Wir haben, da meine Eltern geschieden sind, drei Großelternpaare. Ein paar im Ort, ein paar ca. 30km entfernt und ein paar ca. 600km entfernt. Zum ersten Mal Abends war er bei meiner Mama mit einem Monat. Da sind wir Abends ins Kino. Auswärts geschlafen hat er so mit ca. 4 Monaten. Da waren wir dann auch zum ersten Mal zu Besuch bei den weiter entfernten Großeltern. Dort hat er dann aber nur bei uns geschlafen. Bisher hat er immer nur bei Oma und Opa geschlafen, wenn wir was vor hatten und morgens dann noch ausschlafen wollten
Jetzt fängt es langsam an, dass er von sich aus sagt, dass er zu Oma und Opa will oder sie anrufen möchte. Als wir zum letzten Mal bei Oma und Opa weit weg waren wollte er auch bei ihnen schlafen. Hat dann auch geklappt. Wir waren ja im selben Haus.
Ganz alleine über mehrere Tage hatten wir noch nicht. Mal sehn wann das kommt. Bisher nutzen wir den Service im Grunde nur dann, wenn wir es brauchen. Morgen früh zB gehe ich zum Arzt und meine Mutter ist daheim. Also bringe ich ihr den Kleinen vorbei.
Ich habe inzwischen gelernt, dass ich akzeptieren "muss", dass Omas und Opas anders mit ihm umgehen als wir. Es gibt gewisse Dinge, da erwarten mein Mann und ich, dass sie sich an unsere Regeln halten, aber im Großen und Ganzen haben sie alle Freiheiten. Das klappt bisher auch sehr gut und ich denke es ist auch wichtig. Oma und Opa sind in meinen Augen etwas Besonderes und ich versuche sie, so wenig wie möglich einzuschränken. Das ist nicht immer einfach... aber ich denke es ist für alle Beteiligten das Beste. Schwer finde ich es, wenn wir dann mehrere Tage bei Oma und Opa weit weg sind. Am Anfang war es dann auch zuhause immer wieder ein Kampf. Inzwischen kommt Mo aber ganz gut klar damit und weiß, dass zuhause wieder unsere Regeln gelten.
ich selbst bin mit Oma und Opa und Uroma in einem Haus aufgewachsen. Ich fand es unheimlich toll und in Nachhinein gesehen auch sehr wertvoll. Für meine Eltern war das bestimmt nicht immer leicht und ich selbst wollte das auch nicht, aber dadurch habe ich auch erfahren wie unheimlich wichtig Großeltern sein können.
Zu meinen Schwiegereltern (das sind die, die weit weg wohnen) habe ich kein besonders gutes Verhältnis. Aber ich würde ihnen deswegen nie den Kleinen vorenthalten. Meine Eltern haben bei mir bestimmt einiges verbockt und ich habe heute noch an einigen Dingen zu knabbern, aber das heißt nicht, dass sie auch schlechte Großeltern sind. Natürlich würde ich den Kontakt unterbinden, wenn es für mein Kind in irgendeiner Form (körperlich oder seelisch) zu einem Schaden führen würde! Das ist gar kein Thema. Aber das sehe ich nicht und je älter Mo wird, desto mehr zeigt er sowieso wer er ist und was er will und weiß jetzt schon, mit seinen knapp 3 Jahren, sich ganz gut zu behaupten

Da haben dann die Omas und Opas ganz schön dran zu knabbern

Gerade meiner Schwiegereltern, die auch noch zwei Enkel vor Ort haben, die auf "die alt hergebrachte Weise" erzogen werden und halt immer "schön brav hören" und machen was sie sagen
Abschließend kann ich nur sagen, dass es für Kinder glaube ich kaum etwas tolleres gibt, als ein gutes Verhältnis zu Oma und Opa. Und auch wenn man selbst nicht das beste Verhältnis hat, sollte man es dem Kind trotzdem gönnen - solange wie gesagt keine Gefahr besteht.
Ob ich mich jetzt allerdings auf ein festes Wochenende im Monat und auf einmal wöchentliche Treffen einlassen würde weiß ich auch nicht. Ich glaube aber eher weniger. Mein Sohn geht in die Krippe und jetzt bald in den Kiga und mir ist die Zeit die wir mittags zusammen verbringen unheimlich wertvoll. Ausserdem kommt sein Papa Abends auch erst spät heim, so dass die Wochenenden für die Beiden unheimlich wichtig sind. Das würde immer nach Bedarf entscheiden - von beiden Seiten.
Achso - meine Eltern reden uns nicht rein. sie finden es sehr interessant wie wir mit dem Kleinen umgehen und merken auch, dass es Früchte trägt. Die Frau meines Vaters rümpft manchmal die Nase - aber soll sie doch

Meine Schwiegereltern belächeln es oft und meckern dann hintenrum, wenn Mo seinen Teller nicht aufgegessen hat oder so. Allerdings merke ich wirklich, dass Mo damit sehr gut umzugehen weiß und ich habe keinerlei Bedenken, dass seine Bedürfnisse in irgendeiner Form leiden. Er weiß was er will und kann es auch durchsetzen
