Ich glaube, es ist IMMER auch unsere Erziehung/Prägung, wieviel Körperlichkeit wir gut finden. Und das gilt nicht nur für "Unkörperlichkeit", sondern auch für Menschen, die total "touchy" sind.
Ich kann daran ehrlich gesagt nichts finden und finde auch nicht, dass "unkörperlich" per se negativ konnotiert ist und deswegen geändert werden müsste. Ich finde, dadurch dass überall jeder jeden in den Arm nimmt, wird die Geste inflationär. Ich möchte das nur den Leuten zugestehen, die mir wirklich nahe sind. Ständiges Drücken, knuddeln, streicheln geht mir echt so was von auf den Senkel, weil es eine Nähe vorgaukelt, die faktisch einfach nicht vorhanden ist. Meiner Meinung nach ist die natürliche Entwicklung, dass erst eine emotioale Verbundenheit wächst und dann die körperliche Nähe dazu kommt. Heute umarme ich meine Po-grabschende Schwiegermutter auch
MaMaJa hat geschrieben:
Deutschland ist viel zu unkörperlich

Und wir sind fast alle in so eine komisch Distanz-Schiene hineinerzogen worden.
Ich finde, dass anfängliche Distanz etwas total wichtiges ist! Wenn ich meinem Kind beibringe, dass es okay ist, wenn jeder sie herzen, drücken und in den Arm nehmen darf, finde ich das irgendwie unangebracht angesichts der Tasache, dass es nicht nur nette und nettmeinende Menschen gibt, die körperliche Nähe suchen! Ich finde, ehrlich gesagt, alles andere eher komisch und evtl. sogar gefährlich.
Damit meine ich aber nicht die Oma, die im Supermarkt fragt, ob sie das Baby mal sehen oder die Hand streicheln darf. Da habe ich immer gesagt "Wenn das für die Kleine okay ist, könne Sie das machen!" oder habe darauf hingewiesen, dass sie gerade schläft und aufwachen könnte. Freundlichkeit ist da super wichtig, wie Melli schon geschrieben hat.