B. das Gebet und Glaube an sich und nicht nur Christentum als Kulturgut - denn dann würde es verflachen und dieses "Kulturgut" gäbe es bald nicht mehr!! - wer mit diesen Werten nicht leben kann, der muss eben eine andere, städtische Einrichtung wählen. Im übrigen geht es selbstverständlich nicht um "indoktrinieren" - denn wer das täte, hätte den christlichen Glauben rundum missverstanden. Offenheit und Toleranz sind durchaus christliche Werte. Aber wenn ich selbst nichts vom Beten halte, dann werde ich das kaum mit Kindern tun. Und für meine Begriffe hat ein gemeinsames Gebet durchaus etwas in einer christlichen Kita zu suchen. Das kann gut und gerne so offen gehalten werden, dass z.B. auch muslimische Kinder hier mitbeten können. Aber es ist eben keine Größe, die es nicht gibt und die nicht zu einer christlichen Erziehung gehören würde.
Ich hätte egal im welchem Kindergarten ein Problem damit, wenn eine Erzieherin meinem Kind erzählt, dass Nikolaus, Weihnachtsmann und Christkind nur Erfindungen der Erwachsenen sind.
Das hat aber doch nichts mit christlicher Erziehung zu tun.

Und die christlichen Werte, die können Ungetaufte ganz genau so gut lehren, denn ich sehe das schon so, dass das unsere Kultur ist.
Und bezüglich der christlichen Werte in christlichen Einrichtungen wie zB Krankenhäusern, da kann ich wirklich nur drüber lachen. Oft genug läuft es zumindest in Krankenhäusern so: Nach vorne hin werden die christlichen Werte als Aushängeschild genutzt, aber intern, vor allem den Mitarbeitern/Kollegen gegenüber werden dieselben Werte mit Füßen getreten.
Nein, mit den besseren Werten in einem christlichen Haus im Vergleich zu einem kommunalen Haus kann mir wirklich niemand kommen.
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vom Handy aus

Re: AW: Taufe.... Schwiegermutter und Family drängen

Verfasst: 22.12.2013, 23:31
von TragIchStille
Wir haben unsere Große mit 1,5 Jahren im Rahmen unserer Trauung (ev.) taufen lassen.
Mein schwieva ist katholisch und hat schon Ewigkeiten vorher immer wieder gesagt, man könne doch ein kind nicht sooo lange ungetauft lassen. Letztlich war es unsere Sache. Und insgesamt die richtige Entscheidung. Damals waren wir noch zu dritt und es war irgendwie auch insgesamt ein JA zu uns dreien. Nicht nur, dass mein Mann und ich uns trauen sondern dass wir uns auch quasi öffentlich zu uns dreien bekennen, schließlich war sie unehelich gezeugt und geboren.8-)
Den kleinen haben wir mit 3 Monaten taufen lassen, da war keine hochzeit mehr in Aussicht.:lol:

Letzten Endes ist es ganz allein eure Entscheidung.