Mein Mann hat mir ein paar Wochen vor dem ET ein Stillbuch geschenkt, für uns war eigentlich von Anfang an klar, dass ich stillen werde. Er selbst hat auch viel in dem Buch gelesen. Nur als es dann zu unseren Stillproblemen mit zu geringer Gewichtszunahme etc. kam, hat er, wohl aus Angst um unser Baby (und auch um mich) schon mal gesagt, dass meine Milch vielleicht doch "zu dünn" wäre (so nach dem Motto: du kannst doch nichts dafür, vielleicht müssen wir das einfach hinnehmen).
Als das Zufüttern dann leider unabwendbar wurde, hatten wir einen richtigen Kampf mit dem Stillen und Zufüttern, anfangs haben wir das noch mit der Flasche gemacht, und die hat er dann gegeben. Ich konnte mich erst nicht überwinden, das zu tun und bin dann meist aus dem Zimmer gegangen. Er hatte kein Problem mit der Flasche und hätte glaube ich auch nichts dagegen gehabt, wenn ich in dieser Situation abstille. Es kamen dann auch schon mal solche Kommentare wie: "Ach, das ist aber auch schön, wenn sie einen nach der Flasche so satt und dankbar anschaut, ich kann ja sonst immer nur Windeln wechseln oder sie herumtragen". Das tat mir dann schon weh. Andererseits hat er aber alles getan, damit ich stillen konnte (Hühnersuppe und andere leckere Sachen gekocht, sich um Haushalt und Besuch gekümmert, Baby stundenlang herumgetragen, damit ich zwischendurch schlafen konnte usw.). Weil wir die Zufüttermenge und -häufigkeit mit meiner Hebi besprochen hatten, hat mein Mann dann eine Art Zeitplan aufgestellt, wann unsere Tochter die Zusatznahrung bekommen sollte. Das ging dann soweit, dass er mich mitten im Stillen mit der Flasche in der Hand "überfiel" und meinte, ich müsse aufhören, es sei jetzt Zeit für die Flasche
Als er nach ein paar Wochen wieder arbeiten war, hat er dann häufig angerufen und nebenher gefragt, ob und wann sie denn eine Flasche bekommen hat. Ich weiß, dass er einfach Angst hatte, und er konnte von der Arbeit aus ja nicht kontrollieren, ob ich mich an den Plan halte... Da hat es dann mehrfach richtig gekracht, ich hab ihm wieder und wieder erklärt, worauf es beim ZUfüttern ankommt, nicht meine Milch zu ersetzen, sondern nur das,was zu wenig ist, ergänzen. Zum Glück konnten meine Hebi und auch meine Schwiegermutter (!) ihn dann überzeugen, dass ich schon das Richtige machen werde und dass "Breast first" auf jeden Fall richtig ist. Auch ich wollte natürlich, dass es unserer Tochter gut geht, und leider sind wir halt zur Zeit auf zusätzliche Kunstmilch angewiesen, aber nur, weil ich gerne stille und will, dass mein Baby so viel Muttermilch wie möglich bekommt, würde ich ihr doch keine Nahrung vorenthalten. Auch hier erweist sich das BES wieder von unschätzbarem Wert für mich, seitdem ich damit stille, gibt es auch keine Diskussionen mehr, was wann wie zugefüttert werden muss.
Alles in allem findet er das Stillen klasse - wenn es denn funktioniert...
Liebe Grüße,
Fleur