Ah, was für ein schönes Thema!
Ich gehe schon seit vielen jahren sehr gerne Pilze suchen. Ein Pilzseminar habe ich bisher nicht besucht, mein Vater hat mir sehr viel beigebracht. Da wir aber vor einigen Jahren umgezogen sind und hier die Böden anders sind, folglich auch andere Pilze wachsen, will ich das mal machen. Gerade am WE habe ich einen Kulturpilzzüchter in der Gegend gefunden, der auch Pilzwanderungen anbietet! Perfekt, mache ich dann im nächsten Jahr
Am alten Wohnort waren die Böden eher sandig, es gab viele Kiefernwäldchen. Da habe ich immer schön viele Pfifferlinge gefunden, auch mal Maronen oder eine fette Henne. Steinpilze gab es, aber nur sehr wenige.
Hier ist der Boden irgendwie viel dunkler und schwerer. In den vergangenen zwei Jahren habe ich so gut wie nichts gefunden. Ab und zu mal Flaschenbovisten, die man ja essen kann, solange sie jung sind. Aber die schmecken mir nicht so gut. Und dieses Jahr ist der Wald förmlich explodiert! Ich habe vor ein paar Wochen einen ganzen Korb voll junger Goldröhrlinge und etliche Rotkappen gesammelt. Davon dann gut gegessen, den Rest habe ich getrocknet *lecker* Nur meine geliebten Pfifferlinge gibts hier gar nicht

Dafür steht der ganze Wald voller Parasole, aber die habe ich noch nie gesammelt. Eignen die sich auch zum Trocknen?
Ich will so gerne nochmal raus, ich hoffe, ich schaffe das noch, bevor das Baby kommt...
Am alten Wohnort war ich übrgiens auch immer zwei Mal im Jahr Pfifferlinge sammeln. Den ersten Schwung gabs immer schon so ab Ende Mai / Juni bis etwa Mitte Juli, dann wieder ab September bis manchmal tief in den November hinein.*seufz* Das vermisse ich schon...
Meinen letzten Pilzfang hier habe ich direkt entlang der Wege gemacht, wobei ich so die Erfahrung habe, dass es weniger die gut ausgebauten Spazierwege sind, an denen man fündig wird, sondern man schon die eher zugewucherten, schlammigen Forstwege mal nehmen sollte. Aber es gibt auch Waldstücke fernab aller Wege, wo man gut was findet. Wonach ich eher schaue, ist die Umgebung. Moosbetten immer dann, wenn das Wetter eher trocken war, denn hier hält sich die Flüssigkeit. Im Hochwald erst im Herbst. In Kiefernschonungen rund um die Wurzeln der Bäume herum, vor Allem, wenn die Wurzeln kleine Höhlen bilden. An umgestürzten Baumstämmen entlang. Und so weiter...
Wo ich richtig sauer werde ist, wenn ich sehe, dass Leute mit Stöcken bewaffnet losziehen und alles wegkratzen. Das Mykozel verläuft dicht unter der Oberfläche, das macht man sich kaputt mit solchen Kratzaktionen. Das ist auch der Grund, warum ich Kaufpfifferlinge, die fast immer aus Polen oder der Ukraine kommen, boykottiere: weil dort mit großen Rechen der Wald umgepflügt wird. Die Pilzverkäuferin auf dem Markt gab mir da auch recht und sagte, sie würden schon weniger Pilze bekommen, es gäbe da bereits Anzeichen von Übersammlung.
Um es mit den Worten meines Vaters auszudrücken: Pilze sucht man mit den Augen, nicht mit Stöcken
Liebe Grüße Alex