katmo hat geschrieben:Es schockiert mich immer irgendwie wenn man von Kindern so schlecht denkt...

Das ist ein Satz, den ich auch schon oft zu meinem Mann gesagt habe, abends, wenn ich meinen Tag so Revue passieren ließ.
Wie oft wird Kindern was negatives unterstellt, die übelsten Sachen.
Manipulation, Hinterlist, Willkür, Egoismus.
Gefragt nach guten Eigenschaften des Kindes dann oft der Satz: 'Aber das ist doch selbstverständlich, das erwarte ich!'
Tut mir auch immer wieder weh, wenn ich das hautnah mitbekomme (berufsbedingt auch recht häufig).
Tutti hat geschrieben:Darauf hin sagte sie "Na findest du, dass meine Tochter traumatisiert wirkt?"
Da kannst du ja dann nicht mit 'Joa...' antworten
Aber schon damit, dass sie mal abwarten soll. Ich schleppe manche üble Kindheitserinnerung heute noch mit mir rum und finde es oft arg schwer, diese unverarbeiteten, oft halb verdrängten und nicht zugelassenen Erlebnisse so langsam in mir zurechtzurücken.
Natürlich fällt davon niemand tot um, aber dass Lieblosigkeit Spuren hinterlässt, das ist doch unbestritten.
An relativ kleinen Situationen, wie denen, die z.B. Annika beschrieb, lässt sich das auch immer schon ganz gut erkennen, allerdings nur für den, der sehen will.
Dorlohrli, wie alt ist deine Große heute?
Wichtig ist doch, dass du heute nicht mehr so handeln würdest und das kannst du ihr doch auch genau so sagen. Für Kinder (und für die Verarbeitung von emotional schwierigen Situationen) ist es enorm wichtig, dass Erwachsene dann eben auch sagen: 'Ich habs nicht besser gewusst, ich dachte, es ist richtig. Und heute tut es mir aufrichtig leid, entschuldige bitte!' Das unterstützt auch den kindlichen Verarbeitungsprozess enorm- und unbewusst sind ja eben all die Erinnerungen da und können durch solche Offenheit besser verarbeitet werden.
Egal, welchen Fehler wir machen. Es ist so wichtig, nachher dazu Stellung zu beziehen und offen zu sein. Kindgerecht, klar, aber eben ehrlich zugeben können, was nicht richtig war. ((()))