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Re: Geschrei, wenn er aufhören muss "zu spielen"

Verfasst: 23.10.2013, 14:18
von Mirimama
Ich habe großes Mitgefühl für dich, Bienenmeister! Und auch kein Allheilmittel.
Tatsächlich lasse ich allerdings mein Kind auch meist einfach machen solange er will. Mein Mann unterbricht ihn häufiger und die Reaktionen sind oft echt heftig . Er ist dann einfach noch nicht so weit. Mir selbst hilft es total, mir eine schöne Beschäftigung zu suchen. Ich hab z.B. überall Bücher oder Zeitschriften und genieße diese Momente der Entspannung und übe mich in stoischer Gelassenheit. Irgendwann frage ich z.B. mal, ob wir jetzt zum Essen gehen wollen oder ähnliches und häufig willigt er dann sogar ein. Aber natürlich nur, wenn er ausreichend Zeit hatte. Nebenbei zu putzen, finde ich auch eine gute Idee.
Ebenfalls hilfreich ist für mich, unser Haus immer kindersicherer zu machen. Denn dieses immer Daneben-Stehen ist eben das, was einen so fertig macht. Unser Hochbett ist z.B. zu unsicher. Ich müsste ständig aufpassen. Dazu habe ich keine Lust. Ich werde jetzt eine höhere Balustrade bauen, so dass er dort alleine spielen kann. Bis dahin hab ich die Leiter erstmal weggestellt. Ich habe den Eindruck, das gerade durch dieses Gewähren-lassen, die Kooperationsbereitschaft meinens Sohnes steigt. In manchen Situationen sage ich ihm klar, dass irgendetwas jetzt sein muss und er macht wirklich fast immer mit. Geschrei gibt es hier in solchen Situationen selten. Z.B. die Hunde müssen jetzt raus, sie müssen mal, wir müssen JETZT gehen. Oder: Ich selbst muss dringend auf Klo, ich gehe jetzt runter. Kommst du mit oder wartest du hier oben alleine?

Wir haben auch früh angefangen, zuhause gar nicht mehr zu wickeln, sondern nackt zu lassen, er hat früh angefangen das Töpfchen zu nutzen, und ansonsten schnell im Stehen zu wickeln. Das ging mit unseren Stoffis immer total einfach und ohne Streit.

Ich finde es nicht schlimm, wenn es mal Unzufriedenheit gibt, aber viele Konflikte sind auch vermeidbar. Bei uns zumindest. Und ich habe auch viel Zeit, denn ich bin noch in Elternzeit. Unter anderem auch, weil es uns genau vor solchem Zwangsstress graut, der sicherlich durch Termine sehr verstärkt wird.

Re: Geschrei, wenn er aufhören muss "zu spielen"

Verfasst: 04.11.2013, 00:01
von hummel2
da scheinen ja doch manche ein ähnliches Problem zu haben...
bei uns geht's grad wieder etwas besser (ich beschrei's aber mal lieber nicht ;-), ist wohl auch immer etwas phasenabhängig und vor allem auch "müdigkeitsabhängig".

wie ich schon mal geschrieben habe, glaube ich schon, dass man sich selbst auch immer wieder mal hinterfragen muss: "ist das jetzt wirklich nötig, dass er das nicht darf/aufhören muss, ist mir das jetzt wirklich so wichtig?" und dass man sich auch immer wieder versucht, in das Kind reinzuversetzen, dass es für ihn jetzt gerade total spannend und wichtig ist, das zu tun, auch wenn es für mich sinnlos erscheint und mich nervt. und ja, ein wunder, er wollte heute sogar von selber aufhören am Waschbecken zu spielen; gut dann wollte er in die Wanne ;-), aber auch da wollte er nach ner Viertelstunde wieder raus.

Auf der anderen Seite muss ich aber auch meine Grenzen wahrnehmen, das ist für den Familienfrieden auch wichtig ;-)
danke auch für die Überlegungen hierzu von bienenmeister!
ich bin z.B. schon jemand, der immer versucht, es allen recht zu machen und schwer nein sagen kann und genau das möchte ich ihm ersparen; ich dachte eigtl. das kann ich auch dadurch, indem ich seine wünsche ernst nehme; habe nun aber auch schon öfter gelesen, wie hier auch schon geschrieben wurde, dass es hierfür auch wichtig ist, dass ihm vorgelebt wird, dass andere Menschen auch Grenzen haben und diese wahrnehmen.
mir ist auch aufgefallen, dass es nicht so schlimm ist, wenn ich dahinter stehe was ich tue und kein schlechtes gewissen dabei habe, auch wenn ich einfach mal keine Lust habe oder zu müde bin, bin halt auch nur ein Mensch.

es gibt da doch diesen einen Artikel von Liedloff, der passt zwar nicht so hundertprozentig (und stimme ihr hier auch nicht in allem zu), aber die grobe Idee passt doch etwas: dass sich im Alltag eben nicht alles um das Kind drehen sollte, sondern das Kind in den Alltag der Familie integriert werden sollte.

ich finde, man kann auch nicht immer "auf gleicher ebene" mit dem Kind agieren, sowohl in die "eine" als auch in die "andere" Richtung. Natürlich würde man auch einen Erwachsenen nicht schreiend in einen Autositz zwingen (finde ich auch nicht gut und nur im "Notfall" ok), aber einen Erwachsenen würde ich z.B. auch nicht zwingen, Medikamente zu nehmen oder Augentropfen o.ä. und ich würde ihn auch nicht stundenlang den Kühlschrank ein- und ausräumen lassen ;-)
ich denke, es kommt auch auf das jeweilige Kind und seine Bedürfnisse an, manche sind eben leichter zu erfüllen, andere nicht. ich musste z.B. schon ein bisschen schmunzeln, als ich hier was von spielecke im Arbeitszimmer gelesen habe, da wäre meiner überall nur nicht in der spielecke ;-)

viele grüße

Re: Geschrei, wenn er aufhören muss "zu spielen"

Verfasst: 04.11.2013, 00:45
von Blubberella
Ich klinke mich ein, dass Wasser pritscheln Thema hatten wir hier auch. Unsere Lösung wär ihn zu Fragen, wer das Wasser jetzt aus machen soll. Dadurch entscheide ich zwar, dass Schluss ist (denn Wasser kostet Geld, nur mit Wasser im Becken will er nicht spielen) - aber er kann entscheiden, wer das Wasser ausmacht. Die ersten Paar Mal war es noch kein Erfolg, inzwischen klappt es in 95% der Fälle ohne Gebrüll.